
Es war
Frauenverachtung, die Donald Trump nach oben gebracht hat,
hält Rebecca Solnit in einem zornigen Text fest. Sie erinnert noch einmal daran, dass
Trumps Aufstieg und der Niedergang wahrheitsgetreuer Medien in großem Maße vom Sender
Fox News befeuert wurde, den Trumps Medienberater Roger Ailes wie ein
Ein-Mann-Bordell geführt hatte. Aber die Misogynie zeigt sich für Solnit vor allem darin, dass Hillary Clinton machen konnte, was sie wollte, sie war immer schuld: "Allein
Hillary Clinton stand zwischen uns und einem rücksichtslosen, instabilen, ignoranten, geistlosen, unendlich vulgären, den Klimawandel leugnenden,
weiß-nationalistischen Frauenfeind mit autoritären Ambitionen und kleptokratischen Plänen. Doch viele Leute, besonders weiße Männer, konnten sie nicht leiden, und das ist eben auch ein Grund für Trumps Sieg. ... Nie gaben sich diese Männer selbst die Schuld, dass sie Donald Trump nicht aufgehalten haben, auch nicht den Wahlmännern und nicht dem System."
Sehr lesenswert
erzählt Adam Shatz die Geschichte
Frantz Fanons nach, dessen Schriften in Frankreich gerade neu herausgegeben wurden. Shatz erinnert an Fanons Theorie der
Entkolonialisierung, seine Zeit als Psychiater im Algerienkrieg, seinen
Glauben an die Gewalt und kommt dann zu einem Schluss, der sehr typisch ist für die amerikanische Linke: "Der
Universalismus ist als Währung entwertet: Bei allem Gerede von Transnationalismus sind die einzigen beiden postnationalen Projekte, die derzeit im Angebot stehen, die flache Welt der Globalisierung und die islamistische
Tabula Rasa des Kalifats:
Davos und Dabiq. Doch Fanon wird nicht verschwinden. Den Glauben an die reinigende Kraft der Gewalt teilt nicht nur der Islamische Staat, dessen spektakuläre Attacken und aufgeschlitzte Kehlen einer Low-Tech-Variante von 'Shock and Awe' gleich kommen, sondern auch die Architekten des Dronenkriegs und der humanitären Intervention. Die von Fanon aufgeworfenen Fragen über die
Grenzen des westlichen Humanismus und die Kluft zwischen Arm und Reich, sind noch immer relevant."
Weiteres: Seit die USA auch europäische Firmen belangen, wenn diese im Ausland
bestechen oder korrumpieren, betonen vor allem Ölkonzerne ihre strengen
Compliance-Regeln. Alexander Briant
erzählt, wie er von einem "
britischen Ölkonzern" als Anwalt nach Nigeria geschickt wurde, um intern in Port Harcourt zu ermitteln.