Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 15 von 33

Die Buchmacher vom 02.05.2005 - Börsenblatt

Zusatzverkäufe haben dem Süddeutschen Verlag in 2004 26 Millionen Euro (Umsatz) eingebracht. Außerdem sei man, schreibt das Börsenblatt skeptisch, in München davon überzeugt, dass die Sondereditionen - SZ-Bibliothek, SZ-Cinemathek, Musik-Kaiser - die Abo-Zahlen des Kernprodukts Süddeutsche Zeitung hätten steigen lassen. Weitere Millionen will sich der Medienkonzern nicht entgehen lassen und plant bis 2007 25 Projekte in Sachen "Zusatzgeschäft". Schon bald sollen die "1000 besten Pop-Songs" portionsweise auf CD gebrannt und in Kombination mit einem Buch als Sammelwerk in den Handel kommen. Pate ist diesmal die Redaktion des SZ-Magazins.

Vorsichtig tasten sich die Hörbuchverlage an eine neue Vertriebsform heran: die Freigabe der Inhalte zum Download aus dem Internet. Dabei gilt es, nicht zu lange zu zögern. Denn: Bei der Mediennutzung werde in einem anderen, schnelleren Rhythmus gedacht, die Informations- und Kommunikationsforschung gebe hier den Takt vor. Diesen Rat bringt das Börsenblatt von der Konferenz Auditorium (mehr) mit, die in München nach den Entwicklungen der Audiowelt und den damit verbundenen Entwicklungen des Hörbuchmarkts fragte. Viel versprechen sich Technologie-Fachleute vom Komprimierungsverfahren AAC+, das noch leistungsfähiger als MP3 ist. "AAC+ kann fürs Hörbuch unmittelbar verwendet werden, zur Übertragung ins Auto oder auf Handys", erklärte Martin Dietz, Geschäftsführer von Coding Technologies.

Der Literaturbetrieb verändert sich insofern, dass Verleger und Lektoren mehr und mehr Löcher hinterlassen und Literaturagenten diese stopfen müssen, glaubt Uwe Heldt, Leiter der Literaturagentur Mohrbooks in Berlin, und greift Arnulf Conradis umstrittene Abrechnungs-Rede mit der Branche (vor drei Monaten bei der AG Publikumsverlage, hier) noch einmal auf. Autoren würden vernachlässigt, für sie stellten sich die Verlage zunehmend als Institutionen dar, die mit ganz anderen Dingen beschäftigt seien als damit, kreative Schreibprozesse anzustoßen, klagt Heldt und hält es für bedenklich, dass kreative Prozesse eher in den Werbe-, Presse- und Vertriebsabteilungen stattfinden, "als an der Basis der innovativen Wertschöpfung", dem Bewerten und Bearbeiten der Manuskripte.

Das elektronische Publizieren braucht Impulse, meint AKEP-Sprecher Arnoud de Kemp. Mehr.

Meldungen: Bestseller-Autorin Susanne Fröhlich ("Moppel-Ich") moderiert ab Juni "Fröhlich lesen", die Nachfolgesendung des Literaturmagazins "Weimarer Salon" im MDR. Erika Fuchs, erste Chefredakteurin des Micky Maus-Magazins und langjährige Barks-Übersetzerin, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Der Bischoff Verlag stellt aus wirtschaftlichen Gründen die Produktion seiner Kinderbücher ein. Amazon.com hat wegen höherer Steuern im ersten Quartal 2005 einen Nettogewinn von "nur" 78 Millionen Dollar (rund 60 Millionen Euro) erzielt, der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Die britische Book Marketing Society entwickelt unter dem Motto "50 Bücher, die Sie gelesen haben müssen" eine Kampagne, die insbesondere Backlistverkäufe ankurbeln soll. Ein tschechischer Verlag konnte 10.000 gefälschte Harry Potter II-Bände für einen Euro das Stück unters Volk bringen.

Die Buchmacher vom 26.04.2005 - Börsenblatt

Die Jury des vom Börsenverein gestifteten Deutschen Buchpreises hat ein großes Lesepensum zu bewältigen. Nach dem Einsendeschluss am 9. April steht fest, dass die Juroren 124 Manuskripte beurteilen müssen, bevor die Entscheidung für den "besten deutschen Roman des Jahres" fallen kann. "Rund die Hälfte der gemeldeten Titel erscheinen erst im Sommer beziehungsweise im Herbst 2005", erläutert das Börsenblatt. Der Deutsche Buchpreis wird heuer zum ersten Mal verliehen. Die Prämierung ist am 17. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

Das Gesetz zur Buchpreisbindung wird eventuell in einigen Punkten verändert, formuliert das Börsenblatt vorsichtig. Die Praxiserfahrung hätte Nachbesserungsbedarf beim Thema "Räumungsverkauf" offensichtlich gemacht. Bisher sei zum Beispiel keine Ausnahme von der Preisbindung bei einer Geschäftsaufgabe vorgesehen. Auch beim "Bibliotheksnachlass" könnte eine Modifizierung stattfinden, um den Missbrauch von Bibliotheksrabatten für private Bibliotheken auszuschließen.

"Alle schreiben von allen ab" betitelt Rainer Moritz, Chef des Literaturhauses Hamburg, seine Glosse und befasst sich mit den Plagiatsvorwürfen gegen Frank Schätzing (siehe auch Perlentaucher-Archiv).

In einem Special "Afrikanische Literatur" schreibt Thomas Blume über die zwei Wirklichkeiten in Büchern über Afrika. Afrikanische Autoren - mit Ausnahme der Nobelpreisträger und der Weltbestsellerautorin Waris Dirie ("Wüstenblume") blieben sie selbst dem aufmerksamsten Literaturkenner und Buchhändler kaum im Gedächtnis -, hätten oft eine harte, realistische Sichtweise und den Anspruch, in ihrer kulturellen und politischen Eigenart wahrgenommen zu werden. Demgegenüber stünden die Bücher nicht-afrikanischer Autoren, die oft in die Unterhaltungs- und Sensationsschublade passten. Klischeeüberladen setzten sie sich mit dem Leid und Elend des Kontinents auseinander oder befriedigten schlicht den Wunsch nach Exotik.

Der neue Chef der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, möchte insofern nicht in die Fußstapfen seines Vorgängers treten, als dass er "öffentliche Diskussionen um der Diskussion willen" vermeiden will. Das erzählte er im "Einstands"-Interview mit dem Börsenblatt und spielte auf die Debatte um die überteuerten Hotelpreise an. Ähnlich verhalte es sich mit der Event-Kultur, sagte Boos. "Das Event muss immer einen Bezug zu uns, zur Buchwelt haben. Der Aufmerksamkeit wegen in die Schlagzeilen zu kommen, ist nicht mein Ziel."

Die Reform des Börsenvereins ist einen Schritt voran gekommen: Nach längerer Diskussion schließt sich der Börsenvereinsvorstand den 40 Empfehlungen der elfköpfigen AG Verbandsreform an. Die Mitglieder des Vorstands unterstützten das Konzept "in Gänze", heißt es im Börsenblatt. Für Zündstoff hätte unter anderem der Vorschlag, die Abgeordnetenversammlung abzuschaffen und die Kompetenzen der Hauptversammlung (und damit auch die direkten Einflussmöglichkeiten der Mitglieder) zu stärken, gesorgt. Vor der Veröffentlichung der Empfehlungen werden sie diese Woche in den Gremien vorgestellt.

Personalien: Der irische Buchhändler John Mc Namee ist neuer Präsident der Europäischen Buchhändlervereinigung. Neu im Vorstand ist auch Dorothea Redeker, Geschäftsführerin des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein.

Meldungen: Die französische Tageszeitung Le Monde startet am 20. Mai die Edition "Le Musee du Monde" mit Kunstbüchern aus der Petite Collection des Taschen Verlags. Der von einem griechischen Gericht auf Grund "blasphemischer" Zeichnungen in seinem Comic "Das Leben des Jesus" verurteilte österreichische Karikaturist Gerhard Haderer ist in nächster Instanz freigesprochen worden.

Die Buchmacher vom 18.04.2005 - Börsenblatt

850 Veranstaltungen haben Buchhandlungen, Bibliotheken und Literaturhäuser bis dato zum diesjährigen UNESCO-Welttag des Buches am 23. April angekündigt. Die Pressesprecherin des Börsenvereins, Anja zum Hingst, geht davon aus, dass die Zahl noch steigt. Der Verband will mit seiner traditionellen Aktion "Leseköpfe" Lust auf Literatur machen.

Neuigkeiten in Sachen "Google Print": Die in den USA bereits als Beta-Versioin getestete Volltextrecherche soll, wie Google-Manager Jens Redmer dem Börsenblatt bestätigt hat, vor Jahresende in Deutschland eingeführt werden. Derzeit verhandle der Suchmaschinenbetreiber mit mehreren tausend Verlagen weltweit, in Europa vor allem in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland. Die Aufregung in der Buchbranche kann Google nicht nachvollziehen. Es gehe nicht darum, komplette Bücher kostenlos zugänglich zu machen, versuchte Redmer zu beschwichtigen. So sind zum Beispiel Vorkehrungen getroffen worden, dass die digitalisierten Texte nicht ausgedruckt oder in andere Programme exportiert werden können.

Noch sechs Monate sind's bis zur Frankfurter Buchmesse, doch, wie jedes Jahr, sorgt ein Thema bereits in der Vorbereitungsphase für Zündstoff: die überzogenen Hotelpreise. Während die Hotelverbände gegenüber der Frankfurter Rundschau kühl erklärt haben, der Durchbuchungszwang sei auch in 2005 gängige Praxis, sucht Buchmesse-Sprecher Holger Ehling noch das Gespräch mit ortsansässigen Hoteliers, um "annehmbare" Übernachtungskosten für Aussteller und Fachbesucher herauszuschlagen. "Die hohen Preise bringen dem Messestandort Frankfurt erhebliche wirtschaftliche Nachteile", skizziert Ehling im Börsenblatt die Problematik. Es gelte, den Standort für alle Beteiligten zu stärken.

Volker Neumann scheidet zum 30. April vorzeitig aus Geschäftsführung der Ausstellungs- und Messe GmbH Frankfurt aus, Jürgen Boos wird damit zum 1. Mai alleiniger Chef der Frankfurter Buchmesse, meldet der Onlinedienst des Börsenblatts. Mehr.

Abebooks, eigenen Angaben zufolge "die größte Plattform für den Handel mit antiquarischen Büchern", will sich ein zweites Standbein mit neuen Büchern schaffen. Der Online-Antiquar erwartet, dass besonders Verlage und Buchhandlungen mit Nischen- und Special-Interest-Angeboten Neuware bei Abebooks einstellen. Bei acht Prozent Provision pro verkauftem Buch plus Einstellgebühren für Abebooks dürfte sich - auf Grund der Preisbindung - die Resonanz in Grenzen halten.

Auf der Meinungsseite macht Hilmar Hoffmann, ehemals Vorsitzender der Stiftung Lesen, auf die Not der Büchereien aufmerksam.

Personalien: Vittorio Klostermann wurde in den Vorstand der Kurt-Wolff-Stiftung gewählt, Klaus Wagenbach daraus verabschiedet.

Meldungen: Max von der Grün, der sich in vielen seiner Schriften mit den Schattenseiten der alltäglichen Arbeitswelt auseinandergesetzt hat, verstarb 78-jährig. Nordkorea hat seine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse endgültig abgesagt - Korea ist in diesem Jahr Gastland. Zum 150. Todestag Heinrich Heines im Jahr 2006 sollte die Weimarer Säkularausgabe seines Werks fertiggestellt sein, nun fehlen dem damit betrauten Goethe - und Schiller-Archiv noch 100.000 Euro. Band 7 der Panini-Reihe "Red Eyes" ist neuerdings auf dem Index. Beim Hildesheimer Literaturfestival "Prosanova" stehen vom 26. bis 29. Mai junge deutsche Autoren im Mittelpunkt.

Die Buchmacher vom 12.04.2005 - Börsenblatt

Der Tod des Papstes beschäftigt die Mitarbeiter der Sachbuch-Verlage. Bereits am vergangenen Montag sei die "Bildbiografie Papst Johannes Paul II" des Chronik Verlags vergriffen gewesen, die Erinnerungen "Ein Fels mit Charme" und "Johannes Paul II - Vermächtnis und Visionen" aus dem St. Benno Verlag seien vorübergehend nicht lieferbar, weiß das Börsenblatt. Die Frage "Wann, wenn nicht jetzt?" im Hinterkopf würden eilig bereits erhältliche Papst-Titel nachgedruckt, aktualisiert, geplante Titel vorgezogen. Mehrere 100 Bücher über den letzten Pontifex sind nach Börsenblatt-Recherche in deutscher Sprache auf dem Markt, das Verzeichnis lieferbarer Büchner gebe den "Medien-Papst" für 62 Buchtitel als Autor an, auch wenn er nicht immer alleiniger Verfasser, sondern als Letztverantwortlicher fungiere.

Nur wenige Wochen nach dem Tod der Verleger-Persönlichkeit Karl Blessing hat sich die Nachfolge geklärt: Ulrich Genzler übernimmt neben seiner Leitung des Heyne Verlags die des Karl Blessing Verlags (beide gehören zu Random House). Im Börsenblatt betont Genzler, dass dies keine Notlösung sei. Er habe in den vergangenen Jahren eng mit Blessing als Taschenbuch-Partner zusammengearbeitet und man sei auf viele gemeinsame Vorlieben gestoßen. Programmatische Generalaussagen wollte Genzler noch nicht treffen. "Klar ist, dass wir die kraftvolle Tradition amerikanisch-angelsächsischer Erzähler beibehalten werden, ebenso die etablierten Programmlinien mit Kabarettisten wie Dieter Hildebrandt und Journalisten wie Frank Schirrmacher", sagte Genzler im Börsenblatt-Interview.

Der Fall "Harry Potter" deutet im Kleinen an, dass auf der Preisbindungs-Insel Deutschland noch paradiesische Zustände herrschen. Während die Buchhändler das preisbindungsfreie Original des sechsten Potter-Bandes seit Wochen mit Kampfpreisen bewerben (Weltbild: 15,75 Euro, Amazon: 15,80 Euro), hielten sich die Zwischenbuchhändler mit Aussagen zu Konditionen bisher zurück. Könemann brach als erstes Barsortiment das Schweigen und verlangt von den Buchhändlern 16,03 Euro pro Einzel-Exemplar, was einem Rabatt von 30 Prozent auf den vom Verlag empfohlenen Verkaufspreis (22,90 Euro) entspricht. Bleibt für Weltbild und Amazon zu hoffen, dass sie sich ihre Läger voll genug gepackt haben und nicht beim Barsortiment nachbestellen müssen.

Was die Digitalisierung von Buchinhalten - durch zum Beispiel "Search Inside the Book" bei Amazon (siehe auch buchreport.express) und "Google Print" - betrifft, sind Urheberrechtsklagen vorprogrammiert. "Bei allen Chancen, die sich vor allem für zusätzliche Buchverkäufe bieten mögen, sind die Verlage gut beraten, sich im vorhinein der Rechte beziehungsweise der Zustimmung der Urheber zu versichern", warnt der auf Medienrecht spezialisierte Anwalt Konstantin Wegner im Börsenblatt. In Streitfällen dürfte es, glaubt Wegner, schwierig sein, die Möglichkeiten von SItB und "Google Print" mit Leseproben, die ohne ausdrückliche Zustimmung oder Vergütung des Autoren verbreitet werden können, gleichzustellen.

Frank Schätzing
und sein Verlag Kiepenheuer & Witsch müssen sich schon jetzt mit einer Urheberrechtsklage auseinandersetzen. Dem Kölner Autor wird vorgeworfen, für seinen Roman "Der Schwarm" wörtlich Artikel von der Internetseite Ozeane.de übernommen zu haben. Zu den Hintergründen.

Heinrich Hugendubel
ist in der Nacht auf Freitag 68-jährig nach langer schwerer Krankheit verstorben, meldet der Onlinedienst des Börsenblatts. Hugendubel sei einer der großen deutschen Buchhändler gewesen, die Todesnachricht habe in der Buchbranche - unter Verlegern wie Sortimentern - große Betroffenheit ausgelöst.
Personalien: Pendo-Verleger Christian Strasser hat seine Mannschaft komplettiert: Neu im Boot sind Dörthe Binkert (Programm) und Helena Bommersheim (Marketing und Vertrieb).

Die Buchmacher vom 04.04.2005 - Börsenblatt

Schlechte Nachrichten für Urheber und Verlage vermeldet das Börsenblatt. Eigentlich hätte das Kabinett den für sie vorteilhaften Gesetzentwurf zum "Zweiten Korb" der Urheberrechtsreform im April verabschieden sollen (siehe Archiv), kurzfristig wurde der Termin abgeblasen und auf die lange Bank geschoben. Justizministerin Brigitte Zypries müsse bei der Regelung zur Geräteabgabe nacharbeiten, heißt es zur Begründung. Damit kommt sie dem Interessenverband der Geräteindustrie BITKOM (mehr) entgegen, der gegen die vorgesehenen Abgaben auf Scanner, Brenner etc. kämpft.

Wenig Hoffnung auf Aufwind macht Boris Langendorf der Branche. Langendorf, der die wirtschaftliche Entwicklung für den Buchhandel beobachtet, bemerkt zwar unter den Sortimentern eine bessere Stimmung als beispielsweise im "besonders tristen" Bereich Freizeit, Bildung und Unterhaltung. Für den gesamten Einzelhandel erwartet er weiterhin zurückhaltende Konsumfreude. Entscheidende Faktoren hierfür seien die "gefühlte Arbeitslosigkeit", nicht zu erwartende Einkommenserhöhungen sowie allgemein steigende Kosten und Abgaben.

Kritik an den Vorbereitungen für den Gastlandauftritt Südkoreas bei der Frankfurter Buchmesse äußerte der Präsident der südkoreanischen Künstlervereinigung, Hwang Sokyong. Sein Unmut bezieht sich unter anderem auf die übersetzten Bücher, die seiner Meinung nach "ein völlig unzureichendes Bild des Landes vermitteln". Für "pauschalisierend" und "wenig produktiv" hält Haegue Yang vom Organisationskomitee für den Gastlandauftritt (KOGAF) die Vorwürfe. "Die Mängel bei koreanischen Übersetzungen können nicht in einem Jahr gelöst werden", sagte sie dem Börsenblatt.

Random House Audio probiert zeitversetzt und mit unterschiedlichen Preisen diverse Vertriebsschienen bei Hörbüchern aus. Während John Grishams Justizthriller "Die Begnadigung" schon seit dem 17. März für 20,95 Euro zum Download auf Audible.de bereitgehalten wird, kommt der Titel zum empfohlenen Verkaufspreis von 29,50 Euro erst morgen in den Handel. Wie oft das Grisham-Hörbuch bisher heruntergeladen wurde, wollte Audible dem Börsenblatt nicht verraten.

Über die an den Haaren herbeigezogene Darstellung der Buchbranche im Fernsehen, lässt sich Rainer Moritz, Chef des Literaturhauses Hamburg, in seiner aktuellen Glosse aus.

Frankreich plädiert - als Alternative zu "Google Print" (siehe Archiv) - dafür, Bibliotheksbestände auf europäischer Ebene zu digitalisieren. Deutsche Verlagsmitarbeiter sind, wie ein Rundruf des Börsenblatts zeigt, tendenziell skeptisch.

Einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller, Peter Handke, macht auf sich aufmerksam, indem er über seinen Verlag verlauten lässt, grundsätzlich keinen Preis mehr erhalten zu wollen. Deshalb habe Handke auch die Inszenierung seines "Untertagblues" vom Wettbewerb um den Dramatikerpreis in Mühlheim a. d. Ruhr zurückgezogen, schreibt das Börsenblatt.

Meldungen: Als neue Ausstellergruppe kann sich künftig die Presse (Fach-, Publikums- und Internationale Presse) auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren.

Die Buchmacher vom 29.03.2005 - Börsenblatt

Kaum sind die Pforten der Leipziger Buchmesse (siehe auch Perlentaucher-Archiv) geschlossen, denkt Buchmessedirektor Oliver Zille darüber nach, wo Konzepte für 2006 überarbeitet werden müssen. "Die Wirtschaftlichkeit hat sich unterm Strich verbessert", äußerte Zille zufrieden gegenüber dem Börsenblatt. Nachbessern will er am neuen Hallenlayout ("bei mehr Fläche gleichzeitig übersichtlich und kompakt bleiben") und am Ablauf der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse, die dieses Jahr zum ersten Mal stattfand (hier die Preisträger der Sparten nebst Begründungen). Keinen Handlungsbedarf sieht Zille in Bezug auf die "Konkurrenzveranstaltung" lit.Cologne: "Köln hat diesen widersinnigen Wettbewerb angezettelt und nur Köln kann das Problem der Terminüberschneidung lösen."

Branchentreffs bieten ein gutes Forum fürs Auf-die-Schultern-klopfen und Preise überreichen. So sind in Leipzig die Verleger Stefan Weidle und Mark Lehmstedt mit dem Kurt-Wolff-Preis ausgezeichnet worden, FAZ-Journalist Hubert Spiegel mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Birgit Schollmeyer holte mit dem "Bücherwurm" in Braunschweig den Titel "Kinderbuchhandlung des Jahres", Michael Lentz erhielt den Preis der Literaturhäuser, Der Audio Verlag den "Hörkules" Hörbuchpreis des Buchhandels für "Die Päpstin" und der venezolanische Grafiker Alvaro Sotillo den Gutenberg-Preis.

87 Antiquare waren diesmal mit rund 25.000 bibliophilen Schätzen (Bücher, Grafiken, Autografen) als Aussteller an die Pleiße gekommen - mehr denn je. Allerdings: Dass die Zahl der Messebesucher in 2005 ein neues Rekordniveau erreichte, machte sich bei den antiquarischen Buchhändlern nicht bemerkbar. "Hier wurden sogar weniger Besucher als im Vorjahr gezählt", hat das Börsenblatt erfahren. Die Aussteller schieben das vor allem auf den "schlechten neuen Standort" innerhalb des Messegebäudes: Das Zufallspublikum und junge Messebesucher seien ausgeblieben, nur die engagierten Sammler nach wie vor vertreten gewesen.

Mit der zur Buchmesse freigeschalteten SZ-Mediathek probiert sich der Süddeutsche Verlag als Online-Buchhändler - der "Aufreger der Woche", findet das Börsenblatt. Das Mediathek-Angebot umfasst neben den SZ-Editionen (SZ-Bibliothek, SZ-Cinemathek und "Klavier Kaiser") ein Vollsortiment von bis zu 350.000 Medienartikeln, darunter circa 300.000 Bücher, die von einem Zwischenbuchhändler bezogen werden. Als zusätzlichen Service finden die Kunden neben Produktinformationen Rezensionen aus der SZ und Empfehlungen der Redaktion. Rudolph Braun-Elwert, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein, ereifert sich über einen "verzweifelten Versuch, im Verdrängungswettbewerb Marktanteile zu erobern".

Auf der Meinungsseite schreibt Vertriebler Wolfgang Reichardt allgemein über die Verteilungskämpfe in der Branche.

Eine wichtige Hilfe zur Orientierung auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt sind die kürzlich bekannt gegebenen Nominierungen für den Deutschen Jugendliteraturpreis. Überraschungstitel ist Haruki Murakamis "Kafka am Strand", ein "All-Age-Titel", den die Jugendjury (daneben gibt es eine Kritikerjury von Erwachsenen) auf die Liste gesetzt hat. "Wenn sich an den Nominierungen Trends ablesen lassen, dann diese Auflösung der Altersgrenzen und die Abkehr von der Fantasy-Flut", kommentiert das Börsenblatt.

Meldungen: 2004 sind nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen 1,4 Millionen Bilderbücher verkauft worden; bei derzeit 4,5 Millionen Kindern unter sechs Jahren macht das im Schnitt 0,3 Bilderbücher pro Kopf. Die Bild-Zeitung hat in Zusammenarbeit mit Edel Records frühe Gedichte des Papstes herausgebracht. Mit rund 50.000 Besuchern und einer Auslastung von 92 Prozent übertraf die lit.Cologne erneut die eigene Vorjahresbilanz; die parallel laufende Audio Books Cologne erreichte lediglich 4000 Interessierte (Konsequenz: 2006 wird die Kölner Hörbuchmesse vor - und nicht während - der Leipziger Buchmesse mit Schwerpunkt Hörbuch vonstatten gehen). Ebenfalls in 2006 will die Koelnmesse eine Kinderbuchmesse auf die Beine stellen.

Die Buchmacher vom 21.03.2005 - Börsenblatt

Mit 108.000 Besuchern (6000 mehr als im Vorjahr), zehntausenden Interessierten bei den 1500 Veranstaltungen des Lesefestivals "Leipzig liest" und 2142 Ausstellern aus 31 Ländern hat die gestern zu Ende gegangene Leipziger Buchmesse Rekorde aufgestellt, zieht der Onlinedienst des Börsenblatts eine erste Bilanz. Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann wertete die Literaturschau als "vollen Erfolg".

"Not amused" sind die Buchhändler über die Bezugsbedingungen für "Harry Potter and The Half-Blood Prince", die ihnen letzte Woche ins Haus flatterten. Unterschreiben müssen die Sortimenter dem für den Vertrieb zuständigen Berlin Verlag beispielsweise, dass sie den neuen Potter nicht vor dem 16. Juli, eine Minute nach 1 Uhr (00:01 Uhr der britischen Sommerzeit) verkaufen. Ferner ist es den Sortimentsmitarbeitern verboten, das Buch vorher anzuschauen oder zu lesen, und damit nicht genug: Selbst das Fotografieren der geschlossenen Kartons, die das Werk enthalten, wird in dem 13 Punkte umfassenden Verkaufsvertrag untersagt.

Mit Bauchentscheidungen und ohne klares Profil können die Verlage heutzutage keinen Blumentopf gewinnen, glaubt Marketing-Fachmann Rainer Groothuis (mehr) und widerspricht auf der Meinungsseite dem vor zwei Wochen abgedruckten Beitrag des Verlegers Vito von Eichborn. Marken seien, die Buchbranche betreffend, weit mehr als blaudosige Verpackungen, schreibt Groothuis, nämlich Image, Orientierung und ein erlebbares Versprechen für die Leser. Den Verlagen diene die Markenbildung zur Existenzsicherung, sie mache unabhängiger von Zufällen, gestrigen Worten und vergessenen Taten.

Die unabhängige Literatur- und Verlagsszene muss als wichtiger Bestandteil der kulturellen Vielfalt begriffen werden, mahnt Das Wunderhorn-Verleger Manfred Metzner und fordert die Buchhändler mit der Parole "Slow Buch statt Schnelldreher" auf, ausgefallenen Verlagsprogrammen Platz zu schaffen.

Das Literarische Quartett gibt sich anlässlich des 200. Todestags Friedrich v. Schillers noch einmal die Ehre: Zur "gewohnten" Sendezeit, an einem Freitag (29. April, 22:35 Uhr, ZDF), streitet sich die Diskussionsrunde mit Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Iris Radisch und Gast Elke Heidenreich über Schillers Dramen. Fehlt allerdings Sigrid Löffler.

Der Dachverband der deutschen Bibliotheken, BID (mehr), fordert die Einrichtung einer Bibliotheksentwicklungsagentur. Diese solle, erläutert das Börsenblatt, unter anderem verbindliche Qualitätsstandards erarbeiten. BID-Sprecher Georg Ruppelt fordert, dass "Bibliotheken nicht mehr nur als Medienanbieter, sondern als Institutionen der Bildung betrachtet und entsprechend in Bildungsprojekte einbezogen werden".

Personalien: Der Münchener Verleger Karl Blessing verstarb nach einer langen, schweren Krankheit im Alter von 63 Jahren. Peter Lieger ist schon nach einem halben Jahr als Geschäftsführer der Lübbe Verlagsgruppe zurückgetreten.

Meldungen: Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung rechnet ein gutes Fünftel der Sortimenter fest mit einen Aufschwung. Der österreichische Karikaturist Gerhard Haderer wurde für seinen Band "Das Leben des Jesus" in Griechenland wegen der "Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft" zu sechs Monaten Haft verurteilt. Der Campus Verlag startet im April mit Campus-Digibook den Vertrieb digitaler Bücher via Internet - der Kunde erwirbt dabei für einen Titel Lese-, Druck- und Kopierrechte und bekommt über ein Passwort befristet Zugang zu den HTML-basierten Inhalten. Audible.de bietet mit seinem neuen Angebot "Podcast" den Download von vertonten Blogs, Tagebucheinträgen im Netz, an.

Die Buchmacher vom 14.03.2005 - Börsenblatt

"Es wird keinen Rücktritt vom Rücktritt geben", bekräftigt Jürgen Horbach, Chef der Deutschen Verlags-Anstalt, im Börsenblatt: Die DVA bleibt bei ihrem Entschluss, die geplante Veröffentlichung der Autobiografie des Dramatikers Rolf Hochhuth zu stoppen. Grund ist Hochhuths in einem Interview mit der Jungen Freiheit geäußerte Sympathie für den britischen Holocaust-Leugner David Irving ("... ein fabelhafter Pionier der Zeitgeschichte"). Mittlerweile hat sich der Theatermacher von seiner Aussage distanziert. Weitere Infos im Internet-Angebot des ARD-Kulturmagazins "TTT", das den "Fall Hochhuth" in seiner vorletzten Sendung aufgerollt hat.
Der Branchentreff Leipziger Buchmesse wartet in 2005 abermals mit Rekordzahlen auf. Mehr als 2100 Aussteller aus 30 Ländern sollen vom 17. bis 20. März mehr als 100.000 Besucher anlocken. Neben der Zahl der Aussteller wuchs auch die Ausstellungsfläche um zwölf Prozent auf annähernd 50.000 Quadratmeter. "Wir haben dieses Jahr einen Riesensprung gemacht", so die Vorab-Bilanz von Messe-Direktor Oliver Zille letzte Woche im Berliner Büro des Börsenvereins. Mehr.

Anders als im Jahr 2003, in dem Random House und Bonnier die Verlagsgruppe Ullstein Heyne List untereinander aufteilten, ist das vergangene Jahr ohne aufsehenerregende Übernahmen zu Ende gegangen. "Insgesamt wechselten in 2004 18 Verlage den Besitzer, ebenso viele wie 2003", ergibt eine Studie der Unternehmensberatung Cross Media Consulting. Gemessen am Umsatz der beteiligten Unternehmen kam es auf dem Schulbuchmarkt zur größten Transaktion: Hier verleibte sich die Berliner Cornelsen Verlagsgruppe die Münchener Oldenbourg Verlage ein.

Nach der Entscheidung für Indien als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2006, steht nun auch das Gastland für 2007 fest: Katalonien. Zum ersten Mal wird eine Region eines Landes, ein historischer Kulturraum im Mittelpunkt stehen. Messe-Direktor Volker Neumann spricht von einer "neuen Herangehensweise an das Konzept des Gastlands". Um die Messe einer kulturell interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren, werde man sich auch in Zukunft sämtliche Optionen offen halten. International bekannte katalanische Autoren sind zum Beispiel Carlos Ruiz Zafon und Juan Goytisolo.

Das Lesefestival lit.Cologne (diesmal vom 16. bis 20. März) wird im kommenden Jahr von fünf auf neun Tage ausgedehnt und erstreckt sich dann über zwei Wochenenden. "Mit 50.000 Besuchern und knapp 90 Veranstaltungen an nur fünf Tagen ist das Festival an seine logistischen Grenzen gestoßen", erklären die Veranstalter im Börsenblatt.

Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann gibt im Börsenblatt-Interview zu, dass der kulturelle Auftrag des Branchenverbands in den vergangenen Jahren "etwas auf der Strecke geblieben" ist und sieht die Gründe in der Auseinandersetzung mit der Politik und in internen Umstrukturierungen. In Zukunft gehe es darum, sich darauf zu besinnen, was den Börsenverein in seinem Wesen ausmache. Er sei eben nicht nur ein Wirtschafts-, sondern auch ein Kulturverband. Das müsse wieder stärker nach außen kommuniziert werden.

Zwischenbuchhändler Libri startet ein Sortiment mit E-Books. Die vom Börsenblatt befragten Buchhändler äußerten sich überwiegend skeptisch zu dem dem neuen Angebot.

Rainer Moritz
, Chef des Hamburger Literaturhauses, ist in seiner aktuellen Glosse den Lesevorlieben der Frauen auf der Spur.

Meldungen: Das Literarische Colloquium Berlin vergibt in diesem Jahr erstmals das Stipendium Autorenwerkstatt Prosa 2005 für deutschsprachige Autoren. Digital Publishing stellt ein kostenloses Übersetzungsportal für Englisch und Französisch ins Netz; das 500.000 Einträge umfassende Wörterbuch liefert Übersetzungen von Einzelwörtern und Texten mit bis zu 500 Zeichen.

Die Buchmacher vom 28.02.2005 - Börsenblatt

Noch zwei Wochen verbleiben bis zum zweitgrößten deutschen Branchentreff, der Leipziger Buchmesse. Viel versprechen sich die Organisatoren von der Premiere des so genannten Preises der Leipziger Buchmesse, der am Abend des 17. März verliehen wird. Mit ihm solle das literarische Profil der Messe geschärft werden, erklärte Buchmessen-Chef Oliver Zille dem Börsenblatt. "Die Belletristik ist der Kern der Buchmesse. Deshalb war es für uns so wichtig, mit diesem Preis ein Zeichen zu setzen - und zwar qualitativ." Martin Lüdke, Jury-Vorsitzender, setzt auf die Wechselwirkung zwischen Preis der Leipziger Buchmesse und der Messe selbst: "Die Aufmerksamkeit des gesamten Kulturbetriebs ist im März auf Leipzig fokussiert. Preis und Buchmesse könnten sich auf Dauer in ihrer Sogkraft wechselseitig verstärken."

Welche ökonomischen Folgen haben die Billig-Bibliotheken für die Buchbranche? fragte die AG Publikumsverlage im Januar besorgt. Eine aktuelle Umfrage vom Branchenbeobachter Langendorfs Dienst besagt, dass der Anteil am Gesamtumsatz von nicht messbar bis zwei Prozent reicht. Der Mittelwert liege bei einem Prozent. Die Verlage haben dem Anschein nach rasch reagiert: Einhergehend mit der neuen Billigware sei der Bücherpreis in 2004 gesunken, zuletzt sogar beschleunigt, so ein Ergebnis der Analyse. Die Buchhandlungen hätten mit den Buchreihen nicht mehr Umsatz erzielt, sondern eher den gleichen Umsatz mit mehr Büchern - und erfreulicherweise mehr Kunden.

Buchhandelsketten-Geschäftsführer Tom Kirsch geht auf der Meinungsseite mit Ex-Verleger Arnulf Conradi und dessen Rede vor der AG Publikumsverlage (siehe auch Perlentaucher-Archiv) ins Gericht. Wie Kirsch die Geschichte und Gegenwart des Deutschen Buchhandels sieht und darin Kollegen Nachhilfe gibt, hier.

Der angekündigte Weggang von Börsenvereins-Geschäftsführer Harald Heker (Archiv) und die Mitgliedschafts-Kündigung gleich mehrerer hoher Beitragszahler (Archiv) scheint den Verband noch einmal wachgerüttelt zu haben. Die Arbeitsgemeinschaft Verbandsreform fordert nun eine neue Kommunikationsstruktur. Hier ein ausführliches Interview mit AG-Mitglied Matthias Ulmer.

Meldungen: Die Edition Büchergilde startet am 7. März die auf 20 Bände angelegte Reihe Die verschwiegene Bibliothek, welche charakteristische Autoren und Texte aus dem "Archiv unterdrückter Literatur der DDR" vorstellt. Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz will sein Gesamtwerk unter einem Dach wissen und wechselt von Suhrkamp zurück zu Rowohlt. Der Umsatz mit Bild-Ton-Trägern hat sich innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt (2004: 1,747 Milliarden Euro).

Die Buchmacher vom 21.02.2005 - Börsenblatt

Nach den Filmfestspielen ist vor den Filmfestspielen. Fürs nächste Jahr hat sich Katharina Werdnik, Buchmessen-Projektmanagerin für den Bereich Film & TV, eine noch intensivere Kooperation von Buch- und Filmemachern auf der Berlinale vorgenommen. Unter anderem solle die Frankfurter Buchmesse mit einem Gemeinschaftsstand im European Film Center präsent sein und ein Rechte-Katalog erstellt werden, sagte Werdnik dem Börsenblatt. Was die Berlinale der Buchbranche bringt, erzählen Verlagsmitarbeiter und Agenten.

21 Milliarden Euro setzt die europäische Verlagsindustrie um, ist somit ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Bei einem Treffen mit EU-Kommissar Charlie McCreevy wünschte sich Jürgen A. Bach, Präsident des Europäischen Verlegerverbands FEP (mehr), ein besonderes Augenmerk auf das Wachstumspotenzial der Kulturindustrie, einschließlich des europäischen Verlagswesens. Bach forderte von Brüssel vor allem eine "ausgewogene Urheberrechtsgesetzgebung, die Kreativität und Investitionen belohnt".

Mit nur einem Buch (Verena Steiner: "Energiekompetenz") im Programm geht Christian Strasser heute mit dem Pendo Verlag (Schwerpunkte: Literatur, Biografien, politisches Sachbuch) an den Start; für den Herbst sind immerhin zwölf Titel vorgesehen. Unklar ist, ob die Pendo-Übernahme von Eichborn nur der Anfang sein soll, um eine größere Verlagsgruppe zu schaffen, schreibt das Börsenblatt in Anspielung darauf, dass Strasser früher Chef des Branchenriesen Ullstein Heyne List war.

Vor zwei Wochen orakelte das Börsenblatt, dass das Nachfolgeprojekt der SZ-Bibliothek publikumswirksam zur Leipziger Buchmesse auf den Markt kommen könnte. Jetzt geht alles noch viel schneller: Am 5. März fällt der Startschuss für die SZ-Cinemathek, die 50 Spielfilme auf DVD (hier die Titelliste) a 9,90 Euro (Preisempfehlung) umfasst. Wie bei der Buchreihe erhalten SZ-Abonnenten und die ersten Zeitungskäufer am Kiosk den ersten Teil, Viscontis "Der Leopard", gratis.

Der scheidende Hauptgeschäftsführer Harald Heker (mehr unter "Buchreport") blickt auf seine Zeit beim Börsenverein zurück.

Den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Stiftung Buchkunst teilen sich in diesem Jahr die Verlage Carlsen, Thieme und Die Gestalten. Mehr.
Wie kleine und mittlere Sortimenter sich mit Schnäppchen profilieren können, beschreibt Horst Baraczewski, Gesellschafter der Bremer Fachbuchhandlung Geist, auf der Meinungsseite.

Personalien: Daniel Kampa, Assistent des Diogenes-Verlegers Daniel Keel, wird zusätzlich Geschäftsleitungsmitglied. Claus Koch übernimmt ab März die Position des Verlagsleiters Fachbuch bei Beltz. Stefan Weidle wird für sein auf Emigranten-Literatur der 20er und 30er Jahre spezialisiertes Verlagsprogramm mit dem Kurt-Wolff-Preis ausgezeichnet und mit einer Preissumme von 26.000 Euro honoriert.