Magazinrundschau - Archiv

The New York Review of Books

393 Presseschau-Absätze - Seite 11 von 40

Magazinrundschau vom 06.12.2016 - New York Review of Books

Mark Danner steht noch voll unter Trump-Schock und kann sich nicht im mindesten vorstellen, wie das Land und die Welt mit einer solchen defekten Persönlichkeit klarkommen könnten: "Jetzt wird dieser ehrgeizige Hanswurst mit seiner manischen Energie, seinem unbändigen Narzissmus und seiner kolossalen Habsucht als unser 45 Präsident vereidigt werden. Die Lobbyisten scharen sich um ihn, die Möchtegern-Höflinge, die Schmeichler, denn seine Kampagne war ein zusammengestoppelter Haufen, ein Zehntel so groß wie Clintons Team. Das republikanische Establishment, das jetzt eigentlich für die neue Regierungsmannschaft parat stehen müsste, hatte ihn geschnitten. Einige von ihnen sind jetzt aber mehr als willig, sich ihm anzuschließen. Die Gier nach Posten sorgt immer für eine großartige Geschichte, Washington bei Anbruch der Ära Trump ist ein einziger Schelmenroman. Auch politische Außenseiter eilen jetzt aus der Wildnis herbei, erpicht darauf, Trumps Fantasien - von Einwanderung über Handel bis zu nationaler Sicherheit - in Realität zu verwandeln, eine Realität, in der quer durch das Land Hakenkreuze und Hassverbrechen aufblitzen und lokale Politiker dunkle Andeutungen machen über Städte, die Flüchtlinge Zuflucht gewähren."

Außerdem: Kenneth Roth will nicht glauben, dass Trump als Präsident Assads Kriegsverbrechen in Syrien wird ignorieren können. Thomas Powers liest die Briefwechsel zwischen Werner und Elisabeth Heisenberg.

Magazinrundschau vom 13.12.2016 - New York Review of Books

Sue Halpern hat sich genauer angesehen, was Facebook über sie an Daten sammelt und an Werbekunden oder andere weitergibt. Extrem interessiert ist die Datenkrake offenbar an 98 Datenpunkten über Einkommen, Vermögen und Familienverhältnisse. Halpern ist nicht nur entsetzt über die Vielzahl und Brisanz der Informationen, sondern auch über ihre Falschheit. Was sie an dem so gehypten Micro-Targeting britischer Werbefirmen zweifeln lässt: "Was ihre Analysen über mich ergaben: Dass ich wahrscheinlich männlich bin, auch wenn mich meine Likes für die NYRB 'femininer' machen; dass ich eher konservativ als liberal bin, obwohl ich Bernie Sanders auf Facebook offen unterstützt habe; dass ich eher kontemplativ als engagiert bin, obwohl ich eine ganze Anzahl von politischen und aktivistischen Gruppen geliket habe; und dass ich entspannter und gelassener bin als 63 Prozent der Bevölkerung (sehr fraglich). Aber ich fand nicht nur heraus, dass ich männlich bin, sondern auch dass sechs von zehn Männern, mit denen ich Likes teile, schwul sind, weswegen ich mit durchschnittlicher Wahrscheinlichkeit selbst ein schwuler Mann bin. Likes, die mich weniger schwul erscheinen lassen, sind das Produkttest-Magazin Consumer Report, das Tech-Blog Gizmodo und Lifehacker. Seiten, die mich eher schwul machen, sind die NY Times und die Umweltgruppe 350.org. Likes, die mich wenig an Politik interessiert erscheinen lassen, sind die NY Times und 350.org. Es kommt aber noch besser: Nach dem Algorithmus des Psychometrics Centre 'legen meine Likes nahe, dass ich Single bin'. Warum? Weil ich die Seite 350.org geliket habe. Die Organisation wurde von dem Mann gegründet, mit dem ich seit dreißig Jahren zusammen lebe!"

Robert Cottrell liest neue Bücher zu Russland und der Nato, und auch wenn ihm einige etwas alarmistisch vorkommen, muss er doch feststellen, dass Donald Trump quasi per Federstrich erledigt hat, was von der Abschreckungskraft der Nato noch übrig war: "Donald Trumps Forderung während des Wahlkampfs, dass Amerikas wohlhabendere Alliierte angemessen für ihren Schutz bezahlen sollten, war im Prinzip nicht ganz verkehrt, doch sie war fatal als öffentliche Äußerung. Sie machte klar, dass Amerikas Engagement für die Nato unter einem Präsidenten Trump nicht bedingungslos sein würde; und wenn Amerikas Engagement nicht bedingungslos ist, dann schließt es bestimmt keinen Atomkrieg mit ein. Die Katze ist aus dem Sack. Von Moskau aus betrachtet, war der Westen seit der Suez-Krise nicht in so einladender Unordnung. Was immer Putin jetzt in seinen eroberischen Instinkten zügelt, es muss innenpolitischer Natur sein. Die Nato ist es nicht."

Magazinrundschau vom 15.11.2016 - New York Review of Books

Je autonomer Autos werden, desto weniger werden es die Fahrer, lernt Sue Halpern aus einem Buch über "Driverless: Intelligent Cars and the Road Ahead". Die Software zum Steuern ist gleichzeitig perfekte Spy- und Überwachungssoftware für die Fahrzeuginsassen. Wenn es sie denn überhaupt noch gibt: Berufsfahrern droht die Arbeitslosigkeit. Macht gewinnen nur die Programmierer. "Autos werden programmiert sein, eine vorbestimmte Kalkulation durchzuführen, die jeder lebenden Kreatur, die ihren Weg kreuzen, einen Wert zuschreiben. Wird dieser Wert utilitaristisch berechnet und das Auto in die Richtung lenken, die die geringste Anzahl von Fußgängern tötet, oder wird es andere Regeln geben - etwa, um jeden Preis Kinder zu schonen? Jemand wird ein Programm für diese Berechnungen schreiben müssen, und es ist noch völlig unklar, wer den Programmierern sagen wird, was sie schreiben sollen. Werden wir ein Referendum haben oder werden diese Entscheidungen von Ingenieuren oder Managern getroffen werden?"

Magazinrundschau vom 25.10.2016 - New York Review of Books

Die große Schlacht um Mossul steht bevor, und Joshua Hammer befürchtet das Schlimmste. Denn die beteiligten Streitkräfte werden zwar mit großer Macht gegen den Islamischen Staat kämpfen, aber nicht unbedingt gemeinsam, eher gegeneinander: "Die drei großen Kräfte, die sich jetzt auf die Stadt bewegen - die irakische Armee, die Peschmerga und die Koalition der schiitischen, zum Teil vom Iran unterstützten Milizen - streiten um ihren Anteil bei der Befreiung. Nechirvan Barzani, der Premierminister der Region Kurdistan, erklärte im vorigen Sommer, dass die Peschmerga eine zentrale Rolle bei der Befreiung von Mossul spielen würden, in dem eine kurdische Minderheit lebt. Die Kommandeure der von Schiiten dominierten irakischen Streitkräfte bestehen darauf, dass die Kurden in den Außenbezirken der - größtenteils sunnitischen - Stadt bleiben und sich nach der Schlacht ganz zurückziehen. Die schiitischen Milizen die gefechtsbereit nahe Mossul stehen, wollen sich ebenfalls ihren Anteil an der Operation sichern. 'Sie spielten eine große Rolle bei der Befreiung der Gebiete um Bagdad und sind hochmotiviert', sagte mir ein amerikanischer Militär in Bagdad. Doch die Aussicht, dass bewaffnete Schiiten durch Mossul fegen, hat viele Sunniten alarmiert, die sich gut an die Ermordung sunnitischer Zivilisten bei der Befreiung von Falludschah erinnern im vorigen Frühling erinnern. Zugleich erklären einige schiitische Milizenführer, dass sie jeden Versuch der Peschmerga bekämpfen werden, in Mossul einzumarschieren. Die kurdischen Führer fordern unterdessen ein Referendum über die Unabhängigkeit ihrer Region, sobald der Islamische Staat aus dem Land getrieben ist."

In seiner Reportage für National Geographic geht James Verinis noch ein bisschen näher ran: "In Mossul herrschte Panik. Die UN erwartete eine humanitäre Krise. Über eine Million Menschen würden schätzungsweise durch die Schlacht vertrieben. Die Opfer unter Zivilisten würden gravierend. Der IS war bereits dabei, Minen in den Straßen zu verlegen und Sprengfallen in den Gebäuden."

Magazinrundschau vom 11.10.2016 - New York Review of Books

Alan Rusbridger liest einen Stapel Bücher über Steueroasen, darunter natürlich auch die "Panama Papers" der beiden SZ-Journalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, die maßgeblich die Geschichte zu den versteckten Milliarden von Kleptokraten, Oligarchen, Waffenhändlern, Drogendealern und Sanktionsbrechern recherchiert hatten. Wichtig findet er aber auch Nicholas Shaxsons Report "Treasure Islands: Uncovering the Damage of Offshore Banking an Tax Heavens": "Das System hat Opfer. Ein Bericht der Global Financial Integrity (GFI), einer gemeinnützigen Forschungsstelle in Washington kam 2010 zu dem Ergebnis, dass sich die aus Afrika geflossenen Schwarzgelder zu einem Wert zwischen 854 Milliarden und 1,8 Billionen Dollar summierten. Shaxson zitiert eine andere Studie, derzufolge die Netto-Kapitalflucht aus Afrika in den 35 Jahren bis 2004 bei 420 Milliarden Dollar lag. Er stellt dies den Gesamtschulden dieser 40 Länder von 'nur' 227 Milliarden gegenüber: 'Die Autoren einer Studie der University of Massachusetts in Amherst konstatieren 2008, dass Afrika gegenüber dem Rest der Welt ein Netto-Gläubiger ist, mit einem auswärtigen Netto-Vermögen, das seine Schulden weit übersteigt. Doch es gibt einen wichtigen Punkt, in dem sich Vermögen und Schulden  unterscheiden... Die privaten Nettovermögen des Subkontinents im Ausland gehören einer kleinen relativ wohlhabenden Schicht seiner Bevölkerung, während die Auslandsschulden der Bevölkerung von ihren Regierungen aufgeladen wurden.'"

Joyce Carol Oates schreibt anlässlich der neuen Biografie von Ruth Franklin (Auszug) ein beklemmendes Porträt der großartigen Shirley Jackson, deren Bücher auf Deutsch unbegreiflicherweise vergriffen sind (hört ihr uns, Diogenes?): "Wie Märchen, mit ihren Kaprizen und ihrem Fatalismus, so übt die Literatur von Shirley Jackson einen beißenden, hypnotischen Zauber aus. Gleichgültig, wie oft man "The Lottery" liest, Jacksons am häufigsten in Anthologien aufgenommene Geschichte und ein Klassiker der amerikanischen Gothik-Literatur, man ist nie ganz darauf vorbereitet, wie sie langsam Fahrt aufnimmt, wie sich, was ursprünglich so zufällig und gewöhnlich erschien, als so unvermeidlich erweist wie Wasser, das durch ein Abflussrohr rauscht."

Außerdem: Tim Page liest einen Band mit Briefen von John Cage.

Magazinrundschau vom 18.10.2016 - New York Review of Books

Dada konnte vieles sein, erklärt Alfred Brendel in einem großen Artikel zum Dada-Jubiläum. Ihm selbst ist Dada in seiner widersprüchlichsten Form am sympathischsten, wenn im Chaos plötzlich ein Moment des Gleichgewichts entsteht. "Als ich jung war, stellte ich mir eine Sphäre vor, in der alle Widersprüche und Gegensätze so eingebunden waren, dass das Zentrum der Sphäre der Treffpunkt aller Zentren der Gegensätze war - man könnte ihn den Punkt des ultimativen Nichts nennen, oder Gott. Mit Widersprüchen zu leben und sie auszubalancieren, schien ein nobles Ziel zu sein. Aber sogar noch früher, als Kind, war ich Dada unwissentlich in seiner lustigsten Form begegnet. Zu Hause sang meine Mutter zu ihrer eigenen Verlegenheit einen Berliner Kabarettsong aus den 20ern, der mit der bemerkenswerten Zeile 'Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot' beginnt und endet mit 'Dann bestell ich mir ein Spiegelei und bespritz dich mit Spinat'. Erst viel später verstand ich, das Sinn und Unsinn Partner sein müssen, um die Absurdität der Welt widerzuspiegel."

Außerdem: Jacob Weisberg liest neue Bücher über die Aufmerksamkeitsökonomie des Internets von Tim Wu und Antonio Garcia Martinez.

Magazinrundschau vom 04.10.2016 - New York Review of Books

Nicolas Pelham, ein Kenner Saudi-Arabiens, liest einige neue Bücher über das düstere Land, das intern vielfältiger und gebrochener ist, als man es sich hier vorstellt - bis hin zu bürgerkriegsartigen Zuständen im Osten des Landes, wo das Öl ist und die Schiiten leben. Dabei hat sich die wahhabitische Fraktion des Königshauses erst 1979 vollends etabliert, nachdem Schiiten die Moschee in Mekka gestürmt hatten und der Klerus dem Königshaus die Rückeroberung des Gebäudes erlaubte "und im Gegenzug forderte, dass das Könighaus Macht an den Klerus abgibt, um das Privatleben der Bürger zu kontrollieren. Die letzten Kinos und Konzerthallen wurden geschlossen. Frauen waren verurteilt, sich schwarz zu verschleiern." Nun regiert Mohammed bin Salman, offiziell Verteidigungsminister, der einerseits einige zaghafte Liberalisierungen andeutet, andererseits "das Neujahrsfest 2015 durch die Hinrichtung von 47 Personen zelebrierte - darunter 43 Dschihadisten und vier Schiiten, die größte Hinrichtungswelle seit der Niederschlagung des Aufstands in der Moschee von Mekka 1979. Während unseres Treffens sah sich der junge Prinz Nachrichtenvideos von Hinrichtungen auf einem riesigen TV-Bildschirm an - und schien die in sozialen Netzen kursierende  Karikatur seiner selbst als einem Teenager, der Politik wie ein Videospiel betreibt, bestätigen zu wollen."

Magazinrundschau vom 20.09.2016 - New York Review of Books

Katzen töten in Amerika, wo sie ja eine "fremde Art" sind, vier Millarden Vögel, 22 Millarden Kleinsäuger, 822 Millionen Kleinreptilien jährlich, haben Peter P. Marra and Chris Santella herausgefunden, deren Buch "Cat Wars - The Devastating Consequences of a Cuddly Killer" Natalie Angier für die New York Review of Books bespricht. Ein Beispiel, dass jedes Thema hysterisiert werden kann, denn Marra und Santella wollen die Katzen weghaben, und ihnen reicht die "Trap-Neuter-Return" (TNR)-Bewegung, die streunende Katzen sterilisieren und kastrieren will, nicht aus: "Marra and Santella machen durchaus einen Versuch, mit ihren Gegnern zu sympathisieren und begleiten eine Gruppe von 'Friends of Felines' in Salem, Oregon, die sich auf die Suche nach Streunern machen. Aber ihre Ablehnung von TNR oder jeder anderen Maßnahme, die wandernden Katzen das Überleben erlaubt, bleibt schlicht und einfach grimmig. 'Die Geschichte der ökologischen Schäden durch freilaufende Katzen will keiner hören', schreiben sie, 'sie wird von den schrillen und falschen Behauptungen der Katzenanwälte immer wieder verdrängt.' Aber Schrillheit kann anstecken. Welche Maßnahmen sollten wir ergreifen, um den ökologischen Schaden streunender Katzen zu bekämpfen? 'Sie sollten ein für alle Mal aus der Landschaft entfernt werden.'" Und dann kommt eine Empfehlung, die, ins Deutsche übersetzt, unheimlich und vertraut lautet: "Euthanasie sollte Teil einer erfolgreichen und endgültigen Lösung sein."

Außerdem in der New York Review of Books: Benjamin Nathans liest eine ganze Reihe neue Bücher über Wladimir Putin, dessen Verbrechensbilanz der letzten 15 Jahre durchaus beeindruckend ist. Und Thomas Nagel stellt Anthony Gottliebs populärwissenschaftliches Kompendium der Philosophie der Aufklärung, "The Dream of Enlightenment - The Rise of Modern Philosophy", vor.
Stichwörter: Katzen, Dreamer, Trap, Euthanasie

Magazinrundschau vom 26.07.2016 - New York Review of Books

Zadie Smith macht alles und jeden für die Brexit-Entscheidung ihrer Landsleute verantwortlich. Zum Schluss sogar ihr eigenes links-intellektuelles Milieu: "Für viele Menschen in London werden die vermeintlich multikulturellen, klassenüberschreitenden Aspekte des Lebens von ihrem Personal verkörpert - Kindermädchen, Putzhilfen - von den Menschen, die ihnen Kaffee einschenken und ihre Taxis fahren oder von der handvoll unvermeidlicher nigerianischer Prinzen, denen man in Privatschulen begegnet. ... Extreme Ungleichheit zerreißt Gemeinden, und nach einer Weile werden die Risse so groß, dass das ganze Gebäude zusammenbricht. Während dieses Prozesses verlieren alle, am meisten aber die weiße Arbeiterklasse, die wirklich nichts mehr hat, nicht einmal die moralische Erhöhung, die mit anerkanntem Trauma oder Opferstatus einhergeht. Die Linke schämt sich für sie. Die Rechte sieht sie nur als nützliche Werkzeuge für ihre eigenen persönlichen Ambitionen. Diese lästige Revolution der Arbeiterklasse, die wir jetzt erleben, wurde als dumm beschimpft - ich habe das am Tag nach der Abstimmung selbst getan - aber wenn man länger hinguckt, stellt man einen Hauch von Genie fest. Denn sie erkannte intuitiv die Schwäche ihrer Feinde und nützte sie erfolgreich aus."

Magazinrundschau vom 16.08.2016 - New York Review of Books

David Cole bilanziert sehr ausführlich Barack Obamas Drohnenprogramm. Er kommt zu einem gemischten Fazit, verteidigt Obama jedoch gegen radikale Kritiker wie Jeremy Scarhill und Glenn Greenwald: "Obama setzte in seiner ersten Amtszeit aggressiv auf Drohnen, doch mittlerweile geht er vor allem aus zwei Gründen vorsichtiger vor. Erstens ist er nach anhaltender Kritik offener geworden, wenn auch nicht durchgängig. Am Anfang weigerte sich die Regierung überhaupt anzuerkennen, dass ein Programm des gezielten Tötens existiert. Eine Politik der Geheimhaltung, das uneingestandene Töten ist nicht nur juristisch und ethisch illegitim, sondern kontraproduktiv, denn wenn die Leute nichts wissen, fürchten sie das Schlimmste... Zweitens hat die Regierung die strategischen Schwächen ihres anfänglichen Vertrauens in Drohnen erkannt. Einerseits sind Drohnenangriffe effektiv, wie Peter Bergen und Jennifer Rowland in ihrem Band 'Drone Wars' bemerken, wenn es darum geht, gefährliche Personen in unzugänglichen Regionen zu eliminieren, vorausgesetzt sie wurden richtig identifiziert. Im Mai zum Beispiel, setzte die Regierung eine Drohne ein, um Taliban-Führer Mullah Akhtar Muhammad Mansour in Balutschistan in Pakistan zu töten. Die Führer zu töten, kann den Feind unterminieren und demoralisieren und ist in einem bewaffneten Konflikt zulässig... Andererseits haben Drohnenstreiks weder die Nachfolge noch die Propaganda oder lokale Angriffe verhindert. Wenn Drohnen Ressentiments schüren und die Unterstützung für unseren Feind stärken, können sie kontraproduktiv sein. Die meisten Berichte legen das nahe."

Zoë Heller liest zwei deprimierende Bücher von Nancy Jo Sales ("American Girls") und Peggy Orenstein ("Girls and Sex"), die zeigen, dass Mädchen in den Sozialen Netzwerken vor allem eins wollen: begehrt sein. Weder Sales noch Orenstein haben etwas gegen ein abwechslungsreiches Sexleben bei jungen Mädchen, aber dass Hotness jetzt als Form der Emanzipation durchgeht, findet Heller so schrecklich wie die beiden Autorinnen: "Sie wollen begehrt sein, aber wissen selbst nicht, was ihre eigenes Begehren ist oder wie sie es befriedigen könnten. Sie tun alles, um das sexuelle Interesse von Männern zu wecken, aber halten Sex selbst für ein Ritual, eine Pflichtübung, um Männern gefällig zu sein, nicht für ein Vergnügen."