Klappentext

Das Gedicht als "bewegung im körper des autors, welcher der leser ist": Daniela Seels Texte loten die Bedingungen unseres Sprechens dort aus, wo es beginnt - in den Körpern, ihren Verordnungen und Verortungen im Raum. Wie mobile sensorische Einheiten beobachten sie die Kontaktstellen zwischen außen und innen, Dressur und Natur, Mensch und Tier, Sprache und Haut und moderieren zugleich den Austausch, der dort verhandelt wird. Von Zeile zu Zeile, Laut zu Laut spüren sie dem Verlangen nach, der "chirurgie" von Gesten durch Anverwandlung auf die Spur zu kommen: "ich habe mir ihren körper dann einfach / umgebunden wie eine schürze." Doch in dem Versuch zu begreifen, was es heißt, "biene zu sein spinne fledermaus" oder soziales Wesen, gelangen die Texte immer wieder an die Grenzen ihres Sprechens. Daniela Seel ist Verlgerin des Kookbooks-Verlags.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2011

Die Verlegerin von kookbooks hat einen ersten Gedichtband geschrieben und veröffentlicht ihn im eigenen Verlag. Da könnte man leicht misstrauisch werden, aber Jochen Hieber schiebt alle Zweifel beiseite: Diese Gedichte, die hier auf nur sechzig Seiten in vier Zyklen angelegt sind, nennt er "große Kunst". Besonders beeindruckt hat ihn ein Klagelied auf ein totgeborenes Kind, dem auch die Titelzeile des Bandes entnommen ist: Völlig unsentimental, streng geordnet und darum um so herzzerreißebnder. Auch die unheimlichen Gedichte über ein irrlichterndes, nicht zu fassendes Leben in einem Haus, das kein Geborgenheit gibt, und die wilden Wort-Stampedes eines späteren Zyklus schildert Hieber eindrücklich als faszinierende Sprachkunstwerke.
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