Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 17 von 33

Die Buchmacher vom 04.10.2004 - Börsenblatt

Die Kultusministerkonferenz hat ihren Entwurf für den "Rat für deutsche Rechtschreibung" vorgelegt. Das Gremium soll künftig den Schriftgebrauch der deutschen Sprache beobachten und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Orthografie erarbeiten", erläutert das Börsenblatt. Bei der Besetzung des Rats würden auch Institutionen bedacht, die die neue Schreibung kritisierten und einschneidende Korrekturen am Reformwerk forderten, etwa die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung.

Aus Sicht der vom Börsenblatt befragten Verleger und Sortimenter hatte es wenig Chancen auf Platz 1: das im Rahmen der ZDF-Aktion "Das große Lesen" gewählte und vergangenen Freitag gekürte "Lieblingsbuch der Deutschen". Mehr.

Die Umstrukturierung bei Karstadt betrifft auch den Buchbereich (bislang 180 Buchabteilungen, in denen in 2003 rund 135 Millionen Euro umgesetzt wurden). "In den 89 Karstadt-Warenhäusern mit mehr als 8.000 Quadratmetern Fläche soll das Segment Personality, zu dem auch Bücher gehören, gestärkt werden", meldet das Börsenblatt. Geplant sei, Fläche und Sortiment zu erweitern. Was mit den Buchabteilungen der übrigen Karstadt-Filialen geschieht, ist derzeit noch unklar: 77 Warenhäuser mit einer Fläche unter 8.000 Quadratmetern sollen in eine neue Gesellschaft überführt, die übrigen "dem veränderten Kundenverhalten angepasst" werden.

Frischer Wind weht durch den Hörbuch-Sektor: Hier geben, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse, drei neue Marktteilnehmer ihr Stelldichein. Neu ist das Berliner Label Wortstark, das mit einer Gerhart Hauptmann-Reihe startet. Für Cybele Records aus Düsseldorf steht Literatur, die Musik zum Thema hat, im Mittelpunkt. Die Gütersloher Hörbuchbäckerei spezialisiert sich auf die Verknüpfung von literarischen und philosophischen Texten.

Personalien: Seit September zeichnen Imke Ahrens und Simon Decot für die Programmleitung bei Weltbild verantwortlich. Die Verlagsgruppe Lübbe hat zum 1. Oktober die Geschäftsführung neu geordnet: Peter Molden scheidet aus dem Unternehmen aus. Künftig berichtet ein dreiköpfiges Gremium, bestehend aus Karlheinz Jungbeck (Sprecher), Peter Lieger (Leiter Programm und Strategie) und Uwe Sertel (kaufmännischer Leiter), an Verleger Stefan Lübbe. Sprecherin der Verlagsleitung im Bereich Buch ist Heike Fischer (zuletzt Weltbild), neuer Aufsichtsratsvorsitzender Josef Brauner (zuletzt Vorstand der T-Com). Michael Busch übernimmt zum 1. Januar 2005 den Vorsitz der Geschäftsführung der Thalia Holding; Minderheitsgesellschafter Jürgen Könenecke zieht sich wie geplant Ende des Jahres aus dem operativen Geschäft zurück.

Die Buchmacher vom 27.09.2004 - Börsenblatt

Spekulationen des Börsenblatts, der Börsenverein wolle sich von seinem erfolgreichen Tochterunternehmen Frankfurter Buchmesse trennen, verhandle gar schon mit der Frankfurter Messe GmbH, wies der Aufsichtsratsvorsitzende des Börsenvereins, Joachim Treeck, energisch zurück. Dazu habe der Verein überhaupt keine Veranlassung, sagte er.

In einem offenen Brief an Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann kritisiert Buchhändler Heinrich Riethmüller die Informationspolitik des Aufsichtsrats in Bezug auf die Personalie Volker Neumann (siehe auch Perlentaucher-Archiv).

Der Schaden, den der Großbrand in der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek angerichtet hat, ist schlimmer, als bisher angenommen: Zehn Prozent des Gesamtbestands der Bibliothek haben, laut Stiftung Weimarer Klassik, Schaden genommen. 62.000 Bücher konnten mit zum Teil schweren Wasser- und Brandschäden gerettet werden, etwa 28.000 Bände überstanden das Feuer unversehrt. Neben dem Sachschaden beklagt Bibliotheksdirektor Michael Knoche im Börsenblatt vor allem den "Verlust, den Zahlen nicht angemessen beschreiben können". Ein Teil des kulturellen Gedächtnisses sei verloren gegangen.

Wenn es nach dem Willen des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums geht, dann sollten Hochschullehrer gesetzlich verpflichtet werden, die Ergebnisse ihrer Forschungen zunächst der Universität zur Veröffentlichung anzubieten. Den Wissenschaftsverlagen würden damit noch nicht absehbare Verluste drohen - der "Aufreger der Woche" im Börsenblatt. Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang hält den Vorschlag nach einer ersten Einschätzung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

Nach der Süddeutschen Zeitung und Bild bringt nun auch Die Zeit eine große Buch-Edition heraus: In Zusammenarbeit mit dem Bibliographischen Institut (B. I.) produziert sie ein 20-bändiges "Zeit-Lexikon", das von Anfang November bis Ende März 2005 im Buchhandel gekauft sowie im Abonnement bezogen werden kann. Kosten soll das Lexikonpaket 300 Euro, für Zeit-Abonnenten 50 Euro weniger. B. I.-Vorstandssprecher Alexander Bob rechnet mit einem Verhältnis von 2:1 zwischen Buchhandels- und Abonnentenbestellungen.

Zwar wird noch einige Zeit bis zum Start (wahrscheinlich Herbst 2005) ins Land gehen, doch die Planung einer Kinderbibliothek der Süddeutschen Zeitung nimmt konkrete Formen an: 50 Bände soll die Reihe umfassen, der Schwerpunkt bei Texten des 20. Jahrhunderts liegen. Als Herausgeberin konnte SZ-Redakteurin Roswitha Budeus-Budde gewonnen werden. Mehr als 30 Kinder- und Jugendbuchverlage sind bereit, Lizenzen für die Aktion zur Verfügung zu stellen, ergibt eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen.

Billig-Buchausgaben richten mehr Schaden als sie nutzen, meint der ehemalige Hoffmann und Campe-Geschäftsführer und designierte Leiter des Literaturhauses Hamburg, Rainer Moritz. Hier sein Kommentar.

Meldungen: Die Titelliste der "Bild-Bestseller-Bibliothek" liegt vor (mehr). Amazon, weltweit größter Internet-Buchhändler, steigt mit Ableger Nummer 6 - nach Großbritannien, Kanada, Deutschland, Frankreich und Japan - ins prosperierende China-Geschäft ein. Der schweizerische Manesse Verlag und das Hörbuch-Label des Eichborn Verlags kooperieren: Unter dem Titel "Manesse bei Eichborn Lido" sollen pro Jahr mindestens drei Klassiker vertont werden. "Nur" 1,28 Millionen Menschen sahen die letzte "Lesen!"-Ausgabe am Dienstag (vergangenes Jahr lockte Bücherfee Elke Heidenreich noch 2,46 Millionen Interessierte vor die Bildschirme), das ZDF stellt das Format jedoch nicht in Frage.

Die Buchmacher vom 21.09.2004 - Börsenblatt

Die Frankfurter Buchmesse sucht einen neuen Chef. Der zum Jahresende 2005 auslaufende Vertrag des Buchmesse-Direktors Volker Neumann wird, wie letzte Woche bekannt wurde, nicht verlängert. Joachim Treeck, Vorsitzender des Börsenverein-Aufsichtsrats, welcher den Personalwechsel einstimmig beschlossen hat, erklärte gegenüber dem Börsenblatt, der 2002 angeheuerte Neumann habe sich als Trouble-Shooter zur Verfügung gestellt, der Vertrag sei von Beginn an befristet gewesen. Der Aufsichtsrat legt Wert darauf, sich frühzeitig um eine neue - langfristige - Lösung zu bemühen. Einen Wunschkandidaten für die Neumann-Nachfolge gibt es scheinbar nicht.

Der Deutsche Bücherpreis ist dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse nach harscher Kritik zum letzten Mal vergeben worden. 2005 verleiht der Börsenverein mit den Partnern Spiegel Verlag, Gabriele und Florian Langenscheidt zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse einen neuen Literaturpreis: den Deutschen Buchpreis. Er orientiere sich an Vorbildern wie dem Booker Prize in Großbritannien oder dem Prix Goncourt in Frankreich, erläutert das Börsenblatt. Ausgezeichnet wird der beste Roman des Jahres in deutscher Sprache. Die Prämie beläuft sich auf insgesamt 37.500 Euro.

Einen "gerechten Ausgleich zwischen Kreativen, Wirtschaft und Verbrauchern" will Bundesjustizministerin Brigitte Zypries mit der Novellierung des Urheberrechts erreichen. So steht es im Eckpunktepapier zum so genannten zweiten Korb der EU-Richtlinie zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft. Nach Zypries' Vorstellungen sollen pauschale Vergütung und individuelle Abrechnung nebeneinander existieren; außerdem will sie den Gebrauch von älteren Werken in neuen technischen Nutzungsarten ohne umfangreichen Nacherwerb von Rechten ermöglichen (weitere Pläne der Ministerin auf boersenblatt.net). Der Börsenverein in Person von Justiziar Christian Sprang begrüßte die Überlegungen. Dem Börsenblatt sagte er, würden die Pläne umgesetzt, sei dies ein echter Durchbruch.

Als unzumutbares Kostenrisiko empfinden einige Versandbuchhändler das Widerrufsrecht des Fernabsatzgesetzes aus dem Jahr 2000: Ab einem Bestellwert von 40 Euro können Kunden die georderte Ware portofrei zurückschicken. Auch die Rücksendung einer Teillieferung ist kostenlos (siehe Archiv). Am 24. September berät nun der Bundesrat über den Vorschlag einer Bundestagsinitiative, die für Abhilfe sorgen soll. Demnach könnten Unternehmen künftig selbst entscheiden, ob sie ihren Kunden die Retourenkosten auferlegen oder nicht. Die Anrufung des Vermittlungsausschusses gelte als wahrscheinlich, schreibt das Börsenblatt.

Personalien: Für sein Engagement für deutschsprachige Literatur in der englischsprachigen Welt wurde Autor Michael Hofmann mit dem DekaBank-Preis des Literaturhauses Frankfurt ausgezeichnet.

Meldungen: Der ehemalige Chef des Ende 2001 Pleite gegangenen Könemann Verlags, Ludwig Könemann, und seine mitangeklagten Geschäftsführer müssen sich nicht des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung verantworten.

Die Buchmacher vom 13.09.2004 - Börsenblatt

Das "Caroline-Urteil" (hier im Wortlaut, siehe auch Perlentaucher-Archiv) hat gravierende Folgen für Verlage. "Egal, ob für ein Buch, für eine Zeitschrift oder für das Cover eines Hörbuchs - soll ein Foto für eine Veröffentlichung Verwendung finden, muss der Abgebildete grundsätzlich seine Einwilligung dazu erteilen", erklärt das Börsenblatt. Dies gelte, was die wenigsten wüssten, selbst für den Fall, dass das Foto von einer Bildagentur stamme. "Buchverleger müssen sich künftig gut überlegen, ob sie Biografien oder Romanbiografien veröffentlichen, da sich die Straßburger Entscheidung auch auf Wortbeiträge erstreckt", erläutert Random House-Justiziar Rainer Dresen. In den seltensten Fällen würden, glaubt Dresen, Biografien über Prominente den strengen Anforderungen des europäischen Menschenrechtsgerichtshofs entsprechen. Ihnen fehle zumeist die Relevanz für eine politische oder gesellschaftliche Debatte über deren Status oder Funktion.
Zwei Wochen nach dem Großbrand, der im Dachstuhl der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek ausbrach und zum Teil unwiederbringliche Kulturgüter - Bücher, den historisch einmaligen Rokokosaal des Gebäudes sowie Kunstgegenstände - zerstörte, ist die Ursache weiterhin nicht geklärt. "Ein Teil der 50.000 Bücher, die durch den Einsatz freiwilliger Helfer gerettet werden konnten, wurde in das Zentrum für Bucherhaltung nach Leipzig gebracht", berichtet das Börsenblatt. Dort würden die Bücher gefriergetrocknet, um einen Schimmelpilzbefall und Fäulnis zu verhindern.

Deutsche Verlagshäuser stecken wieder mehr Geld in Werbung. In 2002 hatten sie die Werbeausgaben für ihre Bücher noch um 64 Prozent reduziert. Vergangenes Jahr hätten sie dann aber wieder rund 20 Prozent mehr in Buchwerbung investiert, insgesamt 112 Millionen Euro, zitiert das Börsenblatt aus dem "G+J-Branchenbild Bücher". Die Neuen Medien und ihre Werbemöglichkeiten haben die Verlage anscheinend noch nicht für sich entdeckt: Circa 80 Prozent der Werbeaufwendungen für Bücher flossen in 2003 in die Printmedien.

Im nordrhein-westfälischen Minden lernen die Schulkinder vorerst ohne Bücher. Was der Buchreport im Juli als "worst case" vorausgesehen hat, trifft zumindest in diesem einen Fall zu und wird vom Börsenblatt als "Aufreger der Woche" verbucht. Dass die Stadt Minden ihren Schulbuchauftrag über 330.000 Euro bisher nicht vergeben konnte, ist eine Folge des neuen EU-Wettbewerbsrechts. Zwei Bieter, die gegen das Vergaberecht verstoßen hatten und deshalb ausgeschlossen wurden, haben ein Nachprüfungsverfahren angestrengt, dessen Ergebnis noch aussteht. Gegen einen Eilantrag der Stadt war Widerspruch eingelegt worden.

Der öffentlich ausgetragene Streit um die Ortografie macht inzwischen Schulbuchverlagen zu schaffen. Der Ernst Klett Verlag spricht gegenüber dem Börsenblatt im Fach Deutsch von einer "deutlichen Umsatzdelle in den vergangenen Wochen". Auch Cornelsen und Westermann schließen nicht aus, dass sich die Debatte um die neue Schreibung nachteilig auf die Umsatzentwicklung auswirkt.

Personalien: Der Schweizer Schriftsteller Peter Weber wurde zum 31. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim gekürt. Neben dem Preisgeld von rund 15.000 Euro ist damit das auf ein Jahr beschränkte Wohnrecht im "idyllischen Stadtschreiberhaus" im Frankfurter Nordosten verbunden.

Meldungen: Ullstein vermutet hinter einem Einbruch, bei dem letzte Woche laut Polizeibericht drei Personen Verlagsräume an der Berliner Friedrichstraße durchsucht haben, einen Zusammenhang mit dem gerade erschienenen Insider-Report "Bedingt dienstbereit. Im Herzen des BND - Die Abrechnung eines Aussteigers". An einer 33-bändigen Werkausgabe - der ersten vollständigen - von Patricia Highsmith arbeitet Autor und Übersetzer Paul Ingendaay derzeit gemeinsam mit Anna von Planta, der letzten Lektorin der "Lady of Crime". Voraussichtlich im Frühjahr 2006 wird die Edition abgeschlossen sein.

Die Buchmacher vom 06.09.2004 - Börsenblatt

Den 28. August, Erstverkaufstag der Neuauflage des Dudens, nahmen einige Feuilletons zum Anlass, harsche Kritik zu üben ("Das unmögliche Wörterbuch", FAZ; "Chaos voran", SZ). Dem Absatz des neuen Rechtschreib-Standardwerks scheint die gegenwärtige Diskussion um die Reform nicht zu schaden. "Die Bestellungen des Handels bewegen sich auf vergleichbarem Niveau wie bei der letzten Auflage im Jahr 2000", berichtete Duden-Redaktionsleiter Matthias Wermke dem Börsenblatt. Zu den Neueinträgen des Dudens gehören zum Beispiel "googeln", "Ich-AG", "Dosenpfand" und "Moin, Moin!"

Branchenkenner Arnd Roszinsky-Terjung rät den Buchmachern zu einer Konzentration aufs Kerngeschäft und haut damit in dieselbe Kerbe wie Ex-Aldi-Manager Dieter Brandes, der sein Erfolgrezept auf eine kurze Formel bringt: "Komplexität vermeiden!" "Diversifikation", erklärt Roszinsky-Terjung im Börsenblatt, "ist gerade keine Strategie für die Krise, sondern eine Schönwetter-Strategie." Im Krisenfall werde das Nebengeschäft häufig zum Hauptmanagement-Thema und absorbiere überproportional viel Kraft. Die Welle der Vereinfachung schwappt langsam auf die Buchbranche über: In jüngster Vergangenheit trennten sich die Verlage Vandenhoeck & Ruprecht sowie Heymanns von ihren Buchhandlungen, Club Bertelsmann und Weltbild setzen auf ein Schmalspur-Angebot.

Autorin Eva Demski hat ihre Verlagsanteile von Schöffling & Co. an Verleger Klaus Schöffling zurückgegeben. Vor zehn Jahren hatte sie damit geholfen, das Unternehmen "auf die Füße" zu bekommen. Das Engagement sei von vornherein befristet gewesen, erzählte der Verleger, der künftig Alleingesellschafter ist, dem Börsenblatt. Am Namen Schöffling & Co. solle sich nichts ändern. "Co. - das sind künftig die Autoren."

Promis könnten bald selbst entscheiden, was über sie berichtet wird, und das ärgert nicht nur Bild und Bunte. Nach dem vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gefällten so genannten Caroline-Urteil, welches besagt, dass Fotos aus dem Privatleben von Prominenten sowie entsprechende Wortbeiträge nicht ohne Zustimmung veröffentlicht werden dürfen, sehen viele Verleger und Journalisten die Pressefreiheit beeinträchtigt. 40 Chefredakteure von Zeitungen und Zeitschriften schrieben während der Einspruchszeit einen offenen Brief an den Bundeskanzler. "Wenn die Bundesregierung gegen dieses Urteil keine Berufung einlegt, werden allen seriösen Journalisten die Hände gebunden", zitiert das Börsenblatt die Verfasser. (Boersenblatt.net meldet später, dass die Bundesregierung nicht gegen die Straßburger Entscheidung vorgehen will).

Frankfurter Buchmesse-Splitter: Erstmals präsentieren sich in diesem Jahr Anbieter von DVDs auf dem weltweit größten Branchentreff; sie werden sich an einem Gemeinschaftsstand im Forum Film & TV einrichten. Fast 2.000 englischsprachige Aussteller haben ihr Kommen zugesagt - darunter auch US-Verlage, die 2003 auf eine Teilnahme verzichtet hatten.

Personalien: Der Berliner Buchhändlerkeller hat nach dem Tod seines langjährigen Vorsitzenden K. P. Herbach einen neuen Vorstand gewählt: den Literaturagenten Axel Haase und den Juristen Hartmut Mangold. Der Fotograf und Mitbegründer des Pendo Verlags, Bernhard Moosbrugger, ist gestorben.

Meldungen: Die Stiftung Buchkunst nimmt im Rahmen ihres traditionellen Wettbewerbs noch bis zum 31. Oktober Vorschläge für die "schönsten deutschen Bücher des letzten Jahres" entgegen: Kriterien sind Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung. Bertelsmann setzt in Zukunft auf die Erfahrung der "Älteren" und hebt die Pensionsgrenze für Manager, die bisher bei 60 Jahren lag, auf 65 Jahre an. Nachdem sich der Heymanns Verlag auf seine Kernkompetenzen konzentrieren will (siehe Archiv) und sich von seinen neun wissenschaftlichen Buchhandlungen getrennt hat, ist für vier Läden mit Standort in Frankfurt, Ulm und Erlangen die Übernahme noch nicht geklärt: Für sie sind in der vergangenen Woche Insolvenzanträge gestellt worden. Die Hamburger Groenewold Verlage werden künftig mit dem Berliner Verlag Philo & Philo Fine Arts kooperieren.

Die Buchmacher vom 30.08.2004 - Börsenblatt

Dass Amazon nichts unversucht lässt, die Preisbindung zu umgehen, dafür auch Klagen in Kauf nimmt und vor Gericht zuweilen verliert, darüber wurde schon viel berichtet. Der Online-Riese lernt seine Lektionen, denn den neuesten Coup kann auch die Rechtsabteilung des Börsenvereins preisbindungsrechtlich nicht beanstanden: In den Genuss der neuen Rabattaktion des Versandbuchhändlers kommen nämlich nur Endabnehmer mit Lieferadresse außerhalb Deutschlands: Ihnen wird bei Einkäufen über Amazon.de fünf Prozent Nachlass auf alle Bücher gewährt.

Die mehr als 1.000 Bilderbuch-Illustratoren auf dem deutschsprachigen Markt müssen heutzutage auf mehreren Hochzeiten tanzen - das "Thema der Woche" im Börsenblatt. Mit dem Rückgang der durchschnittlichen Auflagenhöhe bei Bilderbüchern - von 7.000 Exemplaren vor fünf Jahren auf etwa 4.000 - fallen Vorschüsse und Honorare geringer aus. "Die meisten Illustratoren leben auch von Illustrationen fürs Schulbuch", schreibt das Börsenblatt. Die Aufträge seien zwar in den Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkter, aber rascher zu bewältigen und es gebe Pauschalhonorare. Während Bilderbuch-Illustratoren früher oft exklusiv für einen Verlag gearbeitet hätten, seien heute feste Beziehungen zu vielen Verlagen angesagt.

Nach einer einjährigen Vorbereitungsfrist wird am 1. September das neue Urheberrecht (hier die Paragrafen) wirksam. Weiterhin liegt das Recht zu bestimmen, ob und auf welche Weise jemand seinen Text, seine Grafik oder sein Bild nutzen darf, grundsätzlich beim Urheber, erklärt Medienanwalt Martin Schippan im Börsenblatt. Neu ist die öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung (§ 52a). Und: Nach § 95b können so genannte Schrankenbegünstigte - Bibliotheken, Hochschulen oder auch der einzelne Endverbraucher - von Verlagen, welche Kopierschutzmechanismen verwenden, unter bestimmten Voraussetzungen eine Herausgabe der Zugangscodes erzwingen.

Das Börsenblatt hat sich über die letzte Woche im Buchreport veröffentlichte Liste (siehe Archiv) mit den 50 bestplatzierten Titeln der Abstimmung "Unsere Besten - Das große Lesen" gewundert und beim ZDF nachrecherchiert. Der Sender bezeichnete die Liste als eine "interessante Spekulation", allerdings handele es sich dabei nicht um eine offizielle Version. Sieht so aus, als bringe erst die ZDF-Fernsehshow in vier Wochen die Auflösung, welches das "Lieblingsbuch der Deutschen" ist.

Erstmalig wird auf der Frankfurter Buchmesse der "Sondermann" verliehen, ein Publikumspreis für Comics. Ende August werden, unter anderem auf den Internetseiten der Buchmesse, die nominierten Titel bekannt gegeben. Die Nominierungen beim Zeichner-Nachwuchs stehen bereits fest: Naomi Fearn ("Zuckerfisch", Stuttgarter Zeitung), Robert Labs "Crewman3", Carlsen), Mawil ("Die Band", Reprodukt), Judith Park ("Dystopia", Carlsen) und Joscha Sauer ("Nichtlustig", Carlsen).

Meldungen: Im Handelsblatt-Ranking der "100 größten deutschen Unternehmen" taucht Bertelsmann als einziger der Buchbranche zugehöriger Konzern auf (Platz 24, Vorjahr: Platz 25). Ein Drittel der Internet-Nutzer besucht Zeitschriften und Zeitungen regelmäßig online, so das Ergebnis einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Marketagent.com, 76 Prozent der Befragten sahen darin keine Bedrohung der gedruckten Ausgaben. Die Verleger und Schriftsteller Egon Amman, Elfriede Jelinek und Günter Kunert gehören einem in München gegründeten unabhängigen Rat an, der sich für die Rücknahme der deutschen Rechtschreibreform engagiert, Ehrenmitglieder des Rats sind Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki.

Die Buchmacher vom 25.08.2004 - Börsenblatt

Nach der Vertreterreise hat sich auch das Börsenblatt bei Buchhändlern, Vertretern und Verlagen umgehört und Tendenzen skizziert. Die Talsohle scheint durchschritten, der Handel blicke allgemein wieder positiver in die Zukunft, ist vielleicht das bedeutungsschwangerste Fazit. Von den Herbstnovitäten erwarten die Buchhändler eine "klare Kaufbelebung", hoffen auch auf die Hilfe von Bücherfee Elke Heidenreich. Bei allem Optimismus: Bisher ist das Kaufverhalten der Buchhändler wie der Kunden zurückhaltend. Die Händler haben überwiegend vorsichtig eingekauft, auf Spitzentitel und Marken gesetzt.

Die deutschen Versandbuchhändler können möglicherweise bald Kosten sparen. Der Rechtsausschuss des Bundestages arbeitet an einer EU-konformen Neuregelung, sprich Lockerung, des Fernabsatzgesetzes. Derzeit müssen Versandhändler ab einem Bestellwert von 40 Euro die Rücksendekosten selbst tragen. Das trifft die mit neuen, preisgebundenen Büchern Handel treibenden, denn sie können die Kosten nicht an den Kunden weitergeben. Die vom Börsenblatt befragten Versandbuchhändler begrüßten eine lässigere Auslegung des Gesetzes, würden jedoch teilweise - als Service - die Kosten weiterhin für die Kunden übernehmen.

Der traditionelle Buchhandel kann von der Beteiligung am Buchgeschäft über Ebay profitieren. Das glaubt Vertriebler Peter Diemer. Es sei wichtig, mit dem sich ändernden Markt zu gehen und den potenziellen Kunden da abzuholen, wo er stehe, "zu einem guten Teil eben in der virtuellen Einkaufswelt". Buchhändler sollten bei Ebay-Aktionen regelmäßig Präsenz zeigen und sie als Möglichkeit der Werbung für den eigenen Internet-Auftritt nutzen, schlägt Diemer vor.

In seiner Serie über die Buchmacher in den neuen EU-Staaten untersucht das Börsenblatt diesmal die Lizenzgeschäfte mit Estland, Lettland und Litauen. Bisher spielten die Verlage dieser Länder aus deutscher Sicht eine geringe Rolle als Lizenzpartner, erklärt das Börsenblatt. So seien nur 42 deutsche Lizenzen in 2002 nach Estland verkauft worden, 50 im gleichen Zeitraum nach Lettland und 62 nach Litauen. Die Umstrukturierung der Buchindustrie in den baltischen Staaten seit ihrer Neugründung Anfang der Neunzigerjahre scheint noch nicht abgeschlossen. Eines der Hauptprobleme ist der Vertrieb.

Personalien: Die Übersetzerpreise der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Stiftung gehen in diesem Jahr an Eike Schönfeld und Jürgen Dormagen. Der Buchwissenschaftler Dietrich Kerlen, Inhaber des Lehrstuhls für Buchwissenschaft und Buchwirtschaft in Leipzig, verstarb.

Meldungen: Im laufenden Jahr haben nach einer Vorabzählung aus der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse 18,2 Prozent der Befragten online Bücher eingekauft, rund ein Prozent mehr als im Vorjahr. Fast jeder Fünfte (19,7 Prozent) hatte schon einmal ein Buch bei einer Internetauktion ersteigert. Vom 9. bis 21. September finden die Aachener Literaturtage statt. Hier das Programm.

Die Buchmacher vom 17.08.2004 - Börsenblatt

Die Rechtschreibreform ist das Thema der Branche. Während viele Buchhändler "nur" befürchteten, auf der gerade im Wareneingang liegenden Neuauflage des Dudens sitzen zu bleiben, sich aber, wie die Literaturverleger, weitestgehend in Gelassenheit übten, so das Börsenblatt, spreche die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (mehr), für den Fall der Rücknahme der Reform, von einer "ernsthaften Gefährdung der Substanz" kleiner und mittelständischer Kinder- und Jugendbuchverlage. Ebenso mies dran wären die Schulbuchverlage. Der VdS Bildungsmedien (mehr) hat, würde die alte Rechtschreibung wieder eingeführt, für die dann unbrauchbaren - rund 10.000 - Titel einen Gesamtverlust von 250 Millionen Euro ausgerechnet. Letzte Woche griff die Reformdebatte auch auf Österreich über. Hierzu ein Artikel im Onlinedienst des Börsenblatts.

Der Bertelsmann Club macht Druck auf seine Partner im stationären Geschäft. Im Börsenblatt-Interview betonte Dirk Heß, Geschäftsleitungsmitglied des Clubs, dass man keine generelle Kürzung der Gewinnbeteiligung vornehmen werde. Vielmehr wolle man Provisionen leistungsorientierter verteilen. Trotz allgemeiner Kaufzurückhaltung bei den Kunden möchte die Clubleitung die Partner am liebsten noch mehr unternehmerisch denkend und wachsen sehen. "Für Wachstum gibt es, gemessen an den jetzigen Ausschöpfungsquoten pro Standort, erhebliche Potenziale", versprüht Heß Optimismus.

Merklich angetan von seinem Gegenüber war Franz Josef Görtz bei einem Interview des Malers und Illustrators Michael Sowa, dem FAZ-Redakteur Görtz im Börsenblatt ein mehrseitiges Porträt widmet. "Der 59-Jährige ist eine ehrliche Haut, offen und ohne Allüren", schwärmt der Journalist. Aufrichtig froh sei Sowa gewesen, während des Besuchs "seine Arbeit nach drei höflichen Sätzen wieder aufnehmen zu können, als wäre außer ihm niemand im Zimmer". Die Tiere, mit denen der Künstler gern "Tragödien und Komödien der landläufigen Lebenswelt in Szene setzt", hat Görtz in allen Ecken und Winkeln des Sowa-Ateliers, in mildes Theaterlicht getaucht, als Skulpturen wiederentdeckt.

Meldungen: Die Frankfurter Buchmesse gibt Literaturagenten in diesem Jahr mit einer deutlich erhöhten Zahl von Arbeitsplätzen (insgesamt 320) mehr Raum für den Lizenzhandel - alle Plätze sind bereits ausgebucht. Der Internetbuchhändler Buch.de hat mit seinen Online-Auftritten in Deutschland, Österreich und der Schweiz im ersten Halbjahr 2004 17 Millionen Euro umgesetzt und rechnet mit einer positiven Jahresbilanz. Das ZDF lässt - mit zusätzlich eingestellten 20 studentischen Hilfskräften - weiterhin die bis zum 6. August eingegangenen über 160.000 Stimmen zur Wahl des "Lieblingsbuchs der Deutschen" auszählen; das Ergebnis soll am 1. Oktober via Fernsehshow präsentiert werden. Das Bundeskartellamt hat Gruner + Jahr untersagt, die Lizenz zur Herausgabe der deutschsprachigen Ausgabe des National Geographic zu erwerben.

Die Buchmacher vom 09.08.2004 - Börsenblatt

Kontrovers über die Rechtschreibreform diskutieren die Verleger Wolfgang Balk (DTV) und Ulrich Störiko-Blume (Beltz & Gelberg) in einem öffentlichen Briefwechsel auf Börsenblatt online. Während für den Kinderbuchverleger vor allem die zusätzlich anfallenden Kosten ("Alle Kinder- und Jugendbuchverlage mussten bereits einmal ihre komplette Backlist neu setzen lassen") gegen eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung sprechen, hält der Taschenbuchverleger die Rechtschreibreform für "größtenteils misslungen" und in ihrem Ergebnis für "fahrlässig chaosgenerierend". Korrekturkosten, meint Balk, für Neuauflagen bei Kinder- und Schulbüchern seien überschaubar. Viel mehr Kosten würde die Umstellung des Bibliothekenbestands und der Produktion literarischer Verlage mit sich bringen.

Antiquariate sind von der Kaufzurückhaltung weniger betroffen als die klassischen Sortimente. Wie aus einer vom Börsenverein in Auftrag gegebenen Studie hervorgeht, ist der Umsatz der Gebrauchtbuchhändler im ersten Quartal 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent gestiegen. Die Neuen Medien hätten die Lage der Antiquariate in den vergangenen zehn Jahren zwar verschärft, gleichzeitig habe das Internet das Geschäft aber auch belebt, erläutert das Börsenblatt. Ein Drittel der gebrauchten Bücher wird mittlerweile online verkauft.

"Packager" heißen die heimlichen Büchermacher. 160 Firmen, die meisten davon mit Sitz in den USA und Großbritannien, sind unter diesem Stichwort im Katalog der Frankfurter Buchmesse gelistet. "Packaging", erklärt das Börsenblatt, "umfasst die Entwicklung eines Buchs von der Idee bis zum gedruckten Werk und dessen anschließenden Verkauf an einen Verlag." Das sei ein äußerst schwieriges Geschäftsfeld, verbunden mit einem nicht geringen unternehmerischen Risiko. In Deutschland treten Packager nur in Ausnahmefällen in Zusammenhang mit klassischen Verlagen auf, gefragt sind sie vorrangig bei zweitverwertenden Sonderauflagen und Buchproduktionen für Nebenmärkte.

Die Buchpreise steigen langsamer als die Lebenshaltungskosten. Während das Verhältnis in den letzten zweieinhalb Jahren der D-Mark noch umgekehrt war, verteuerte sich die Produktgruppe Buch seit der Einführung des Euro um nur noch 1,4 Prozent. Die Lebenshaltungskosten zogen im selben Zeitraum um 3,3 Prozent an.

Der zu Hanser gehörende Zsolnay Verlag hat Anfang August den ebenfalls literarischen und in Wien ansässigen Deuticke Verlag übernommen. An den Personalien ändert sich nichts: Martina Schmidt bleibt Programmleiterin bei Deuticke, Herbert Ohrlinger bei Zsolnay. Programmchef ist Hanser-Verleger Michael Krüger. "Wir wollen seit längerem unsere Basis in Österreich verbreitern", erzählte Stephan Joß, kaufmännischer Geschäftsführer bei Hanser, dem Börsenblatt zum Hintergrund der Verlagsübernahme. Zum Hanser-Engagement in der Schweiz sagte Joß, man stehe mit dem Zukauf von Nagel & Kimche ökonomisch gesehen recht gut da und warte nun ab, ob sich der Verlag zu einem zweiten Zsolnay entwickle.

Meldungen: Das Medienkaufhaus Dussmann bleibt einmalig in Berlin - Firmenchef Peter Dussmann erklärte die Pläne seiner Geschäftsführerin Martina Tittel, eine Filiale in Hamburg zu eröffnen (siehe Archiv), für nichtig. Das Bundeskartellamt hat die Bonnier-Beschwerde über Heyne (Archiv) zurückgewiesen - ob der Streit auf zivilrechtlichem Weg weitergeführt wird, ist noch offen. Die Stadtbücherei Heidelberg gilt laut Bibliotheksindex (mehr) als die beste Großstadtbibliothek Deutschlands, bei den wissenschaftlichen Bibliotheken rangieren die der Fachhochschule Aschaffenburg sowie die Stadt- und Universitätsbibliothek Göttingen auf den vordersten Plätzen.

Die Buchmacher vom 02.08.2004 - Börsenblatt

Es fehlt an fähigen literarischen Übersetzern aus dem Koreanischen. Das hat der Frankfurter Buchmesse-Chef, Volker Neumann, 15 Monate vor Koreas Gastlandauftritt festgestellt. Es liege eine Liste von 100 Titeln aus allen Sachbereichen vor, deren Übersetzung gefördert werden solle, erzählte Neumann im Börsenblatt-Interview. "Die literarische Qualität der Texte aus Korea ist sicherlich über jeden Zweifel erhaben. Sehr deutlich werden jedoch die kulturellen Differenzen."

Nachdem der diesjährige Gastlandauftritt der arabischen Welt bei der Frankfurter Buchmesse im Vorfeld immer wieder für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatte, bemühen sich die Messemacher jetzt stetig, gut' Wetter zu machen. Es verspreche, einer der interessantesten Gastlandauftritte überhaupt zu werden, ließ Messe-Sprecher Holger Ehling jüngst verlauten. In den vergangenen Tagen hätten sich noch einige Sponsoren gefunden, auch würden die arabischen Intellektuellen die Messebeteiligung ernst nehmen.

Internetbuchhändler Amazon wächst und wächst. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet er mit einem Umsatz zwischen 6,6 und 6,9 Milliarden Dollar. Wie gewohnt nennt der US-Konzern keine gesonderten Zahlen für seinen deutschen Zweig. Nur soviel wurde preisgegeben: Die Auslandstöchter in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Japan steigerten den Umsatz im zweiten Quartal 2004 (verglichen mit dem Vorjahresquartal) um 50 Prozent.

Buchläden waren laut einer Studie der Amerikanischen Verleger-Vereinigung auch im Jahr 2003 der wichtigste Vertriebskanal der US-Verlagshäuser. In Zahlen: 47,7 Prozent Umsatz machten die Verlage mit den stationären Buchhandlungen. Als zweitstärkster Absatzweg kristallisierte sich mit 41,8 Prozent der Vertrieb über Grossisten und Rackjobber heraus.

Knapp zehn Tage vor Ende der Sommeraktion "Das große Lesen" am 6. August haben 90.000 Menschen ihr Lieblingsbuch gewählt. 50.000 Stimmen davon gingen über das Internet ein. Nominiert seien internationale Schriftsteller, etwa T.C. Boyle, Umberto Eco oder Henning Mankell, wie deutsche, von Johann Wolfgang von Goethe über Hermann Hesse bis hin zu Bernhard Schlink, erklärte das ZDF, einer der Veranstalter, gegenüber dem Börsenlatt. Literaturnobelpreisträger Günter Grass müsse noch mehr Wähler gewinnen, um in die "Top 50" zu kommen, hieß es.

Die Verlagsgruppe Seemann Henschel, Leipzig, hat rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres die Verlagsgesellschaft Koehler & Amelang, spezialisiert auf Bücher zur Geschichte und Kulturgeschichte, von der DVA übernommen. Zuletzt hatte Koehler & Amelang keine Titel mehr produziert. 2005 sollen unter der neuen Führung zwölf bis 16 Novitäten auf den Markt kommen.

Personalien: Bernhard Suchy, bisher DVA, ist neuer Programmchef Sachbuch bei Ullstein. Sein Vorgänger, Thomas Rathnow, hat die Programmleitung des Siedler Verlags übernommen. Bettina Feldweg, zuletzt bei Kabel und Piper für den Bereich Unterhaltung zuständig, verantwortet künftig das Programm des Malik Verlags.

Meldungen: Norma Khouris Erinnerungen "Du fehlst mir, meine Schwester" (Rowohlt) stehen unter dem Verdacht, gefälscht zu sein. Das Berliner Kulturkaufhaus Dussmann beabsichtigt, in der Hamburger Innenstadt eine Niederlassung zu eröffnen - auch der Marktführer der Hansestadt, Thalia, will weiter wachsen. Zehn von 16 Bundesländern sind, laut einer Handelsblatt-Umfrage, bereit, die Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag rund um die Uhr freizugeben - das Saarland ist dagegen, fünf Länder überlegen noch.