Heute in den Feuilletons

Auf die Mutter kommt alles an

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
19.08.2010. Die Festivalberichterstattung der freien Mitarbeiter der FAZ setzt sich fort. Nachdem Elke Heidenreich erzählt hat, wie Salzburg für sie war, darf nun Thomas Gottschalk berichten, was ihm in Oberammergau widerfuhr. Der Tagesspiegel plädiert für die Literarizität Thomas Hettches. Huntingtons Diagnose vom "Clash of Civizations" traf zu, erklärt Ayaan Hirsi Ali im Wall Street Journal. Die Zeit feiert Peter Wawerzineks Roman "Rabenliebe". Techcrunch erzählt, wie Facebook den Markt für Lokalanzeigen aufrollen will. Und Aporrea erklärt, wie es zum 11. September kommen konnte.

Aus den Blogs, 19.08.2010

Glaubt man Leena Rao in Techcrunch, dann wird Facebook demnächst zu einer Geldmaschine von unwiderstehlicher Kraft. Gerade hat das Unternehmen die "Places"-Seiten für den Einzelhandel gegründet, mit denen es die lokalen Anzeigenmärkte aufrollen will: "A merged Places page will include a considerable amount of information, including the number of check-ins, who checked-in to a place, number of Likes, the Places' Wall, and more. And by creating a social directory of local businesses, Facebook can turn on another massive revenue stream. We know that ad spending on Facebook is expected to be around $1.3 billion in 2010 but Places could boost this significantly as Places lets Facebook tap into the market for local advertising."

Ryan Tate wundert sich in Gawker, warum Google so nett zu den Deutschen ist und in Street View die Fassaden verpixelt - wer weiß, ob Google nicht bald noch mehr sperren muss: "If Germans can hide their public home facades, why not allow them to hide public web pages about them that they don't like? God knows Germans do some freaky things."

Kann es wirklich sein, dass Aporrea die wichtigste Internetpublikation der Chavisten im Internet ist, wie Stefan Frank in Lizas Welt behauptet? Dort fand sich jedenfalls folgende überraschende Erklärung für die welthistorischen Ereignisse der letzten zehn Jahre: "Samuel Huntingtons Buch über den Clash of Civilizations sei das Drehbuch, nach dem die Zionisten handelten. Es sei inzwischen klar, dass das World Trade Center durch eine 'kontrollierte Explosion' zum Einsturz gebracht worden sei. Osama bin Laden sei nie gefunden worden, weil er in Wirklichkeit für die Zionisten arbeite. Um die 'Neue Weltordnung' aufzubauen, müsse ein Teil der Weltbevölkerung vernichtet werden. Dazu seien in den vergangenen Jahren bereits einige Testläufe unternommen worden: BSE (2002), SARS (2003), die Vogelgrippe (2003) und kürzlich die H1N1-Grippe." Und hier noch ein schöner Artikel auf der von der venezolanischen Regierung finanzierten Seite: "El poder oculto: De donde nace la impunidad de Israel".

FR, 19.08.2010

Sehr interessant findet Sandra Danicke eine Ausstellung von Helke Bayrle, die 17 Jahre lang Künstler beim Aufbau ihrer Ausstellung im Frankfurter Portikus gefilmt hat. "Natürlich ist einer der spannenden Aspekte der Filme, dass man sieht, wie die jeweiligen Künstler sich so benehmen beim Aufbau. Packen sie mit an wie Tobias Rehberger, der nicht lange fackelt, wenn es ums Tragen geht? Oder geben sie bloß Anweisungen und kraulen sich Kaugummi kauend am Kinnbart wie Henrik Plenge Jacobsen? Und machen sie sich überhaupt Gedanken darüber, wie sie in Bayrles Filmen wirken?"

Arno Widmann versteht partout nicht, warum wir nicht hinnehmen wollen, dass ein entlassener Mörder vielleicht noch fünfzig Jahre ein Sicherheitsrisiko darstellt. Gleichzeitig aber erwägen, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern, die 240.000 Jahre ein Sicherheitsrisiko sind: "Wir führen ganz offensichtlich die Debatte um die Sicherungsverwahrung an der falschen Stelle. Führten wir sie beim Atommüll, gäbe es eine klare Antwort: vermeiden. Um jeden Preis vermeiden. Denn anders als bei unseren menschlichen Straftätern besteht beim Atommüll kein Risiko, dass er lebensgefährlich ist. Er ist es ganz sicher."

Außerdem: Die amerikanischen Kritiker feiern Jonathan Franzens neuen Roman (der am 17.9. bei uns erscheinen wird), das Time Magazine hat den Autor sogar auf den Titel gehoben, berichtet Sebastian Moll. Was möglicherweise damit zu tun hat, dass Franzen im Werbevideo seines Verlags auf Youtube dem Leser das gedruckte Buch als "ruhige Alternative" zu dem fikkerigen Internet empfiehlt.

Besprochen werden Baran bo Odars Kriminalfilm "Das letzte Schweigen" (mit dem Daniel Kothenschulte nur halb zufrieden ist: "es ist dann doch ein gewaltiger Unterschied, ob man wie Haneke einen komplexen Stoff in eine anspruchsvolle Form bringt oder nur nach Überhöhung sucht für eine schwache Handlungsskizze"), M. Night Shyamalans Fantasyfilm "Die Legende von Aang" (sollte man nicht in 3D sehen, rät Michael Kohler), das, hm, jüngste Album von Iron Maiden, "The Final Frontier" (Thomas Winkler schätzt ihre "wertkonservative Stabilität"), ein Konzert der afromallorquinischen Sängerin Concha Buika im Frankfurter Palmgarten (hier ein Konzertausschnitt in Paris) und Peter Wawerzineks Roman "Rabenliebe" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Welt, 19.08.2010

Alle, die ihre Häuser bei Google Street View verpixeln lassen wollten, erinnert Ulf Poschardt daran, dass Fassaden das Gegenteil von Privatsphäre sind: "Haus und Garten existieren nicht als Monade. Im Gegenteil: es ist eine Errungenschaft menschlicher Zivilisation, dass Städte, Dörfer und Gemeinden in Zeiten von Reisefreiheit Gäste willkommen heißen. Der öffentliche Raum ist ein ziviles Projekt, das von der Teilhabe aller lebt."

Weiteres: Als "verspielt-gelehrte Schnurrpfeifereien" hat Tilman Krause Günter Grass' Liebeserklärung an die deutsche Sprache "Grimms Wörter" genossen. Im Interview mit Hanns-Georg Rodek spricht Regisseur M. Night Shyamalan über die revolutionäre Kinokunst von Bruce Lee und seinen neuen Film "Die Legende von Aang". Besprochen werden die Komödie "Männer im Wasser" und Baran bo Odars Verfilmung von Jan Wagners Krimi "Das letzte Schweigen".
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Tagesspiegel, 19.08.2010

Nach den bisherigen Kritiken könnte man meinen, Thomas Hettches Roman "Die Liebe der Väter" sei das Buch zum Sorgerechtsurteil des BGH, meint Gerrit Bartels. "Das Problem dieser Lesarten ist nur, dass sie 'Die Liebe der Väter' damit jegliche Literarizität absprechen. So als hätte Thomas Hettche keinerlei ästhetische Anstrengungen unternommen, als würde seine Literatur sich nicht in ihr eigenes Recht setzen können. Und als gäbe es in dem Roman wirklich nur das Thema Sorgerecht, sonst aber nichts. Dem ist nicht so. Denn die Liebe der Väter beschränkt sich ja nicht nur auf ledige Väter, die kein Sorgerecht haben (und das jetzt beantragen können), sondern sie ist etwas Universelles, und das scheint bei Hettche durchaus mit durch."
Stichwörter: Thomas Hettche

Weitere Medien, 19.08.2010

Hatte Samuel Huntington recht? "The greatest advantage of Huntington's civilizational model of international relations is that it reflects the world as it is", schreibt Ayaan Hirsi Ali im Wall Street Journal: "We need to recognize the extent to which the advance of radical Islam is the result of an active propaganda campaign. According to a CIA report written in 2003, the Saudis invested at least $2 billion a year over a 30-year period to spread their brand of fundamentalist Islam. The Western response in promoting our own civilization was negligible."

TAZ, 19.08.2010

Dirk Knipphals lobt die "Schwarmintelligenz" der Jury, die gerade die Longlist für den Deutschen Buchpreis bekannt gegeben hat. Der Schauspieler Burghard Klaußner freut sich, endlich auch einmal von der taz interviewt zu werden, und spricht über Rebellentum und Väterrollen. Daniel Schulz und Wolf Schmidt erörtern in einem Pro und Contra die Berechtigung der rein deutschen Aufregung über Google Street View. Rudolf Walther erklärt nach Konsultation der Schriften von Sun Tsu und Tolstoi auf das ausführlichste, was ein "neuer" beziehungsweise "asymmetrischer" Krieg ist.

Besprochen werden ein Projekt der englischen Gruppe Laboratory of Insurrectionary Imagination (Labofii) beim Internationalen Sommerfestival der Hamburger Kampnagelfabrik, der Dokumentarfilm "Babys" von Thomas Balmes und "Unternehmen Magdala", eine Studie über eine fast vergessene Militäraktion im 19. Jahrhundert des Konfliktforschers Volker Matthies. (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

Und Tom.

NZZ, 19.08.2010

Gabriele Detterer schwärmt von Frank O. Gehrys "neokubistischem Wolkenhaus" auf dem Novartis-Firmengelände in Basel, das sie nicht nur sehr effektvoll findet, sondern auch funktional! "Leitbild für die Personalführung des Pharmaunternehmens ist der globale Mitarbeiter. Dessen Motivation soll mit internationalem Design gesteigert werden."

Besprochen werden Angeline Jolies neuer Actionstreifen "Salt", der palästinensisch-israelische Film "Ajami", die mit einem Oscar ausgezeichnete argentinische Buchverfilmung "Das Geheimnis seiner Augen" von Juan Jose Campanella, Jacques Roubauds Erzählung "Der verwilderte Park", Oswald Eggers Gedichtband "Die ganze Zeit" sowie das neue Japanisch - Deutsche Wörterbuch (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

FAZ, 19.08.2010

Die Festivalberichterstattung der freien Mitarbeiter setzt sich fort. Nach Elke Heidenreich, die in Salzburg war, darf nun Thomas Gottschalk berichten, was ihm in Oberammergau widerfuhr: "Es fällt mir oft schwer, an den allgegenwärtigen, dreieinigen Schöpfergott zu glauben, an die Hölle will ich nicht und an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel kann ich nicht glauben. Und dann kommt ein Oberammergauer in Jesuslatschen auf die Bühne, und es geht mir wie dem ungläubigen Thomas, der seine Finger in die Seite des Herrn legen darf." (Jetzt würde uns noch ein Schweigegelübde freuen!)

Weitere Artikel: Jürg Altwegg staunt in der Glosse nicht schlecht, dass der bucklige Glöckner Quasimodo wohl wirklich und wahrhaftig existiert hat. Andreas Rossmann grübelt über die Verwicklungen der Duisburger Stadtverwaltung mit einem Anwaltsbüro. Joachim Müller-Jung überlegt, warum in den USA - wie sich jetzt herausstellte - bei sehr vielen Kindern eine "Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung" falsch diagonstiziert wurde. Hannes Hintermeier porträtiert den in Deutschland megaerfolgreichen dänischen Thrillerautor Jussi Adler-Olsen. Klaus Englert besucht das vom Architekten Steven Holl entworfene Hamsun-Literaturzentrum auf der nordnorwegischen Insel Hamaroy. Auf der Medienseite meldet Levke Clausen einen "Autorenschwund" bei der Wikipedia (am Ende des Artikels erfährt man, dass das eventuell auch am Sommerloch liegen könnte). Wikileaks will "nunmehr selbst Journalismus betreiben", Julian Assange soll nämlich beim schwedischen Aftonbladet eine Kolumne bekommen, meldet Detlev Borchers kopfschüttelnd.

Auf der Kinoseite unterhält sich Rüdiger Suchsland mit der italienischen Regielegende Francesco Rosi, der in Locarno einen Preis für sein Lebenswerk erhielt. Terrence Malick lässt, seufzt Michael Althen, die Fans mal wieder auf sein seit geraumer Zeit in Produktion befindliches neues Werk "Tree of Life" warten: Cannes hoffte ebenso vergeblich wie jetzt wohl Venedig. (Dafür hofft die Berlinale.)

Besprochen werden exzellente Konzerte in Salzburg, darunter ein Programm des Gustav-Mahler-Jugendorchesters unter dem jungen Dirigenten David Afkham, ein Kölnzer Konzert der Band Broken Bells, die Ausstellung "Hoppla, wir leben!" des in der Weimarer Republik und im Dritten Reich aktiven Karikaturisten Karl Arnold in der Berlinischen Galerie, jede Menge CDs mit Liedvorträgen des großen Dietrich Fischer-Dieskau, M. Night Shymalans neuer Film "Die Legende von Aang" (mehr) und Bücher, darunter Michael Bergmanns Debütroman "Die Teilacher" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

SZ, 19.08.2010

Auf der Medienseite kommentiert Hans Leyendecker den grandios gescheiterten Versuch des Duisburger Bürgermeisters Adolf Sauerland, die ohne Genehmigung in einem Blog veröffentlichten Unterlagen zur Loveparade-Genehmigung wieder aus dem Netz zu bekommen, und erinnert daran, wie einst der Spiegel in der Flick-Affäre aus einer Anwaltsschrift zitierte. Damals kam der Anwalt mit seiner Klage wegen Verletzung des Urheberrechts durch. "Solidarität unter den Zeitungskollegen gab es damals nicht. Es gab vielmehr Neid oder Desinteresse, obwohl die Auseinandersetzung für die gesamte Branche nicht unwichtig war. Das Netz, das gleichermaßen Platz für Amateure und Profis bietet, reagiert offenkundig anders als der auf Konkurrenz angelegte Betrieb der holzverarbeitenden Industrie. Einst konnte man eine Sache per Gericht stoppen, in der Internetgemeinde wird sowas als Zensur verstanden. Das Netzwerk wird dann zur Waffe."

Weitere Artikel: Angela Steidele erinnert zu seinem 150. Todestag an den Philosophen und Misanthropen Arthur Schopenhauer und seine Abneigung gegen - sowieso - Frauen und "'Neger' und 'dumme Menschen', die äffischen Franzosen, die 'Lumpenhunde' von 'Spaßphilosophen', ja, den 'gewöhnlichen Menschen, ein höchst dürftiges, miserables Wesen'". Reinhard J. Brembeck beklagt die "Nivellierung" durch Demokratisierung der klassischen Musik, die dafür sorgt, dass die Festivals längst nichts so Besonderes mehr sind. Historisch nicht völlig unbegründete dänische Diskussionen zur Frage "Was wäre, wenn wir Deutsche wären" referiert Gunnar Herrmann. Anke Sterneborg zieht eine ausgeprochen positive Bilanz des Festivaljahrgangs von Locarno. Till Briegleb porträtiert Michael Börgerding, den neuen Intendanten am Theater in Bremen. Einen sehr knappen Nachruf auf den Jazz-Fotografen Herman Leonard hat Jens-Christian Rabe verfasst.

Besprochen werden eine große Ausstellung der vorislamischen Kunst Saudi-Arabiens im Louvre, eine Ausstellung des Modeschöpfers Hussein Chalayans in Istanbul, die Ausstellung "Vom Minnesang zur Popakademie" in Karlsruhe, neue Filme, darunter Phillip Noyces Angelina-Jolie-Vehikel "Salt", Thomas Siebens Filmdebüt "Distanz" und Baran bo Odars "Das letzte Schweigen" und Bücher, darunter Michael Köhlmeiers neuer Roman "Madalyn" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Zeit, 19.08.2010

Als Sensation feiert Ulrich Greiner den Gewinner des Bachmann-Preises, Peter Wawerzineks Roman "Rabenliebe" über seine Suche nach der Mutter, die ihn als kleines Kind in der DDR hat sitzen lassen. Passagen von "großer, trauriger Schönheit" hat er gefunden, "etwa wenn der Knabe, der erst spät das Sprechen lernt, vor lauter Einsamkeit mit den Bäumen spricht". Warum aber, fragt sich Greiner schreit Wawerzinek eigentlich nicht nach dem Vater? "Nein, sagt Wawerzinek, die Gebärerin, aus deren Leib das Kind kommt und wohin es nicht selten zurückwill, hat eine ungleich größere symbiotische Bedeutung als der Zeuger. Auf die Mutter kommt alles an. Und gerade deshalb, weil sich die Mutterliebe nicht von selbst versteht, ist sie unersetzlich. Diese Botschaft wird vielen missfallen. Insofern ist Peter Wawerzineks 'Rabenliebe' nicht nur ein literarisches Ereignis, sondern auch eine Provokation." (Man könnte auch sagen, dass er da voll im Trend liegt!)

Weiteres: Der Architekt Peter Eisenman war für die Zeit in Bayreuth, von der Einfachheit der Bauten war ein wenig entsetzt, aber Stefan Herheims säkularen "Parsifal" fand er großartig und frei von allen antisemitischen Überresten: "Deshalb darf man die Frage stellen, ob Wagner nunmehr erlöst ist." Alexander Cammann ist ins brandenburgische Groß Machnow gefahren, wo der sozialistische Dichter Peter Hacks seiner Vorliebe für aristokratische Schlossgärten pflegte und fand viel "Symmetrie und zopfige Steifheit". Katja Nicodemus verabschiedet mit Sylvester Stallones Film "The Expendables" das gute alte Körperkino. Und Evelyn Fingers Interview mit dem Hamburger Festivalleiter Matthias von Hartz wird auf die Glaubensseite verschoben, Kultur hat ja auch immer etwas Missionarisches oder so.

Besprochen werden das von den Flaming Lips neu aufgenommene Pink-Floyd-Album "The Dark Side of the Moon", Strindbergs "Fräulein Julie" auf Schloss Neuhardenberg. Und Peter Wawerzineks Roman "Rabenliebe" (den Ulrich Greiner für ein literarisches Ereignis hält und als Schrei nach der Mutter für latent skandalös hält), Günter Grass' neues Buch "Grimms Wörter" und John Darwins "Der imperiale Traum" (mehr in der Bücherschau des Tages).

Auf den vorderen Seiten geht es um Google. Heinrich Wefing sieht mit Street View die ersten Tore zur Hölle aufgestoßen, in der jeder alles sieht. Und eine ganze Kohorte von Redakteuren präsentiert Rechercherergebnisse, unter anderem die Befunde eines Viktor Mayer-Schönberger von der Universität Singapur: "Zur Auswahl standen die Online-Dienste Google, Bing, Ask sowie der chinesische Service Baidu. fast alle Teilnehmer des Experiments sprachen zuvor Google höchstens Vertrauen aus. Das Resultat ihrer Netzrecherchen war jedoch immer dasselbe: Alle Anbieter sind in etwa gleich gut." (Das ist echte Wissenschaft!)