Das Altpapier
(
ev) -
am heutigen Dienstag
Bild, Olympia, EinschlafproblemeDie Medienauslese(
6v9) - von BILDblog
1. Die etwas andere "Bild"-Montage (tagesspiegel)
2. Das plumpe Hurra-Kostüm zieht nicht (taz)
3. Wer uns totschiesst, den schweigen wir tot (nzz)
4. The Hunger For Good Journalism (newswhip)
5. Entdecke Neues und rede darüber (ejo)
6. Nach Jauch-Aus (postillon)
EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU
Strudelhaftes AccelerandoMehr
ästhetische Raffinesse auch bei politischen Themen wünscht sich die
SZ, die noch
ganz taub ist von den Hasschören in
Volker Löschs "Graf Öderland"-Inszenierung. Die
Welt lernt von
Prokofjews "Der feurige Engel", wie leicht
religiöse Besessenheit in Irrsinn umschlägt.
Parla italiano?, fragt
Jhumpa Lahiri im
New Yorker. Das Verbot der "Satanischen Verse" in Indien war
ein Fehler, räumt 27 Jahre später laut
Guardian der zuständige Minister ein. Die
Zeit besteht auf ihrem Recht,
Rap zu veralbern.
9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU
Rucky zucky Alhamdulillah Die
NZZ beschreibt, wie der Islamische Staat
Frauen rekrutiert. Es gibt keine
Guerillatruppe, die nicht mit der
Mafia kooperiert, warnt
Roberto Saviano in
L'Espresso. In
Libération fordert
Flemming Rose von
Jyllands Posten, dass sich Journalisten zu ihrer
Angst bekennen, statt sie mit falschen Argumenten zu bemänteln. Es ist zwar nicht klar, ob die Sanierung der
Kölner Oper wirklich nur 460 Millionen Euro kostet, dafür ist aber auch nicht sicher, dass sie schon 2018 eröffnet, informiert der
Kölner Stadtanzeiger.
Weitere Kulturnachrichten(
wdr) + (
dra) für den 1. Dezember 2015
Ein Gespräch mit Mathias Énard "Es gibt nicht den einen Islam2(
faz) - Der Schriftsteller Mathias Énard, der gerade den Prix Goncourt gewonnen hat, kennt den Orient schon lange - und so gut, dass auch der Terror sein Bild nicht erschüttern kann. Seinen neuen Roman nennt er einen "Anti-Houellebecq2. Ein Gespräch.
+ Literatur online
Viktor Pelewins Roman "Snuff"Dialektik des Draufgängertums(
faz) - Viktor Pelewins postapokalyptische Satire "Snuff" enthält Bezüge zur aktuellen Lage in Russland, Minderwertigkeitskomplexe, Imponiergehabe und Gewalt. Daneben arbeitet er sich am Spätkapitalismus ab. Doch funktioniert das? (
mehr in der Bücherschau)
Frankfurter Anthologie Elizabeth Barrett Browning: "Sonette aus dem Portugiesischen"(
faz) - Der Titel dieser Liebesgedichte ist eine Lüge. Sie stammen nicht aus Südeuropa sondern von einer "alten Jungfrau" im sittenstrengen England. Und erzählen von einer einzigartigen Liebesgeschichte.
Buch über Cyber-Krieg Wie der Staat Kriminellen in die Hände spielt(
faz) - Geheimdienste lieben Sicherheitslücken: Marc Goodmans, IT-Experte und Berater des FBI, zeichnet in seinem Buch "Global Hack" ein bedrohliches Panorama der Gefahren im Internet.
Bestsellerautor Wohlleben Bäume sind so tolle Lebewesen(
faz) - Peter Wohlleben ist Deutschlands berühmtester Förster, sein Buch über "Das geheime Leben der Bäume" steht seit Monaten auf der Bestsellerliste. Der Hype findet kein Ende. Wohlleben sei ein Baumflüsterer, heißt es. Aber stimmt das?
Richard Price' "Die Unantastbaren" Die Götter in den Straßen der Bronx(
faz) - Richard Price' Roman erzählt vom moralischen Schleudertrauma eines New Yorker Polizisten. Denn wie seine Kollegen, hat auch er einen Mörder, den er nie dingfest machen konnte.
Neues auf

Heute u. a. auf
lit21:
+ Josef Winkler: Wortschatz der Nacht
+ Im Gespräch mit der Autorin Astrid Korten
+ Britischer Literaturpreis: Richtig schlechter Sex
+ Literarischer Adventskalender öffnet sich wieder
+ Richard Flanagan "Todeseisenbahn"
+ Neues auf faustkulturHolzwege: Der Philosoph Baruch de Spinoza(
fk) - Im Jahre 1656 wurde Baruch de Spinoza, der vertraut war mit den Schriften des Maimonides und des Descartes, wegen seiner angeblich schlechten Meinungen und Handlungen von der jüdischen Gemeinde in Amsterdam ausgeschlossen. Er hatte an deren Glaubenslehren gezweifelt. Otto A. Böhmer weiß aber auch zu berichten, dass der Philosoph der Ratio von Träumen heimgesucht wurde, die sich nicht an die Vernunft hielten.
Die "Salome2-Inszenierung (
fk) - von Kirill Serebrennikov an der Stuttgarter Oper kleidet die psychologische Handlung in eine politisch aktuelle Gestalt. Mit seiner Interpretation gelingt es Serebrennikov, Gewalt als ein komplexes Phänomen zu zeigen, ohne Oscar Wilde oder Richard Strauss zu beschädigen, meint Thomas Rothschild.
Marina Naprushkinas Buch "Neue Heimat?" (
fk) - dokumentiert die Arbeit einer 2013 in Berlin gegründeten Nachbarschaftsinitiative für Flüchtlinge. Naprushkina zeigt, dass gelebte Willkommenskultur vor allem harte Arbeit ist, die viel Ausdauer, Menschenkenntnis, aber auch juristisches Geschick verlangt. Faust-Kultur veröffentlicht einen Auszug.
+ Literatur im Hörfunk
BestenlisteDezember 2015Platz 1 GYÖRGY DRAGOMÁN: "Der Scheiterhaufen""Es gibt unter den jüngeren europäischen Autoren kaum jemanden, der mit so großer Konsequenz Kinder des Schreckens ins Zentrum seines Werks stellt wie György Dragomán. Seine Erzählerfiguren sind aus historischer Erfahrung geboren, aber sie sind keine Zeitzeugen. Daten, Ortsnamen, Deck- und Klarnamen erfährt man von ihnen nicht. Denn sie erzählen zwar aus historisch-politischen Welten heraus, aber sie sind nicht ganz von dieser Welt, sie hören Stimmen, sehen Geister, begegnen leibhaftigen Dämonen, Zwitterwesen, die mit einem Bein im Jenseits stehen, ohne je das Diesseits zu verlassen." (Lothar Müller)
Platz 2YIYUN LI: "Schöner als die Einsamkeit""In die Enge getrieben, ist selbst die unschuldigste Person zu einem herzlosen Verbrechen fähig." China in den 80ern, die Zeit der Repression und des Widerstandes. Der erste Wohlstand und eine Riesenschere zwischen Arm und Reich. Yiyun Li wird als eine der besten jungen Erzählerinnen Amerikas gewürdigt - in ihrem dritten in Deutschland erhältlichen Roman erzählt sie von drei Freunden, deren Leben sich durch einen Mord verändert, von dem keiner weiß, ob es einer war.
Platz 3JAVIER MARÍAS: "So fängt das Schlimme an" Javier Marías, seit "Mein Herz so weiß" einer der meistgelesenen Autoren der Gegenwartsliteratur, ist ein bohrender Erkunder der dunklen Seite der menschlichen Seele. In seinem neuen Roman "So fängt das Schlimme an", der nach dem Tod Francos spielt, geht es um die Frage, was das Schlimme im Leben ist: die Leichen im Keller, über die seit dem Ende der Franco- Diktatur niemand mehr spricht, oder der private Betrug, der das Gefühlsleben vergiftet? (Ijoma Mangold)
Platz 4ANTHONY POWELL: "Eine Frage der Erziehung"Romanzyklus "Ein Tanz zur Musik der Zeit"
In England ist dieser zwölfbändige Roman legendär, er erzählt ein Leben in der englischen Upperclass aus der Zeit zwischen 1914 und 1971. "Es ist beste englische Club-Konversation: anekdotisch, diskret, aber spitz, von Witz gesprenkelt und stets von feinster, manchmal fast unhörbarer Ironie durchrieselt, vieles über andere, fast nichts über den Sprecher sagend." (Andreas Isenschmid)
Platz 5RICHARD FLANAGAN: "Der schmale Pfad durchs Hinterland""Es gibt keine Gewöhnung der Lektüre an Szenen aus den Nekropolen, den Konzentrations- oder Straflagern des 20. Jahrhunderts. Jedes Buch, jede Formulierung lässt sie neu und somit unverbraucht entstehen." (Ursula März)
90.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene starben beim Bau des "Death Railway", einer gigantomanischen Eisenbahnlinie durch den Dschungel zwischen Thailand und Birma.
Platz 6MONIKA RINCK: "Risiko und Idiotie""Fühlt sich die verständliche Sprache eigentlich herausgefordert, da es die poetische Sprache gibt? So wie sich die poetische Sprache herausgefordert sieht, von der Tristesse der Verwaltungssprache und dem Einerlei der Mediensprache und dieser Misere etwas entgegensetzen will. Etwas, das nicht mehr aufgeht in Information und nur unter Verlust von Schönheitssinn und Schuppenmosaik referierbar ist. Zeig Du den Vogelfuß der Versammlung von Knöchelchen und ich werde im Plenum dessen Vorzüge ansprechen. Ja, sicher, das ist das Mindeste, was ich tun kann, nach allem was geschehen ist."
Platz 7VERENA LUEKEN: "Alles zählt
"Kann man literarisch über eine tatsächlich erlebte Krebserkrankung sprechen? Verena Lueken tut es in diesem Roman, "der es fertig bringt, Literatur, Autoren, Filme, Filmemacher, ihr eigenes Leben, ihre Kindheit, ihre Beziehung zu ihrer Mutter und diese Krankheit keineswegs schön zu reden, keineswegs Gnade dafür zu erbeten, sondern all dieses zusammenfasst zu einem harmonischen Ganzen. Schon der erste Satz hat mich hineingezogen." (Verena Auffermann)
Platz 8 KARL-HEINZ OTT: "Die Auferstehung"Die Mutter war schon lange tot, der Vater pflegebedürftig. Dann stirbt er, und die Kinder sitzen um die Leiche und wollen ans Erbe. Die Vergangenheit kommt hoch: Reibereien, alte Abrechnungen, Eifersüchteleien, Gier, blanke Angst.
Ein Porträt der Generation derer, die jetzt um die 60 sind, und die jetzt erbt, was sie früher gerne mal als spießig verlacht hat. Es lässt sich halt leicht als Hippie leben, solange die Eltern ordentlich wirtschaften.
Platz 9WITOLD GOMBROWICZ: "Kronos"Die Tagebücher sind schon veröffentlicht. Aber daneben führte der polnische Weltliterat Witold Gombrowicz ein weiteres intimes Tagebuch - das "Kronos". Seine Frau bat er, dieses doch im Falle eines Brandes als erstes zu retten. Erst jetzt hat sie es veröffentlicht
Platz 10ANGELA STEIDELE: "Rosenstengel"Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Rosenstengel lebt als Mann verkleidet mit einer Frau zusammen. Als ihr falsches Spiel auffliegt, wird sensationsträchtig eine lederne Penisattrappe im Gerichtssaal präsentiert; 1721 wird Catharina Linck deshalb hingerichtet. Dieser Skandal wäre wohl auch heute einer. Und so ist das Buch Teil der Diskussion darüber, ob die Begriffe "Mann" und "Frau" wirklich jedem Menschen eindeutig zugeordnet werden können.
Persönliche Empfehlung. Verena AuffermannHENRY JAMES: "Die Gesandten""Henry James ist in seinen besten Jahren, als er 1900 beginnt die Geschichte des "Gesandten" Lambert Strether zu schreiben. Der Amerikaner reist im Auftrag einer reichen Witwe nach Paris, um deren Sohn und Firmenerbe aus den Fängen einer verführerischen Frau zu befreien und nach Hause zurückzubringen. Die "Gesandten" sind das leidenschaftliche Bekenntnis des amerikanisch-englischen Weltautors Henry James zu den Schönheiten und Risiken der Liebe." (Verena Auffermann)
Literatur im SWR FernsehenDonnerstag, 10. Dezember um 23.15 Uhr
Sonntag, 13. Dezember um 8.45 Uhr
Sonntag, 13. Dezember um 10.15 Uhr in 3sat
"lesenswert-Quartett" mit Denis Scheck
und Bettina Böttinger, Felicitas von Lovenberg, Ijoma Mangold
Literatur im Hörfunk
SWR2 Literatur
Dienstag, 1. Dezember um 22.03 Uhr
über die Bücher der Dezember-Bestenliste diskutieren
Martin Ebel und Jens Jessen
Moderation: Sigrid Löffler
Astrid Lindgrens Tagebücher als Hörbuch"Der Boden unter mir ist bis auf die Grundfesten erschüttert"(
dra) - Kinderbuchautorin Astrid Lindgren hat während des 2. Weltkriegs ihre Gedanken und Gefühle einem Tagebuch anvertraut. Nach der Veröffentlichung als Buch unter dem Titel "Die Menschheit hat den Verstand verloren" folgt nun das gleichnamige Hörbuch, kongenial gelesen von der Schauspielerin Eva Mattes.
Mops des Monats NovemberAuf der Suche nach dem kuriosesten Buchtitel(
dra) - In der Lesart sammeln wir die komischsten, absurdesten, aber auch besonders originellen Buchtitel unter den Neuerscheinungen und küren den "Mops des Monats". Der Gewinner im November ist ein Buch über Land und Leute in Schantallien, einem ganz eigenen Landstrich.
Vom Umgang mit dem TodEdwige Danticat "Kein anderes Meer"(
dra) - Die Geschichten der US-amerikanischen Autorin Edwidge Danticat sind die Stories ihrer Heimat Haiti. "Kein anderes Meer" erzählt die Geschichte von Claire und von ihrem Umgang mit den Härten des Alltags auf der Insel.
Kulturtipps (
dra-audio) - 01.12.2015