Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.10.2023 - Bühne

"Läuft!" am Berliner Rambazamba-Theater. Foto: Andi Weiland.

"Das mit Abstand anarchischste Theater Berlins" erlebt Peter Laudenbach (SZ) mit Leander Haußmanns Inszenierung "Läuft!" am Berliner Rambazamba-Theater. Das Ensemble widersetzt sich launig und gekonnt den "Pirouetten der politischen Korrektheit", amüsiert er sich: "Schon mit der Triggerwarnung-Ohrfeige am Beginn der Show ist der Ton gesetzt: Wer in aller Unschuld geglaubt hatte, das Rambazamba-Theater mit Schauspielern im Rollstuhl, mit Down-Syndrom und anderen Handicaps sei vor allem eine gut gemeinte, irgendwie harmlose Inklusions-Angelegenheit, weiß spätestens nach diesem Hau-Drauf-Intro Bescheid: Wenn irgendwer keinen Mitleidsbonus braucht, dann das Rambazamba-Ensemble." Auch ein ungenannt bleibender Nachtkritiker fühlt sich bestens unterhalten: "Es funktioniert mit einer breiten Varianz von Theaterformen - siehe etwa Nele Winklers leitmotivische Showtanz-Choreo mit Clownsnase - genauso hervorragend wie mit Metatheater: Sehr lustig, wenn Franziska Kleinert mit einem T-Shirt, auf dem weithin sichtbar 'Intimacy-Coach' geschrieben steht, buchstäblich resolut hineinschreitet in Zweierszenen, in denen das mit der Identifikation der Schauspielerin mit ihrer Rolle ausnahmsweise wirklich mal geklappt hat." Sein "Glück gefunden" hat in dieser Vorstellung auch Ulrich Seidler von der Berliner Zeitung.

Einen rückwärtsgewandten Ritt durch die Geschichte bringt Anna Bergmann in ihrer "Romeo und Julia"-Inszenierung am Badischen Staatstheater Karlsruhe auf die Bühne, notiert Mai-Charlott Heinze in der FAZ, sie "inszeniert das Shakespeare-Stück von fast leerer Bühne von seinem Ende aus. Zum Dreh- und Angelpunkt werden die Schauspieler selbst. Jeder Akt spielt in einer anderen zeitgeschichtlichen Epoche und bringt Julia ihrem Liebsten wieder näher. So beginnt das Stück im Zeitalter der Renaissance, spielt dann im Rokoko, in den Zwanzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts, und am Ende des Abends sitzt Julia rauchend mit Romeo während einer Partynacht in den Achtzigerjahren zusammen." Eine spannende Neuinterpretation, die aber auch ein bisschen überwältigend wirkt, findet Heinze: "Zuweilen gibt es von allem zu viel, sodass der Zuschauer manchmal gar nicht weiß, wo er gerade hinschauen soll."

Besprochen werden außerdem die Performance "Wenn der Regen kommt" des Theaterkollektivs machina eX in Berlin (Tsp), Strauss' "Ariadne auf Naxos" am Theater Regensburg (nmz), Verdis "Aida" in der Inszenierung von Calixto Bieito an der Berliner Staatsoper (Welt, SZ) und Bizets "Carmen", inszeniert von Luise Kautz, am Staatstheater Mainz (FR) und erste Inszenierungen am Wiener Burgtheater von Barbara Frey ("Sommernachtstraum"), Lilja Rupprecht (Fassbinders "Die bitteren Tränen der Petra von Kant") und Jan Philipp Gloger (Spectors "Die Nebenwirkungen") (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.10.2023 - Bühne

Noch ist Matthias Schulz Intendant der Berliner Staatsoper, 2025 wird er ans Zürcher Opernhaus wechseln. Hier wie dort - die Oper muss sich gesellschaftlich weiter öffnen, sagt er im SZ-Gespräch mit Helmut Mauró, in dem auch erklärt, weshalb Anna Netrebko weiter in der Staatsoper auftritt: Sie "tritt bei uns ja auf einer klar pro-ukrainisch positionierten Bühne auf, und dennoch ist es kein Widerspruch, wenn sie hier singt. Wir haben auch eine gewisse Schutzfunktion den Künstlern gegenüber und dürfen nicht zulassen, dass sie nun als Sündenbock für alles Mögliche herhalten sollen, weil man an den eigentlichen Kriegstreiber nicht herankommt. Da können gefährliche Mechanismen entstehen, die Differenzierungen nicht mehr zulassen. (...) Ich bin auch enttäuscht, dass nicht mehr Künstler oder Sportler die Zivilgesellschaft in Russland aufrütteln. Aber dürfen wir das hier einfordern?"

Szene aus "Aida". Foto: Herwig Prammer

Derweil eröffnete die neue Saison an der Berliner Staatsoper mit Verdis "Aida", inszeniert von Calixto Bieito unter dem Dirigat von Nicola Luisotti. Im Tagesspiegel ist Frederik Hanssen außer sich - in jeder Hinsicht. Bieitos Regie hält er schlicht für eine "Frechheit": "Es werden sämtliche Triggerpunkte gedrückt, um die Relevanz von Musiktheater zu suggerieren: Kindersoldaten und Großwildjagd, Ausbeutung und Umweltverschmutzung, Krieg, Konsum, Kapitalistenschweine. Videos flimmern, es wird mit Waffen hantiert, als wären es Mode-Accessoires, Darsteller führen folgsam aus, was ihnen gesagt wurde …" Glücksgefühle beschert hingegen das Orchester: "Ein Aufschwung in den Geigen, ein saftig gesetzter Tutti-Akkord, traumschöne Soli von Flöte und Klarinette, betörende Klangabmischungen der Blechbläser, eine intensiv pulsierende Begleitfigur. (...) Die Staatskapelle lässt einen ganzen Kronschatz funkelnder akustischer Juwelen aufblitzen, selbst wenn ein nur solider Maestro wie Nicola Luisotti im Orchestergraben waltet." Ähnlich, wenn auch gnädiger fällt Clemens Hausteins Urteil in der FAZ aus: "Die Berserkerjahre hat der frühere Skandalregisseur Bieito hinter sich gelassen, in seiner Berliner Inszenierung greift er nicht an, er ignoriert einfach."

In der nachtkritik resümiert die Dramaturgin Birgit Lengers den Kongress "Theatre Walks Across Europe", der an zwei Tagen im September in Kiew stattfand und bei dem TheatermacherInnen aus der Ukraine, Litauen und Polen über Theater und Krieg in Europa diskutierten. Und natürlich ging es auch um die Situation der ukrainischen Theater: "Es fehlen sowohl personelle als auch finanzielle Ressourcen. Die während der Corona-Pandemie reduzierten öffentlichen Zuwendungen werden seit Kriegsbeginn weiter empfindlich gekürzt. Die Theater sind nicht Teil der 'kritischen Infrastruktur', d.h. sie werden weder in besonderer Weise geschützt noch im Wiederaufbau unterstützt. Viele Gebäude, insbesondere in den besetzten Gebieten im Süd-Osten des Landes sind zerstört, besetzt oder dienen als Schutzraum. In vielen Regionen finden Vorstellungen ohne Dach, Fenster und Elektrizität statt, werden permanent durch Bombenalarm unterbrochen. Öffentliche Gelder kommen in Kriegszeiten der Verteidigung und humanitärer Hilfe zugute."

Weitere Artikel: Ganz glücklich ist Wolfgang Kralicek (SZ) mit dem Saisonauftakt am Wiener Burgtheater, der letzten Saison unter Martin Kusej nicht. Haltung zeigen will man, die Stücke handeln von "'Ausgrenzung und Verletzung der Menschenwürde, Antisemitismus, den Folgen der Klimakrise, aber auch von feministischen Weltentwürfen und Möglichkeiten des Widerstands'. Das klingt gut, ließe sich so oder so ähnlich aber vermutlich über den Spielplan von jedem Theater zwischen Zürich und Hamburg behaupten." Im taz-Gespräch mit Tom Mustroph spricht die Performerin Carolina Bianchi, deren Performance "The Bride and The Good Night, Cinderella" am Berliner Hebbel am Ufer (HAU) zu sehen ist, über sexuelle Gewalt gegen Frauen. In der Zeit porträtiert Peter Kümmel die Schauspielerin Lina Beckmann, die derzeit in Roland Schimmelpfennigs "Anthropolis"-Projekt am Schauspielhaus Hamburg zu sehen ist.

Besprochen werden Manja Kuhls Inszenierung von Christa Wolfs "Kassandra" in der Box des Schauspiels Frankfurt (FR), Enrico Stolzenburgs Stück "…damit es hundert sind. Eine Familiengeschichte" am Nationaltheater Weimar (nachtkritik), Jan Philipp Glogers Inszenierung von Jonathan Spectors "Die Nebenwirkungen" am Wiener Burgtheater (FAZ) und Ewelina Marciniaks Inszenierung von "Meine geniale Freundin", einer Adaption von Elena Ferrantes Roman "Die Geschichte des verlorenen Kindes", am Thalia Theater in Hamburg (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.10.2023 - Bühne

Szene aus der "Hochzeit des Figaro" in Frankfurt


Die Frankfurter Presse ist begeistert von Tilmann Köhlers "Figaro"-Inszenierung an der Frankfurter Oper, die gleichzeitig der Einstand des neuen Generalmusikdirektors Thomas Guggeis ist. Ist ein solches Stück heutzutage nicht zu kanonisch, beziehungsweise weiß-männlich? Keineswegs, weiß Wolfgang Fuhrmann in der FAZ: Schließlich gehe es hier um "Machtmissbrauch, sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung ... Männliche Herrschaft und männliche Lust verschwören sich unheilvoll." Mozart löst, wie man weiß, derartige Konflikte am liebsten spielerisch und die Inszenierung übernimmt das mit wenigen Abstrichen phänomenal, findet Fuhrmann. Die wahre Brillanz des Stoffes liegt seiner Meinung nach in der Musik selbst: "Thomas Guggeis, der neue Generalmusikdirektor, führte mit dem Museumsorchester diese Gefährlichkeit vom ersten Takt an vor, in einem wie ein Drahtseil gespannten, aufgerauten Klang, in manchmal an der Grenze des Leistbaren voraneilenden Tempi, in dem unentwegten, vor allem über die Bläser vermittelten Dialog mit den Sängern."

"Mozarts 'Le nozze di Figaro' ist ein perfektes Werk in Wort und Ton", stellt Judith von Sternburg in der FR gleich zu Beginn ihrer Besprechung klar. Auch für sie ist Guggeis' Einstand rundum gelungen. In seinem "'Figaro' ist alles Finesse, schlank, aber nicht mager, aber gegenüber denen auf der Bühne nicht einmal exorbitant rücksichtsvoll, dafür herrlich alert und ausreichend aggressiv. Wenn Figaro Kihwan Sim seinen Zorn gegen den übergriffigen Grafen in jenen sehr kurzen Song überführt ('Will der Herr Graf ein Tänzchen nun wagen'), dann ist in Frankfurt die Revolution nur noch eine Minute entfernt. Hier wird nicht geträllert, hier werden die Zähne gefletscht, und es klingt trotzdem toll, aber man will Figaro nicht zum Feind haben."

Weitere Artikel: Michael Wolf überlegt in der nachtkritik, was Sibylle Bergs Engagement für Martin Sonneborns Satirepartei (und ähnliche Aktionen anderer Künstler) für das politische Theater bedeutet. Christoph Becher resümiert für die nmz die wichtigsten Entwicklungen im September in der Oper- und Musikwelt

Besprochen werden eine Büchners "Dantons Tod Reloaded" in der Bearbeitung von Mahin Sadri und Amir Reza Koohestani am Hamburger Thalia-Theater (taz), "Carmen"-Inszenierung am Théâtre des Arts in Rouen (NZZ), "La Traviata" an der Staatsoper Wien (Standard), Jacques Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" am Staatstheater Darmstadt (FAZ), Jean Genets "Die Zofen" am Münchner Volkstheater (FAZ, SZ), Ágota Kristófs "Das große Heft" ebenfalls am Volkstheater (SZ) und "Im Menschen muss alles herrlich sein" nach Sasha Marianna Salzmanns Roman an den Münchner Kammerspielen (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.10.2023 - Bühne

Szene aus Danica Dakićs "Zenica Trilogy"


Im Berliner Gorki Theater hat der 6. Berliner Herbstsalon mit der dreiteiligen Ausstellung "Lost - You Go Slavia" eröffnet. Mit dabei sind Arbeiten von Mladen Stilinović, Milica Tomićs Projekt "Four Faces of Omarska" und Danica Dakićs "Zenica Trilogy", erzählt Sabine Weier in der taz. "Ausgangspunkt von Dakićs Arbeit war eine Recherche zu Walter Gropius' Idee des 'Totaltheaters' mit drehbaren Zuschauerreihen und Flächen für Licht- und Filmprojektionen. Das nie realisierte Projekt steht für das Scheitern einer Utopie, wie sie im Bauhaus aufgehoben war. In den Sozialismus brach der Neoliberalismus mit seinem vermeintlichen Ende der Geschichte schließlich brutal ein. Doch - das macht das Herbstsalon-Programm einmal mehr deutlich - Geschichte ist nie zu Ende. So wie der Künstler in Stilinovićs Selbstporträt wird auch sie immer wieder neu ideologisch und kommerziell vereinnahmt. Hin und wieder bricht sie sich in der Gegenwart ganz unerwartet Bahn. Wie in Dakićs Videosequenz 'Vedo', die sie im Gorki erstmals präsentiert: Da steht ein Junge am Bahnhof Sarajevo und spielt auf seiner Ziehharmonika eine alte Partisanenhymne, während dicke Schneeflocken vom Himmel rieseln."

Weitere Artikel: Dana Bjork skizziert im Interview mit der taz die Situation am Russischen Theater in Riga, dessen Direktorin sie ist. In der FR berichtet Bernhard Uske vom "Fratopia"-Festival in Frankfurt.

Besprochen werden Marin Blaževićs Inszenierung von Brittens "Peter Grimes" an der Oper Erfurt ("musikalisch überzeugend" und "ästhetisch sehr eigen", lobt Joachim Lange in der nmz), Pinar Karabuluts Inszenierung von Puccinis "Il Trittico" an der Deutschen Oper Berlin (Dirigent John Fiore leistet zwar musikalische Feinarbeit, versichert Frederik Hanssen im Tagesspiegel, aber die Inszenierung ist ihm viel zu klamaukhaft: "Feta der Klamotte", kalauert er), Alexander Busches Inszenierung von Mozarts "Zauberflöte" am Theater Brandenburg ("Ein brandenburgischer Mozart der unerwarteten Extraklasse. Ein Abstecher zu dieser 'Zauberflöte' an der Havel lohnt sich", verspricht Dieter David Scholz in der nmz), Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" in Darmstadt (FR), die Uraufführung von Lutz Hübners und Sara Nemitz' "Was war und was wird" an den Hamburger Kammerspielen ("eher Selbstbespiegelungstheater", seufzt Jens Fischer in der taz), Jan Philipp Glogers Wiener Inszenierung von Jonathan Spectors Konversationsstück "Die Nebenwirkungen" über eine fiktive Mumpsepidemie an einer Privatschule (perfekt geschrieben, und fantastisch rhythmisch umgesetzt", freut sich Gabi Hift in der nachtkritik), Jan Bosses Adaption von Sasha Marianna Salzmanns Generationen-Roman "Im Menschen muss alles herrlich sein" für die Münchner Kammerspiele (nachtkritik), Lola Arias' Choreografie  "Happy Nights" am Theater Bremen (nachtkritik), Thomas Köcks Endzeit-Komödie "Eigentum" am Schauspiel Köln (SZ) und der zweite Teil von Karin Beiers und Roland Schimmelpfennigs Antike-Marathon "Anthropolis" am Hamburger Schauspielhaus (FAZ-Kritiker Simon Strauß ist hin und weg von der Schauspielerin Lina Beckmann, "auf der Höhe ihres Könnens".)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.09.2023 - Bühne

"The Zeroth Law" an der Deutschen Oper Berlin. Foto: Christoph Voy

Der Schriftsteller Isaac Asimov legte in seiner Erzählung "Runaround" drei "Robotergesetze" fest, die das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine bestimmen sollten, erinnert Stefan Drees in der nmz. Das Musiktheaterstück "The Zeroth Law" an der Deutschen Oper Berlin stellt nun eine wichtige Frage, so Drees: Was, wenn sich die Maschinen so gar nicht für diese Gesetze interessierten und "unter sich schon längst eine Verabredung getroffen hätten, festgehalten in einem den übrigen drei Gesetzen vorgeordneten 'nullten Gesetz': eine altruistische Bestimmung, mit der die Maschinen übereingekommen sind, im kollektiven Miteinander zum Wohle des Menschen zu agieren und ihm das Heft des Handelns aus der Hand zu nehmen, ohne dass er es überhaupt bemerkt?" Drees sieht diese philosophische Fragen im Stück des Ensembles Gamut Inc (Marion Wörles und Maciej Śledziecki) hervorragend in Szene gesetzt: "Die linke Hälfte ist dem RIAS Kammerchor vorbehalten, der in schwarzer Kleidung und kaum beleuchtet als unauffällige Reihung singender Körper unter dem Dirigenten Olaf Katzer agiert. Auf der rechten Bühnenhälfte hingegen sind die Bestandteile des von Godfried-Willem Raes entwickelten 'Roboterorchesters' der Logos Foundation Gent zu einer skurril-gezackten Bühnenlandschaft angeordnet. Sie formen eine technoide Szenerie, deren Komponenten immer wieder anders ausgeleuchtet werden und ein wesentlich stärkeres Eigenleben entfalten als der mit dem Bühnenhintergrund verschmelzende, stillgestellte Menschenchor. "

Weiteres: In der FAZ unterhält sich Jan Brachmann mit Thomas Guggeis, dem neuen Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt. In der taz verteidigt Andreas Fanizadah den Regisseur Milo Rau und seine Inszenierung von Mozarts "La clemenza di Tito" gegen Kritik aus dem konservativen Lager: FAZ-Kritiker Jan Brachmann warf Milo Raus Inszenierung (2021 in Genf) Selbstgerechtigkeit vor (unser Resümee). Übersehen werde dabei, so Fanizadeh, dass er "auf den erhobenen Zeigefinger in den Inszenierungen weitgehend verzichtet, sich hinterfragt und die Entwicklungen der letzten Jahre ästhetisch reflektiert". Patrick Wildermann resümiert im Tagesspiegel den Saison-Start am Gorki-Theater in Berlin. FR-Kritiker Bernhard Uske teilt Eindrücke vom Fratopa-Festival an der Alten Oper Frankfurt.

Besprochen werden Rainer Ewerriens Inszenierung einer Bühnenfassung von Nick Hornbys "Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst" am Stalburg Theater in Frankfurt (FR), Marina Davydovas Inszenierung ihres Stücks "Museum of Uncounted Voices" am Hebbel am Ufer Berlin (SZ), Romain Gilberts Inszenierung von George Bizets Oper "Carmen" an der Oper in Rouen (FAZ), Suna Gürlers Inszenierung von Lucien Haugs Stück "Jetzt, jetzt, jetzt" am Schauspielhaus Zürich (nachtkritik) und Ewelina Marciniaks Inszenierung von "Meine geniale Freundin", einer Adaption von Elena Ferrantes Roman "Die Geschichte des verlorenen Kindes", am Thalia Theater in Hamburg (nachtkritik).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.09.2023 - Bühne

Szene aus Christiane Schlegels "Düval und Charmille" in Graz. Foto: Lex Karelly


Wolfgang Kralicek trifft sich für die SZ mit der neuen Intendantin des Grazer Schauspielhauses, Andrea Vilter, zum Gespräch. Ihr Auftakt verspricht schon Großes, versichert er, denn sie bringt Christiane Schlegels bürgerliches Trauerspiel "Düval und Charmille" fast 250 Jahre nach dem Druck zum ersten Mal auf die Bühne: "Auf der Suche nach Dramen, die es nicht in den Kanon geschafft haben, stießen sie auf das Stück der Goethe- und Schiller-Zeitgenossin, das seinerzeit anonym erschienen war; auf dem Titelblatt war nur der Hinweis 'von einem Frauenzimmer' zu lesen." Ein überzeugender Start in Graz, findet Kralicek: "Wie unter der Lupe sehen wir die demütigende Situation der betrogenen Ehefrau (Sarah Sophia Meyer), die gemischten Gefühle der verunsicherten Geliebten (Marielle Layher) und den exzessiven Narzissmus von Düval (Simon Kirsch), der auch in grotesken Körperverrenkungen zum Ausdruck kommt. Und dann ist da noch Fränzchen (Anna Klimovitskaya), der kleine Sohn des Hauses, der alles mitkriegt und mit seinen Puppen nachspielt; dass auch das Kind mitgedacht wird, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie hier ein neuer Blick auf ein altes Genre geworfen wird."

Das Staatstheater Augsburg bastelt gerade am "Theater der Zukunft". Und es ist: ein leeres Theater, lernt FAZ-Kritiker Simon Strauß, eine VR-Brille auf der Nase. Das kann nicht sein, denkt er sich. "Ohne ins Futurologische abschweifen zu wollen, ist doch wahrscheinlich, dass die kommende Zeit stärker als jetzt nach Zusammenhängen verlangen wird. Nach den Schnitten und Öffnungen, den Übermalungen und Verwischungen kommen dann die Kerne und Stoffmitten, die Fügungen und Konstruktionen wieder zu ihrem Recht. Anders gesagt: Wenn das, was die Menschen in ihrer Welt erfahren, schon unüberschaubar, unpersönlich und chaotisch ist, dann wächst die Sehnsucht danach, von der Kunst genau in einer anderen Weise herausgefordert zu werden. Natürlich: Das kann unter Einsatz spektakulärer Technik auch allein auf dem Drehstuhl gelingen, aber bei wie vielen Tätigkeiten wollen wir zukünftig eigentlich noch zu Hause bleiben - nur weil es möglich ist?"

Weiteres: Die Oper Frankfurt wurde erneut von der Zeitschrift Opernwelt zur "Oper des Jahres" gekürt, meldet die FR. Besprochen werden Rainald Goetz' "Baracke" im Deutschen Theater (Welt), "Bowie in Berlin" am English Theatre (Tsp), Marina Davydovas "Museum of Uncounted Voices" im HAU (taz) und Milo Raus Buch "Die Rückeroberung der Zukunft" ("ein interessantes Ärgernis", findet Peter Laudenbach in der SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.09.2023 - Bühne

In Memory of Doris Bither, Schaubühne Berlin, Foto: © Philip Frowein


Doris Bithner wurde 1974 berühmt, als sie behauptete, in ihrem Haus in Los Angeles von einem Poltergeist vergewaltigt worden zu sein. Parapsychologen fanden zwar einige Lichterscheinungen, die Vergewaltigung glaubte ihr allerdings niemand. 1982 wurde die Geschichte verfilmt. Yana Thönnes hat nun ein daraus Stück gemacht, "In Memory of Doris Bither", das jetzt an der Schaubühne Premiere hatte. Gab es wirklich eine Vergewaltigung? Wer erinnert sich hier wie? Entstanden ist "eine bedrückende Psycho-Studie", lobt Peter Laudenbach in der SZ. "Paranoia und Wirklichkeit, Kino-Horror und Kindheitshorror, sexueller Missbrauch und die in der verletzten Seele zwanghaft wiederkehrenden Vergewaltigungsszenarien kippen dabei grauenvoll ineinander." In der Berliner Zeitung ist auch Ulrich Seidler stark beeindruckt, weil es hier eben nicht nur um eine rechtliche Frage geht: "Eine ungefähr drei Zentimeter große Kakerlake sitzt auf der Scheibe des Bungalows. ... Nur weil sie aus Kunststoff ist, heißt das nicht, dass das Insekt nichts täte. Es zieht die Aufmerksamkeit auf sich und verschiebt die Wahrnehmung der Zuschauer. Alles, was sich in dem Haus abspielt, so systematisch der Flausch der Auslegeware auch gesaugt sein mag, ist kontaminiert, befallen, beschädigt, beschmutzt. Pardon, das ist speziezistisch und wertet das Insekt ab, aber es geht hier um vorbewusste Instinkte. Es juckt." Und in der nachtkritik lobt Simone Kaempf: "konzentriertes Kunststück".

Szene aus "Baracke" von Rainald Goetz am Deutschen Theater Berlin. Foto: Thomas Aurin


Rainald Goetz bleibt Rainald Goetz, auch wenn er versucht, in seinem neuen Stück "Baracke", von Claudia Bossard am Deutschen Theater Berlin inszeniert, "echte" Figuren einzusetzen und seinen Hang zum Monologisieren zu zähmen. Bei Cargo ist Ekkehard Knörer - bei aller Liebe zu Goetz - nicht überzeugt. Dass Goetz die expliziten NSU-Bezüge im Text gestrichen hat, macht die Geschehnisse um ein Paar, das doch an das NSU-Trio angelehnt ist, für ihn "sehr viel weniger klar, stellt sich vielmehr immer wieder die Frage, ob diese Bezüge und die entsprechenden Passagen, der Bankraub von Eisenach - von Claudia Bossard geradezu farcenhaft inszeniert - nicht auf eher frivole Weise dem anderen Stoff, dem Familien-Stoff, zugesetzt sind, ohne eine wirkliche Verbindung mit ihm zu finden. Das ist eine bittere Diagnose, ich weiß auch nicht, ob sie am Text selbst genauso gestellt werden müsste. Die Inszenierung jedoch hat die Mittel nicht, diese intime Verbindung, die der Ausgangspunkt ist, plausibel zu machen", so Knoerer, der die Aufführung an ihrem Tiefpunkt erlebt, wenn Regisseurin Bossard Stadttheater versucht.

Für Jürgen Kaube (FAZ) ist Goetz' Stück interessant gescheitert. "Man hat im Theater gar keine Zeit, davon erschöpft zu sein, so schnell folgt ein Diskurswirbel über Gefühle, Streit, Liebe, Heirat und Kinder auf den nächsten. Das Stück gedankenanregend zu nennen wäre ungefähr so, als nennte man die Niagarafälle erfrischend. Dabei greifen allerdings viele dieser Untersuchungen von Liebe, Kleinfamilie und Erziehungsunglück, gerade weil sie alle möglichen Gebilde betreffen, die unter diesen Begriffen gefasst sind, am konkreten Geschehen der NSU-Verbrechen vorbei. Goetz studiert die elementaren Strukturen der Familie, aber keinen historischen Fall. Den begreifen wir durch dieses Stück nicht besser, die Familie siegt über das Verbrechen."

Weiteres: In der taz gratuliert Andreas Hartmann dem Berliner Hau zum 20. Geburtstag. Besprochen wird die koreanische Schau "Thinking Hands" im Berliner Admiralspalast, bei der gleichzeitig getöpfert und getanzt wird (BlZ, Tsp)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.09.2023 - Bühne

Szene aus "Orlando" in Frankfurt. Foto: Jessica Schäfer


Sandra Kegel läutet in der FAZ die Alarmglocken: Das Schauspiel Frankfurt ist in Nöten, und verantwortlich ist in ihren Augen ganz klar der Intendant, Anselm Weber. Der hat nun, führt sie aus, eine "Orlando"-Premiere in den Sand gesetzt, die eigentlich von der Regisseurin Jessica Glause hätte inszeniert werden sollen. Daraus wurde nichts, so Kegel, weil Weber sich einmischte, wie dieser "schmunzelnd" der Presse erzählte: "Nach seiner Operation blieb nichts übrig von dem Abend: Erst habe er das Bühnenbild entsorgt, dann die Schauspielerinnen und Schauspieler umbesetzt, dann die Kostüme in den Fundus getragen, dann die Textfassung weggeworfen - um dann der Regisseurin aufzutragen, im Angesicht des Scherbenhaufens noch einmal bei null anzufangen. Dem sei Jessica Glause nicht nachgekommen, das gesamte Regieteam vielmehr geschlossen zurückgetreten." Weber übernahm selbst und musste in kürzester Zeit ein komplett neues Konzept erarbeiten. Das Ergebnis: Geschlechterfluidität, Zeitreisen, und so weiter - alles abwesend. "Eine schiere Zumutung: für das Publikum und für das Ensemble gleichermaßen. Denn der selbst ernannte Feuerwehrmann, der einer Produktion im Entstehen beschied, sie brenne so lichterloh, dass er nur mit vollständigem Abbruch reagieren könne, hatte selbst nichts Hilfreiches im Angebot." Lediglich für das Schauspielensemble findet die Kritikerin lobende Worte.

Ganz anders liest sich das derweil bei Christiane Lutz in der SZ. Die stellt in ihrem Artikel gleich das Gesamtkonzept Webers vor, der am Schauspiel Frankfurt diese Saison ausschließlich Frauen inszenieren lässt, wie sie ausführlich beschreibt. Dass es dazu bei "Orlando" ja nun nicht gekommen ist, wischt sie kurzerhand zur Seite: "Jessica Glause sei aus persönlichen Gründen von der Regie zurückgetreten, sagt Weber, so übernahmen kurzfristig er und die Dramaturgin Katrin Spira. Das merkt man der Inszenierung nicht an, diese Romanadaption ist herrlich verspielt und schafft es, aus der über 400 Jahre umfassenden 'Biografie' Orlandos, die bei Woolf nicht unbedingt dramaturgische Bögen spannt, einen Abend zu machen, dem man gebannt folgt."

Weiteres: Die Spannung steigt - heute wird bekanntgegeben, wer bei der Berliner Staatsoper Daniel Barenboims Nachfolge antritt. Christiane Peitz berichtet im Tagesspiegel. Atif Mohammed Nour Hussein wünscht sich auf nachtkritik mehr Krimis auf Theaterbühnen. Besprochen wird die Richard-Strauss-Inszenierung "Die Frau ohne Schatten" an der Oper Köln (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.09.2023 - Bühne

Szene aus "Orlando-eine Biografie" am Schauspiel Frankfurt. Foto:Jessica Schäfer. 

Vergnügt verfolgt FR-Kritikerin Judith von Sternburg Anselm Webers Inszenierung von Virginia Woolfs Roman "Orlando-Eine Biografie" am Schauspiel Frankfurt. Wie die Romanhandlung durch die Geschichte, so saust auch die Inszenierung an Sternburg vorbei: Orlando, ein junger Adliger, wacht eines Tages als Frau auf - damit beginnt eine Reise vom 16. Jahrhundert bis ins Jahr 1928, in der Orlando sich mit den gesellschaftlichen Konsequenzen des Frauseins auseinandersetzen muss. Die sehr aktuellen Themen Feminismus und Gender-Fluidität verhandeln Roman und Inszenierung mit großer Leichtigkeit, freut sich Sternburg. Orlando, der "sich auch zuvor nie viel daraus gemacht hat, ob er männlich oder weiblich ist", proklamiert "die individuelle Freiheit als einzig erstrebenswertes Ziel, proklamiert sie eigentlich auch gar nicht, sondern lebt sie." Die Lässigkeit der Inszenierung überzeugt Sternburg auf allen Ebenen: "Nowak und Sonja Beißwenger, immer auf der Bühne und in wendiger, schlenkeriger Aktion, teilen sich Orlando und die Rolle der Erzählerin. Cosima Wanda Winters Kostüme orientieren sich lose an den 20er Jahren, Garconne-Look für Nowak, ein Charlestonkleid für Beißwenger. Eher lässig teilen sie Lord und Lady Orlando entsprechend auf, auch hier darf alles fließen. Um sie herum ein bisschen Satire, ein bisschen Mummenschanz, ein bisschen Karneval, wenn andere Figuren auf die Bühne springen: Angelika Bartsch zum Beispiel als Elisabeth I. in voller Montur. Rokhi Müller zum Beispiel als mysteriöse russische Gräfin, Orlandos erste, unglückliche Liebe."

SZ-Kritiker Michael Stallknecht hat an der Oper in Rouen Romain Gilberts Inszenierung von "Carmen" gesehen. Schon außergewöhnlich, meint er, denn George Bizets Oper wurde in der "optischen Urgestalt" der Erstaufführung von 1875 gezeigt (die das Publikum unter anderem aufgrund der "realistischen Milieuschilderungen" damals ziemlich schockierte). So ganz überzeugt ist der Kritiker von dieser Retro-Fassung allerdings nicht: die Sehgewohnheiten sind eben ganz anders als damals, auf den heutigen Zuschauer wirkt alles "knallbunt - und reichlich bieder."

Weitere Artikel: Im Nachtkritik-Interview zieht Barbara Frey die Bilanz ihrer dreijährigen Intendanz bei der Ruhrtriennale. Patrick Wildermann trifft für den Tagesspiegel die Theatermacherin Marina Davydova, die wegen ihrer Kritik an Putin Moskau verlassen musste und deren Stück "Museum of Uncounted Voices" gerade am Berliner HAU zu sehen ist.

Besprochen werden Kirill Serebrennikovs Inszenierung von Wagners Oper "Lohengrin" an der Bastille Oper in Paris (Welt), Romain Gilberts Inszenierung von George Bizets Oper "Carmen" an der Oper in Rouen (Welt, SZ), Burkhard C. Kosminskis Inszenierung von Shakespeares "Was ihr wollt" am Schauspiel Stuttgart (SZ), Bettina Kaminskis Inszenierung von Shakespeares "Hamlet" am Titania Theater Frankfurt (FR), Ersan Mondtags Inszenierung von Georg Büchners "Woyzeck" und Max Lindemanns Inszenierung von Sibylle Bergs Stück "Es kann doch nur noch besser werden" beides am Berliner Ensemble (FAZ), Manuel Schmitts Inszenierung von Richard Strauss' Oper "Salome" am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (nmz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.09.2023 - Bühne

Szene aus "Baracke" am Deutschen Theater Berlin. Foto: Thomas Aurin.

SZ-Kritikerin Christine Dössel ist wie elektrisiert bei der Uraufführung von Rainald Goetz Stück "Baracke" am Deutschen Theater Berlin. Das Stück beginnt bei der Liebe, so Dössel, und endet beim Terror der NSU: "Sein verkapptes Hohelied der Liebe, das zum Abgesang auf Ehe und Familie wird, birgt - ja, gebiert geradezu - den rechtsextremen NSU-Terror, den das Stück in ziemlich eindeutigen Anspielungen auf der Zielscheibe hat, letztlich aber nur als Pars pro Toto für die von Hass geprägte Stimmungslage im Land." Vor allem Claudia Bossards Inszenierung macht das Stück in einer "Mischung aus Frechheit und nicht übertriebener Ehrfurcht" zu einem Ereignis, so die Kritikerin: Sie "stellt Goetz' Text kurzerhand ins Museum - in ein 'Museum des 21. Jahrhunderts', wie es einmal im Stück vorkommt - und lässt ihn von dort aus so geist- wie geisterreich spuken. Aber sie blödelt auch damit, macht ihn nicht bedeutungsvoller. Wenn Goetz unter der Überschrift 'Roman deines Lebens' einen Kassenbon von Rewe auflistet, lässt Bossard ihre Schauspieler dazu als lebende Schokoriegel auftanzen: als Snickers, Kitkat und Twix. Die sehr eigenständige Fantasie, mit der Bossard das umsetzt, ist erfrischend und immer wieder überraschend."

Auch taz-kritiker Michael Wolf hat eine gelungene Inszenierung gesehen: "Das Private ist bei Goetz also nicht einfach nur politisch, es ist ein Grund für fortwährende Panik. Man muss diesem Befund nicht folgen, um an diesem Abend sehr produktiv ins Denken zu kommen." Weitere Besprechungen auf Zeit online und im Tagesspiegel.

Weiteres: Tagesspiegel-Kritikerin Tessa Szyszkowitz war bei Marina Abramovićs Solo-Show an der Royal Academy of Arts in London: "In der Retrospektive in den weiten Hallen...sind auch die Skulpturen und Gemälde der ursprünglich als Malerin ausgebildeten Künstlerin ausgestellt. Was aber am stärksten, ist sie selbst, Marina Abramović. Wie sie auf einem Berg blutiger Rindsknochen sitzt und diese reinigt, während sie Lieder aus ihrer Kindheit singt."

Besprochen werden Ersan Mondtags Inszenierung von Georg Büchners "Woyzeck" am Berliner Ensemble (SZ, nachtkritik, tagesspiegel), Max Lindemanns Inszenierung von Sibylle Bergs Stück "Es kann doch nur noch besser werden" ebenfalls am BE (tagesspiegel), Constanza Macras Tanzstück "The Visitors" an der Volksbühne Berlin (tagesspiegel), Caterina Panti Liberovicis Inszenierung von Gaetano Donizettis Oper "Don Pasquale" an der Oper Frankfurt (FR), Christina Tscharyiskis Inszenierung von Anja Hillings Stück "Mascha K. (Tourist Status)" mit Texten von Mascha Kaléko am Schauspiel Frankfurt (FR), Willy Pramls Inszenierung des von und mit Geflüchteten konzipierten Stücks "zurückGEHEN oder hierBLEIBEN. HEIMAT?" am Theater Willy Praml (FR), Dagmar Schlingmanns Inszenierung von Nino Haratischwilis Stück "Das mangelnde Licht" am Staatstheater Braunschweig (nachtkritik), Niklas Ritters Inszenierung von "Atlas streikt" nach dem Roman "Atlas Shrugged" von Ayn Rand am Voralberger Landestheater (nachtkritik), Moritz Nikolaus Kochs Inszenierung von Dirk Kurbjuweits Stück "Die Ministerin" am Landestheater Schleswig-Holstein (nachtkritik) und Kirill Serebrennikovs Inszenierung von Wagners Oper "Lohengrin" an der Bastille Oper in Paris (nmz).