
Die
Berichte über Donald Trump werden bei
CNN,
Washington Post und
New York Times immer schriller, aber auch politisch immer inkonsistenter
stellt David Bromwich fest. Zum Beispiel die
Russland-Kontakte: "Jeder Wunsch nach einem vertraulichen Kanal wird als Versuch gewertet, sich der amerikanischen
Bürgerpflicht des Überwachtwerden zu entziehen. Da wir wissen, wo Putin steht, sollte niemand der Überwachung entgehen dürfen: nicht der Präsident, sein Kabinett und seine Berater, und auch nicht die Mitglieder des Kongress. Warum nicht gleich auch Bezirks- oder Bundesrichter und alle einfachen Bürger? Das Zeitalter der Trump-Verachtung ist auch eines, in dem man sich gern auf den
tiefen Staat verlässt und in die Geheimdienste vertraut. Wenn sie uns nicht retten können, wer dann? Sie brauchen alle Macht, die sie bekommen können."
William Davies
denkt darüber nach, warum sich gerade die
alten Politiker mit Hang zum Populismus über die sozialen Medien durchsetzen können. Weil das Internet weniger dem Publizieren als
dem Archivieren dient, glaubt Davies, potenziere sich, was Hannah Arendt schon in "Macht und Gewalt" schrieb: Nicht
Ungerechtigkeit bringt die Leute auf, sondern
Heuchelei. "In mehrerlei Hinsicht haben die digitalen Medien offenbar die Trennung von öffentlicher und privater Sphäre aufgehoben und erlauben es, mit unerbittlichem Blick die Diskrepanz zwischen Worten und Taten, Heute und Gestern zu betrachten. In
Twitters Gladiatoren-Arena ist es nicht mehr der größte Fehler, beleidigend zu werden (das kann sogar ein Vorzug sein), sondern einem früheren Tweet zu widersprechen, der selbst Jahre später noch von Trollen freudig ausgegraben wird. Unter solchen Umständen hängt öffentliche Glaubwürdigkeit von uneingeschränkter Aufrichtigkeit und
obsessiver Beständigkeit ab, und es muss einem völlig gleichgültig sein, was andere von einem halten."
Weitere Artikel: Mit gemischten Gefühlen
liest Namara Smith die Autobiografie der Dichterin
Patricia Lockwood, die 2012 mit ihrem bitteren Gedicht
"Rape Joke" Furore machte. Denn eigentlich schaffe sie es nicht, sich in "Priestdaddy" von ihrem überkatholischen Vater zu befreien: "Die Familie, das Land, die Religion der Kindheit: man kann sie sich nie ganz austreiben, je mehr man es versucht, desto fester wird ihr Griff." Daniel Trilling
räumt einen Stapel Bücher zu
Flucht und Migration vom Stapel.