Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 16 von 33

Die Buchmacher vom 14.02.2005 - Börsenblatt

Dass Leipziger Buchmesse und Lit.Cologne in Köln in diesem Jahr gleichzeitig stattfinden, ärgert die Verleger. Sie empfinden die Doppelung mehr als Konkurrenz denn als Ergänzung. Gegenüber dem Börsenblatt führten sie an, dass kleinere Verlage nicht an beiden Orten präsent sein könnten, die Branche dadurch gar gespalten werde und, dass die Veranstaltungen im Sinne der Buchmacher in den Medien ungeteilte Aufmerksamkeit bräuchten.Das Hörbuch ist einer der wenigen Wachstumszweige der Branche. Zwar beträgt sein Anteil am Buchmarkt bisher nur 3,2 Prozent, doch dieser Anteil wächst stetig. Ebenso der Umsatz. In 2004 erwirtschafteten die deutschen Hörbuchverlage 14,7 Prozent mehr als in 2003. Weitere Infos zum boomenden Geschäft mit Hörbüchern, hier.

"Leipzig liest"
, Europas größtes Literaturfestival, wird heuer noch größer. Das Lesefest, das parallel zur Leipziger Buchmesse (17. bis 20. März) gefeiert wird, erhöht die Zahl der Spielstätten auf 200 (Vorjahr: 160). Die Leseorte sind mitunter schräg. Als Beispiel nennt das Börsenblatt die SchnitzelFabrik, in der sich Krimifreunde bei einem Thriller über die internationale Fleischmafia gruseln können. Hier eine Übersicht der rund 1500 Veranstaltungen.

Weltbild.de wirbt mit Bestpreis-Garantie für "Harry Potter VI" in der - nicht preisgebundenen - englischsprachigen Originalausgabe (Erscheinungstermin ist der 16. Juli). Unterbietet ein Mitbewerber den Weltbild-Preis von 15,75 Euro, bekommen Weltbild-Käufer den Differenzbetrag gutgeschrieben, verspricht der Augsburger Versandhändler seinen Kunden. Der Berlin Verlag, der den Vertrieb des neuen Potter-Bands für sein Mutterhaus Bloomsbury übernommen hat, nannte dem Börsenblatt einen Bruttopreis von 25,50 Euro.

Die UTB, eine Arbeitsgemeinschaft aus 16 geistes-, gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fachverlagen (darunter Beltz, Mohr Siebeck, VS Verlag für Sozialwissenschaften), konnte in 2004 ein Umsatzplus von 8,2 Prozent verbuchen. Warum das UTB-Modell ein Vorbild für Literaturverlage sein könnte, erklärt Volker Hühn, Geschäftsführer des Verlagsverbunds, auf der Meinungsseite des Börsenblatts.

Ein Ergebnis, das nicht überrascht: Je umfangreicher der Fernseh-, desto geringer der Buchkonsum. Darauf kommt eine Studie von ZDF und Börsenverein. Laut der Erhebung greifen 40 Prozent derjenigen, die weniger als eine Stunde am Tag fernsehen, fast täglich zum Buch. Bei den Durchschnittsfernsehern sind es noch 25 Prozent, bei den Vielsehern sinkt der Anteil auf neun Prozent.

Die 15 Finalisten für den Preis der Leipziger Buchmesse stehen fest.

Personalien: Dr. Harald Heker, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, wird den Verband am Jahresende verlassen und in den Vorstand der GEMA wechseln. Der Schillerpreis der Stadt Marbach geht in diesem Jahr an den Literaturwissenschaftler Peter-Andre Alt für seine Biografie "Schiller. Leben - Werk - Zeit" (C.H. Beck). Antje Ravic Strubel hat für ihren Roman "Tupolew 134" (C.H. Beck) den mit 7.500 Euro dotierten Marburger Literaturpreis erhalten. FAZ-Redakteur Henning Ritter wird mit dem Ludwig Börne-Preis (20.000 Euro) ausgezeichnet. Ritter behandle in seinen Glossen und Aufsätzen "als leidenschaftlicher Leser und Buchmensch" die Kulturgeschichte immer als "Vorgeschichte zur Gegenwart", begründete der diesjährige Juror, Hanser-Verleger Michael Krüger, die Vergabe des Preises.

Meldungen: Für die Zahlung der unerwarteten Steuernachforderung von 30.000 Euro konnte der Stroemfeld Verlag (u.a. Gesamtausgaben von Hölderlin, Kafka, Keller, Kleist), mit KD Wolff an der Spitze, Spenden auftreiben.

Die Buchmacher vom 07.02.2005 - Börsenblatt

"Die Verlage stehen mit dem Rücken zur Wand, weil sie alles verschenkt haben, was nicht niet- und nagelfest war", hatte der Ex-Chef des Berlin Verlags, Arnulf Conradi, in seiner Rede (hier Auszüge) auf dem Jahrestreffen der AG Publikumsverlage gewettert. Dafür bekam er viel Applaus - und fachte in der Branche eine hitzige Debatte an. Mehr.

Der für zu wenig Effektivität gescholtene Börsenverein hat sich eine Reform verordnet. Erste Ideen legte die so genannte Arbeitsgruppe Verbandsreform vergangene Woche vor. Unter anderem stehe die Abgeordnetenversammlung zur Disposition, weiß das Börsenblatt. Auf der Homepage des Börsenvereins können Interessierte die Verbesserungsvorschläge einsehen und diskutieren.

Bloomsbury und seine deutsche Tochter Berlin Verlag engagieren sich mit einem Buch für die Tsunami-Opfer. Das Hilfs-Buch mit dem Titel "Ein neuer Anfang" erscheint am 3. März und beinhaltet bisher unveröffentlichte Texte von J. M. Coetzee, Nick Hornby, Stephen King, Zeruya Shalev, Martin Walser und anderen. 100.000 Exemplare, an denen weder Verlag noch Druckerei, Auslieferung und Sortiment verdienen, sollen für fünf Euro verkauft, der Erlös an Unicef weitergegeben werden.

Branchenübergreifend kooperieren die "Berlinale" und die Frankfurter Buchmesse. Für die Filmfestspiele, die am 10. Februar beginnen, hätten sich mehr als 30 Verlage und Rechte-Agenturen registriert, berichtet das Börsenblatt. Die Buchmenschen können auf dem Film-Branchentreff Kontakte zu internationalen Produzenten, Agenten und Verleihern knüpfen. Im Gegenzug präsentiert sich die Filmwirtschaft auf der Buchmesse im Herbst im "Forum Film & TV". Hierfür ist eine Reihe mit "Berlinale"-Literaturverfilmungen angedacht.

Nachdem der Wissenschaftsverlag Wallstein vergangenes Jahr Ex-Suhrkamp-Lektor Thorsten Ahrend an Bord geholt hat, startet er jetzt ein literarisches Programm (zunächst 15 Titel). Verleger Theodor von Wallmoden braucht keine Bestseller, wie er dem Börsenblatt im Interview erläuterte, eine solche Kalkulation sei ihm zu unsicher. Der neue Verlagszweig soll mit guter Qualität vor allem anspruchsvolle, "versierte Leser" ansprechen. "Diese Zielgruppe wird nicht allein über schiere Vertriebsmacht erreicht", sagte von Wallmoden. Er setzt auf die Literaturkritik.

Die erfolgreiche SZ-Bibliothek, Vorreiter der Billigbuch-Reihen, wird fortgesetzt. Projektmanager Dirk Rumberg bestätigte dem Börsenblatt, dass bereits Lizenzgespräche geführt würden. Vor Erscheinen der zweiten Sammlung wolle das Medienhaus jedoch ein anderes Projekt anschieben, erklärte Rumberg, offen lassend, worum es sich handelt.

Brigitte
wird sich vor Freude die Hände reiben. Der erste Teil der von der Frauenzeitschrift und Random House herausgebrachten Hörbuch-Edition "Starke Stimmen" ("Zwölf große Bücher, gelesen von zwölf außergewöhnlichen Frauen") ist bereits vor dem Erstverkaufstag 50.000 Mal bestellt worden. Als Zugpferd konnte Brigitte die ihren Leserinnen als Kolumnistin bekannte Elke Heidenreich gewinnen.

50.000 Exemplare des Gastronomieführers Guide Michelin (Benelux) sind kurz nach der Auslieferung zurückgezogen und eingestampft worden: Es war herausgekommen, dass ein Restaurant vor seiner Eröffnung in den Genuss einer positiven Bewertung gekommen ist.

Rainer Moritz, Chef des Literaturhauses Hamburg, beschreibt in seiner Glosse, welche Autoren im Fast-Food-Restaurant die Speisekarte genauer studieren sollten.

Personalien: Der vom Börsenblatt gestiftete Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik geht in diesem Jahr an Hubert Spiegel, der die FAZ-Literaturredaktion leitet.

Meldungen: Indien wird im nächsten Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse. Die Frankfurter sind zu 49 Prozent an der Buchmesse Südafrika beteiligt, die in 2006 zum ersten Mal ihre Pforten öffnet und dann jährlich stattfindet. Weltbild verschenkt 40.000 Bücher des Titels "Warte nicht auf andere, mach es selbst" (Coppenrath) an Jugendliche.

Die Buchmacher vom 17.01.2005 - Börsenblatt

Eine im Auftrag des Börsenvereins erstellte Studie, die den Umsatz in Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Warenhäusern analysiert, kommt für das Jahr 2004 auf ein Umsatzplus von 0,7 Prozent - das erste positive Vorzeichen nach drei Minusjahren in Folge. Anlass zur Sorge bieten die traditionellen Buchhandlungen: "Das Sortiment hat sich fast immer unterdurchschnittlich entwickelt und konnte nur selten Steigerungsraten erreichen oder gar übertreffen, die den anderen Absatzkanälen beschieden waren." Auf allen Vertriebswegen konnte die Warengruppe Belletristik punkten. Mehr hier.

Das amerikanische Mass Market-Segment - Taschenbücher in gewöhnlicher Ausstattung zum Niedrigpreis - steckt in der Krise: Um acht Prozent ging der Absatz in den ersten drei Quartalen von 2004 zurück. Amerikanische Verleger vermuten als Ursachen die neuen Vertriebsmöglichkeiten, eine zunehmende Attraktivität von Gebrauchtbüchern und Sonderpreis-Hardcovern. Und schließlich seien die Titel überall zu haben, was den Kaufimpuls abschwäche. Welche Entwicklung das Segment nimmt, dürfte auch in Deutschland mit Spannung beobachtet werden, glaubt das Börsenblatt. Schließlich seien neue Formate, neue Vertriebskanäle, Gebrauchtbuchhandel und Billigbuch längst keine rein amerikanischen Phänomene mehr.

Weltbild expandiert weiter. Das Bundeskartellamt hat den Augsburgern zu Jahresbeginn grünes Licht für einen Anteilserwerb an einem der führenden MA-Anbieter, Fiegweil & Taubert, gegeben. Das Weltbild-Unternehmen ist somit nicht nur MA-Abnehmer sondern auch MA-Lieferant. Für den Konzern handle es sich um eine Finanzinvestition in einem Kernbereich seiner Geschäftstätigkeit, dem Handel mit preisgünstigen Büchern, sagte Weltbild-Chef Carel Halff dem Börsenblatt. Und für Fiegweil & Taubert bedeute dieser Schritt die nachhaltige Sicherung der Unternehmensentwicklung.

Meldungen: Die FAZ-Gruppe hat alle Anteile am Prestel-Verlag übernommen (seit 1999 hielt sie bereits 60 Prozent). Zeit-Herausgeber Michael Naumann will die Zeitschrift Kursbuch - erschien bis zum vorigen Jahr bei Rowohlt - unter das Dach des Zeit-Verlags holen und gemeinsam mit Tilman Spengler die Herausgeberschaft übernehmen. Für die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Bücher (Anm.: er gilt in Deutschland seit 1967) hat eine von Hans Eichel in Auftrag gegebene Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung plädiert - das Bundesfinanzministerium hat bestritten, entsprechende Pläne vorzubereiten.

Die Buchmacher vom 29.11.2004 - Börsenblatt

Die Hörbuchverlage haben die Qual der Wahl: Sollen sie lieber bei der ersten Audiobooks Cologne ausstellen oder auf der parallel stattfindenden Leipziger Buchmesse mit dem Schwerpunkt "Hörbuch". Oder vielleicht gar bei beiden Branchentreffs präsent sein? Die vom Börsenblatt befragten Verlagsmitarbeiter reagierten auf die zeitliche Überschneidung der Veranstaltungen durchweg verärgert. Denn: Vor allem kleine Hörbuchverlage können aus personellen und logistischen Gründen nicht auf beiden Messen ausstellen. Der Trend geht nach Leipzig.

Der Hessische Rundfunk hat die "Hörbücher des Jahres" ausgewählt. Als bestes Hörbuch für Erwachsene wird Gottfried Benns "Das Hörwerk" (Zweitausendeins) prämiert, bei den Kinder- und Jugendhörbüchern machte die gesprochene Version von Kate DiCamillos "Despereaux" (HörCompany) das Rennen. Mehr.

Einen Umsatz von 20 Millionen Euro hat die Süddeutsche Zeitung nach Angaben ihres Mitarbeiters Klaus Füreder mit der SZ-Bibliothek bislang schon erwirtschaftet. Welche neuen Zusatzgeschäfte geplant sind, wollte Füreder gegenüber dem Börsenblatt noch nicht ausplaudern. Nur soviel: Sowohl Leser als auch Verlage hätten bei der SZ eine Fortsetzung der Reihe vorgeschlagen und dazu seien auch schon Gespräche geführt worden.

Verlagsberater Stephan Wantzen lässt sich auf der Meinungsseite darüber aus, was Verlagsmitarbeiter alles tun dürfen.

Durchweg gelungen fand das Börsenblatt die Verleihung der "Corine" und sieht wie die Vorsitzende des Börsenverein-Landesverbands Bayern, Rosemarie von dem Knesebeck ("Der Preis ist auf einem guten Weg"), optimistisch in die Zukunft des Buchpreises. Es sei ein ausgewogener Festakt im Münchener Prinzregententheater gewesen - mit dem Schwerpunkt Buch, berichtet das Branchenmagazin. Auch 3sat, der neue TV-Partner des Buchpreises (vergangenes Jahr hatte es harsche Kritik am Bayerischen Rundfunk gegeben), habe seine Aufgabe gut bewältigt und die preisgekrönten Bücher nicht durch zu viel Glamour und das vorgegebene Oscar-Modell gestört.

Nicht nur immer mehr Buchpreise sollen den Lesern Orientierung geben, auch die Zahl der Preise für Buchhandlungen nimmt zu. Allen ausgezeichneten Sortimenten gemeinsam seien die positive Einstellung zu den potenziellen Käufern, intensive Beratung und vielfältige Aktionen zur Leseförderung, fasst das Börsenblatt zusammen.

Personalien: Martin Walser will seinen Nachlass nun doch nicht, wie in 2001 angekündigt, dem Antiquar Herbert Tenschert übergeben, sondern dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Sevgi Özdamar hat den mit 20.000 Euro dotierten Kleist-Preis erhalten. Ob ihre Nachfolger ebenfalls mit Geld unterstützt werden, ist ungewiss: Der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg wollen sich aus der Finanzierung zurückziehen, die Förderung der Kulturstiftung der Deutschen Bank läuft, wie vereinbart, aus.

Die Buchmacher vom 22.11.2004 - Börsenblatt

Für "nicht akzeptabel" und "schädigend" hält Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann den Offenen Brief, in dem Berliner Verleger und Buchhändler die Verbandsreformen des Börsenvereins kritisiert und mehr Kontrolle gefordert hatten (siehe Perlentaucher-Archiv). Weitere Reaktionen auf den "Brief aus Berlin", der in Frankfurt diskutiert und beantwortet wurde, hier.

In den letzten Wochen wurden Stimmen laut, dass die Buchpreisbindung in Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz zu kippen droht. Dieter Schormann hat an seine Kollegen, die Präsidenten der Buchhändler- und Verlegerverbände in den beiden Nachbarländern, appelliert, die Preisbindung zu erhalten. "Verlage in der Schweiz und in Österreich haben traditionell sowohl geistesgeschichtlich als auch ökonomisch eine überregionale Bedeutung", argumentierte Schormann. "Ihre Leistungen fußen auf der Preisbindung. Sie sind deshalb darauf angewiesen, dass es national wie international möglichst lückenlose Preisbindungssysteme gibt."

Den ersten Eindruck der Buchhändler konnte die Marktforschung bestätigen: Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen", bei der die Deutschen aufgerufen waren, ihr Lieblingsbuch zu wählen (hier noch einmal die "Top 50"), hat sich unmittelbar auf die Nachfrage ausgewirkt. Einige der bestplatzierten Titel erlebten nach der Abschlusssendung einen regelrechten Boom, hat Media Control GfK International ermittelt. Zum Verkaufshit wurde Ken Folletts "Säulen der Erde". Auf den Plätzen 2 und 3 der absatzstärksten "Unsere Besten"-Titel folgen Cornelia Funkes "Tintenherz" und Bernhard Schlinks "Der Vorleser".

Alle warten vergeblich - auf den mehrheitsfähigen, großen Wenderoman. Behauptet Uwe Ebbinghaus auf der Meinungsseite des Börsenblatts und wirft einen Blick ins "literarische Erinnerungsarsenal".

Das Sortiment hat im Oktober mit einem Minus von einem Prozent knapp den Umsatz des Vorjahresmonats verfehlt. Das geht aus dem monatlichen Betriebsvergleich, den das Institut für Handelsforschung an der Uni Köln im Auftrag des Börsenvereins durchführt, hervor. "Von Januar bis Oktober bleibt es im Vergleich zu 2003 weiterhin bei einem Umsatzanstieg von knapp einem Prozent", berichtet das Börsenblatt.

Personalien: Ulrich Raulff ist seit Mitte November Direktor des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs in Marbach.

Meldungen: Knapp 40 Institutionen und Verbände der Kultur- und Medienwirtschaft haben sich unter Federführung des Börsenvereins zum "Aktionsbündnis Künstlersozialversicherung" zusammengeschlossen, um gegen die für 2005 geplante Erhöhung der Künstlersozialabgabe (von 4,3 Prozent auf 5,8 Prozent) vorzugehen. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin hat die Sammlung des Kant-Forschers Gerhard Funke übernommen: 2.800 Titel sowie 61 zum Teil sehr seltene Erst- und Frühausgaben von Kant und zeitgenössischen Philosophen. Parallel zur lit.Cologne wird vom 17. bis 20. März 2005 erstmals die Hörbuchmesse AudioBooks Cologne veranstaltet, auch die gleichzeitig stattfindende Leipziger Buchmesse hat das Schwerpunktthema "Hörbuch". Die Buchhändlertage sind im kommenden Jahr am 16. und 17. Juni in Berlin, geplant ist außerdem ein Branchenfest. Die Titel von Elke Heidenreichs nächster "Lesen!"-Sendung (am 23. November, 23 Uhr, ZDF) stehen fest.

Die Buchmacher vom 16.11.2004 - Börsenblatt

Braucht die Branche eigentlich noch Vertreter? Keinesfalls für Bestellungen, meint die britische Buchkette Waterstones (196 Filialen), die Aufträge künftig - unabhängig vom Vertreterbesuch - elektronisch erteilt und sich davon mehr Effizienz im Einkauf verspricht. Die vom Börsenblatt befragten Verlagsmitarbeiter hielten den Vorstoß der Briten allesamt nicht für sinnvoll. Besonders für kleinere Verlage, so das Ergebnis der Umfrage, ist das Vertretergespräch wichtig für die Kalkulation.

Im Konflikt um die angemessene Vergütung von Belletristikautoren hat das Bundesjustizministerium (BMJ) ein Kompromisspapier vorgelegt. "Richtwert bei Hardcoverausgaben ist danach ein Honorar von zehn Prozent pro verkauftem Exemplar", erläutert das Börsenblatt. Der Verlag könne in begründeten Fällen eine Beteiligung von acht bis zehn Prozent vereinbaren, etwa bei einem Erstlingswerk. Über den Vorschlag des BMJ wird im Januar die AG Publikumsverlage im Börsenverein diskutieren. Letztlich entscheiden allerdings die Verlage selbst, ob sie das Regelwerk unterzeichnen.

Das Sortiment bleibt nach der Wiederwahl von George W. Bush auf Sachbüchern, die sich mit US-amerikanischer Politik und den Präsidentschaftskandidaten beschäftigen, sitzen. "Die Sache ist abgefeiert", "Da tut sich überhaupt nichts mehr" oder "Es herrscht im Augenblick eine gewisse Amerika-Müdigkeit", teilten Buchhändler auf Anfrage des Börsenblatts mit. Die "Kerry"-Titel von Verlagen wie Campus, Herbig, Droemer Knaur und Rowohlt werden nun nicht mehr - wie vorbereitet - nachgedruckt.

Rainer Moritz, bis vor kurzem Verlagsleiter bei Hoffmann & Campe, beschreibt auf der Meinungsseite "den Tag, an dem Bob Dylan kam".

Chinesische Raubkopierer, gerüchteweise Studenten, verhageln deutschen Verlagen das Export- und Lizenzgeschäft. "Vor allem Architektur- und Designverlage leiden darunter, dass ihre hochpreisigen englischsprachigen Novitäten eingescannt und als Billigversion in Umlauf gebracht werden", schreibt das Börsenblatt. Die Folgen der Buch-Piraterie: Chinesische Buchhandlungen stornieren ihre Bestellungen für die englischen Titel, Lizenzverträge für chinesische Ausgaben platzen. Die hiesigen Verlage müssen nun befürchten, dass die kopierten Bücher auch nach Europa gelangen.

Personalien: Laurent Gaude hat für seinen Roman "Le Soleil des Scorta" den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhalten.

Die Buchmacher vom 08.11.2004 - Börsenblatt

Der Börsenverein ist vor der am 11. November anstehenden Abgeordnetenversammlung in die Kritik geraten. Berliner Verleger und Buchhändler bemängeln in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Börsenvereins unter anderem, dass zwei Jahre nach der Verbandsreform die durch Trennung von politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten versprochenen Vorteile nicht eingetroffen sind. Vielmehr sei es zu Pannen und neuen Problemen gekommen. Die Unterzeichner des Appells - darunter Viktor Niemann (Ullstein), Arnulf Conradi (Berlin Verlag), Bernd Lunkewitz (Aufbau), Martina Tittel (KulturKaufhaus Dussmann) - fordern ihre Interessenvertreter auf, den "Willen der Mitglieder nach mehr Transparenz, stärkerer Kontrolle (des Vorstands und der Geschäftsleitung) und größerer Sparsamkeit energisch durchzusetzen" und bei der Versammlung in Frankfurt kritische Fragen zu stellen. Hier der Brief im Wortlaut.

Wer jung ist und schreiben kann, aber noch keinen Namen hat, wird von eingeführten Institutionen derzeit wenig beachtet, glaubt das Börsenblatt. Deshalb schaffe sich der schriftstellerische Nachwuchs seine eigenen Plattformen: "Parallel zum Hauptbetrieb entstehen Netzwerke, junge Print- und Onlinezeitschriften oder Verlage." Junge Verleger und Autoren profilierten sich bei neueren Adressen wie Blumenbar, Tropen oder Parasitenpresse, so das Börsenblatt weiter. In der Fachwelt genössen vor allem die beiden Zeitschriften der Schreib-Studiengänge des Deutschen Literaturinstituts Leipzig und der Uni Hildesheim - "Edit" und "Bella Triste" - Reputation. Antje Ravic Strubel, selbst ehemalige "Edit"-Autorin, lobt das Blatt als "eine der besten Entdeckerzeitschriften, die es im Moment gibt".

Obwohl die konjunkturelle Lage nicht gerade dazu einlädt und ermutigt: Auch in diesem Jahr sind zahlreiche kleine Buchhandlungen eröffnet worden, der Börsenverein registrierte 60 Neuanmeldungen. Unternehmensberaterin Gabriele Hardt erklärt im Börsenblatt, dass für den Unternehmenserfolg neben einem schlüssigen Konzept, das Alleinstellungsmerkmale sichert, der richtige Standort ausschlaggebend ist. "In den Metropolen sind die Märkte meist schon gesättigt", hat Hardt festgestellt, "aber im Speckgürtel der großen Städte haben Existenzgründer oft noch gute Chancen".

Binnen nur eines Monats hat die Konzentration im Sortiment zugenommen, hat Langendorfs Branchendienst ermittelt. Mehr.

Personalien: Wolfgang Meyer übernimmt bei Tivola kommissarisch die Geschäftsführungsaufgaben von Jürgen Thierig, der dem Verlag künftig als Projektberater zur Seite steht. Der Schauspieler Dieter Brandecker hat gemeinsam mit seiner Frau Eva den Media Verlag mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Und ein paar Mal "Neugebauer" zum Mitdenken: Michael Neugebauer verkauft, nach seiner Trennung von der Neugebauer Press (zuletzt unter dem Dach von Nord-Süd, Zürich) mit seinem neuen Label Michael Neugebauer Publishing Ltd. von Hongkong aus Kinderbuch-Programme an internationale Verlage (u.a. Penguin) und an seinen deutschen Verlag, die Michael Neugebauer Edition (Kiel).

Meldungen: Weltbild und die Bild-Zeitung bauen auf die Frömmigkeit ihrer Kundschaft: Ab Mitte November bringen sie für 9,95 Euro eine Volksbibel auf den Markt, der die Einheitsübersetzung zu Grunde liegt. Fachpresse im Aufwind: Zwei Drittel der im Rahmen der jährlichen Trendumfrage der Deutschen Fachpresse befragten Verlage beurteilen Umsatz und Ertrag für 2004 als "etwas besser" oder "deutlich besser" als im Vorjahr. Kulturstaatsministerin Christina Weiss hat Schwierigkeiten, Kritiker für den Rat für deutsche Rechtschreibung zu gewinnen - nach der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung hat auch das deutsche PEN-Zentrum eine Mitarbeit abgelehnt.

Die Buchmacher vom 02.11.2004 - Börsenblatt

Nach monatelangem Hin und Her wird endlich Tacheles geredet: Der Börsenverein zieht nicht innerhalb Frankfurts um (und auch das Haus des Buches Leipzig ist als Verbandssitz passe). Stattdessen soll der Stammsitz des Verbands, im Großen Hirschgraben in Frankfurt, saniert werden, dafür sprach sich der Börsenvereins-Vorstand in seiner letzten Sitzung aus. Der Vorstand sehe es als vordringliche Aufgabe des Verbands an, sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren und nicht Kapital und Kräfte in einen Umzug zu investieren, zitiert das Börsenblatt aus der Begründung des Beschlusses.

Dass der Literaturnobelpreis heuer zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren in den deutschsprachigen Raum ging, überrascht angesichts der Tatsache, dass Deutschland Literatur weitaus mehr importiert als exportiert (in 2003: 2.881 aus dem Ausland eingekaufte Belletristik-Titel, 1.016 verkaufte Belletristik-Lizenzen). "Deutsche Literatur hat im Ausland keinen leichten Stand", heißt es zusammengefasst im "Thema der Woche" des Börsenblatts. Doch langsam tut sich etwas. Bemerkenswert viele junge deutsche Gegenwartsautoren - darunter Marcel Beyer, Jenny Erpenbeck und Durs Grünbein - würden kommendes Jahr in englischer Sprache erscheinen, schreibt das Branchenmagazin. Vielversprechende Initiativen in punkto Literaturvermittlung seien die Frankfurter Literaturbiennale, das vom Literarischen Colloquium Berlin eingerichtete E-Mail-Forum für ausländische Übersetzer und das vom Goethe Institut getragene Informationsportal für deutschsprachige Literatur Litrix.de.

Die Mair-Gruppe (Falk, Baedeker, Marco Polo), Marktführer im Reisesegment, verhandelt mit dem Kölner Medienhaus DuMont Schauberg über den DuMont Reiseverlag. Im Interview mit dem Online-Dienst des Börsenblatts gab Verleger Frank Mair Auskunft über seine Vorstellungen von der Zukunft der Marke DuMont. Mehr.

Nicht nur die Film- und die Musikbranche kämpfen gegen Raubkopien - auch immer mehr Bücher landen illegal vervielfältigt auf dem Schwarzmarkt. Oft schon vor der Veröffentlichung der Bücher, wenn eigentlich nur die Manuskripte und die Rezensionsexemplare "draußen" sind. Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez konnte den Schwarzhändlern, die Raubdrucke seines neuen, nach zehnjähriger Schreibpause erscheinenden, Romans "Erinnerung an meine traurigen Huren" kursieren ließen, eher unbeabsichtigt ein Schnippchen schlagen: Kurz vor Andruck änderte er "aus künstlerischen Gründen" das Schlusskapitel.

Die ZDF-Aktion "Unsere Besten - Das große Lesen" wirkt sich direkt auf die Nachfrage im Buchhandel aus. Ein Rundruf des Börsenblatts ergab, dass der Absatz von Titeln aus der Liste der 50 beliebtesten Bücher "vielerorts spürbar nach oben" ging. Weitere Ergebnisse der Umfrage: Die Leser im Westen zeigen stärkeres Interesse an den gewählten Büchern als jene im Osten. Besonders gut verkaufen sich Marlen Haushofers "Die Wand", Ken Folletts "Säulen der Erde", Cornelia Funkes "Tintenherz" und Goethes "Faust".
Meldungen: Der weltweit größte Online-Einzelhändler, Amazon, hat im dritten Quartal einen Umsatz von rund 1,16 Milliarden Euro erwirtschaftet (plus 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Der mit dem Booker Prize ausgezeichnete Roman "The Line of Beauty" von Alan Hollinghurst wird in deutscher Übersetzung 2005 bei Blessing herausgegeben. Für die Jury des Deutschen Sprachrats ist "Habseligkeiten" das "Schönste deutsche Wort des Jahres". Und: die SWR-Bestenliste von November.

Die Buchmacher vom 25.10.2004 - Börsenblatt

Mit Stephen Kings "Shining" erschien vergangenen Donnerstag der dritte Titel in der Bestseller-Bibliothek von Bild-Zeitung und Weltbild. Unterdessen wurde die Druckauflage des ersten Bands ("Der Pate") um 75.000 auf 350.000 Exemplare erhöht; Weltbild-Chef Carel Halff jubelte: "Der außerordentliche Erfolg übertrifft sogar unsere optimistischsten Erwartungen." Die Sortimenter hätten vielerorts mit einer größeren Nachfrage gerechnet, ergab dagegen eine Umfrage des Börsenblatts. Quer durch die Branche gehe man allerdings davon aus, dass sie noch zunehmen werde.

Wie der Deutsche Kulturrat beklagt jetzt auch der Börsenverein die im kommenden Jahr anstehende Erhöhung der Künstlersozialabgabe von 4,3 auf 5,8 Prozent und ruft betroffene Verbände auf, gemeinsame Forderungen zu formulieren und die Kräfte in einem Aktionsbündnis zusammenwirken zu lassen. "Die Verlage trifft die Erhöhung besonders stark, weil der Bund bereits im Jahr 2000 seinen Zuschussanteil für die Künstlersozialkasse von 25 auf 20 Prozent gekürzt hat", erläutert das Börsenblatt.

Amazon wird künftig wieder Diogenes-Titel führen. Der Internetbuchhändler hatte die Bücher des Schweizer Verlags im Frühjahr ausgelistet, weil dieser die Konditionen nicht akzeptieren wollte. Die beiden Unternehmen sind sich nun handelseinig geworden, hat das Börsenblatt erfahren. Details wurden - wen wundert's noch? - nicht preisgegeben.

Neun Jahre nach dem Fall der Preisbindung in Großbritannien konstatiert Tim Godfray, Chef des britischen Buchhändlerverbands Booksellers Association, im Langendorfs Branchendienst eine "für die Verbraucher positive, für den Buchhandel ungemütliche Entwicklung". Hier der vollständige Artikel.

Scharf kritisiert Georg Siebeck, Leiter des Mohr Siebeck Verlags, die 6,1-Millionen-Euro-Förderung der von der Max-Planck-Gesellschaft geplanten Open-Access-Publikationsplattform durch das Bundesforschungsministerium. Die öffentliche Hand verhindere einen fairen Wettbewerb, wettert Siebeck auf der Meinungsseite des Börsenblatts. Mehr.

Der Börsenverein will durchsetzen, dass es bei der Entscheidung des Bundestags bleibt, wonach für Produktkombinationen, beispielsweise Buch plus CD-Rom, der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt. Das Bundesfinanzministerium hat hingegen einen Entwurf für neue Umsatzsteuerrichtlinien vorgelegt, demnach der reduzierte Mehrwertsteuersatz in Zukunft nur für solche Produkte gilt, die "untrennbar miteinander verbunden" sind. Viele Verlagserzeugnisse blieben dann wohl außen vor - fürs Börsenblatt der "Aufreger der Woche".

Dem diesjährigen Georg-Büchner-Preisträger, Wilhelm Genazino (früher bei Rowohlt, jetzt bei Hanser), ist es wichtig, in einem Verlag "zu Hause" zu sein. Auch messe er dem eine Bedeutung zu, wer außer ihm selbst in seinem Verlag veröffentliche. Es sei ein gutes Gefühl, gleichzeitig mit Melville oder mit Stendhal zu erscheinen, erzählte Genazino im Börsenblatt-Interview. "Das strahlt auf den lebenden Autor ab." Der Rowohlt Verlag habe während seiner Zeit dort immer wieder merkwürdige Bücher abgedruckt, die ihn irritiert hätten, sagte der 61-jährige Autor.

Personalien: Stephan Gallenkamp ist neuer kaufmännischer Leiter des Prestel Verlags.

Meldungen: Bettina Hesse und Frank Niederländer haben den Tisch 7-Verlag gegründet (die Verlagsidee kam den beiden Kölnern im Restaurant an einem Tisch mit der Nummer 7), der zur Leipziger Buchmesse sein erstes Programm aus drei Literaturtiteln und zwei Sachbüchern vorlegen will. Der Club Bertelsmann steigt ins Hörbuch-Geschäft ein und lässt seine Mitglieder drei bis fünf Euro pro Hörbuch sparen. Vom 5. bis 7. November findet in der Hamburger Börse die internationale Antiquariatsmesse "Quod libet" statt.

Die Buchmacher vom 11.10.2004 - Börsenblatt

Zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse klopfte sich der im kommenden Jahr aus dem Amt scheidende Messedirektor Neumann noch einmal selbst auf die Schulter. Die Messe habe ihre Position als weltweite Leitveranstaltung der Buchbranche weiter ausgebaut. Das bestätigten die im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gestiegenen Ausstellerzahlen. Bis Ende September hatten sich rund 6.700 Teilnehmer aus 111 Ländern mit einem eigenen Stand registrieren lassen, aus Deutschland kamen 2.750 Firmen.

Nach der Messe ist vor der Messe und so wird in Frankfurt vermutlich in den nächsten Wochen schon an neuen Konzepten gebastelt. In 2005 werden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz: die Berlinale, Partner der Frankfurter Buchmesse. "Nachdem der neue Bereich Film & TV schon auf der diesjährigen Messe mehr Raum bekommen hat, soll mit der Kooperation eine zusätzliche Plattform für den Rechtehandel mit Filmstoffen geschaffen werden", erläutert das Börsenblatt.

Verleger Jochen Jung schreibt eine Kolumne zum gestrichenen Buchmesse-Montag und zum "Arbeitseifer" der Aussteller.

Ein Umdenken im Lizenzgeschäft bei Hörbüchern fordert Beltz & Gelberg-Verleger Ulrich Störiko-Blume. Mehr.

Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust erklärt das ideelle und finanzielle Spiegel-Engagement für den Deutschen Buchpreis (siehe auch Archiv): "Ein jährlich vergebener Preis für den besten deutschen Roman kann zur Stärkung der Lesekultur in Deutschland beitragen." Das sei nicht nur ein Anliegen von Schriftstellern, sondern auch von Journalisten. Eine zentrale Auszeichnung für den besten Roman des Jahres habe im übrigen bisher gefehlt. Aust wünscht sich, dass sich aus den Empfehlungen für den Preis eine Art zukünftiger Literaturkanon entwickelt.

Allen Enttäuschungen der vergangenen Monate und Jahre zum Trotz gibt es sie noch, die Optimisten unter den Buchhändlern. "21,2 Prozent der Sortimenter, die sich an der Konjunkturumfrage des Börsenvereins beteiligt haben, hoffen, dass sich ihr Umsatz im laufenden Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessert", berichtet das Börsenblatt. 18,1 Prozent von ihnen erwarteten eine gute, 3,1 Prozent eine sehr gute Umsatzentwicklung.

Die Konzentration am Buchmarkt schreitet rasant fort. Während die "Top 10" der Buchhandlungen 1989 noch sieben Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschafteten, gingen Ende 2003 bereits gute 24 Prozent auf ihr Konto. Zu diesem Ergebnis kommt der Konzentrations-Indikator des Langendorf Dienstes, den das Börsenblatt zitiert. Wie die Entwicklung weiter geht, hier.

Der Rechtschreibreform wird von den Schulen eine hohe Akzeptanz bescheinigt, wie Schulbuchverleger, Eltern-, Leher- und Schülervertreter bei einem Pressegespräch der Kultusministerkonferenz unterstrichen. Eine Rückkehr zur alten Schreibung komme nicht in Frage, bekräftigte der Vorsitzende der VdS Bildungsmedien, Gerd-Dietrich Schmidt. Mehr als 14 Millionen Schüler haben seit 1998 die neue Schreibung erlernt.

Meldungen: Die Hamburger Verlagsgruppe Oetinger baut die eigene Marke aus: Auf das Label Oetinger Interaktiv folgt im Februar 2005 Oetinger Audio - das erste Programm ist eine Mischung aus Hörbuchklassikern und neuen Eigenproduktionen.