Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 26 von 33

Die Buchmacher vom 09.12.2002 - Börsenblatt

Falk New Media, eine Tochter von Mairs Geographischer Verlag, testet einen Bezahldienst im Internet. Dabei geht es um einen Reiseplanungsdienst, der "zwischen dem herkömmlichen Stadtplan und GPS-basierten Navigationssystemen" angesiedelt ist: Der User kann seine Route planen und dann einzelne Plan-Quadrate eines Stadtplans ausdrucken. "Das Jahresabonnement soll 6,99 Euro kosten - das entspricht dem Preis der Stadtpläne." Bislang rechnet sich das Angebot nicht. Nach Unternehmensangaben wird das Angebot zurzeit von mehr als 100 Testpersonen getestet.

Ein paar Seiten weiter hinten berichtet das Börsenblatt allerdings, dass Internet-Nutzer für Informationen kein Geld ausgeben wollen. Zu diesem Ergebnis sei die Allensbacher Computer- und Telekommunikations-Analyse 2002 gekommen. "Mehr als ein Drittel der 10.500 befragten Personen wollen ihre Informationen aus dem Netz am liebsten kostenlos abrufen. Zwei Drittel geben zwar an, dass sie dafür Geld ausgeben würden. Doch sie machen schnell wieder einen Rückzieher, wenn es um konkrete Nachfragen geht." Nur sieben Prozent würden für die Nutzung von Zeitungs- und Zeitschriftenarchiven zahlen, zehn Prozent für Routenplaner und zwölf Prozent für Dienste, die den günstigsten Einkaufspreis für ein Produkt ermitteln.

Dessen ungeachtet setzt auch die Brockhaus Duden Neue Medien GmbH auf das Bezahlgeschäft im Netz. Das Unternehmen hat das Portal Xipolis.net komplett von Tanto-Xipolis übernommen. Neben Holtzbrinck und der Berliner Capital Fund bleibt auch Brockhaus Gesellschafter von Portal Xipolis.

Wer darauf gehofft hatte, vor Weihnachten Bücher des insolventen Könemann Verlags besonders günstig zu bekommen, hat Pech gehabt: Die Auslieferung der Restbestände des Kölner Verlags verzögert sich. "Ursache dafür sind offenbar logistische Probleme, geht es doch offenbar um rund drei Millionen Könemann-Bücher." Für diese habe der Insolvenzverwalter Paul J. Gross mittlerweile Käufer gefunden. Als Hauptabnehmer gelte das Großantiquariat Zanolli. Dort rechne man damit, dass die Titel frühestens im Januar 2003 eingehen. Gross selbst dagegen sagt: "Die Titel sind in der Pipeline". Allerdings, so das Börsenblatt, habe der Insolvenzverwalter offen gelassen, was dies bedeute. "Informationen, wonach bereits drei Millionen Bücher eingestampft worden seien, dementierte Gross."

Weitere Meldungen: Die Eichborn AG hat einen Verlust von 2,476 Millionen Euro angehäuft und fast ein Viertel ihres Umsatzes eingebüßt. Die Abteilung Berufsbildung des Börsenvereins wird bei den Schulen des Deutschen Buchhandels in Frankfurt-Seckbach angesiedelt. Die Fachbuchhandlung Struppe & Winckler ist noch immer an Kiepert-Standorten interessiert. In der Reihe "Internationale Fachverlage" stellt Holger Ehling den Finanzspezialisten McGraw-Hill vor. Die Zeitschrift "Personal-Profi" erscheint künftig bei der Huss-Medien GmbH (bisher beim Wirtschaftsverlag C.H. Beck). Nils Kahlefendt hat sich mit Oliver Zille von der Leipziger Buchmesse über Perspektiven der Messe unterhalten (und die sehen laut Zille trotz Branchenkrise ganz gut aus). Katrin Hage berichtet vom NCC-Forum Buch, das unter dem Titel "Wie sich das Buch neue Märkte schafft - Erfolg durch Kundenorientierung" Mitte November in Düsseldorf stattfand. Und Regine Meyer-Arlt stellt die Hannoveraner Buchhandlung Leuenhagen & Paris vor, die am 1. Oktober 50 Jahre alt wurde.

Die Buchmacher vom 02.12.2002 - Börsenblatt

"Kernkompetenz" bleibt die Losung. Auch die Verlagsgruppe Dornier will sich darauf konzentrieren. "Der Strategie zum Opfer fallen drei Verlage und zwölf Arbeitsplätze." Dornier schließt den Berliner Verlag Henschel (Schwerpunkt Biografien) sowie die Leipziger Verlage E.A. Seemann (Architektur) und Edition Leipzig (Kulturgeschichte). Das Verlagsspektrum der Gruppe sei zu breit gewesen, zitiert das Börsenblatt den für Marketing und Vertrieb zuständigen Dornier-Geschäftsführer Olaf Carstens. "Künftig wolle man sich auf spirituelle Literatur und Esoterik konzentrieren, die in den Programmen der Dornier-Verlage Kreuz, Urania, Brandenburgisches Verlagshaus, Lüchow und Theseus verankert sind." In der Verlagsgruppe herrsche, so das Böbla weiter, keine Einigkeit über die neue Strategie. Programm-Geschäftsführerin Sabine Schubert scheide aus dem Unternehmen aus.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem Gesamtverein für die Buchbranche ist getan: Der Vorstand des Börsenvereins und die Vorsitzenden der bisher unabhängigen Landesverbände (die künftig den Länderrat bilden) haben die Satzung der gemeinsamen Holding einstimmig verabschiedet. Zu der Holding gehören die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, die Ausstellungs- und Messe GmbH (AuM) und die Buchhandels-Service-Gesellschaft (BSG). Der Börsenverein ist mit 70, die Landesverbände sind mit 30 Prozent an der Holding beteiligt.

In Frankreich wächst die Angst vor dem "Mega-Monster" Hachette Livre. Die Groupe Lagardere, zu der Hachette gehört, kaufte unlängst Vivendi Universal Publishing (VUP). Damit gehört die größte Verlagsgruppe des Landes nun der bisherigen Nummer zwei. Die Groupe Lagardere habe den Zuschlag für VUP nicht zuletzt deshalb bekommen, "weil sie dem klammen Vivendi-Chef Jean-Rene Fourtou sofort einen Scheck über 1,25 Milliarden Euro zukommen lassen konnte - das nötige Kleingeld erwirtschaftet Lagardere mit Rüstungsgütern, im Automobil- und im Flugzeugbau", schreibt Ralf Klingsieck in einem Hintergrundartikel. Die EU-Kommission muss der Übernahme von VUP durch Hachette noch zustimmen. Offenbar will sich Brüssel jedoch damit zufrieden geben, dass ein paar VUP-Schulbuchverlage abgestoßen werden. "Dass der neue Verlagspool Hachette / VUP bei Lexika praktisch ein Monopol hätte, den Taschenbuchmarkt zu 80 Prozent und vor allem den Buchvertrieb zu 70 Prozent beherrschen würde, scheint Brüssel nicht zu stören - wohl aber die Branche." Einige Verleger haben eine Initiative gegründet, um gegen die absehbare Kommissionsentscheidung Einspruch zu erheben.

Begeistert berichtet Michi Strausfeld über die Deutschen Buchwochen in Madrid und Barcelona. Obwohl in kein Land so viele Lizenzen verkauft würden wie nach Spanien, hielte sich dort hartnäckig das Vorurteil, deutsche Literatur sei langweilig und erzähle nicht. Zu den Buchwochen kamen dennoch "viele neugierige Menschen", um unbekannte Autoren zu hören. Und erlebten eine Überraschung: "Die deutschen Schriftsteller erwiesen sich als humorvoll, sie erzählten spannend, diskutierten lebhaft, kurzum: 'ganz untypisch'."

Weitere Beiträge: Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) beteiligt sich mit 18,75 Prozent am angeschlagenen Süddeutschen Verlag. Der Stuttgarter Verlag Dino Entertainment schreibt wieder schwarze Zahlen. Die Buchhandlung Orell Füssli, Marktführer in der deutschsprachigen Schweiz, hat eine sechste Filiale in Zürich eröffnet und plant weiteres Wachstum. Und in der Reihe "Der Autor und sein Lektor" lobt der Schriftsteller Andreas Altmann den rabiaten Überschwang seines Lektors Marcus Gärtner.

Die Buchmacher vom 02.12.2002 - Börsenblatt

Nach der Übernahme von BOL beansprucht Buch.de den Titel "Zweiter nach Amazon" für sich. Doch Weltbild widerspricht: "In diesem Jahr, so der Augsburger Konzern, werden die vier Marken Weltbild, Jokers, Booxtra und Buecher.de inklusive ihrer Ableger in Österreich und der Schweiz einen Umsatz von mehr als 70 Millionen Euro erzielen. Dies käme einer Steigerung von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleich."

Das Buch "La prophetie des pierres" hat in Frankreich eine Auflage von 10.000 Exemplaren erreicht. Das wäre an sich noch nicht weiter bemerkenswert. Doch die Autorin, Flavia Bujor, ist 14 Jahre alt. Im kommenden Frühjahr erscheint das Buch in Deutschland bei List. Die Rechte seien, so das Börsenblatt, auch nach Italien, Spanien, Großbritannien, Portugal, Japan, in die Niederlande und in die USA verkauft worden. In Hollywood sei bereits ein Film in Planung.

Passend zu dieser Meldung berichtet Eckart Baier über die Bemühungen des Sortiments, die über 14-Jährigen in die Buchhandlungen zu locken. "Es ist nicht leicht, den Geschmack junger Leute zu treffen. Ansprache, Titelauswahl, Dekoration und Atmosphäre müssen stimmen, damit sie sich in einer Buchhandlung angesprochen und wohl fühlen. 'Eine Gratwanderung', sagt Stefanie Perstat, Buchhändlerin bei Baedeker in Essen. Denn gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: 'Die Jugendlichen wollen nicht, dass man sich ihnen anbiedert.'" Engagement für die Zielgruppe scheint sich allerdings auszuzahlen. "Eine günstigere Platzierung der 14-plus-Abteilung, eine durchdachtere Auswahl und Sortierung der Titel - schon lief der Bereich in der Buchhandlung Faller im hessischen Pfungstadt besser. (...) Auch die Idee, eine Praktikantin mit einer Bücherkiste in eine Schulbibliothek zu schicken, war ein großer Erfolg." Bereits nach zwei, drei Monaten habe der Umsatz "spürbar" angezogen.

Michael Roesler-Graicher referiert Ergebnisse der Focus-Studie "Der Markt der Bücher im Wandel". Die Studie habe einen klaren Verbrauchertrend ermittelt: "Die Buchkäufer tendieren zunehmend zu preiswerten Titeln. Vor allem Taschenbücher sind angesagt. (...) Nach wie vor steige auch das Interesse an Belletristik sowie Kinder- und Jugendbüchern - wobei der Absatz von Hardcovern schleppend verlaufe, so die Studie. Einige Buchverlage haben inzwischen darauf reagiert und legen beispielsweise Kriminalromane nur noch im Taschenbuch auf." Hinter der positiven Umsatzentwicklung bei der Belletristik verberge sich allerdings laut Focus ein Trend zur Trivialisierung.

Zum internationalen Writers-in-Prison-Day erinnerten Börsenverein und PEN-Zentrum an die weltweite Verfolgung von Schriftstellern und Publizisten. Der deutsche PEN-Generalsekretär Wilfried F. Schoeller sagte in einer Rede im Goethe-Haus in Frankfurt am Main, Jean Amery sei ein "Zeuge für alles, was heute geschieht". Amery überlebte verschiedene Konzentrationslager. 1945 wurde er in Bergen-Belsen befreit. "Doch bevor Schoeller (...) auf Amery zu sprechen kam, nannte er bedrückende Zahlen von weltweit verfolgten Autorinnen und Autoren, Publizisten und Journalisten. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden 16 getötet, 15 sind verschwunden, fünf wurden entführt, 126 verfolgt, 167 waren kurz in Haft. Vom Tod bedroht waren 59; in weitere 59 Fällen wurden Autorinnen und Autoren auf andere Weise bedroht. 67 Fälle sind bekannt, in denen sie attackiert wurden."

Ein Videofilm über Berlin, den ein Berliner Buchhändler produziert hat, ist zu einem kleinen Kassenschlager geworden. 2.300 Videos zum Preis von je 12,80 Euro seien in den vergangenen elf Wochen über die Ladentheke des Buchhändlers Wieland Giebel gegangen. Giebels Geschäft "Berlin Story" hat allerdings einen entscheidenden Vorteil: Es liegt direkt an der Straße Unter den Linden.

Weitere Meldungen: Der Süddeutsche Verlag baut bis Ende 2004 weitere 300 Stellen ab; in diesem und im kommenden Jahr werden 650 Arbeitsplätze gestrichen. Buch.de übernimmt die deutschsprachigen BOL-Shops, nicht aber die Mitarbeiter. Lübbe legt die Lektorate für Hardcover und Taschenbuch zusammen. Auch Computerbuchverlage haben erkannt, dass das Cover-Design ein Marketing-Instrument ist; jüngst der Verlag Markt + Technik, dessen erste Titel nun mit farbenfrohen Umschlägen erscheinen. Und Christina Schulte stellt den VLB online Titelservice vor.

Das Heft enthält einen Schwerpunktteil zum Thema Recht / Wirtschaft / Steuern.

Die Buchmacher vom 25.11.2002 - Börsenblatt

Random House konzentriert sich immer noch ganz auf das Kerngeschäft. Deshalb verkaufte die Verlagsgruppe ihren 75-prozentigen Anteil an dem Wiener Verlag Kremayr & Scheriau an Martin Scheriau, der bisher die übrigen 25 Prozent gehalten hatte. "Unternehmenssprecher Tim Arnold sagte, der Verkauf sei eine 'strategische Entscheidung'. Man wolle sich weiter auf das Kerngeschäft konzentrieren. Random House hatte erst vor zwei Jahren den Verlag enger an die Konzernzentrale angebunden; Bereiche wie Presse und Rechte wurden von München aus gemanagt." Martin Scheriau will laut Börsenblatt zurück zu den Anfängen des Verlags: "Biografien sowie kultur- und geistesgeschichtliche Sachbücher, vor allem aber Austriaca."

Die meisten Buchhändler lehnen den verkaufsoffenen Sonntag eher ab. Das ergab eine Umfrage des Börsenblatts. "Nahezu alle befragten Sortimente bestätigten, dass der verkaufsoffene Sonntag ihnen Kunden am darauf folgenden Montag wegnehme." Ein weiterer Grund: Das Familienleben der Mitarbeiter komme zu kurz. "Auch aus finanzieller Sicht lohnt sich der verkaufsoffene Sonntag nicht. Die zusätzlichen Personal- und Betriebskosten (Strom, Heizung) werden durch die Zusatzumsätze nicht immer gedeckt. Das sagen sogar jene, die prinzipiell nichts gegen den Sonntag als Verkaufstag einzuwenden haben".

Drei Monate nach der Flutkatastrophe bringt das Börsenblatt in einem kurzen Artikel drei Beispiele von Buchhändlern, die nicht aufgegeben haben: Die Franz-Mehring-Buchhandlung in Freital, die komplett zerstört worden war, hat wieder eröffnet, die Meißener Filiale von Buch & Kunst konnte den Betrieb ebenfalls wieder aufnehmen. Die Buchhandlung Roscher in Burkhardtsdorf musste den Standort wechseln.

Nicola Bardola stellt einige Klassikerverlage vor. Darunter natürlich auch Reclam. "Das Bedauerliche am Klassikermarkt ist: Er ist bescheiden und durch keinen Medienzirkus vergrößerbar. Das Schöne am Klassikermarkt ist: Er ist stabil und verlässlich", sagt Reclam-Verleger Frank Rainer Max. Am Rande des Artikels gibt es eine Liste mit Kanon-Büchern der letzten Zeit, darunter "Das Buch der 1.000 Bücher" von Joachim Kaiser und die Kassette "Der Kanon" von Marcel Reich-Ranicki.

Volkhard Bode stellt den Berlin-Brandenburgischen Bebra Verlag vor. Der Verlag wächst. Seit einem Jahr gibt es eine Krimi-Reihe, nun soll die historische Forschung stärker ins Programm geholt werden. Im nächsten Jahr soll eine Hörbuch-Schiene dazu kommen.

Weitere Meldungen: Das ehemalige Hauptgeschäft der Dresdner Buchhandlung Richter wird von Christine Polak weitergeführt. Der Sortimenter-Ausschuss des Börsenvereins kämpft um vorteilhaftere Konditionen. Der Fachverlag Wiley-VCH verschiebt sein Computerbuchprogramm. Karstadt hält an seinen Buchabteilungen fest. Die WBG steigt in das Geschäft mit digitalen Büchern ein. Und die Fantasy-Erzählung einer 14-Jährigen, die in Frankreich 10.000 Mal verkauft wurde, erscheint auch in Deutschland.

Die Buchmacher vom 25.11.2002 - Börsenblatt

Bundesweit einmalig ist die neue Kooperation der Kölner Stadtbibliothek am Neumarkt mit dem Buchhändler Benedikt Geulen: Beide zusammen betreiben im Gebäude der Stadtbibliothek eine Buchhandlung. "Für den 40 Quadratmeter großen Laden verlangt die Bücherei nur eine geringe Miete; im Gegenzug ist sie am Gewinn der Buchhandlung beteiligt." Geulen vergleicht seine Filiale mit einem Museumsshop. "Konzentrieren will er sich in der Bibliothek vor allem auf aktuelle Neuerscheinungen, Taschenbücher und Postkarten", schreibt das Börsenblatt.

Die Deutschen Buchwochen in Madrid und Barcelona waren aus Sicht des Börsenblatts ein Erfolg. "Für maximale mediale Aufmerksamkeit sorgte am Montag vergangener Woche (11. November) Bundespräsident Johannes Rau, der mit Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann die Schau in Madrid eröffnet hat. (...) Zu Lesungen eingeladen wurden unter anderen Ingo Schulze, Inka Parei, Jenny Erpenbeck, Thomas Hettche und Marcel Beyer."

Bücher unterliegen bekanntlich einer ermäßigten Mehrwertsteuer von sieben Prozent. Liegt dem Buch eine CD bei, dann kommt es drauf an: Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs darf der volle Satz von 16 Prozent nur dann erhoben werden, wenn die CD oder CD-ROM das Medienpaket prägt. Das will das Bundesfinanzministerium ändern. Begründet wird der Gesetzentwurf mit dem Argument, "in der Praxis sei es problematisch festzustellen, welcher Bestandteil einer Kombination charakterbestimmend sei". Sollte der Entwurf zum Gesetz werden, müsste auf Bücher, Zeitungen und Zeitschriften immer dann der volle Mehrwertsteuersatz erhoben werden, wenn eine CD beiliegt. "Den Plänen des Bundesfinanzministeriums wird der Börsenverein entschieden entgegentreten. Rückendeckung kann der Verband hierbei wohl auch von der neuen Staatsministerin für Kultur, Christina Weiss, erwarten, Die Ministerin hat sich jüngst dafür ausgesprochen, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auch für CDs einzuführen." Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger ist auch gegen den Gesetzentwurf.

Die Unternehmensberatung Detecon International hat eine Studie erarbeitet, mit der Fachverlagen "Stellschrauben für eine erfolgreiche Neupositionierung" an die Hand gegeben werden soll. "An welchen Schrauben muss denn gedreht werden?", fragt Sabine Cronau die Detecon-Mitarbeiterin Martina Steinröder. "Vor allem beim Angebotsportfolio, beim digitalen Workflow und beim strategischen Controlling", lautet die Antwort. Eine entscheidende Rolle spiele auch der Vertrieb. "Der Direktvertrieb wird für Verlage immer wichtiger werden." Ist das alles wirklich neu & originell? Steinröder: "Ob Controlling, digitale Geschäftsprozesse oder intensive Kundenpflege - all diese Punkte sind eigentlich Selbstverständlichkeiten. Aber zwischen der Erkenntnis, dass Controlling notwendig ist, und der Frage, wie es im Alltag durchgeführt wird, klaffen oft ungeheure Lücken." Detecon gehe davon aus, dass im Jahr 2015 nur noch 50 Prozent des Fachinformationsumsatzes aus dem Printbereich kommen wird. Der Rest werde mit Intranet, Internet, mobilen Diensten und Serviceangeboten erwirtschaftet. "Für reine Online-Angebote fehlen oft noch die richtigen Finanzierungsmodelle. Aber auch hier gibt es durchaus Vorbilder: etwa die Stiftung Warentest oder das Angebot von auto.t-online.de, einer Kooperation von T-Online und der Motorpresse Stuttgart, die ihre Testergebnisse erfolgreich über das Internet verkaufen. Ein sehr interessanter Markt ist auch das Intranet: Hier lässt sich mit maßgeschneiderten Produkten durchaus Geld verdienen. Bestes Beispiel sind Nachrichtenagenturen wie Reuters oder dpa."

Andreas Trojan hat sich mit dem Schriftsteller Ernst-Wilhelm Händler unterhalten. Händler ist zugleich Unternehmer; Trojan stellte ihm daher auch folgende Frage: "Thomas Bernhard, ein Autor, den Sie sehr schätzen, hat eine Erzählung folgendermaßen betitelt: 'Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?' Übertragen auf die so genannte Deutschland AG, würden Sie sagen, es handle sich derzeit eher um eine Komödie oder Tragödie?" Im zweiten Teil der Antwort freut sich Händler, auf diese Erzählung angesprochen zu werden: "Der Titel trifft nämlich meine eigenen literarischen Vorstellungen. Denn die Prosa von Bernhard und noch stärker die von Samuel Beckett sind für mich vorbildhaft. Auch ich versuche, in meinen Romanen immer beides ins Spiel zu bringen, die Komödie und die Tragödie. Gerade in 'Wenn wir sterben' ist die Pendelbewegung zwischen diesen beiden Polen deutlich spürbar, hoffe ich."

Weitere Meldungen: Der Hamburger schwule Buchladen Männerschwarm zieht um. Die britische Regierung will den Asylantrag der Sudanesin Mende Nazer ("Sklavin") erneut prüfen und die Bestseller-Autorin daher vorerst nicht abschieben.

Die Buchmacher vom 18.11.2002 - Börsenblatt

Die deutschen Fachverlage erwarten für das laufende Jahr Umsätze, "die unter denen von 2001, bestenfalls aber gleichauf liegen", schreibt das Börsenblatt. Eine leichte Verbesserung der konjunkturellen Situation sei erst im zweiten Halbjahr 2003 in Sicht.

Das Börsenblatt berichtet außerdem über die Kritik, die Hans Magnus Enzensberger in der FAZ an Verlegern geäußert hat. Die Buchbranche könne vom Gastronomie-Gewerbe lernen, meint Enzensberger: "'Die Buchproduktion ist, soweit ich sehen kann, die einzige Branche, bei der ein Hamburger genauso viel kostet wie ein Tournedos und Pommes frites soviel wie eine getrüffelte Pastete', schreibt er. Ein gespaltener Markt müsse aber auch zu gespaltenen Preisen führen. Für die Branche, in der ein Taschenbuch von Pilcher ebenso viel koste wie eines von Johnson, sei dies eine neue, gewöhnungsbedürftige Idee."

Eckart Baier berichtet von einer Wandkalender-Befragung unter Buchhändlern, die zwei Studentinnen der Technischen Universität Ilmenau durchgeführt haben: "Katrin Linz und Doreen Weinhold haben in ihrer Untersuchung die drei wichtigsten Auswahlkriterien beim Kalenderkauf ermittelt: die Wünsche der Kunden, gute Erfahrungen mit einem Verlag sowie dessen Konditionen." Eine nicht zu unterschätzende Rolle im Kalendergeschäft spiele der Verlagsvertreter: Bei ihm bestellten 73 Prozent der teilnehmenden Buchhandlungen. "Ein Kriterium beim Einkauf ist die Verpackung der Wandkalender. Schuber gelten bei Buchhändlern als 'teuer und meist unwichtig'. Wenig Chancen haben Kalender ohne Monatsabbildungen als Detailansicht auf der Rückseite: Die Bilder im Miniformat ersparen Kunden das Durchblättern, und der Kalender wird nicht abgenutzt, beschädigt oder verschmutzt." Detaillierte Ergebnisse hier.

Weitere Meldungen: Thalia baut seine Marktführerschaft aus. Das Börsenblatt berichtet über den Coca-Cola-Lesetag, dessen zentrale Veranstaltung am 22. November am Potsdamer Platz in Berlin stattfindet. Der Junius Verlag baut Personal ab. In der Reihe "Internationale Fachverlage" stellt Holger Ehling den niederländischen Fachinformationskonzern VNU vor. Und Christina Busse porträtiert die Kieler Buchhandlung Mühlau, die eine Filiale gemeinsam mit einer Fleischerei betreibt und am 15. Oktober 100 Jahre alt wurde.

Die Buchmacher vom 18.11.2002 - Börsenblatt

Der Wechsel an Bertelsmann-Spitze "scheint sofort Wirkung gezeitigt zu haben", schreibt das Börsenblatt, vielleicht ein wenig verwundert. Von Juli bis September sei im operativen Geschäft ein Gewinn von 102 Millionen Euro erzielt worden. Zum Vergleich: Vom Januar bis Juni seien es 157 Millionen Euro gewesen. Der Umsatz im dritten Quartal war ähnlich hoch wie in den beiden Quartalen zuvor; mithin habe sich die Rendite des Unternehmens verbessert. "Noch aber drückt eine Schuldenlast von 711 Millionen Euro; in den ersten neun Monaten wurden zudem Abschreibungen auf Firmenwerte von insgesamt 1,7 Milliarden Euro vorgenommen. Die Zahl der Mitarbeiter ist gegenüber dem 31. Dezember 2001 um rund 560 gesunken."

Der Schulbuchverlag Volk und Wissen wird in den Schulbuchverlag Cornelsen integriert. Der künftige Gemeinschaftsverlag heißt Cornelsen, dennoch werden beide Marken "weitergeführt und -gepflegt", zitiert das Börsenblatt den Geschäftsführer der Cornelsen Holding, Fritz von Bernuth. "Durch die Zusammenlegung von Fachabteilungen verlieren einige Mitarbeiter den Arbeitsplatz."

Die Kiepert-Filiale im Berliner Bezirk Hellersdorf wird von der bisherigen Filialleiterin Andrea Walter übernommen. Die Gläubigerversammlung muss der Übernahme noch zustimmen. "Der Betrieb unter dem Namen Center-Buchhandlung Walter GmbH läuft bereits. (...) Die bei Weiland in Kiel ausgebildete Buchhändlerin hat drei von sechs Mitarbeiterinnen übernommen."

Für sein Buch "Die Quellen des Holocaust" erhält der Historiker Raul Hilberg am 2. Dezember den Geschwister-Scholl-Preis. "Das Werk zeige Fachleuten und Laien, wie 'seriöse historische Forschung zur Judenvernichtung in allen ihren Aspekten' aussehen könne, heißt es in der Begründung der Jury."

Zur anbrechenden Vorweihnachtszeit erfreuen Bücher über die Rolling Stones, George Harrison und Elvis Presley die Buchbranche. Anlässe sind der 25. Todestag von Elvis und der 40. Geburtstag der Stones (das George-Harrison-Buch hat das Börsenblatt vielleicht aus persönlicher Vorliebe hineingeschummelt). Die dritte Auflage von "Bill Wymans Rolling Stones Story" befinde sich derzeit im Druck; mit ihr werde die 100.000-Stück-Marke erreicht, sagte Natalie Megaw, Leiterin der Presseabteilung von Dorling Kindersley, dem Börsenblatt. Von der Elvis-Biografie von Robert Gordon sind "in nur vier Wochen die ersten 25.000 Exemplare vergriffen".

Regine Meyer-Arlt schreibt über Fachbuchhandlungen. Zwei Trends macht sie aus, die den Wettbewerb in den vergangenen Jahren härter gemacht hätten: die horizontale Konzentration ("immer mehr Buchhandlungen in einer Hand") und die vertikale Konzentration ("immer mehr Buchhandlungen in Verlagshand").

Weitere Meldungen: Amazon hat Zeitschriften ins Programm genommen. Die Medizinbücher des wissenschaftlichen Springer-Verlags (Heidelberg) haben ein neues Design. Mit Erzählpostern ("Wimmelbildern") will die Stiftung Lesen Vorschulkinder zum Erzählen anregen. Preisbindungstreuhänder Dieter Wallenfels erläutert ein Urteil zu Preisnachlässen bei Schulbüchern. Und Eduard H. Schönstedt empfiehlt das Buch "Betriebswirtschaft für Verlagspraktiker" von Stephan Wantzen ("Das Buch ist ein Faszinosum.").

Und dann berichtet das Börsenblatt noch von der Corine-Buchpreisverleihung. "Das teilweise missglückte Debüt im Vorjahr wurde von der diesjährigen Gala um Längen übertroffen", heißt es. Mehr hier.

Die Buchmacher vom 11.11.2002 - Börsenblatt

Holtzbrinck hat seine Schulbuchverlage an Westermann verkauft, für die Wissenschaftsverlage Spektrum Akademischer Verlag und Urban & Fischer werden noch Käufer gesucht. "Sollte die Kartellaufsicht grünes Licht geben, gäbe es nur noch drei große Schulbuchgruppen in Deutschland: Cornelsen, Klett und Westermann." Der Verkauf der Schulbuchverlage stehe für einen Strategiewechsel bei Holtzbrinck, schreibt das Börsenblatt: Langfristig seien mit den Bildungs- und Wissenschaftsverlagen im Ausland höhere Wachstumsraten zu erzielen, zitiert das Böbla den Konzernsprecher. Die internationalen Holtzbrinck-Verlage erwirtschafteten etwa 45 Prozent des Konzern-Gesamtumsatzes. Künftig stehe auch das Geschäft mit Zeitungen und Wirtschaftsinformationen im Zentrum der Wachstumsstrategie. Mehr hier und hier.

Zunächst nur Spekulation, jetzt eine Nachricht: Die deutschen Random-House-Verlage bekommen einen neuen Chef: Joerg Pfuhl löst Arnold Kiel als "Chairman und Chief Executive Officer" ab. Bislang war Pfuhl President von Random House weltweit und damit Kiels direkter Vorgesetzter. "Diese Position, die Tim Arnold, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Random House, als an den Vorstand angegliederte Stabsstelle umschreibt, wird nicht wieder besetzt. (...) Arnold Kiel war erst im vergangenen März als CEO nach München gekommen, um die Kosten unter Kontrolle zu bekommen. Zugleich hatte Buchvorstand Peter Olson seinem deutschen Zweig die Konzentration auf die Kernfelder Belletristik, Sachbuch und Kinder- und Jugendbuch verordnet und die Ratgeber drangegeben."

Wenn am 14. November der neue Harry-Potter-Film und am 18. Dezember die neue Herr-der-Ringe-Folge in die Kinos kommen, wollen natürlich auch die Verlage und Buchhandlungen Kasse machen. Die vier Potter-Romane im Schuber sind bereits in einer Auflage von 250.000 Exemplaren auf dem Markt. "Trotz gutem Abverkauf" sei die Ausgabe noch lieferbar. Klett-Cotta biete sieben neue Titel (hier alte Titel) mit einer Startauflage von jeweils 100.000 Exemplaren an. "Seit 1969 sind im deutschsprachigen Raum von der dreibändigen broschierten 'grünen' Ausgabe des 'Herrn der Ringe' rund acht Millionen Exemplare über den Ladentisch gegangen."

Non-Books werden für Verlage und Buchhandlungen immer wichtiger. "Die erste große Merchandising-Welle Ende der 80er Jahre war es, die etablierte Verlage wie Nord-Süd dazu veranlasste, ins Non-Book-Geschäft einzusteigen", schreibt Andrea Duphorn. Die Artikel rund ums Buch seien nach Angaben der Verlage heute mit bis zu 50 Prozent am Gesamtumsatz beteiligt. Sichere Umsatzbringer sind Non-Books, die sich an Bilderbuch-Charaktere anlehnen. Paradebeispiel: der Hase Felix, zu dem es Kinderkleidung, Tapeten, Bettzeug, Briefpapier, Schuhe, Brillen, Koffer, Taschen und vieles mehr gibt.

Die Debatte um die Konditionen hält an. Georg Rieppel, Vertriebs- und Marketingchef bei C.H.Beck, will die Diskussion versachlichen. "Grundsätzlich gilt: Alle Konditionen müssend die wirtschaftlichen Interessen beider Partner - Sortiment wie Verlag - berücksichtigen. Jede Einseitigkeit verschärft den Konzentrationsprozess, trägt zum weiteren Verlust der kulturellen Vielfalt in der Buch- und Medienlandschaft bei und macht damit die besonderen Voraussetzungen der Buchpreisbindung obsolet. (...) Das neue Preisbindungsgesetz schreibt richtigerweise ausdrücklich vor, dass kleinere Sortimente nicht benachteiligt werden dürfen. Die notwendige Berücksichtigung unserer großen Sortimentspartner (zum Beispiel in der Konditionengestaltung der Zentrallager) darf nicht zu Lasten der kleineren Buchhandlungen gehen."

Weitere Beiträge: Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat das Insolvenzverfahren der Baumhaus AG eröffnet. Zehn Romane von Paulo Coelho im portugiesischen Original sind im Internet kostenlos erhältlich. Und schließlich druckt das Börsenblatt die Trauerrede, die Adolf Muschg zum Begräbnis von Siegfried Unseld am 2. November gehalten hat.

In einem Sonderteil geht es um Hörbücher. Darin ein Interview mit Claudia Baumhöver, Chefin des bekanntlich recht erfolgreichen HörVerlags, ein Beitrag über Sachbücher zum Hören, ein Hinweis auf eine Karl-Valentin-Biografie bei Audiobuch, ein Artikel über eine Hörbuch-Doku zur Nazi-Zeit von Guido Knopp, ein Interview mit dem Hörbuchkritiker Jochen Hierber von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie ein Porträt der Hamburger Hörbuch-Verlegerin und -Händlerin Grete Schulga (Litraton).

Die Buchmacher vom 11.11.2002 - Börsenblatt

Die Frankfurter Messe will auf ihrem Gelände ein eigenes Hotel bauen. "Als Durchschnittspreis pro Nacht werden rund 88 Euro angepeilt. Auch Buchmesse-Chef Volker Neumann hatte sich in den vergangenen Monaten bereits für niedrigere Zimmerpreise stark gemacht. (...) Zu Messezeiten sind für ein Zimmer zum Teil mehr als 400 Euro pro Nacht zu berappen." Wann das Hotel gebaut werden soll ist noch offen.

Interview über die Folgen der Hochwasserkatastrophe für die ostdeutschen Buchhandlungen: Die Katastrophe sei "nicht nur eine Bewährungsprobe für jeden Einzelnen" gewesen, sagt Regine Lemke, Geschäftsführerin des Verbands der Verlage und Buchhandlungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, "sie war auch eine Bewährungsprobe für den Gesamtverein. Klar - der Gesamtverein hat sich seine Bewährungsprobe sicher anders vorgestellt. Aber er hat sie bestanden. Ein Beleg dafür ist, dass so gut wie alle Buchhandlungen trotz anfänglicher Skepsis weitermachen wollen. Das ist nur der großen Hilfsbereitschaft zu verdanken."

Die insolvente Esoterik-Verlagsgruppe Hermann Bauer wird zerteilt. Verkauft wurden der Versand, die Astrologie-Zeitschrift Meridian und die Zeitschrift Esotera. "Noch keinen Käufer hat hingegen der Verlag gefunden. Wie es heißt, soll er mit reduzierter Mannschaft weitergeführt werden."

Der Wirtschaftsverlag Poeschel, der seit 1992 zu Holtzbrinck gehört und mit Schäffer zu Schäffer-Poeschel fusionierte, ist in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Im Interview mit dem Börsenblatt äußert Geschäftsführer Michael Justus die Hoffnung, "dass die Verlage auch künftig ihre entscheidende Funktion wahrnehmen: aus der Unzahl angebotener Texte die wertvollen und marktgerechten herauszufiltern".

Weitere Meldungen: Vivendi Universal verkauft Houghton Mifflin für 1,75 Milliarden Euro "an ein Konsortium internationaler Investoren um die US-Gruppe Blackstone". Der französisch-amerikanische Mischkonzern hatte den US-Schulbuchverlag erst im Juni 2001 für 2,2 Milliarden Euro übernommen. Dann berichtet das Börsenblatt über die geplante Taschenbuchaktion der Holtzbrinck-Verlage Fischer, Rowohlt und KiWi: Ab 4. Januar sind 50 Titel im Miniformat für je einen Euro zu haben. Und Christina Busse beschreibt im Rahmen der Artikelserie zu Veränderungen im Buchhandel den Kieler Buchmarkt.

Außerdem gibt das Börsenblatt "Buchtipps zu Weihnachten", darunter "Der kleine Weihnachtsmann" von Anu Stohner und Henrike Wilson, "Der entspannte Weihnachtsmann" von Sabine Seyffert und "Weihnachten im Stall" von Astrid Lindgren mit Illustrationen von Lars Klinting.

Die Buchmacher vom 04.11.2002 - Börsenblatt

Den Nachruf des Börsenblatts für Siegfried Unseld hat der Züricher Verleger Egon Ammann geschrieben. "Glück und Fortune zeichneten den Kaufmann in ihm aus, Leidenschaft, Neugier und Phantasie den Leser; und beides zusammen, getragen von einem anscheinend unerschütterlichen Selbstvertrauen und einer unermüdlichen Schaffenskraft, bündelten sich in die Profession, für die er rücksichtslos gelebt hat: Verleger sein, Fürsprecher und Ermöglicher für ein 'Dichten und Trachten', wie er es von Peter Suhrkamp gelernt und auf seine eigene Weise mit beispiellosem Erfolg weitergeführt hat." Ammann erzählt von einer Wanderung auf den Uetliberg, auf der er Unseld von den Pleïade-Ausgaben vorschwärmte, "dieser unvergleichlichen Bibliothek der kanonisierten Literatur, die jedem Franzosen, der sich mit dem literarischen Erbe der französischen Sprachkunst vertraut machen wollte, in besten Editionen zur Verfügung steht. Dass ihn dies beschäftigte, dass er darüber schon länger nachgedacht und ihn die Idee einer ähnlichen Edition wohl schon länger beschäftigt hatte, konnte ich daran merken, dass wir, auf dem Gipfel angekommen, uns sogleich wieder an den Abstieg machten, und unten, beim Warten auf die Trambahn, sagte er: Die Klassiker! Wir brauchen eine Klassiker-Edition, die nicht nur ästhetisch schön präsentiert, sondern von den Besten ediert wird, und: Wir müssen die so erarbeiteten Texte weiterverwenden können - elektronisch, für die Schulen. Was hier am Uetliberg skizziert worden ist, sollte später in den Deutschen Klassiker Verlag münden." Weitere Stimmen aus der Buchbranche zum Tod Siegfried Unselds lesen Sie hier.

Weitere Meldungen: Die Architektur-Fachbuchhandlung Karl Krämer, bisher nur im Versand tätig, hat in Stuttgart ein Ladenlokal bezogen. Langenscheidt beliefert Siemens und Sun Microsystems künftig mit netzbasierten Lerninhalten. Die Verlagsgruppe Beltz kauft die Programme des Kinderbuchverlags Middelhauve und des Münsteraner Fachverlags Votum. Der Verlag Ars Edition bietet ein neues Shop-in-Shop-Modell für das Sortiment an. Und die Werbebranche hofft auf ein leichtes Umsatzplus.