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Magazinrundschau
1. Katzen trampeln nicht
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
14.05.2013. In New Republic findet es Margaret Atwood ganz einfach, die neuen Medien zu verstehen. Man kann sogar selbst Regeln für sie setzen, meint Roberto Saviano in La Republicca. Der New Yorker untersucht Vor- und Nachteile der Online-Universität. Der Believer erinnert an den Künstler Sadakichi Hartmann. Terrence Malick arbeitet mehr als man meint, versichert die Los Angeles Review of Books. Bloomberg Businessweek schaut unter die riesige Motorhaube von Netflix. Das New York Magazine porträtiert einen unglaublich souveränen Michael Douglas.
The New Republic | La Republicca | The New Yorker | Eurozine | The Believer | Los Angeles Review of Books | Elet es Irodalom | Bloomberg Businessweek | New York Magazine
The New Republic (USA), 08.05.2013
Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet die 73-jährige Autorin Margaret Atwood (400.000 Followers auf Twitter) so ausgiebig und begeistert mit den neuesten Internettechnologien experimentiert?, fragt Leon Neyfakh in der New Republic und erklärt es damit, dass sie das Netz als Technik begreift, die wie andere Überlebenstechniken auf ganz einfache Bedürfnisse reagiert. Als eine Technik begreift sie etwa auch die Wurfbewegung, die im Baseball praktiziert wird: "'Was bedeutete das Werfen für die Menschen? Es bedeutete, dass sie auf Distanz töten konnten', sagt sie. 'Und es trug zur Gleichheit zwischen Gruppenmitgliedern bei: Du kannst auf mich schießen, so wie ich auf dich schießen kann, auch wenn einer von uns David und der andere Goliath ist.' Das Internet, das sie als 'Rauchsignale in anderer Form' beschreibt ist für sie nicht so anders. Beides 'hilft den Schwachen in ihrem Kampf gegen die Starken' und verringert die Bedeutung physischer Distanz."
Sehr instruktiv liest sich der Artikel des Sprachkolumnisten John McWhorter über die Tweets des Bostoner Attentäters Dschochar Zarnajew - nebenbei informiert der Artikel über neueste Entwicklungen im amerikanischen Jugendslang. Es stellt sich heraus, dass Zarnajew in seiner Sprachnutzung absolut integriert war und sich wie viele weiße Jugendliche den Slang der Schwarzen angeeignet hat, wie McWhorter an mehren Tweets aufzeigt: "Die Ironie ist, dass Sprachmuster schwarzer Leute, die lange Zeit vom Mainstream-Amerika so verachtet wurden, nun genau das sind, was für ein bescheidenes Immigrantenkind wahre Amerikanität auszeichnet. Ein durchgehendes Thema modernen schwarzen Bewusstseins ist die Angst vor den Kosten der Assimilation und dass weiße Amerikaner die Kultur der Schwarzen auslöschen. Aber wir übersehen, wie schwarz die amerikanische Massenkultur über die letzten 15 Jahre selbst geworden ist, so dass Formen des Englischen, die wir mit Hiphop oder der Serie 'The Wire' assoziieren als spontane Äußerungsformen eines Dschochar Zarnajew wiederkehren."
Außerdem in TNR: eine große Reportage von Graeme Wood über Drogen in Georgien.
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La Republicca (Italien), 11.05.2013
Roberto Saviano hat über 400.000 Follower auf Twitter. In Repubblica reagiert er auf die Entscheidung des Fernsehjournalisten Enrico Mentana, die sozialen Netzwerke zu verlassen, weil er keine Lust mehr hat, sich beleidigen zu lassen. Saviano plädiert für den Ausschluss von Beleidigern: "Die Notwendigkeit von Regeln darf nicht als Zensur gelten. Mir ist klar, dass das Netz nicht eingeschränkt werden darf, dass zu starke Verbote gefährlich sind, denn wer will immer zwischen legitimer Kritik und Verleumdung abwägen? Aber die Formulierung von Regeln ist selbst kein Verbot, sondern überlebensnotwendig für das Medium, im Interesse der Nutzer, die nur so die Netzwerke weiter füttern werden. Darum glaube ich, dass sich Mentana irrt, wenn er sagt, dass man entweder drin oder draußen ist, aber niemand anderen ausschließen kann. Jemanden aus seinem Leserkreis ausschließen, heißt, seinem eigenen Raum seine Identität zu geben und sein eigenes Recht auszuüben."
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The New Yorker (USA), 20.05.2013
Nathan Heller beschreibt eine Entwicklung an amerikanischen Eliteunis, die auch hier zu beobachten ist: die Digitalisierung der Lehre, also Lehrveranstaltungen am heimischen Laptop. Die so genannten MOOCs (für massive open online courses) werden ins Netz gestellt, auch Bewertungen, Tests und Scheinvergabe finden online statt: "Das erklärte Ziel ist demokratische Reichweite. 'Ich rechne damit, dass viele Angebote kostenlos oder fast kostenlos zugänglich sein werden', erklärte kürzlich John L. Hennessy, Präsident der Stanford University, in einem Artikel. 'Der Goldstandard kleiner, persönlicher Lehrveranstaltungen mit bedeutenden Lehrkräften wird erhalten bleiben. Daneben aber werden sich Online-Kurse als eine wirkungsvolle Studierwelt erweisen, vor allem gegenüber großen, vorlesungsartigen Kursen." Die Frage ist allerdings, ob das wirklich eine Demokratisierung des Studiums bedeutet, so Heller: "Zugang zu einer 'Eliteerziehung' mag mehr zu tun haben mit Zugang zur Elite als mit Zugang zum Lernstoff. Bill Clinton, ein Kind aus der unteren Mittelklasse in Arkansas, hätte möglicherweise eine gleichwertige Bildung erhalten, auch wenn er nicht in Georgetown, Oxford und Yale studiert hätte, aber er wäre nicht Präsident geworden."
Weitere Artikel: Paul Bloom bespricht drei neue Bücher, die sich mit dem Phänomen der Empathie bzw. Einfühlung befassen: "Sticks and Stones" von Emily Bazelon, "The Empathic Civilization" von Jeremy Rifkin sowei "Humanity on a Tightrope" von Paul R. Ehrlich und Robert E. Ornstein; die beiden letzeren "vertreten das schlagkräftige Argument, dass Empathie die Hauptantrieb menschlicher Entwicklung gewesen sei und wir mehr davon bräuchten, wenn unsere Spezies überleben soll". Und Emily Nussbaum erklärt, weshalb die sechste Staffel von "Mad Men" inzwischen "Heimweh nach sich selbst auslöst".
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Eurozine (Österreich), 08.05.2013
Oxana Timofejewa greift im russischen New Literary Observer, (auf Englisch bei Eurozine) ein Gesetzesvorhaben der Duma auf, das am Ende nicht wie geplant beschlossen wurde, aber in ganz Russland für Gelächter sorgte. Es ging darum, störenden Lärm des Nachts zu verbieten. Als Lärmquellen wurden aufgezählt: Schnarchen, das Verschieben von Möbeln und Kühlschränken, Singen, quietschende Betten und das Trampeln von Katzen. Timofejewa begreift den Vorschlag als Symptom einer immer absurderen Installierung von Tabus in der russischen Gesellschaft. Und sie spielt ihn durch, zunächst aus der Sicht der Katzen: "1. Katzen trampeln nicht. 2. Katzen wissen nicht, dass ihnen das Trampeln verboten ist. 3. Katzen kümmert es nicht, ob ihnen das Trampeln verboten ist." Schon richtig, so Timofejewa, aber man muss es auch aus Sicht der Abgeordneten sehen: Da könnte man ja sagen, "dass Katzen nicht trampeln, eben weil es ihnen verboten ist. Wir haben es hier mit der rückwirkenden Kraft eines Verbots zu tun, mit einem Gesetz, das sich im nachhinein als Voraussetzung und ewig festlegt. Das gesetzliche Verbot des Trampelns geht dem Phänomen des Trampelns voraus: Das Trampeln war nicht verboten, weil Katzen in der Vergangenheit zu laut oder zu viel trampelten, nein: Sie trampelten nie, weil das Gesetz als Naturgesetz bereits in Geltung war und nunmehr eine juristische Form erhielt."
Außerdem in Eurozine: Eine längere Reflexion des polnischen Philosophen Zygmunt Bauman über Solidarität in Zeiten der Gier und des entfesselten Kapitalismus.
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The Believer (USA), 01.05.2013
Michelle Legro porträtiert den Künstler Sadakichi Hartmann, der mit Ezra Pound, Walt Whitman, John Barrymore befreundet war, als tragische und rätselhafte Figur. Hartmann, Sohn eines Beamten aus Hamburg und einer Japanerin, wurde 1869 bei Nagasaki geboren. Die Mutter starb, bevor der Junge ein Jahr alt war. Mit vier Jahren zog er mit seinem Vater nach Deutschland und mit zwölf Jahren wurde er zu einem Onkel nach Amerika geschickt. Japan sah er nie wieder, doch das Land und seine Mutter blieben zeitlebens seine Sehnsuchtsobjekte. Dafür wurde er in der Künstlerszene New Yorks schnell berühmt - weniger wegen seiner Arbeiten als wegen seines bohemehaften Lebensstils: "Ein Artikel von 1916 ernannte ihn zur 'seltsamsten Figur der amerikanischen Literatur ... Er ist Baudelaire, Gerard de Nerval, Verlaine ... Er ist ein Dichter, Künstler, Autor, Kritiker, Dozent, und professioneller Ästhet.' Er war ein Flaneur lange nach dem Ende des Flaneur-Zeitalters, und die meisten Leute wussten nicht so recht, was sie von ihm halten sollten. Wenn das Schreiben in dieser Zeit agitieren sollte, dann war Sadakichi ein weichherziger Bulle, er lieber an Blumen schnupperte als ein rotes Cape anzugreifen."
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Los Angeles Review of Books (USA), 12.05.2013
Wenn in Kürze Terrence Malicks neuer Film "To the Wonder" ins Kino kommt, grenzt dies in der Tat an ein kleines Wunder: Sein letzter Film ist grade mal zwei Jahre alt. Geradezu legendär ist die 20 Jahre währende Arbeitspause zwischen seinem zweitem Film "Days of Heaven" und seinem drittem Film "The Thin Red Line", die dem Regisseur den Ruf eines zurückgezogenen Einsiedlers nach Thomas Pynchons Vorbild einbrachte. Doch tut man Malick damit Unrecht, schreibt Michael Nordine in einem material- und recherchereichem Artikel, der sich mit dem "Malick Hiatus" befasst: An nicht weniger als 12 Projekten hatte Malick in dieser Zeit gearbeitet, darunter "Q", ein besonders weit entwickeltes Projekt: Malick, erzählt Second-Unit-Kameramann Paul Ryan, "'interessierte sich für einen nicht-narrativen Stil, dem filmischen Äquivalent der Art und Weise wie, sagen wir, Beethoven seine Sinfonien strukturiert hat.' ... 'Das ursprüngliche Konzept sah ein im Nahen Osten während des 1. Weltkriegs situiertes Drama mit vielen Figuren und einem prähistorischen Prolog vor', erzählt Joe Gillis vom Los Angeles Magazine, 'Doch nachdem er einen Assistent für 10 Wochen auf Reisen geschickt hatte, um Drehorte ausfindig zu machen, strich Malick den Teil im Nahen Osten. Am Ende des Jahres nahm der prähistorische Teil das gesamte Drehbuch ein.' Diese prähistorischen Elemente wurden schließlich in 'The Tree of Life' (unsere Kritik) integriert. Und angeblich sollen sogar alte Filmdosen mit Q-Material ausfindig gemacht und in diesen Film eingebaut worden sein."
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Elet es Irodalom (Ungarn), 08.05.2013
Eine jüngst veröffentlichte Liste der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) mit geeigneten und "ungeeigneten" Bezeichnungen für öffentliche Plätze und Institutionen erinnert András Nyerges an die Welt von Orwels "1984": "Was sollen wir denken, wenn wir lesen, dass der Begriff 'Verfassung' sich 'in der Zeit der kommunistischen Diktatur verbreitete'? (...) Zum Begriff 'Republik' meint die Akademie: 'an sich verweist dieser Begriff ebenfalls nicht auf ein autoritäres politisches System'. Wir können die Akademie beruhigen: wir haben das auch nicht gedacht, doch vielleicht wollte die MTA darauf hinweisen, dass es zwar keinen direkten Zusammenhang gibt, aber sehr wohl einen indirekten? (...) Karl Marx, heißt es weiter, 'können wir zu den Begründern des autoritären Systems zählen, wie auch im geistesgeschichtlichen Sinne die großen Denker der Aufklärung'. Wir sollen es wiederholen, um diese unglaubliche Aussage begreifen zu können: die große Denker der Aufklärung waren Begründer des autoritären Regimes."
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Bloomberg Businessweek (USA), 09.05.2013
Ziemlich beeindruckt schaut Ashlee Vance unter die Motorhaube der (in Deutschland leider noch immer nicht zugänglichen) Online-Videothek Netflix, die ursprünglich mit Postversand ins Geschäft eingestiegen ist, heute zu den großen Streaming-Anbietern zählt und sich mit eigenproduzierten Serien wie "House of Cards" und "Arrested Development" nun auch als HBO-Konkurrent positioniert. In den USA gehen mittlerweile mehr als zwei Drittel des gesamten Internetverkehrs auf Netflix zurück, berichtet Vance in seinem spannenden Hintergrundartikel über den enormen infrastrukturellen Aufwand des Unternehmens: Um die 36 Millionen Kunden zu bedienen, "ermittelt Netflix innerhalb von Sekundenbruchteilen, welcher Server mit dem Film dem Kunden am nähesten ist, und wählt dann aus Dutzenden von Versionen die zum Endgerät passende Filmdatei aus." Doch anders als große Firmen unterhält Netflix keine eigenen, großen Rechenzentren, sondern ist selbst "einer der weltweit größten Nutzer von Cloudcomputing, was bedeutet, dass man seine Daten auf anderer Leute Equipment auslagert. Die Firma mietet stündlich mehr Server und Speicherplatz an und greift dabei allein auf Amazon Web Services zurück, die Cloud-Abteilung von Amazon ... In jeder Sekunde nutzt Netflix zwischen 10-20.000 Server, die sich irgendwo in Amazons Datenzentren befinden. Die Computer verwalten die Kundeninformationen, Videoempfehlungen, das Kopierschutzsystem, die Konvertierung der Videodateien in unterschiedliche Formate und die Überwachung der Performance. ... Tagsüber bewältigen einige Server die Herausforderungen beim Videostreaming, nachts analysieren sie die eingegangenen Daten."
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New York Magazine (USA), 20.05.2013
Eins hat Steven Soderbergh mit seinem angeblich letzten Film "Behind the Candelabra", einem Biopic über den Pianisten und Showstar Liberace, jedenfalls geschafft: Michael Douglas feiert in der Hauptrolle ein glorioses Comeback. Lynn Hirschberg porträtiert Douglas in einem sehr langen Artikel, das ihre Sympathie für den Schauspieler nicht verbirgt, aber auch nicht hagiografisch ist. So wissen beide, dass Douglas' Kehlkopfkrebs, den er inzwischen überstanden zu haben scheint, für seine späte Karriere nicht ungünstig war: "Nachdem er seine Behandlung abgeschlossen hatte, flog Douglas zu den Golden Globes nach L.A. Als er auf die Bühne trat, bekam er Standing Ovations. Er sah furchterregend dürr aus, aber sein berühmtes Haar war zurückgekämmt und die Eleganz seines Smokings kompensierte den Gewichtsverlust. Als der Applaus abebbte, sagte Douglas: 'Es muss einen einfacheren Weg geben, Standing Ovations zu bekommen!' Das Publikum lachte nervös, aber es ist eine traurige Wahrheit über Hollywood, dass es der Karriere hilft, wenn man beinahe stirbt: Durch seinen Krebs wusste die Filmindustrie Douglas wieder zu schätzen."
Archiv: Magazinrundschau
Stürme von Judasküssen
07.05.2013. In der London Review of Books zeichnet Ian Sinclair ein aasiges Bild von der Beerdigung Margaret Thatchers. Das New York Magazine erklärt, wie für ein balloon toy von Jeff Koons der Preis von 30 Millionen Dollar gesetzt wird. In Frankreich möchte der Regisseur Michel Hazanavicius die Internetprovider für die Filmfinanzierung anzapfen. In Amerika möchte Susan Crawford die Telekoms gründlich renovieren, um endlich überall schnelles und günstiges Internet zu haben. Der Antisemitismus vergiftet alles in Ungarn, ruft in Nepszabadsag der Politiker Béla Markó. Drogenkonsum wird erst durch Informationsmangel richtig gefährlich, lernt der Guardian. Mehr lesen
Übermaß an Liebe
30.04.2013. n+1 geht den Tonarten Hilary Mantels nach. The New Republic bewundert die chinesische Einfachheit des georgianischen Dichters Edward Thomas. Slate.fr sucht eine neue revolutionäre Klasse. Rumänische Filmregisseure werden auf der ganzen Welt geachtet, nur nicht in Rumänien, lesen wir in HVG. In The National Interest sucht Walter Laqueur vergeblich nach der vielbeschworenen Marx-Renaissance. Der New Yorker liest Bücher über den amerikanischen Drohneneinsatz. Der Guardian erleidet den Liebestod. Mehr lesen
#surreal
23.04.2013. Das Attentat von Boston wird vor allem den Tschetschenen schaden, fürchtet The Atlantic. Das New York Magazin beobachtet die Verdrängungstaktiken der Chassidim in New York. In Rumpus erklärt Aleksandar Hemon, warum nur die ganz Privilegierten glauben, es gebe keinen Fortschritt. Die LRB singt dem russischen Performancekünstler Vladik Monroe ein Abschiedslied. In Eurozine erklärt Etgar Keret das Hebräische als Literatursprache. Dem Murdoch-Imperium geht's prächtig, meldet Bloomberg Businessweek. In der NYRB ärgert sich John Gray über den inkohärenten Mischmasch der Marxschen Philosophie. In Bidoun erzählt Larry Gagosian, warum Cy Twombly den armenischen Maler Arshile Gorky liebte. Mehr lesen
Selbstzensur ist ein Thema
16.04.2013. Wer Mathematik besser verstehen will, sollte stricken, empfiehlt der American Scientist. The Quarterly Conversation erklärt, warum Czesław Miłosz Kalifornien liebte. Elet es Irodalom besucht eine Robert-Capa-Ausstellung. Der New Yorker porträtiert die Mars-Pioniere Adam Steltzner und John Grotzinger. In n+1 erklärt Sally Potter, warum sie den Hass auf Margaret Thatcher frauenfeindlich findet. In La regle du jeu erklärt Atiq Rahimi, warum sich globale Krisen immer in Afghanistan kristallisieren. Der Global Mail besucht Flüchtlinge im indonesischen Sex-Ferienort Cisaru. Vanity Fair porträtiert Felix Baumgartner. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
201312345678910111220121234567891011122011123456789101112201012345678910111220091234567891011122008123456789101112200712345678910111220061234567891011122005123456789101112200412345678910111220031234567891011122002123456789101112
Archiv: Magazinrundschau
Amoralische Landschaften
09.04.2013. In The Virginia Quarterly Review sieht der Verleger Richard Nash Bücher im Cockpit in die Zukunft fliegen. Rue 89 erklärt das chinesisch-koreanische Verhältnis. Micromega beobachtet weibliche Proteste beim Weltsozialforum in Tunis. In The Brooklyn Rail erklärt der Regisseur Olivier Assayas, warum die Siebziger für den Einzelnen so gefährlich sein konnten. Im New Yorker kennt Susan Faludi dafür ein konkretes Beispiel: die Feministin Shulamith Firestone. Vice schildert die Situation der Roma in Slowakien. Die NYRB lernt von Lawrence Wright, wie das amerikanische Finanzamt aus Scientology eine Religion machte. Mehr lesen
Erst Geld macht Medien
02.04.2013. In der LRB fragt John Lanchester, warum Fantasy vom literarischen Publikum gesnobbt wird. Der New Yorker erklärt am Beispiel von Vice, wie man im Internet mit Inhalten Geld verdient. Für Salon.eu.sk besucht Andrzej Stasiuk die lebenslustigen Goralen. Die Lettre feiert ihren Fünfundzwanzigsten. Slate.fr berichtet über israelische Mafiakriege. Der Hollywood Reporter besucht einen Pionier des Filmnerdtums im Netz. HVG durchleuchtet am Beispiel von Janos Esterhazy die Abgründe der slowakisch-ungarischen Beziehungen. Mehr lesen
Das ist reines Zocken
25.03.2013. Le Monde fragt, wer ist der Guru von Beppe Grillo und präsentiert Gianroberto Casaleggio als leicht unheimliche New-Age-Figur. Espresso bringt ein apokalyptisches Video Casaleggios. The Atlantic erzählt, warum der jordanische König nicht so demokratisch sein kann wie er möchte. Elet es Irodalom stellt ein Buch über "Ungarische Besatzungstruppen in der Sowjetunion" vor. La vie des idees erzählt, wie man in Frankreich den Tod laizisiert hat. Im Guardian erklärt Taiye Selasi, warum sie die Frage "Wo kommst du her?" kaum beantworten kann. Fast Company lernt von Kickstarter, warum Mädchen mit Lithografieprojekten immer zu bevorzugen sind. Wired möchte nicht Verleger sein. Mehr lesen
Am Ende als Helden gefeiert
19.03.2013. Vanity Fair erzählt, wie London zum sicheren Hafen der Oligarchen und Superreichen wurde. The Nation stößt bei jungen Griechen auf eine regelrechte Aufbruchsstimmung. The New Statesman fürchtet dagegen das wohlhabende und sichere Deutschland. Die LRB blickt auf die verfahrene Situation in Ägypten. In der New York Times graut Martin Caparros vor dem heiligen Geist, der nun noch kräftiger durch Argentinien wehen wird. Letras Libres hofft auf die heilsame Wirkung legalen Marihuanas in den USA. Der New Yorker stellt die meistgehasste Frau Australiens vor. Und Telerama wiegt sich zu den samtenen Klängen des kapverdischen Morna. Mehr lesen
Zu neuem Funde
12.03.2013. Die NYT erzählt, wie Amazon und Apple auf dem Weg zur Weltherrschaft einen Markt für gebrauchte digitale Güter aufbauen. Elet es Irodalom gefallen die frischen jungen Gesichter, die die italienischen Wahlen in die Politik gespült haben. Je langweiliger Politik ist, desto besser, meint Javier Cercas in der Monde diplo. In The New Republic erinnert sich Paul Berman an die prächtig gepanzerten Backen von Hugo Chavez. Der New Yorker freut sich über seinen Überbiss. Port Magazine porträtiert den ugandischen Kaffeeproduzenten Andrew Rugasira als guten Kapitalisten. Buzzfeed porträtiert die mexikanische Lehrerin Elsa Hernandez Gonzalez als wahre Speerspitze im Kampf gegen Drogen. N+1 porträtiert den Filmemacher Michael Haneke als Sadomodernen. Mehr lesen
Er tänzelte mit Grazie
05.03.2013. Der Rolling Stone schildert die Selbstverständlichkeit, mit der in der US-Army vergewaltigt wird. In Accents beschreibt Jean Jourdheuil die Musik in Heiner Müllers Füßen. Men's Journal begleitet einen Ex-Medienmogul und einen Evangelikalenführer zum Treffen mit einem Kannibalen in Liberia. Der Spectator versteht nicht, warum Britten Mahler Elgar vorzog. In Bloomberg besteht Evernote-Gründer Rob Walker darauf, dass sein Dienst antisozial ist. Rue 89 beobachtet den Neo-Luddismus. Die NYRB sucht Islamisten in Mali. Mehr lesen
Harvey explodierte
26.02.2013. In The Brooklyn Rail erzählt der Animationsfilmer Ralph Bakshi, warum er Glück hatte, arm aufzuwachsen. Die NYT erklärt, warum wir Zucker, Salz und Fett nicht widerstehen können. Genau darum muss der Staat uns vor uns selbst schützen, lernt die NYRB. Und The Atlantic sammelt schon mal die Daten, die beweisen, wie sehr wir beim Essen gesündigt haben. Im New Statesman singt Jeannette Winterson ein Loblied auf den kreativen androgynen Geist. Im Guardian erzählt Aleksandar Hemon, warum er als Erwachsener seine ästhetischen Prinzipien revidieren musste. Und in El Pais erklärt Sergio Alvarez, warum der magische Realismus nicht mehr zeitgemäß ist. Mehr lesen
Bringt mir die Kosmologen!
19.02.2013. In La vie des idées erklärt Timothy Snyder den Historikerstreit für erledigt. In The New Republic fragt Ian McEwan, warum er sich für irgendeinen Henry interessieren soll. Die Global Mail beschreibt die grauenvollen Hexenjagden in Papua-Neuguinea. In Syrien macht jeder seinen eigenen Aufstand, seufzt die LRB. Gibt's diesmal auch Frauen, fragt Wired angesichts der geplanten neuen Star-Wars-Folgen. Bloomberg warnt vor chinesischen Hackern. Im Espresso geißelt Roberto Saviano die italienischen Konservativen. In der NYT lassen junge Republikaner aus ähnlichen Gründen die Köpfe hängen. Mehr lesen
Forensische Romanze
12.02.2013. In Newsweek liest Simon Schama aus den Knochen Richards III. Die Financial Times besucht die Amazon-Sklaven im britischen Städtchen Rugeley. Im New York Magazine erzählt Oscar de la Renta, wie der Schuldeneintreiber von Tennesse Willliams über ihn herfiel. In Salon schreibt Adam Michnik an Michail Chodorkowski. The Nation feiert den Avantgardisten Wiktor Schklowski. In Slate.fr holt uns Michel Serres in die Zukunft zurück. Und in n+1 singt Valery Nugatov ein Liebeslied an die zeitgenössische Kunst. Mehr lesen
Boomzeit für die Unzufriedenheitsindustrie
05.02.2013. In der NYRB bewundert Lorrie Moore das Shakespearesche Format der Agenten in "Homeland". In der LRB lernt Stephen Smith über Mali: Wenn nichts mehr hilft, bleibt nur noch "Schlag den Maulwurf". Der Sozialismus ist eine bürgerliche Idee, erklärt der Historiker Jacques Julliard in nonfiction. In Elet es Irodalom möchte Miklós Tamás Gáspár die Hochschulen revolutionieren. Der Economist feiert das neue skandinavische Supermodel. In Eurozine warnt Ivan Krastev vor dem transparenten Staat. Der National Geographic reist durch ein reformwilliges Libyen. Mehr lesen
Das Meckern von Lindsay
29.01.2013. National Geographic besucht die kirgisischen Nomaden in Afghanistan. Die Franzosen werden immer missmutiger, berichtet Slate.fr. In Eurozine fragt der Choreograf Lloyd Newson, warum ausgerechnet britische Muslime Homosexualität so vehement ablehnen. La Regle du Jeu stellt das erste Schwulenmagazin Marokkos vor. n+1 druckt ein Porträt des russischen Minenarbeiters und Streikführers Walentin Urusow. Im New York Magazine spricht Steven Soderbergh über die Tyrannei des Erzählens. In Believer erklärt der Experimentalmusiker Mike Patton sein cinephiles Referenzsystem. In The Nation erzählt David Schiff, wie Pierre Boulez das Cleveland Orchestra auf die Palme brachte: Er konnte jede Stimme in Eliot Carters "Concerto for Orchestra" vorsingen. Mehr lesen





