Damien Lewis, Mende Nazer

Sklavin

Cover: Sklavin
Schneekluth Verlag, München 2002
ISBN 9783795118013
Gebunden, 317 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karin Dufner. Man nannte sie "yebit" - das arabische Wort für jemand, der es nicht wert ist, einen Namen zu tragen. Sie schlief eingesperrt in einem Verschlag, sie arbeitete Tag und Nacht, sie wurde geschlagen und bekam keinen Pfennig Lohn. Und das Schlimmste: Sie durfte nicht einen Schritt nach draußen tun... Dies ist die Geschichte der jungen Nubafrau Mende Nazer, die nicht etwa vor 200 Jahren spielt, sondern heute, im 21. Jahrhundert. Mendes Geschichte ist durchaus kein Einzelfall. Und sie endet nicht im tiefen Afrika, sondern bei unseren Nachbarn in Europa: Denn am Tiefpunkt einer jahrelangen erniedrigenden Sklavenexistenz in Khartoum wird Mende nach England verschickt - als Sklavin der sudanesischen Botschafterfamilie in London...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002

Das Buch habe alles, was einen Bestseller ausmachen könne: Es sei exotisch, schockierend, grausam und anrührend, arbeite mit den Mitteln einer naiven Erzählung und unterstütze die Legende vom undurchdringlichen Kontinent Afrika. Doch Rezensentin Eugénie Bott zeigt sich skeptisch. Ob sich die Geschichte der jungen Afrikanerin Mende Nazer, die zuerst im Sudan, dann in London als Sklavin gehalten wurde, tatsächlich so zugetragen hat, wie Nazer und ihr Koautor Damien Lewis, ein englischer Journalist, sie hier erzählen, bleibt für Bott fraglich: "Schreibt hier eine Verzweifelte, oder unterlegt der Koautor den Zeilen sein Wissen über Sklaverei und Politik im Sudan?" Zu dubios, zu widersprüchlich, zu anfechtbar, findet sie vieles in dem Buch. Ob sich Nazer mit ihrem Bericht einen Gefallen getan hat, steht nach Auffassung Botts dahin, wittert sie doch in der Vermarktung des Falles eine erneute Ausbeutung Nazers. Eines ist für Bott indes klar: Ein Skandal, ein Bestseller helfen Nazer und anderen nur bedingt.

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