Agnes Martin: Friendship (1963). Museum of Modern Art, New York
In einem sehr schönen Porträt
beschreibt Hilton Als die
faszinierende Malerin Agnes Martin, die in einer Reihe beachtlicher Ausstellungen in London und
Los Angeles gerade wiederentdeckt wird. Sie gehörte zum Umkreis des
Abstrakten Expressionismus, wurde jedoch in dieser von schwulen Männern dominierten Welt nicht glücklich. Der Ruf der Natur, aber auch schizophrene Schübe führten sie in die Prärie: "Wäre Martins
tiefe Einsamkeit so bemerkenswert gewesen, wenn sie nicht eine Frau gewesen wäre? Hätte es so viel unnütze und letztendlich romantische Spekulation gegeben?
Elizabeth Hardwick brachte die üblichen negativen Reaktionen auf einen gewissen Typus unabhängiger Frauen zum Ausdruck, 'wenn sie in ihrer
schrecklichen Freiheit umherziehen, unversorgt wie
zurückgelassene alte Ochsen'. Martin hatte nichts davon. 'Mit aller Macht werden wir gegen Einsamkeit konditioniert', beobachtete sie. 'Das Alleinsein wird als ernster und gefährlicher Zustand betrachtet... Ich glaube, dass Menschen, die gern allein sind, ernste Arbeiter auf dem Felde der Kunst werden.' In der Kunst zu arbeiten sei ein Privileg, glaubte sie, doch niemand könne sagen, wie lang die Lehrzeit dauere:
Kunst sei kein Rennen. 'Um wahr und wirksam zu leben, muss die Idee der Leistung aufgegeben werden', schrieb sie 1981 in einem offenen Brief an das Whitney Museum. Folge Deiner inneren Stimme, kehre der Welt den Rücken zu und mach das Beste draus."

David Cole hat seinen Text über den amerikanischen Waffenwahnsinn als Reaktion auf Orlando, aber noch vor Dallas geschrieben. Er
fasst alles zusammen, was man über Lobbyarbeit, künstliche Mythen und die bitteren Zahlen wissen muss: "Wie so vieles bei uns sind auch Waffengewalt, Mord und Totschlag nicht gerecht verteilt. Für schwarze Amerikaner ist es
sechs Mal wahrscheinlicher als für weiße, getötet zu werden, und sieben bis acht Mal wahrscheinlicher, selbst zu töten (die Mehrheit der Tötungsverbrechen werden mit Schusswaffen von Schwarzen an Schwarzen begangen). Für Männer ist es 3,6 Mal wahrscheinlicher getötet zu werden als für Frauen. Bei
schwarzen Männern zwischen fünfzehn und vierunddreißig Jahren sind Mord und Totschlag
die häufigste Todesursache. Die meisten Verbrechen mit Waffen werden in den Städten begangen, und besonders in denen mit hoher Kriminalität und einer schwarzen Bevölkerung. Daher sind es die jungen schwarzen Männer in den Innenstädten, die den Großteil der tödlichen
Kosten des Rechts auf Waffen trafen. Wenig überraschend haben Schwarze daher weniger übrig fürs Waffenrecht als Weiße. Nur 24 Prozent der schwarzen Amerikaner befürworten das Recht, eine eigene Waffe zu besitzen, dagegen 57 Prozent der weißen."