Regisseur
Peter Konwitschny wurde in Nürnberg aus seiner Opernproduktion für den "Troubadour" geschasst,
berichtet Michael Stallknecht in der
NZZ (von einer "einvernehmlichen" Trennung
spricht die
SZ). Um einer
schwarzen Choristin zu vermitteln, wie sie auf der Bühne vor einer Pistole erschrecken soll, hat er nach eigenem Bekunden gesagt: "Das ist wie in Afrika, wenn Ihnen
ein Löwe entgegenkommt, dann können Sie auch nicht weggucken." Daraufhin habe sie ihm "hintenrum" beim Intendanten Rassismus vorgeworfen, statt ihn direkt mit seiner Äußerung zu konfrontieren. "
Fiktionen unterliegen dabei beide Seiten", meint Stallknecht augenrollend: "Von Konwitschny ist bekannt, dass er auf Proben
recht autoritär werden kann. Dass Produktionsbeteiligte den Mut fänden, den berühmten Regisseur dafür offen zur Rede zu stellen, darf als unwahrscheinlich gelten. Umgekehrt müssten sich die Beschwerdeführer vorwerfen lassen, dass der Rassismus eigentlich erst
in ihrem eigenen Kopf entsteht, wenn sie zwischen '
Afrika'
und schwarzer Hautfarbe automatisch eine Verknüpfung herstellen."
In der
SZ porträtiert Christiane Lutz die Dramatikerin
Nora Abdel-Maksoud, die gerade "Jeeps" an den Münchner Kammerspielen inszeniert, eine
Komödie über Erben oder vielmehr über die Auswirkungen einer neuen
Umverteilung: "Die Erbschaftslotterie, die sie in 'Jeeps' veranstaltet, ist in ihrer Zufälligkeit genauso gnadenlos ungerecht wie die Geburtenlotterie, die die einen in wohlhabende, die anderen in Familien mit Schulden katapultiert. Blöd nur, dass ausgerechnet
das Jobcenter auserkoren wurde, die Reform durchzuführen. So treffen in der Wartehalle Hartz-IV-Empfänger auf wütende Enterbte und alle zusammen auf die Mühlen deutscher Bürokratie. Diese karikiert Abdel-Maksoud genüsslich, lässt Infoblätter verlesen und Bewilligungsstempel stempeln, lässt Sachbearbeiter 'knicken, lochen, abheften'. Sie führt die Accessoires einer vermeintlichen gesellschaftlichen Ordnung vor, den hilflosen Versuch,
soziale Ungleichheit wegzuverwalten."
Weiteres: Im
Tagesspiegel schreibt Frederik Hanssen zum Tod des Musikwissenschaftlers, Regisseurs und Intendanten
Peter P.
Pachl. Besprochen werden die Uraufführung von
Christina Ketterings Stück "Schwarze Schwäne" am Theater Heilbronn in der Inszenierung von
Elias Perrig (
nachtkritik),
Rossinis Burletta "Gelegenheit macht Diebe" im Münchner Prinzregententheater (
nmz) und
Roger Vontobels Inszenierung der "Maria Stuart" am Stadttheater Bern (
FAZ).