Die Buchmacher - Archiv

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281 Presseschau-Absätze - Seite 16 von 29

Die Buchmacher vom 17.01.2005 - buchreport.express

Vielleser können sich freuen, denn die deutschsprachigen Publikumsverlage haben auf die Preisbremse getreten. "Nur ein geringer Teil der für dieses Frühjahr angekündigten Neuerscheinungen wird mehr als 20 Euro kosten", hat der Buchreport ermittelt und vermutet für den Neuansatz in der Kalkulation vor allem zwei Gründe: Bücher dürften keine Luxusartikel werden (diese Gefahr bestehe bei Preisen oberhalb der 20-Euro-Schallmauer). Zum anderen hätten die Billigpreis-Bibliotheken und die hohen Rabatte im Modernen Antiquariat (bis zu 80 Prozent auf die zuvor gebundenen Ladenpreise) bei den Buchhandelskunden eine neue Preissensibilität ausgelöst.

Das größte Teilnehmer-Interesse ihrer Geschichte konnte die AG Publikumsverlage bei der Jahresversammlung vergangenen Donnerstag verzeichnen. Unter anderem hat der von den überregionalen Zeitungen initiierte Billigbücher-Boom die Verleger auf den Plan gerufen. KiWi-Verleger Helge Malchow, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft, erklärte vor der Tagung gegenüber dem Buchreport, die Verlegerschaft wolle einen Appell an den Börsenverein formulieren. Der Branchenverband solle konkrete empirische Daten zu den Auswirkungen erheben, um den Verlegern die Grundlage für eine weiterführende Debatte und mögliche Reaktionen auf die Billigbücher zu schaffen. Hier der vollständige Artikel.

Die Neumann-Nachfolge ist seit Anfang Januar in trockenen Tüchern: Neuer Direktor der Frankfurter Buchmesse wird - ab April - Jürgen Boos.

Hintergangen fühlte sich Boos' alter Arbeitgeber, der Fachverlag Wiley-VCH, weil er erst nach der Vertragsunterzeichnung von der Abwerbung seines Mitarbeiters erfahren hatte. Als Konsequenz kündigte der Weinheimer Verlag seine Mitgliedschaft im Börsenverein, wodurch dieser, laut Buchreport, einen seiner stärksten Beitragszahler verloren hat.

Um "feindliche Absprachen" und dadurch entstandene "Schäden im Millionen-Bereich" geht es bei einer Auseinandersetzung zwischen den Reiseverlagen Mair und Carto Travel (ADAC). Eine Streit-Chronik.

Amazon muss sich mit Manipulationsvorwürfen auseinandersetzen. Ein Student hatte sich in den Aachener Nachrichten darüber beklagt, dass mehrfach Kundenkritiken zu Peter Bofingers Sachbuch "Wir sind besser, als wir glauben" von der Webseite verschwunden seien. Auf Buchreport-Anfrage dementierte Amazon-Sprecherin Christine Höger einen Eingriff und sprach von einem "technischen Fehler". "Das Forum für Kundenrezensionen hat", so der Buchreport, "eine nicht unerhebliche Auswirkung auf Kaufentscheidungen."

Personalien: Arnulf Conradi, Gründer und Verleger des Berlin Verlags (Bloomsbury), zieht sich aus der aktiven Verlagsarbeit zurück und vermacht seinen Posten der bisherigen Chef-Lektorin, Elisabeth Ruge. Richard Feldmann, ehemaliger Chef der Bouvier-Gonski-Kette (jetzt Thalia), ist neuer kaufmännischer Leiter des Düsseldorfer Buchhauses Stern-Verlag.

Meldungen: Nachdem er jahrelang die amerikanische Regierung auf dem Kieker hatte, nimmt sich Berufskritiker Michael Moore mit seinem neuen Dokumentarprojekt "Sicko" die großen Pharma-Konzerne vor. Der HörVerlag setzt auf den Trend zum englischsprachigen Original und startet eine Kooperation mit der BBC. Geplant sind zunächst elf Titel.

Stillstand auf den Spiegel-Bestsellerlisten: In allen Rubriken ist die alte auch die neue Nummer 1. Bestseller-Verlage, das heißt die bestplatzierten Verlage auf den 50 ersten Plätzen der Listen, sind in der Sparte Hardcover Belletristik: Carlsen (dank "Harry Potter" mit fünf Titeln vertreten), Diogenes, Piper (jeweils vier Titel) sowie Ammann, Hanser und Heyne (jeweils drei Titel). In der Sparte Hardcover Sachbuch führen Droemer und Ullstein (jeweils vier Titel) das Ranking an. Auf dem zweiten Platz rangieren Econ, Piper und Rowohlt (jeweils drei Titel).

Die Buchmacher vom 29.11.2004 - buchreport.express

Die Werbeetats der deutschsprachigen Publikumsverlage werden neu aufgeteilt, stellt der Buchreport in seiner aktuellen Ausgabe fest. Geld für Anzeigenwerbung fließe nur noch in wenige Qualitätstitel. Stattdessen gingen große Teile der Verlagsetats an die Buchfilialisten, die sich mit eigenen Prospekten und Magazinen profilieren wollten. Daneben ziehe Amazon Gelder für Sonderplatzierungen und Aktionen ab, wichtiger würden auch Werbekooperationen mit branchenfremden Unternehmen. "Kleinere Verlage befürchten, dass sie sich in diesem neuen Konzert kaum noch bemerkbar machen werden", schreibt der Buchreport. Ihnen bleibe nur, auf gute Rezensionen zu hoffen.

Weltbild und Bild-Zeitung lassen ihre "Volksbibel" - trotz großer Nachfrage - vor Weihnachten nicht nachdrucken. Banaler Grund: Die Druckerei ist ausgebucht. Während die Sortimenter nur noch an Exemplare kommen, die bereits in den Kanälen stecken, sollen Weltbild-Kunden weiter ordern können, sagte eine Weltbild-Sprecherin dem Buchreport. Schlagzeilen, vor allem im eigenen Blatt, hatte Bild-Chef Kai Diekmann vor ein paar Tagen gemacht, als er in Begleitung von Weltbild-Chef Carel Halff den Papst mit einer "Volksbibel" beschenkte.

Die Buchbranche baut ihre Fremdsprachen-Aktivitäten aus: Zwischenbuchhändler wie Libri erweitern ihr Angebot, so dass immer mehr ausländische Titel über Nacht lieferbar sind, Filialist Hugendubel testet in München die Resonanz auf seine erste rein englischsprachige Buchhandlung, deutsche Verlage gehen Kooperationen mit Verlagen im Ausland ein (HörVerlag und BBC Audio). Am intensivsten betreiben die Onlinebuchhändler das Geschäft mit den fremdsprachigen Titeln, die sie - da nicht preisgebunden - für ein aggressives Preismarketing nutzen.

Nicht nur, dass die gebundenen Sonderangebots-Reihen von SZ und Bild die Buchhändler wegen der Preise in Erklärungsnot bringen, im Dezember steigen auch noch die Taschenbuchpreise: um durchschnittlich 6,19 Prozent auf 9,41 Euro. Dieses Ergebnis zeigt das "Taschenbuch-Barometer" des Buchreports. Während Belletristik-Novitäten im Vergleich zum Vorjahresmonat teurer werden, können sich Sachbuch-Leser über leicht billigere Neuerscheinungen freuen. Im Wettbewerb um die meisten neuen Taschenbücher liegt Ullstein vorn, gefolgt von dtv und Heyne/Diana.

Die Aussteller- und Besucher-Bilanz der Frankfurter Buchmesse fällt dieses Jahr deutlich besser aus als im Vorjahr. Besonders gut kam bei den von der Ausstellungs- und Messe GmbH Befragten der Wegfall des Messe-Montags an. Nach Ansicht der Aussteller senkt er die Kosten und macht die Veranstaltung attraktiver. Weiterer Grund zur Freude der Aussteller war, dass der Buchverkauf am Sonntag diesmal weniger chaotisch als bei seiner Premiere in 2003 abgelaufen ist.

Die Expansionspläne des Filialisten Buch & Kunst haben einen Dämpfer verpasst bekommen. Warum, hier.

Personalien: Sten Nadolny ist frisch proklamierter "Mainzer Stadtschreiber 2005". Klaus G. Saur, bis Mitte 2003 Geschäftsführer des K. G. Saur Verlags (München), übernimmt die Leitung des Berliner Wissenschaftsverlags Walter de Gruyter.

Meldungen: Versandhändler jpc, der neben seinem Standard-Repertoire (350.000 CDs, 22.000 Filme auf DVD und VHS) seit Jahren Bücher anbietet, hat unter der Adresse lesen.de einen eigenen Büchershop im Netz gestartet. Ex-US-Präsident Bill Clinton bleibt auch nach seiner Autobiografie Büchern verbunden: In Little Rock hat er eine Bibliothek aufgebaut, das Bill Clinton-Dokumentationszentrum.

Und hier die Bestseller.

Die Buchmacher vom 22.11.2004 - buchreport.express

Enttäuscht zeigte sich Verleger Christoph Links, Mitinitiator des "Berliner Appells" an die Abgeordnetenversammlung des Börsenvereins (siehe auch Börsenblatt), angesichts der Reaktionen in Frankfurt. "Es wurde offensichtlich, dass die Börsenvereinsführung Probleme hat, mit der Kritik der Basis sachlich und konstruktiv umzugehen", erklärte Links im Gespräch mit dem Buchreport.

Das Zeit-Lexikon ist erfolgreich ins Rennen gestartet. Mit einer Rekordauflage von 581.000 Exemplaren (höchste verkaufte Auflage seit der Gründung vor 58 Jahren) habe sich die Wochenzeitung samt erstem Lexikon-Band an Abonnenten bzw. an den Ladentheken verkauft, hat der Buchreport recherchiert. Da die 1. Auflage des ersten Bandes - 550.000 Exemplare - nicht reichte, sollen nun 60.000 nachgedruckt werden. Das Aktionsziel wird für die Zeit mit dem Verkauf von 90.000 kompletten Enzyklopädien erreicht. Warum der Vertrieb des Zeit-Lexikons so aufwändig und daher problematisch ist, hier.Als "einen der größten Verkaufserfolge der Buchhandelsgeschichte" feiert Weltbild die gemeinsam mit der Bild-Zeitung gestemmte "Volksbibel"-Aktion. Nach nur zwei Tagen seien die für den Handel bestimmten 100.000 Exemplare der ersten Druckauflage nahezu ausverkauft gewesen, weiß der Buchreport. Die restlichen im ersten Rutsch mitgedruckten 150.000 Billig-Bibeln blieben Weltbild-Kunden vorbehalten, so das Branchenmagazin. Den Absatz angekurbelt hat das aggressive Marketing der "Bild", in "gewohnt marktschreierischer Manier".

Das Moderne Antiquariat leidet unter der Billig-Offensive der Zeitungen. "MA-Händler und Produzenten verzeichnen erhebliche Einbußen", berichtet der Buchreport und hat aus Branchenkreisen gehört, dass die Situation für die Spitzenklasse der Ramscher brenzlig sei. Besonders in der Belletristik herrsche ein Überangebot von Dumping-Titeln.

"Harry Potter V"
geistert wieder durch die Nebenmärkte.

Personalien: Christian Strasser hat das Team für seinen kürzlich erworbenen Pendo Verlag (Zürich) beisammen: Katrin Eckert wird Programmleiterin, Christian Graef kaufmännischer Leiter. Strasser selbst will von München aus die Bereiche Marketing, Presse und Controlling organisieren. Birgit Menche, seit 1995 in der Rechtsabteilung des Börsenvereins tätig, macht sich als Rechtsanwältin selbstständig und wird das Amt der Preisbindungstreuhänderin für das Sortiment übernehmen.

Meldungen: Deuticke präsentiert im Bücherfrühling 2005 mit zehn Titeln sein erstes Programm unter dem Dach des Hanser Verlags. Gabriel Garcia Marquez hat, nach zwei Jahren Verhandlung und dem Ausschlagen von über 50 Angeboten, erstmals die Filmrechte an einem seiner Bestseller verkauft: Für rund 2,3 Millionen Euro erhielt Produzent Scott Steindorf den Zuschlag für "Liebe in Zeiten der Cholera". Die mecklenburgische Kleinstadt Klütz, welche als Vorbild für die Stadt Jerichow im Roman "Jahrestage" gilt, plant ein Uwe Johnson-Zentrum (mehr zu Johnson im Perlentaucher-Archiv). Auf allen Spiegel-Bestsellerlisten ist die alte auch die neue Nummer 1. Was sich sonst getan hat, hier.

Die Buchmacher vom 16.11.2004 - buchreport.express

Ob die beiden für diese Woche angekündigten Billig-Lexika nur verbrannte Erde hinterlassen, fragt sich der Buchreport in seiner Titel-Geschichte. Mit Dumpingpreisen steigt neben der Wochenzeitung Die Zeit (mit einer 20-bändigen Lexikon-Edition, 245 Euro) der Bertelsmann Club (24-bändige Lexikon-Taschenbuchausgabe, 49,95 Euro für Clubmitglieder sowie 69,95 Euro für Nicht-Mitglieder) in den Verkaufsring. Die Niedrigstpreis-Angebote erscheinen zu einem Zeitpunkt, da elektronische Enzyklopädien - die noch weniger kosten - an Bedeutung gewinnen und viele Informationen gar kostenlos bei verschiedenen Online-Lexika zu finden sind. Mutig erscheint es dem Buchreport, dass Brockhaus unter diesen Voraussetzungen zu seinem 150-jährigen Bestehen eine neu editierte Ausgabe in 30 Bänden herausbringen will. Kostenfaktor: kaum unter 3000 Euro. Mehr Informationen zum Thema.

Der Buchreport hat sich die Bestsellerlisten der Monate Januar bis Oktober vorgenommen und eine erste Bilanz nach der Heyne-Übernahme durch Random House gezogen: Random House rangiert auf den Listen mit 61 Titeln vor Holtzbrinck (59 Titel), das heißt, die beiden Verlagshäuser liegen kaum nennenswert auseinander. Weiter abgeschlagen nimmt Bonnier (31 Titel) den dritten Platz ein. "Das Motto ist 'Business as usual'. Die befürchtete Monokultur auf dem Taschenbuchmarkt zeichnet sich bislang nicht ab", kommentiert das Branchenmagazin.

Bei den ersten ARD-Hörspieltagen feierte WDR-Intendant Fritz Pleitgen die "wachsende Akzeptanz des Hörspiels, nicht zuletzt unter jungen Leuten". Die Hörbuchverlage blasen in ein anderes Horn: Das Hörpublikum favorisiere nach wie vor Lesungen, Ausnahmen bildeten Hörspiele mit Serien-Charakter ("Drei Fragezeichen", "John Sinclair"), hat der Buchreport von den Verlagen erfahren. Für sie sind Hörspiele auch weniger lukrativ: Die Produktion ist weitaus teurer als die einer Lesung.

Elfriede Jelinek hat ihre Rede zur Verleihung des Literaturnobelpreises fertig - auf Video aufgezeichnet. Die Videobotschaft solle wegen Jelineks Klaustrophobie am 10. Dezember in Abwesenheit der Schriftstellerin über eine Großleinwand in Stockholm ausgestrahlt werden, berichtet der Buchreport. Es handele sich um keine dezidiert gesellschaftspolitische Rede, vielmehr beschäftige sich Jelinek mit der Existenz ihrer Berufsgenossen. "Es geht darum, dass man als Autor immer draußen, nicht drinnen ist. Weil man nicht leben kannn, muss man schreiben", hat die Literaturnobelpreisträgerin dem österreichischen Nachrichtenmagazin News dazu kürzlich erkärt. Ihre Rede trägt den Titel "Im Abseits".

Wer bei Internetauktionen den Artikel eines gewerblichen Anbieters ersteigert, hat in Zukunft ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Das entschied der Bundesgerichtshof in einem verbraucherfreundlichen Gesamturteil. Die von Buchreport befragten Profi-Buchhändler auf Ebay reagierten auf die veränderte Rechtslage "gelassen" und erwarten für ihr Auktionsgeschäft "keine großen Veränderungen". Sie schätzen, dass bei vergleichsweise preiswerten Artikeln wie Büchern die Rücksendewünsche im Rahmen bleiben werden.

Personalien: Verleger Michael Klett zieht sich am 1. Januar 2006 aus dem operativen Geschäft zurück, Uwe Brinkmann wird sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Ernst Klett AG. Dr. Bernward Malaka, einer der Geschäftsführer der Egmont Vgs Verlagsgesellschaft, verlässt das Unternehmen.

Meldungen: Maarten 't Hart ist diese Woche mit seinem Roman "In unnütz toller Wut" (Piper) höchster Neueinsteiger in der Spiegel-Bestenliste / Belletristik, das Dutroux-Opfer Sabine Dardenne erscheint mit ihrem Gedächtnisprotokoll "Ihm in die Augen sehen" (Droemer) als einzige neu in der Bestenliste / Sachbuch.

Die Buchmacher vom 08.11.2004 - buchreport.express

Der Buchreport hat schon vor Jahresende Bilanz gezogen und titelt "Schwarze Null wird realistisch für 2004". Der Umsatztrend, den das Branchenmagazin auf der Grundlage elektronisch ermittelter Daten veröffentlicht, zeigt für die ersten zehn Monate ein kumuliertes Plus von 0,56 Prozent. Spannend wird allerdings noch das Weihnachtsgeschäft: Nicht klar sei, schreibt der Buchreport, ob die Billigbuch-Schwemme zu Lasten des Verkaufs regulärer Bücher ginge. Darüber hinaus sind die Prognosen des Verband des Deutschen Einzelhandels, was den vorweihnachtlichen Umsatz betrifft, düster. Gründe für eine Kaufzurückhaltung im Weihnachtsgeschäft könnten sein: Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes, Unsicherheiten in Bezug auf Hartz IV sowie die Reformen der Alters- und Krankenversicherung.

Was in den letzten Wochen schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, ist jetzt amtlich: Das Kölner Medienhaus DuMont/Schauberg verkauft zum 1. Januar 2005 seinen Reiseverlag an Mair. Im Gegenzug beteiligt sich das Medienhaus mit zehn Prozent an Mairs Geographischem Verlag, der in Mair DuMont umbenannt wird. Geschäftsführer Frank Mair machte gegenüber dem Buchreport aus seiner Freude über den Erwerb des Markennamens DuMont keinen Hehl: "Das Reiseprogramm hat ein starkes Profil mit einer eigenen Fangemeinde. Es ist uns mit unseren Marco Polo- und Baedeker-Reiseführern nie gelungen, DuMont-Kunden abspenstig zu machen." Keinen Grund zur Freude hat der Konkurrent ADAC Verlag: Durch die Verlagsübernahme konnte Marktführer Mair seinen Vorsprung im Reisesegment ausbauen.

Die Liste der abgesetzten Kultursendungen im Fernsehen wird immer länger: "Das literarische Quartett" (ZDF), "Solo" (ZDF), "Willkommen im Club" (Vox), "Bücher, Bücher" (HR) sowie "Die Bestenliste" (SWR) sind bereits der Zuschauer-Quote zum Opfer gefallen und nehmen darauf Platz. Jetzt prüft der Bayerische Rundfunk, der bis 2008 54 Millionen Euro einsparen will, Formate wie "Lesezeichen" oder "Kulturgespräch" zu opfern. Aktuell suchen die Redaktionen nach Möglichkeiten für eine kostengünstigere Produktion. "Im Gespräch ist auch, dass andere öffentlich-rechtliche Sender oder die hauseigene Tochter br-Alpha die Sendungen übernehmen", hat der Buchreport erfahren.

Meldungen: Vier Warengruppen verzeichneten im Oktober ein Wachstum: Hörbuch (+18,7 Prozent), Belletristik (+10,47 Prozent), Taschenbuch (+5,04 Prozent) und Fachbuch (+4,21 Prozent). Ullstein und die beiden Autoren Norbert Juretzko und Wilhelm Dietl haben sich mit Ex-Kanzleramtsminister Bernd Schmidbauer außergerichtlich darauf geeinigt, dass einige Passagen in dem Enthüllungsbuch über den BND, "Bedingt dienstbereit", gestrichen werden. Zum Schluss: die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 02.11.2004 - buchreport.express

Die deutschen Buch-Filialisten, die in den vergangenen zehn Jahren knapp 300 Läden mit einer Verkaufsfläche von insgesamt weit mehr als 200.000 Quadratmetern neu eröffnet haben, drosselten, was die Expansion betrifft, in den letzten zwölf Monaten das Tempo. Das geht aus dem aktuellen Buchreport-Filialatlas hervor. Ausnahme, heißt es darin, seien Branchenprimus Thalia (erhöhte die Übernahmen und Neueröffnungen von 77 auf 93, ist jetzt in 58 deutschen Städten vertreten) und Spezial-Filialist Weltbild (erhöhte von 206 auf 226, jetzt in 199 Städten). Als Gründe nennt das Branchenmagazin u.a. die schwache Konjunktur, eine Verunsicherung des Marktes (etwa durch die Karstadt-Krise), den Mangel an geeigneten Standorten sowie die Sättigung des Nachholbedarfs in den wichtigsten Städten der neuen Bundesländer. "Trotzdem", so das Fazit der Studie, "ist die Filialisierung des Buchhandels in Deutschland keineswegs abgeschlossen."

Nachdem der Buchreport in seiner letzten Ausgabe über die Infragestellung der Buchpreisbindung in der Schweiz berichtet hat (siehe Perlentaucher-Archiv), folgen ähnlich beunruhigende Nachrichten aus Österreich. Zwar gilt das Preisbindungsgesetz in der Alpenrepublik nach einem einstimmigen Parlamentsbeschluss zeitlich unbefristet, doch beschäftigen sich derzeit die Gerichte mit der inhaltlichen Auslegung: Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels hat den Morawa-Buchkonzern verklagt. Dieser habe, beanstandet der Verband, mit hohen Rabatten, die er der öffentlichen Hand gewährte, dem übrigen österreichischen Buchhandel enorme Umsatzverluste beschert und somit die Preisbindung unterlaufen. Hier der vollständige Artikel.

Verärgert hat die Sortimenter die Ankündigung der Zeit, den ersten Band der Marketing-Aktion Zeit-Lexikon mit dem Kauf einer Zeitung zu verschenken. Die Wettbewerbszentrale hält es allerdings mit der Zeit: Zugaben seien grundsätzlich erlaubt, sofern nicht unverhältnismäßig hoch oder ihre Wertigkeit unklar. Beide Einschränkungen lägen in diesem Fall nicht vor.

Niedersachsens Buchhändler können sich nach dem Fall der Lernmittelfreiheit in ihrem Bundesland über gestiegene Verkaufszahlen freuen. "An die Schulen ist zwar deutlich weniger verkauft worden, dafür aber umso mehr an Privatkunden", informierte Thomas Wrensch, Vorsitzender des Börsenverein-Landesverbands Niedersachen. Wrensch schätzt, dass 20 Prozent der Eltern die Bücher gekauft und nicht von den Schulen ausgeliehen haben. Wie aus dem Buchreport-Umsatztrend hervorgeht, hat sich das Schulbuchgeschäft in Deutschland in dieser Saison insgesamt positiv entwickelt: Für die ersten drei Quartale weist die Erhebung ein kumuliertes Plus von 2,5 Prozent gegenüber 2003 aus.

Meldungen: Große Nachfrage nach Elfriede Jelinek-Titeln: Rowohlt hat von den, nach Bekanntgabe des Nobelpreises, nachgedruckten 300.000 Exemplaren bereits 200.000 verkauft. Die Frankfurter Buchmesse führt Vorgespräche für eine eigene Antiquariatsmesse, und das ungeachtet der sinkenden Nachfrage (die gestern zu Ende gegangenen Antiquariatsmesse Liber Berlin zählte 61 Aussteller, im Jahr 2000 waren es noch 137). Das Magazin Stern will mit der Edition "Stern-Stunden der Filmgeschichte" ins Zusatzgeschäft mit DVDs einsteigen. Pop-Star Robbie Williams hat es mit seiner Autobiografie "Feel" von 0 auf 1 in die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Was sich sonst in den "Top 50" getan hat, hier.

Die Buchmacher vom 25.10.2004 - buchreport.express

Seit Jahren kämpft die eidgenössische Wettbewerbskommission gegen die Preisbindung deutschsprachiger Bücher in der Schweiz (in den französischsprachigen Kantonen besteht sie schon lange nicht mehr). Bis zu einer endgültigen Entscheidung wird zwar - auf Grund der vielen Instanzen - noch einige Zeit ins Land gehen, doch der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) lässt vorsorglich die Alarmglocken schrillen: Von einem Wegfall der Schweizer Preisbindung würden Onlinebuchhändler wie Amazon möglicherweise profitieren, deutschen und österreichischen Verlagen könnte er erheblich schaden. Denn: "Die Gefahr von Re-Importen liegt trotz gesetzlicher Klauseln auf der Hand", warnt Men Haupt, Präsident des SBVV, im Buchreport. Hier der vollständige Artikel.

Was die Preisbindung in Deutschland betrifft, so hat der Börsenverein seine Initiative für Nachbesserungen am bestehenden Preisbindungsgesetz aufgegeben. "Der Verband will keine schlafenden Hunde wecken", kommentiert der Buchreport. In Frankfurt glaube man, insbesondere Bildungspolitiker aus den Bundesländern könnten ein neues Gesetzgebungsverfahren zum Anlass nehmen, die Regeln über Schulbuchrabatte zum Nachteil des Buchhandels zu verändern. Verbesserungsbedarf besteht nach Ansicht vieler Buchhändler in der Zulassung einer Räumungsverkaufsklausel und der Beschränkung des Bibliotheksrabatts.

Sechs Wochen nach der Bekanntmachung, dass die Sabine Groenewold Verlage (Europäische Verlagsanstalt, Rotbuch, Die Hanse) wirtschaftlich ins Straucheln geraten sind, erscheinen die Verhältnisse neu geordnet. Auf Initiative des Philo-Verlegers Axel Rütters und des Ex-Lufthansa-Controllers Ulrich Reinhardt ziehen die Verlage, zusammen mit Philo und dem Europa Verlag Zürich, unter das Dach Europäische Verlagsanstalt GmbH & Co. KG. Rütters verantwortet künftig das Programm der Verlagsgruppe, Reinhardt die Finanzen.

Die Veröffentlichung der Nominierungsliste des National Book Award hat in den USA hitzige Diskussionen entfacht. Zum einen sind die Autorennamen auf der "Shortlist" scheinbar so unbekannt, dass die New York Times von einer "exzentrischen Liste" spricht, zum anderen wird der Jury vorgeworfen, mit der Nominierung des Norton-Titels "The 9/11 Comission Report", ein Sachstandsbericht über die Terroranschläge des 11. September, Wahlkampf zu betreiben.

Personalien: Der Brite Alan Hollinghurst wurde vergangene Woche für seinen Roman "The Line of Beauty" mit dem wichtigsten Preis der englischsprachigen Literaturwelt, dem mit 50.000 Pfund dotierten "Man Booker Prize for Fiction", ausgezeichnet. Für sein übersetzerfreundliches Verhalten erhielt der Chef des Marebuch Verlags, Nikolaus Hansen, das erstmals vom Verband deutschsprachiger Übersetzer verliehene Holunderholz.

Meldungen: Die Unesco hat Edinburgh zur "Weltstadt der Literatur" gewählt. Deutschlands älteste Paperback-Reihe, die Collection S. Fischer, verabschiedet sich vom weichen Cover und erscheint ab Frühjahr 2005 in gebundener Form. Der indischstämmige Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul (72) will keine Bücher mehr schreiben. Nobelpreisträger sind nicht unbedingt die Lieblinge der großen Leserschaft: Die frisch gekürte Elfriede Jelinek platzierte sich nur mit einem einzigen Titel in den Spiegel-Bestsellerlisten, und das auch nicht auf den vorderen Rängen.

Die Buchmacher vom 11.10.2004 - buchreport.express

Die "Buchbranche bangt um ihre Preisbindung" titelt der Buchreport in seiner Messe-Ausgabe. Anlass zur Sorge gibt der Vergleich von Billigbüchern mit den gebundenen Preisen der Original-Ausgaben, der zum "Ausgangspunkt für aggressive Strategien" geworden ist. Als Beispiele nennt das Magazin die Offerten des Weltbild-Konzerns und des Bertelsmann Buchclubs sowie die eigenen Buchreihen der SZ, der Bild-Zeitung und der Zeit. Abgesehen von Ausreißern verstießen sie zwar nicht gegen die Preisbindung, sie wären aber ohne Preisbindung gar nicht oder kaum möglich. Den Buchhändlern falle es zunehmend schwerer, ihren Kunden die vergleichsweise hohen Preise der Neuerscheinungen zu erklären.

Der Buchmarkt steht vor Umbruchprozessen, keine Konvention ist auf Dauer gesichert. Dasselbe gilt für die Frankfurter Buchmesse. "Wir müssen Antworten auf die problematischen Herausforderungen der Zeit finden, wenn wir uns auf Dauer als entscheidender Handelsplatz behaupten wollen", erklärt Messechef Volker Neumann im Buchreport. Die Frankfurter Buchmesse muss, nach Neumanns Meinung, in den nächsten Jahren zu einer umfassenderen Medienmesse wachsen, sich intensiver dem Zukunfts-Thema "Online-Verlegen" widmen, die Dienstleister der Buchbranche stärker integrieren und ihren Ruf als richtungsweisendes Forum für den interkulturellen Austausch ausbauen.

Seine Abstinenz von der Buchbranche währte nicht lange: Nach dem Abgang als Geschäftsführer bei Ullstein Heyne List Ende 2003, hat Christian Strasser der Eichborn AG rückwirkend zum 1. Oktober die Tochter Pendo (Zürich) abgekauft. "Es war ein Angebot, bei dem ich nicht 'nein' sagen konnte", kommentiert Strasser im Buchreport die Verlagsübernahme. Mit dem Verkauf hat Eichborn ein Sorgenkind weniger. Der einzige börsennotierte deutsche Verlag - sein Umsatz sank in 2003 abermals - kündigte einen Strategiewechsel an und will sich künftig ausschließlich auf die "Marke Eichborn" konzentrieren.

Der Buchreport-Umsatztrend verzeichnet für September ein knappes Plus von 0,82 Prozent. Mehr.

Nachdem das ZDF die positive Resonanz von 3,6 Millionen interessierten Zuschauern bei "Unsere Besten - Das Große Lesen" feiern konnte, plant der Sender weitere Bücher-Formate. "Im kommenden Jahr sollen Romane, Sachbücher, Krimis und vielleicht auch noch andere Genres in jeweils separate Rennen geschickt werden", hat der Buchreport erfahren.

Als die Süddeutsche Zeitung ihre 50-bändige SZ-Bibliothek ankündigte, wies die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein ähnlich gelagertes Engagement von sich. Jetzt stemmen die Frankfurter ein vergleichbares Projekt: Diesen Monat schon starten sie die DVD-Serie "Die 20 wichtigsten Opern-Aufführungen", zusammengestellt von der FAZ-Redaktion. Monatlich sollen vier Folgen der Kollektion für 69 Euro im Paket erscheinen.

Personalien: Volker Neumann ist zwar laut Vertrag noch bis Ende 2005 Direktor der Frankfurter Buchmesse, doch, so spekuliert der Buchreport, wird er vermutlich schon vorher seine Mission beenden - Namen, die in Verbindung mit der Neumann-Nachfolge genannt würden, seien Oliver Zille (Chef Leipziger Buchmesse), Arnoud de Kemp (Verlagsdirektor Springer Science & Business Media), Klaus Kluge (Marketingmacher Droemer Knaur) und Claudia Reitter (Vertriebschefin Random House). Christa Wolf wechselt von Luchterhand zu Suhrkamp. Econ-Programmleiter Jens Schadendorf hat auf Grund "programmatischer Differenzen" seinen Weggang spätestens zum April 2005 bekannt gegeben. Der kolumbianische Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez legt nach zehnjähriger Pause überraschend einen neuen Roman vor; die deutsche Übersetzung wird Kiepenheuer & Witsch am 4. Dezember ins Weihnachtsgeschäft schicken.

Meldungen: Suhrkamp widmet dem 2002 verstorbenen Verleger Siegfried Unseld - dieses Jahr hätte er seinen 80. Geburtstag gefeiert - gemeinsam mit der Frankfurter Bürgerstiftung eine Ausstellung. Die Verlagsgruppe Langen Müller Herbig, die Brigitte Fleissner-Mikorey seit September leitet, hat vor, in Österreich zu expandieren, dazu übernimmt Dr. Brigitte Sinhuber mit sofortiger Wirkung die Führung der einstigen Keimzelle des Unternehmens, des Wiener Amalthea Signum Verlags. Der soeben erschienene Roman der 1999 verstorbenen Schriftstellerin Marion Zimmer Bradley entert die Spiegel-Bestsellerliste - des Rätsels Lösung: Diana L. Paxson schrieb "Die Ahnen von Avalon" nach Aufzeichnungen ihrer toten Freundin und Kollegin.

Die Buchmacher vom 04.10.2004 - buchreport.express

Noch bevor die "Bild-Bestseller-Bibliothek" (siehe auch Perlentaucher-Archiv) am 7. Oktober an den Start geht, sorgt Weltbild-Chef Carel Halff für Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Zusätzlich zum Weltbild-Gemeinschaftsprojekt mit der Bild-Zeitung bietet der Bücherriese seinen Kunden exklusiv die "Klassiker-Edition der Weltliteratur" an. Jeder der 50 Bände soll zwei Euro kosten, der Buchreport spricht vom "Ausverkauf der Weltliteratur". Auch wenn Weltbild diese Edition aus rechtefreien Klassiker-Texten exklusiv über seinen Katalog und die Weltbildplus-Filialen vertreibe, werde damit die Niedrigstpreis-Diskussion weiter angeheizt. Hier der vollständige Artikel.

Buch.de, Deutschlands zweitgrößter Online-Buchhändler (er muss als börsennotiertes Unternehmen seine Zahlen offenlegen), wird nach sieben erfolgreichen Quartalen für das dritte Quartal 2004 ein Minus in die Bilanz schreiben müssen. Der Buchreport sieht den ganzen Internet-Buchhandel in der Bredouille: "Nach Jahren der ungezügelten Expansion drohen Online-Buchhändler in die Wachstumsfalle zu stolpern. Die Kaufzurückhaltung der Konsumenten, die sich auch im Geschäft mit Büchern niederschlägt, und der Preisverfall im Medienbereich bremsen den Markt."

Nachdem die Lernmittelfreiheit in Niedersachsen gefallen sowie in NRW, Berlin, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Rheinland-Pfalz und im Saarland stark eingeschränkt ist, beabsichtigt nun auch die CSU in Bayern, zum Schuljahr 2005/2006 sieben Millionen Euro bei den Landesausgaben im Schulbereich einzusparen. Ungeachtet aller kulturpolitischen Bedenken sei es kein Geheimnis, dass Buchhändler und Verlage nicht unglücklich wären über eine vollständige Abschaffung der Lernmittelfreiheit, schreibt der Buchreport. Die aus der Ausschreibungspflicht für kommunale Schulbuchaufräge mit einem Volumen von mehr als 200.000 Euro resultierenden Verfahren hätten ihnen in den vergangenen Jahren vor allem Ärger eingebracht.

Beflügelt vom rasant gewachsenen Publikumsinteresse in den vergangenen Jahren hat sich Ulrich Schreiber, Chef des am Samstag zu Ende gegangenen Internationalen Literaturfestivals Berlin, vorgenommen, die lit.Cologne "über die Landesgrenzen hinaus" zu überholen. Bezogen auf die Zuschauerzahl sei das Berliner Festival zwar noch nicht das größte, jedoch das internationalste der Welt, erklärte Schreiber dem Buchreport. Sein langfristiges Ziel: das Festival als "literarisches Pendant zur Berlinale" etablieren.

Die Buchhandlungen Walter König und Wasmuth teilen derzeit die Museumsbuchlandschaft der Bundeshauptstadt untereinander auf. Nachdem der Kulturbuch-König aus Köln dieses Jahr schon zwei neue Filialen und damit seine vierte in Berliner Museen eröffnet hat, legt der Berliner Filialist Wasmuth Mitte Oktober mit der Eröffnung seines sechsten Shops nach.

Personalien: Dr. Hanna Leitgeb, Gründungsredakteurin des Magazins Literaturen, leitet ab Februar 2005 das Berliner Büro der Deutschen Verlags-Anstalt. Verleger Hans-Joachim Gelberg erhält den Friedrich Bödecker Preis 2004 für außergewöhnliche Verdienste um die Förderung der Kinder- und Jugendliteratur.

Meldungen: Laut Buchreport-Umsatzindikator hält der herbstliche Aufwärtstrend in der 39. KW (im Vergleich zur Vorjahreswoche) mit insgesamt 3,23 Prozent an; gestützt wird das Ergebnis vor allem durch die Warengruppen Belletristik (+ 6,69 Prozent), Taschenbuch (+ 4,57 Prozent) und Fachbuch (+ 5,15 Prozent). Der Bremer Verein zur Förderung der Lesekultur baut ein Portal auf, das sämtliche Aktivitäten zur Leseförderung in Deutschland auflistet. Stern-Journalistin Ildiko von Kürthy schaffte mit "Blaue Wunder" den höchsten Neueinstieg in die Spiegel-Bestsellerlisten. Was sich sonst in den "Top 50" getan hat, hier.

Die Buchmacher vom 27.09.2004 - buchreport.express

Hart geht der Buchreport in seiner Titel-Geschichte mit dem Börsenverein ins Gericht. Die jüngsten Schlagzeilen - Personalentscheidung um den Buchmessedirektor, Gerüchte über einen Verkauf der Buchmesse, das Ende des "Deutschen Bücherpreises" - sorgten für den Eindruck, aus dem einst hehren Verein sei eine mafiöse Mördergrube geworden, schreibt das Branchenmagazin. Zu diesem öffentlichen Bild passe die Verfassung, in der sich der Verband seit geraumer Zeit nach innen darstelle. Eine "radikale Lösung mit schmerzhaften Folgen" erachtet der Buchreport für eine Profilschärfung des Börsenvereins als notwendig. Zuallererst solle er den Abbau des verdienstvollen, aber wenig effektiven Ehrenamtes forcieren und stattdessen die professionelle Führung wesentlich verstärken.

Verdächtig still war es seit Wochen um den Bertelsmann Club und seine aggressiven Geschäftsgebahren. Nachdem sich die Buchgemeinschaft und der Sortimenterausschuss des Börsenvereins mit "Hängen und Würgen" (Buchreport) auf neue Kritierien zum Potsdamer Abkommen geeinigt hatten, erfolgte letzten Montag der neueste Vorstoß in Form einer vierfarbigen 1/1-Anzeige im Spiegel. Darin werben die Bertelsmänner mit "Bestseller schon ein Jahr vor dem Buchhandel" für ihr Angebot. "Eine Ohrfeige für das stationäre Sortiment", kommentiert der Buchreport.

Nach dem Abgang des erfolglosen "Deutschen Bücherpreises" auf der Leipziger Buchmesse und vor dessen Wiedergeburt in Gestalt des "Deutschen Buchpreises" auf der Frankfurter Buchmesse im kommenden Jahr, gehen die Leipziger in Offensive: Ohne Beteiligung des Börsenvereins verleihen sie am 17. März 2005 - und danach jährlich - den 45.000 Euro schweren "Preis der Leipziger Buchmesse". Das Preisgeld, das zu gleichen Teilen in den Kategorien "Belletristik", "Sachbuch und Essayistik" sowie "Übersetzungen" vergeben wird, bringen die Stadt Leipzig, der Freistaat Sachsen und das Literarische Colloquium Berlin auf.

Den erhofften Durchbruch in der Frage nach der Vergütung belletristischer Autoren hat es nach einem Verhandlungsmarathon im Bundesjustizministerium nicht gegeben. Einzig bei der Beteiligung an der Taschenbuch-Verwertung konnten die Vertreter des Verbands deutscher Schriftsteller und der Verlage eine Einigung erzielen. "Demnach erhalten Autoren für Bücher bis zu einer Auflage von 20.000 Exemplaren fünf Prozent, bis 40.000 Exemplaren sechs Prozent, bis 100.000 Exemplaren sieben Prozent und darüber hinaus acht Prozent des Nettoladenpreises", erklärt Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang im Buchreport. Strittig bleibt die Honorierung von Hardcovern.

Personalien: Andreas Siefke ist ab dem 1. Oktober neben Manfred Bissinger und Dr. Kai Laakmann Geschäftsführer des Hoffmann und Campe Verlags. Der amerikanische Science-Fiction-Autor Tad Williams wird für die "Otherland"-Reihe (Klett-Cotta) mit dem ersten "Corine-Futurepreis" ausgezeichnet. Ralf Rothmann bekommt für seinen Roman "Junges Licht" (Suhrkamp) den mit 25.000 Euro dotierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis - er habe eine in Deutschland einmalige soziale Feinzeichnung erstellt, heißt es in der Begründung der Jury.

Meldungen: Reclam Leipzig setzt künftig auf Hardcover. Nach den Autorenprotesten gegen den "Austro-Koffer" hat sich der Ueberreuther Verlag gegen die Herausgabe entschieden. Drei Titel platzieren sich dank der zehnten Ausgabe des "Lesen!"-Magazins in den Top 50 der Spiegel-Bestsellerlisten - verglichen mit früheren Sendungen eine "eher magere Bilanz".