"Die Verlage stehen
mit dem Rücken zur Wand, weil sie alles verschenkt haben, was nicht niet- und nagelfest war", hatte der Ex-Chef des
Berlin Verlags,
Arnulf Conradi, in seiner Rede (
hier Auszüge) auf dem Jahrestreffen der
AG Publikumsverlage gewettert. Dafür bekam er viel Applaus - und fachte in der Branche eine hitzige Debatte an.
Mehr.
Der für zu wenig Effektivität gescholtene
Börsenverein hat sich eine
Reform verordnet. Erste Ideen legte die so genannte
Arbeitsgruppe Verbandsreform vergangene Woche vor. Unter anderem stehe die
Abgeordnetenversammlung zur Disposition, weiß das
Börsenblatt. Auf der
Homepage des Börsenvereins können Interessierte die Verbesserungsvorschläge einsehen und diskutieren.
Bloomsbury und seine deutsche Tochter
Berlin Verlag engagieren sich mit einem Buch für die
Tsunami-Opfer. Das Hilfs-Buch mit dem Titel "Ein neuer Anfang" erscheint am 3. März und beinhaltet bisher unveröffentlichte Texte von
J. M. Coetzee,
Nick Hornby,
Stephen King,
Zeruya Shalev,
Martin Walser und anderen. 100.000 Exemplare, an denen weder Verlag noch Druckerei, Auslieferung und Sortiment verdienen, sollen für fünf Euro verkauft, der Erlös an
Unicef weitergegeben werden.
Branchenübergreifend kooperieren die
"Berlinale" und die
Frankfurter Buchmesse. Für die Filmfestspiele, die am 10. Februar beginnen, hätten sich mehr als 30 Verlage und Rechte-Agenturen registriert, berichtet das
Börsenblatt. Die Buchmenschen können auf dem Film-Branchentreff Kontakte zu internationalen Produzenten, Agenten und Verleihern knüpfen. Im Gegenzug präsentiert sich die Filmwirtschaft auf der Buchmesse im Herbst im
"Forum Film & TV".
Hierfür ist eine Reihe mit "Berlinale"-Literaturverfilmungen angedacht.
Nachdem der Wissenschaftsverlag
Wallstein vergangenes Jahr Ex-
Suhrkamp-Lektor
Thorsten Ahrend an Bord geholt hat, startet er jetzt ein
literarisches Programm (zunächst 15 Titel). Verleger
Theodor von Wallmoden braucht keine Bestseller, wie er dem
Börsenblatt im Interview erläuterte, eine solche Kalkulation sei ihm
zu unsicher. Der neue Verlagszweig soll mit guter Qualität vor allem anspruchsvolle, "versierte Leser" ansprechen. "Diese Zielgruppe wird nicht allein über schiere Vertriebsmacht erreicht", sagte von Wallmoden. Er setzt auf die
Literaturkritik.
Die erfolgreiche
SZ-Bibliothek, Vorreiter der Billigbuch-Reihen, wird fortgesetzt. Projektmanager
Dirk Rumberg bestätigte dem
Börsenblatt, dass bereits Lizenzgespräche geführt würden. Vor Erscheinen der zweiten Sammlung wolle das Medienhaus jedoch ein anderes Projekt anschieben, erklärte Rumberg, offen lassend, worum es sich handelt.
Brigitte wird sich vor Freude die Hände reiben. Der erste Teil der von der Frauenzeitschrift und
Random House herausgebrachten
Hörbuch-Edition "Starke Stimmen" ("Zwölf große Bücher, gelesen von zwölf außergewöhnlichen Frauen") ist bereits vor dem Erstverkaufstag 50.000 Mal bestellt worden. Als Zugpferd konnte
Brigitte die ihren Leserinnen als Kolumnistin bekannte
Elke Heidenreich gewinnen.
50.000 Exemplare des Gastronomieführers
Guide Michelin (Benelux) sind kurz nach der Auslieferung zurückgezogen und eingestampft worden: Es war herausgekommen, dass ein Restaurant
vor seiner Eröffnung in den Genuss einer positiven Bewertung gekommen ist.
Rainer Moritz, Chef des
Literaturhauses Hamburg,
beschreibt in seiner Glosse, welche Autoren im
Fast-Food-Restaurant die Speisekarte genauer studieren sollten.
Personalien: Der vom
Börsenblatt gestiftete
Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik geht in diesem Jahr an
Hubert Spiegel, der die
FAZ-Literaturredaktion leitet.
Meldungen:
Indien wird im nächsten Jahr Gastland der
Frankfurter Buchmesse. Die Frankfurter sind zu 49 Prozent an der
Buchmesse Südafrika beteiligt, die in 2006 zum ersten Mal ihre Pforten öffnet und dann jährlich stattfindet.
Weltbild verschenkt 40.000 Bücher des Titels "Warte nicht auf andere, mach es selbst" (Coppenrath) an Jugendliche.