Die Buchmacher - Archiv

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281 Presseschau-Absätze - Seite 15 von 29

Die Buchmacher vom 18.04.2005 - buchreport.express

Mit eisernem Besen kehrt der mit der Sanierung des angeschlagenen Club Bertelsmann beauftragte Marc-Oliver Sommer. Nach einem Bericht der "Neuen Westfälischen" hat der neue Club-Chef den 150 Mitarbeitern der eben erst gegründeten Mitgliederbetreuungsgesellschaft ein Ultimatum bis Ende Mai gestellt. Kernforderungen von Sommer seien die Erhöhung der Wochenarbeitsstunden auf 42 statt bisher 40 und der Verzicht auf 20 Prozent des bislang gezahlten Gehalts, zitiert der Buchreport die regionale Tageszeitung. Schon früher ist durchgesickert, dass von insgesamt 380 Arbeitsplätzen 70 gestrichen und 80 von Rheda-Wiedenbrück nach Berlin verlagert werden sollen. Der Buchreport spricht von einem "eng begrenzten Handlungsspielraum" Sommers, er müsse einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen.

Nach monatelangen Personalquerelen kümmert sich der Suhrkamp Verlag wieder ums Programm und will vor allem im Taschenbuch Akzente setzen. Geplant ist, peu a peu rund 100 der 175 im hauseigenen Deutschen Klassiker Verlag erschienenen Titel im Paperback herauszubringen (ab Herbst 2005). Die aufs Hochschulklientel zugeschnittene "StudienBibliothek" soll mit kommentierten Texten u. a. aus der Philosophie und den Sozialwissenschaften die erfolgreich laufende "BasisBibliothek" für Schüler ergänzen, zeitgleich wollen die Frankfurter eine Reihe zu Medizin und Gesundheit etablieren (ab Herbst 2006). Bereits im letzten Jahr sind die "BasisBiographien" an den Start gegangen, die suhrkamp taschenbuch-Reihe bekam einen optischen Relaunch verpasst.

Anlässlich des Todes von Papst Johannes Paul II. wärmt Weltbild die bereits erprobte Kooperation mit der Bild-Zeitung auf: Am 25. April erscheint bei den Augsburgern ein 208 Seiten starker Bildband des "Bild"-Korrespondenten im Vatikan, Andreas Englisch. Nach Buchreport-Informationen werden darin schon die Trauerfeierlichkeiten berücksichtigt. Fünf Buchtitel vom bzw. über den Papst stiegen diese Woche in die Sachbuch-Bestsellerlisten (siehe unten) ein.
Das US-Magazin "Time" wählte die deutsche Illustratorin und Kinderbuchautorin Cornelia Funke unter die "100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2005" (mehr). Am 15. September erscheint in Deutschland der zweite Teil ihres Bestsellers "Tintenherz". Bei der Fiera del Libro per Ragazzi, der weltgrößten Lizenzmesse im Kinder-und Jugendbuchbereich, habe "Tintenblut", so der Titel der "Tintenherz"-Fortsetzung, die Agenten in Bewegung gebracht, weiß der Buchreport.
Der in der Reform des Börsenvereins engagierte Verleger Matthias Ulmer beklagt sich im Buchreport über das Desinteresse der Branche, was die Neuausrichtung des Verbands betrifft. Die geringe Beteiligung an der Diskussion sei erschreckend, stellt Ulmer fest, die typischen Kritiker hätten sich noch nicht zu Wort gemeldet. Morgen präsentieren die Mitglieder des Arbeitskreises Verbandsreform dem Börsenvereins-Vorstand in einer außerordentlichen Sitzung ihre Vorschläge. Ulmer: "Am Ende werden vielleicht doch noch einige Zeter und Mordio schreien."

Der "DVD-Markt in Zahlen" und - zum Lieblingsthema der Branchenblätter, "Zusatzgeschäfte" - wie der Buchhandel auf die SZ-Cinemathek reagiert, hier.

Hugendubel, Deutschlands größte konzernunabhängige Buchhandlungskette (Jahresumsatz 2004: 226,5 Mio. Euro), wird nach dem Tod Heinrich Hugendubels in fünfter Generation von der Familie weitergeführt: Tochter Nina Hugendubel ist als Geschäftsführerin für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Werbung verantwortlich, ihr Bruder Maximilian hat als zweiter Geschäftsführer die Unternehmensfelder Verwaltung, Finanzen, Planung und Controlling unter sich. Zum Tod von Hugendubel hat der Buchreport zwei ausführliche Interviews ins Netz gestellt (März 2000, Oktober 2003).

Weitere Personalien: Wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die Verlagsstrategie" tritt Ulrich Störiko-Blume als Leiter des Kinder- und Jugendbuchverlags Beltz & Gelberg zurück. Anke Klein wurde zur Geschäftsführerin des Esslinger Verlags berufen.

Meldungen: Trotz Champions League-Konkurrenz im Privatfernsehen konnten "Bücherfee" Elke Heidenreich und ihr Gast Günther Jauch 1,82 Mio. Zuschauer für die letzte ZDF-"Lesen!"-Sendung interessieren (7,2 Prozent Marktanteil). Am 9. Juni kommt mit "Tony Takitani" die erste Verfilmung einer Erzählung von Haruki Murakami in die deutschen Kinos. Das Handelsblatt will mit der Hörbuch-Edition "Wirtschaftsführer im Porträt" seinen Teil vom Kuchen der Zusatzgeschäfte abbekommen. Und: die Spiegel-Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 12.04.2005 - buchreport.express

Die Mehrheit der Deutschen plädiert für die Buchpreisbindung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Buchreport beim Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid in Auftrag gegeben hat. Im Einzelnen: Von 1001 Befragten ab 14 Jahren hielten 55 Prozent feste Preise für richtig, 32 Prozent votierten dagegen und 13 Prozent hatten keine Meinung. Am deutlichsten sei die Zustimmung in den neuen Bundesländern ausgefallen (60 Prozent), schreibt der Buchreport. Und: Je höher das Haushaltseinkommen, desto höher die Zahl der Ablehnungen (42 Prozent).

Der Buchhandel kann für März ein Plus von 16,48 Prozent für sich verbuchen. Damit ist der März 2005, laut Buchreport-Umsatztrend, der stärkste März seit sechs Jahren. Ein Faktor, der zu den erfreulichen Zahlen beigetragen habe, sei, dass die Osterfeiertage diesmal nicht im April, sondern im März gelegen hätten und zu Ostern offenbar wieder Geschenke gemacht würden, erläutert der Buchreport. Das überdurchschnittliche Plus des dritten Monats hat beachtliche Auswirkungen auf die Jahresentwicklung: Nach dem Ausreißer im Januar (-6,2 Prozent) und der schwarzen Null im Februar (+0,36 Prozent) schlägt das erste Quartal des Jahres mit einem kumulierten Ergebnis von +3,38 Prozent zu Buche.

Vier Wochen nach dem Start der Filmedition "Cinemathek" zieht der Süddeutsche Verlag eine erste positive Bilanz. "Die Zahlen übertreffen die Erwartungen deutlich", heißt es aus München. Von den ersten fünf Filmen hätte die SZ insgesamt 300.000 Exemplare an den Handel ausgeliefert. Die SZ-Cinemathek laufe gut an, aber man verkaufe nicht die gleichen Stückzahlen wie von der SZ-Bibliothek, erklärten die vom Buchreport befragten Sortimenter. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Filme fast doppelt so viel wie die Bücher kosten.

Zum zweiten Mal konnte Onlinehändler Amazon den anvisierten Starttermin (diesmal: 31. März) seiner Buchinhaltssuchmaschine "Search Inside the Book" (siehe auch Perlentaucher-Archiv) nicht einhalten. "Zwar begründete Amazon schon die erste Verschiebung gegenüber den Verlagen mit technischen Schwierigkeiten. Der wirkliche Grund dürfte eher darin liegen, eine ausreichend große Anzahl von Verlagen zu akquirieren", glaubt der Buchreport. Bislang haben, nach Informationen des Branchenmagazins, nur wenig große Verlage zugesagt.

Während sich der in der Einarbeitungsphase befindliche neue Chef der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, kürzlich im Buchreport-Gespräch als "Mann des Ausgleichs, nicht der Provokation" bezeichnete, hat die FAZ hinter die Kulissen geschaut und ein paar Konfliktpunkte aufgelistet: Boos habe intern klargestellt "Der Chef bin ich" und es sei noch nicht klar, ob er oder sein Vorgänger, Volker Neumann (sein Vertrag läuft bis zum 31. Oktober 2005), die Federführung für die kommende Buchmesse hätte, zitiert der Buchreport die Frankfurter Tageszeitung. Buchmesse-Mitarbeiter sollen sich über Neumanns "nicht abgestimmten Alleingänge" und "seinen bekannten Drang zum großen Auftritt" beklagen. Die Messegesellschaft wolle sich "lieber heute als morgen" von Neumann trennen, doch der verhandle hart um eine Abfindung.

Meldungen: Günter Grass ist für sein Buch "Der Schatten" (Steidl) mit einem der drei diesjährigen Hans Christian Andersen-Preise ausgezeichnet worden. Literaturnobelpreisträger Saul Bellow starb im Alter von 89 Jahren in New York. Und: die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 04.04.2005 - buchreport.express

Die Verlage stoßen an "eiserne Preisbarrieren" und reagieren damit auf die in den letzten Jahren "enorm zugenommene Preissensibilität" der Buchkäufer. "Hardcover kosten nur noch selten über 20 Euro, für die Taschenbücher scheint bei maximal zehn Euro das Ende der Fahnenstange erreicht", hat der Buchreport ermittelt und bedauert die Verlage hinsichtlich der Ankündigung, dass bei Druckern und Papierherstellern in 2005 mit steigenden Preisen zu rechnen sei. Jetzt müssen Verlagsmitarbeiter umso mehr darauf achten, die "schwarzen Schafe" aus den Kalkulationen herauszufiltern.

Allen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen, haben die drei Zeitungen, die im letzten Jahr mit Sondereditionen ins Buchgeschäft eingestiegen sind. "Mit dem Verkauf der 20-bändigen Lexikonreihe hat Die Zeit mehr als 20 Millionen Euro Umsatz gemacht", weiß der Buchreport. Sechs Millionen Exemplare hätten Bild-Zeitung und Weltbild hochgerechnet von der "Bild-Bestseller-Bibliothek" unters Volk gebracht, was einem Netto-Verlagsumsatz von etwa 15 Millionen Euro entspreche. Auch wenn alle Bände der SZ-Bibliothek bereits erschienen seien: Die "Süddeutschen" könnten sich über mangelnde Nachfrage nicht beschweren. Über den "Cross-Selling-Effekt" der kürzlich gestarteten SZ-Mediathek (siehe Archiv) verkauften sie zurzeit an die 40 Gesamtbibliotheken (macht 2000 Exemplare) täglich.

Der einzige deutsche börsennotierte Verlag, die Eichborn AG, kommt trotz positiver Zahlen (Umsatzplus von 2004 im Vergleich zu 2003: 5,5 Prozent) nicht zur Ruhe. Keine Bewegung gibt es im Dauerkonflikt zwischen Alleinvorstand Matthias Kierzek und Großaktionär Ludwig Fresenius: Der für vergangene Woche anberaumte Gerichtstermin wurde auf Wunsch der Fresenius-Partei auf Juli vertagt. Diese wolle, weil der Eichborn-Vorstand den Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung abgelehnt habe, die Klage erweitern, erläutert der Buchreport. Zum Hintergrund: Fresenius' Anwälte gehen gegen den Ausschluss vom Stimmrecht während der letzten Hauptversammlung im November 2004 vor. Der Großaktionär hatte sich in den Aufsichtsrat des Unternehmens wählen lassen wollen.

Seit Audible.de und Libri.de mit professionellen Downloadportalen ins Geschäft mit frei kalkulierbaren Hörbüchern und E-Books eingestiegen sind, weht ein noch kälterer Wind durch die Sortimente. "Um ihre kleinen Margen zu retten", so der Buchreport, "fordern besonders Buchhandelsfilialisten, die Preisbindung auf die neuen Büchermedien auszuweiten." Nicht ganz abseitig, denn im Buchpreisbindungsgesetz gibt es Lücken. Hier der vollständige Artikel.

Personalien: Yuki Kowalsky verantwortet als Redaktionsleiterin den Buchbereich beim Tokyopop Verlag. Jürgen Boos ist am 1. April in die Chefetage der Frankfurter Buchmesse gezogen, die Messe 2005 wird noch die des bisherigen Direktors, Volker Neumann, sein. Boos' Nachfolge in der Geschäftsleitung des Fachverlags Wiley-VCH tritt Dagmar Stehle an.

Meldungen: Alle drei Anbieter von Billigreihen - Süddeutsche Zeitung, Bild und Die Zeit - wollen im Herbst neue Buchserien folgen lassen. Gabriele Wohmann hat ihre Manuskripte und Briefe an das Deutsche Literaturarchiv Marbach übergeben. Mit Audiobooks-on-Demand (ABOD) gibt es einen Anbieter, der es Verlagen, Firmenkunden und Autoren ermöglicht, Hörbücher ab der Stückzahl "1" zu produzieren. Deutschlands größte Fachbuchkette, Schweitzer, hat die Goethe Buchhandlung in Düsseldorf übernommen - Buchhandlungen, die wie Goethe neben Fachliteratur auch Titel aus Publikumsverlagen offerieren, sollen eine Ausnahme im Unternehmensportfolio bleiben. Dem Internationalen Buchpreis "Corine", der wie bisher im Herbst im Rahmen einer glamourösen Fernseh-Gala vergeben werden soll, fehlen noch Sponsoren. Und: die Bestseller.

Die Buchmacher vom 29.03.2005 - buchreport.express

"Die 100 größten Verlage warten auf Wachstum" titelt der Buchreport. Im aktuellen Buchreport-Ranking, das sich auf den deutschsprachigen Raum bezieht, kommen die Buchmacher auf ein mageres Plus von 1,1 Prozent (Vorjahr: +1,4 Prozent). Gründe liegen, vermutet das Branchenmagazin, in der fortschreitenden Konzentration unter den Verlagen und im zunehmenden Einfluss der Medienkonzerne aus dem nicht-deutschsprachigen Raum. Unangefochten steht die Fachverlagsgruppe Springer Science+Business (früher BertelsmannSpringer) mit 544 Mio. Euro Jahresumsatz (+2,6 Prozent) an Nr. 1 des Verlagsrankings für 2004, es folgen die Bildungsverlage Cornelsen (339 Mio. Euro) und Klett (330 Mio. Euro). Erst auf Platz 8 der Liste erscheint mit der Verlagsgruppe Random House der erste Publikumsverlag.

Hier die Buchreport-Bilanz der Leipziger Buchmesse.

Bertelsmann braucht für seinen geplanten Börsengang bessere Bilanzen. Mit den aktuellen Zahlen, die der Vorstandsvorsitzende Gunter Thielen auf einer Pressekonferenz verkündet hat, wäre an der Börse "nicht viel Staat zu machen", glaubt der Buchreport und für ihn ergeben sich daraus zwei Konsequenzen: Entweder wartet die Groupe Bruxelles Lambert - sie ist mit 25,1 Prozent am Bertelsmann-Konzern beteiligt und kann ab 2006 den Startschuss für den Gang an die Börse geben - noch ab oder sie fordert die vertraglich mögliche Rückabwicklung des Coups aus dem Jahr 2001. Letztere würde Bertelsmann, prophezeit das Branchenmagazin, "die Spitzenstellung im europäischen Fernsehgeschäft kosten und aus dem Medienkonzern nur noch ein Medienunternehmen unter anderen machen."

Weltbild, einst als kleines Versandbuchhandels-Unternehmen von 15 Diözesen gestartet und mittlerweile größter deutscher Buchkonzern, breitet sich immer weiter im stationären Sortimentsbuchhandel aus. "Nach 271 Weltbildplus- und acht Jokers-Filialen kommen jetzt 53 Läden der Wohlthat'schen Buchhandlung hinzu", meldet der Buchreport. Das wird das Resultat aus dem Kauf von Anteilen der Wohlthat'schen sein, den Weltbild zur Genehmigung beim Kartellamt angemeldet hat. Mit diesem kartellrechtlich nicht zu beanstandenden Deal sichere Weltbild seine Rolle als Insgesamt-Marktführer im Billig-Bereich weiter ab, erläutert der Buchreport. Hier die Hintergründe.

Meldungen: In den USA werden die Großen immer größer: 50,5 Prozent des Buchhandels-Gesamtumsatzes von 2004 gingen, laut Census Bureau, auf die Konten der Ketten Barnes & Noble und Borders, in 2003 waren es noch 45,6 Prozent. Im Gegensatz zu den sinkenden Preisen steht im April der steigende Titelausstoß der rund 40 deutschsprachigen Taschenbuchverlage (Durchschnittspreis: 10,02 Euro; 513 Novitäten zusammen, die meisten davon bei Heyne). Das Deutsche Literaturinstitut, das sich um den Schriftstellernachwuchs kümmert, feiert in 2005 50-jähriges Bestehen (erfolgreiche Absolventen sind unter anderem Erich Loest und Juli Zeh). Zum Schluss: ein Blick auf die Spiegel-Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 21.03.2005 - buchreport.express

Wichtiger als die Rekordzahlen, mit denen die Leipziger Buchmesse auftrumpfen kann, findet der Buchreport, dass sie sich "mit vielen eigenen Ideen etabliert und einen eigenen Platz im deutschen, teilweise sogar im internationalen Messekalender gefunden hat". Leipzig stehe auf Grund der Konkurrenz zur Frankfurter Buchmesse im Oktober und zu den Parallelveranstaltungen lit.Cologne und AudioBooksCologne unter Erfolgszwang. Dieser Druck habe sich bisher jedoch positiv auf die Produktivität der Leipziger ausgewirkt. Welche Bewährungsproben es in diesem Jahr in Leipzig zu bestehen galt, hier.

Vom "Zweiten Korb" der Urheberrechtsreform, der spätestens im April vom Bundeskabinett abgesegnet werden soll, profitieren die Hörbuchverlage. "Besonders wichtig ist der Passus, der sich auf die 'unbekannten Nutzungsarten' bezieht", erklärt der Buchreport. Bislang seien moderne Verwertungen von Werken (zum Beispiel als CD, Cassette oder Download) oft daran gescheitert, dass solche Nutzungsarten in den Verlagsverträgen nicht vorgesehen gewesen seien und die Rechte von den Verwertern hätten mühsam nachträglich eingeholt werden müssen.

Nach dem Tod von Karl Blessing (siehe Börsenblatt) stellt sich der Buchreport die Nachfolgefrage. Bislang hätten die "Bertelsmänner" bei zum Konzern gehörigen Verlagen, deren Gründer gestorben oder aus Altersgründen abgetreten seien, auf Kontinuität gesetzt, hat das Branchenmagazin recherchiert und führt als Beispiele Knaus, Blanvalet und Siedler an. An noch zwei weiteren Baustellen arbeiten die Strategen der Bertelsmann-Buchsparte derzeit: Die von Hermann Luchterhand und Wilhelm Heyne gegründeten, gleichnamigen Verlage sind in einer Umbruchphase.

Wie sich ein Reiseführer, den man nicht in die Tasche stecken kann, im fünfstelligen Zahlenbereich verkauft hat, und wie bei der Internationalen Tourismus-Börse ein fiktiver Reiseführer für Aufsehen sorgte, hier.

Geo
und Bertelsmann sind der Süddeutschen zuvorgekommen. Diese beließ es bei der Ankündigung, eine Kinder- und Jugendbuchbibliothek im Stil der SZ-Bibliothek herausgeben zu wollen. Im April geht nun, unter dem Motto "Wer liest, der wächst", die auf 20 Bände angelegte niedrigpreisige "GEOlino Bibliothek" an den Start. Bei der SZ begegnet man dem GEOlino-Projekt mit Gleichmut. "Die GEOlino-Auswahl richtet sich nach dem Kriterium 'rechtefrei'", sagte Unternehmenssprecher Sebastian Berger dem Buchreport. "Davon lassen wir uns nicht leiten. Wir wollen mit der von uns geplanten Kinderbuchbibliothek vor allem Qualität bieten."

Die SZ-Bibliothek ist bereits "im Ziel", die "Bild-Bestseller-Bibliothek" auf der Zielgeraden. Beide Reihen können zum Ende einen beachtlichen Erfolg für sich verbuchen, denn, so hat der Buchreport errechnet, wären Sonderausgaben nicht von der Spiegel-Bestsellerliste ausgeschlossen, würden sie die Hälfte der "Top 20" -Titel ausmachen. Unter den "Top 50" der Liste würden bei Berücksichtigung sogar mehr als 50 Prozent der Titel aus Billigbuchreihen stammen.

Hier die billigbuchfreien Spiegel-Bestseller der Woche.

Die Buchmacher vom 14.03.2005 - buchreport.express

"Thalia forciert Wachstum unter einheitlicher Marke", titelt der Buchreport und vermutet, dass im Herbst sowohl die zum Unternehmen gehörenden schweizerischen Jäggi-Filialen als auch die österreichischen Amadeus-Filialen das Thalia-Erscheinungsbild verpasst bekommen. In Deutschland will der Branchenprimus in 2005 mindestens zehn neue Buchhandlungen eröffnen. "Mit 448,6 Mio. Euro Umsatz in 2004 ist die Douglas-Tochter als erstes buchhändlerisches Unternehmen in die Größenordnung der Filialisten anderer Einzelhandelsbereiche gewachsen", erläutert der Buchreport. Hier der vollständige Artikel.

Ein Mini-Plus von 0,36 Prozent machte der Buchhandel laut Buchreport-Umsatztrend im Februar. "Kein Befreiungsschlag, aber doch ein Hoffnungsschimmer", kommentiert das Branchenmagazin die Zahlen, die sich diesmal, auf Grund der gleichen Anzahl der Verkaufstage, ohne Wenn und Aber mit den Vorjahreszahlen vergleichen lassen. Der Buchreport geht davon aus, dass die Neuerscheinungen den Umsatz des letzten Monats angekurbelt haben. In den Bestsellerlisten (siehe auch unten) seien 29 neue Eintragungen registriert.

Brigitte mischt den Hörbuch-Markt auf. Zwar sind erst drei von zwölf Einzeltiteln der Edition "Starke Stimmen" (eine Kooperation der Hamburger Frauenzeitschrift und des Labels Random House Audio) herausgekommen, doch schon ist jedes vierte verkaufte Hörbuch unter den "Top 100" ein Brigitte-Titel, hat der Buchreport errechnet.

Gegenwind für Google kommt von den deutschen Bibliothekaren. Im Buchreport warnt Claudia Lux, Vorsitzende des Bibliotheksverbands, vor "Google Print" (siehe Archiv). Lux fürchtet, "dass wir irgendwann unser eigenes Kulturgut bei amerikanischen Anbietern in digitaler Form kostenpflichtig abrufen müssen" und fordert stattdessen ein nationales Digitalisierungsprojekt. Mit einem Etat von acht Millionen Euro jährlich könne binnen zehn Jahren eine digitale Bibliothek aufgebaut werden.

Personalien: Walter Kempowski, der sich mit seinen Romanen den Ruf eines "Chronisten des deutschen Bürgertums" erworben hat, erhält den mit 10.000 Euro dotierten Hans-Erich-Nossack-Preis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Michael Justus zeichnet seit 1. März alleinverantwortlich als Geschäftsführer der Verlage J. B. Metzler Stuttgart und Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar.

Meldungen: Gemauert wird auf den ersten Plätzen der Spiegel-Bestsellerlisten. Besonders wenig Veränderung zeigt sich in der Rubrik Taschenbuch Sachbuch: Hier sind die vorderen elf Ränge von dieser und letzter Woche mit den gleichen Titeln besetzt.

Die Buchmacher vom 28.02.2005 - buchreport.express

Die 100 größten Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum wachsen langsamer. "Zwar sind sie in 2004 mit einem Plus von 3,4 Prozent wesentlich kräftiger gewachsen als der Buchhandel insgesamt (+ 0,96 Prozent), jedoch gegenüber dem Vorjahr (+ 5,8 Prozent) deutlich hinter dem selbst vorgelegten Tempo zurückgeblieben", hat der Buchreport ermittelt. Der Sortimentsbuchhandel sei mittlerweile nur noch mit circa 50 Prozent am gesamten Buchumsatz beteiligt, davon erreichten die im Ranking der "100 größten" erscheinenden 83 Unternehmen aus Deutschland 46,5 Prozent. Den Umsatzzuwachs haben die "100 größten Buchhändler", so das Branchenmagazin, vornehmlich durch neue Flächen oder Übernahmen erreicht. Unangefochten die Nr. 1 der Liste bleibt die Thalia Holding (Umsatz in 2004: 448,6 Mio. Euro, 131 Filialen, 109.000 qm Verkaufsfläche, 3041 Mitarbeiter). Mehr.

Abebooks den Ausbau bestehender Kooperationen mit Online-Buchhändler Amazon und Barsortiment KNV bzw. dessen Endkundenportal buchkatalog.de, um dem "Zentralen Verzeichnis der Antiquarischen Bücher" (ZVAB) weiter Konkurrenz zu machen. Der Markt der Online-Antiquare befinde sich weiterhin in der Formierungsphase, die Potenziale seien noch lange nicht ausgeschöpft, glaubt Ulrich Brand, Geschäftsführer von Abebooks Europe. Fakt ist, dass sich der Online-Anteil am deutschsprachigen Gebrauchtbuch-Markt seit 2001 von 10 auf 20 Prozent verdoppelt hat. Hier der vollständige Artikel.

Schon vor seinem Erscheinen am 16. Juli ist der sechste Harry Potter-Band, "HP and the Half-Blood Prince", ein Bestseller: 100.000 Vorbestellungen meldet beispielsweise der britische Amazon-Ableger, bei amazon.de rangieren die neuesten Abenteuer des Zauberlehrlings auf Platz 2. Ob die deutschen Buchhändler sich damit eine goldene Nase verdienen, mag noch dahingestellt sein. Während der Berlin Verlag, der die englischsprachige und deshalb nicht preisgebundene Ausgabe in Deutschland vertreibt, gerade den ursprünglich angepeilten Verkaufspreis von 25,50 Euro auf 26,30 Euro erhöhte, unterbieten sich die Buchhändler mit Angeboten. Die günstigste Offerte für Vorbestellungen liegt bei 15,75 Euro (Weltbild).

Die deutschen Verlage reagieren weiterhin skeptisch auf das Amazon-Projekt "Search Inside the Book" (siehe auch Perlentaucher-Archiv), das jetzt "spätestens im April" online gehen soll. Nach Buchreport-Informationen haben die Amazonen bisher nur von wenigen Verlagen - darunter Random House, Campus, Wiley VCH und Suhrkamp ("Wir werden das Angebot testen") - die Zusage für eine Zusammenarbeit. Andererseits lehnten die Holtzbrinck-Verlage eine Beteiligung an der Buchinhaltssuchmaschine unter den jetzigen Konditionen ab. "Nach Einschätzung von Juristen wie der Frankfurter Rechtsanwältin Constanze Ulmer-Eilfort ist SItB als zusätzliches Nutzungsrecht einzustufen - weshalb die Zustimmung von Autoren zur digitalen Verwertung ihrer Texte erforderlich sei", schreibt der Buchreport.

Personalien: Barbara Laugwitz, zuletzt Sachbuch-Lektorin bei den Ullstein Buchverlagen, arbeitet als neue Programmleiterin Sachbuch beim Rowohlt Taschenbuch Verlag. Ulrike Schieder, früher S. Fischer und Alexander Fest Verlag, zeichnet bei Rowohlt ab sofort für das Lektorat deutschsprachige Literatur verantwortlich. Peter Schaper, Leiter der Programmabteilung und Mitglied der Geschäftsleitung des Bertelsmann Clubs, beendet sein Arbeitsverhältnis zum 30. April im gegenseitigen Einvernehmen. Markus Kaminski hat einen gleichnamigen Verlag mit dem Programmschwerpunkt Generation 50 plus gegründet.

Meldungen: Bill Clinton ist für die Hörfassung seiner Memoiren "My life" (erscheint in Deutschland beim HörVerlag) mit einem Grammy, dem begehrtesten Preis der US-Musikindustrie, ausgezeichnet worden. Heute startet in Stuttgart die Bildungsmesse Didacta, auf der auch die großen deutschen Schulbuchverlage vertreten sind. Der Random House Verlag will in den USA Buchinhalte über Handy verbreiten. Der österreichische Buchhandel schließt das Geschäftsjahr 2004 mit einem Minus von 1,4 Prozent ab. Und: die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 21.02.2005 - buchreport.express

In Zeiten, in denen "alle Zeichen auf Sturm stehen", ist die Kündigung des Hauptgeschäftsführers des Börsenvereins und Sprechers der Börsenvereins-Beteiligungsgesellschaft mbH (in der alle wirtschaftlichen Aktivitäten einschließlich Buchmesse gebündelt sind) in Personalunion, Dr. Harald Heker, "nicht nur eine Personalie", unterstreicht der Buchreport. Alarmierend findet das Branchenmagazin die vielen Baustellen des Verbands: Die Neuausrichtung sei auf halber Strecke festgefahren, die Mitgliederzahl gehe zurück, die Finanzsituation der Wirtschaftstöchter sei undurchsichtig und es mangele an Kandidaten für die Ehrenämter. Im Fall der derzeit diskutierten Auflösung der Abgeordnetenversammlung als Interessenvertretung der Sparten und früheren Landesverbände fehle ein vergleichbar kompetentes Gremium.

Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann sorgt sich nach der Bekanntgabe des Weggangs von Harald Heker nicht um die Kontinuität bei der Umsetzung der Reformen. "Der Umbau der über eine lange Zeit gewachsenen Strukturen braucht Zeit. Ich bin überzeugt, dass wir mit den eingeleiteten Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind", erklärte Schormann dem Buchreport, räumte aber ein, dass der Verband lernen müsse, in Reaktion auf neue Erfordernisse schneller zu werden.

Dem Nachfolger von Harald Heker muss es gelingen, die Mitglieder emotional an den Börsenverein zu binden, sagt Matthias Ulmer, der sich in der Arbeitsgruppe Verbandsreform engagiert. Wichtig sei es, mit den kleinen Buchhandlungen und Verlagen so zu reden, dass sie sich im Verband aufgehoben fühlen. "Statt eines harten Sanierers", so Ulmer, "sind nun besonders soziale Kompetenzen gefragt." Der Vorstand des Börsenvereins beschäftigt sich in der Sitzung am 1. März mit der Neubesetzung der Position. Für den Buchreport gilt Justiziar Christian Sprang als "aussichtsreicher Nachfolgekandidat". (Ein Interview mit Heker selbst finden Sie unter "Börsenblatt")

Shop-in-Shop-Modelle - in der Bekleidungsbranche längst Usus - sind im Buchhandel noch rar gesät. Davon, dass Verlage in Buchhandlungen auf Sonderflächen ausstellen, könnten alle Seiten profitieren: die Verlage (durch Erhöhung ihres Bekanntheitsgrads, Zusatzumsätze, bessere Analyse des Endkundengeschäfts), die Läden (profitable Bewirtschaftung der immer größer werdenden Flächen, außergewöhnliche Angebote für Kunden) und schließlich die Buchkäufer durch bessere Orientierung.

Immerhin 1,73 Millionen Zuschauer konnte Elke Heidenreich mit ihrer "Lesen!"-Sendung vergangenen Dienstag zu später Stunde vor den Fernseher locken. Noch mehr als Literatursendungen im Fernsehen (31 Prozent) beeinflussen die Bücherwahl der Deutschen Empfehlungen von Freunden (72 Prozent), das Stöbern im Buchhandel (71 Prozent) und Rezensionen in Zeitungen (43 Prozent), wie aus einer vom Buchreport zitierten forsa-Umfrage hervorgeht.

Personalien: Der amerikanische Dramatiker und Pulitzer-Preisträger Arthur Miller starb 89-jährig. Posthum wird der Schriftsteller im Juni in New York mit dem neu geschaffenen "Anne Frank Human Writers Award" geehrt.

Meldungen: Von 0 auf 2: Nora Roberts, "Königin der Frauenunterhaltung" (Buchreport), gelang diese Woche mit "Blüte der Tage" (Heyne) der höchste Neueinstieg in die Spiegel-Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 14.02.2005 - buchreport.express

Zuversichtlich blickten die Buchhändler nach dem Weihnachtsgeschäft in die Zukunft. Nur sechs Wochen später dürfte aller Optimismus verflogen sein: 6,2 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat bescheinigt der Buchreport den Sortimentern für Januar, das sei der schwächste Jahresauftakt der Nachkriegsgeschichte. "Nicht einmal die Jahre 2001 und 2003, die dem Sortiment am Ende jeweils einen Umsatzrückgang bescherten, begannen mit einer derart miserablen Januar-Bilanz im Buchreport-Umsatztrend", schreibt das Branchenmagazin. Hier die vollständige Analyse.

Ein "Bild des Jammers" offenbart dem Buchreport auch seine Warengruppen-Statistik für Januar: Im Minusbereich, den Umsatz betreffend, finden sich alle "großen" Warengruppen (Taschenbuch, Sachbuch, Fachbuch). Nahe liegt, dass der (geringe, aber spürbare) Preisanstieg der Bücher eine Ursache für den Umsatzrückgang ist. Zum einen seien die Sparten mit den deutlichsten Preiserhöhungen am tiefsten eingebrochen, zum anderen habe eine durchschnittliche Senkung der Preise im Vergleichsmonat Januar 2004 zu einer Steigerung des Umsatzes geführt.

Aus "technischen Gründen" verschiebt sich, nach Unternehmensangaben, der Start von Amazons Buchinhaltssuchmaschine "Search Inside the Book". Der Buchreport vermutet als Hauptgrund, dass es dem Onlinehändler bisher noch nicht gelungen sei, genügend Verlage für die Teilnahme zu akquirieren. Urheberrechtlich umstritten ist nämlich, ob "Search Inside the Book" als Marketing oder zusätzliches Nutzungsrecht einzustufen ist. Die Einführung der neuen Funktion könnte sich nachteilig auf die Geschäfte der Sortimenter auswirken: "Nach einer internen Amazon-Erhebung haben Konsumenten auf die Frage, warum sie Bücher nicht online bezögen, am dritthäufigsten geantwortet, ihnen fehle die Möglichkeit, sie vor dem Kauf durchzublättern", weiß der Buchreport.

Kein großer Coup scheint Carlsen mit der Ende Januar auf den Markt gebrachten Taschenbuch-Ausgabe des ersten Harry Potter-Bands zu gelingen. Das Hardcover befinde sich schon zu lange auf dem Markt, 90 Prozent der Zielgruppe seien bereits bedient, kommentieren Buchhändler die bisher mäßigen Verkaufszahlen des Paperbacks. Hinzu kommt, dass der Verlag darauf verzichtet hat, die Werbetrommel zu rühren.

Zwar ist bei Büchern das haptische Gefühl entscheidender als bei Musik, dennoch belastet auch die Buchbranche die Verbreitung von elektronischen Buch- und Hörbuchkopien. Rechtsanwalt Björn Frommer, der aktuell für Lübbe gegen das Internetportal Activehitz.com prozessiert, hat beim illegalen Hörbuchhandel sogar "Phänomene, die wir nicht einmal aus der Musikbranche kennen" festgestellt. Auf dem Schwarzmarkt würden nicht nur einzelne Titel, sondern ganze Werksammlungen zu Schleuderpreisen angeboten - bis hin zu Festplatten und iPods voller illegal kopierter Hörbücher, erzählte der Jurist dem Buchreport.

Nur wenig Bewegung hat es diese Woche auf den Spiegel-Bestsellerlisten gegeben.
Stichwörter: Optimismus

Die Buchmacher vom 07.02.2005 - buchreport.express

Das Internet wird Plattform für Verlags-Marketing, prognostiziert der Buchreport auf der Titelseite. Während in anderen Ländern schon ganze Bücher zum kostenlosen Download angeboten - und parallel in sechsstelliger Zahl verkauft - würden, richteten in Deutschland einige Verlage, zum Beispiel Suhrkamp, C.H. Beck und Campus, Websites für einzelne Titel ein. Verlockend an dieser neuen Marketingstrategie findet der Buchreport die vergleichsweise geringen Kosten, mit denen eine große und teilweise neue Zielgruppe erreicht wird. Auch der Perlentaucher erstellt Internetauftritte für Verlage.

Die Medienkonzerne scheinen den Hals nicht voll zu kriegen: Nach den lukrativen Zusatzgeschäften mit Billigbuch-Reihen versuchen sie sich zunehmend an elektronischen Datenträgern wie DVDs und CDs. Zwar vermochten die FAZ und der Stern auf Buchreport-Anfrage keine Zahlen zum Abverkauf der Opern-DVD-Reihe bzw. zur Reihe "Sternstunden der Filmgeschichte" nennen, doch steht zumindest die FAZ mit einem Nachfolge-Projekt in den Startlöchern. Sicher ist, dass der Vertrieb auf mehreren Kanälen für mehr Umsatz sorgt.

Der Börsenverein und Preisbindungstreuhänder Dieter Wallenfels gehen künftig verstärkt gegen gewerbliche Preisbindungsverstöße auf der Internetauktionsplattform eBay vor. Hatte Wallenfels bisher nur in solchen Fällen ermittelt, die von Buchhändlern oder Verlagsmitarbeitern gemeldet worden waren, recherchieren er und die Mitarbeiter seiner Anwaltskanzlei demnächst selbst. Noch scheint sich die Zahl der schwarzen Schafe in Grenzen zu halten: "Objektiv gesehen liegt sie im Promillebereich", behauptet Börsenvereins-Justiziar Christian Sprang.

Die Finanzierung des Deutschen Buchpreises, der im Oktober zum ersten Mal verliehen wird, ist für die kommenden drei Jahre in trockenen Tüchern und auch die Jury hat sich für dieses Jahr firmiert. Nun können sich Verlage aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit bis zu zwei deutschsprachigen Romanen aus dem jeweils aktuellen oder geplanten Programm um die mit 37.500 Euro dotierte Auszeichnung bewerben. Der Preis sei an den britischen "Man Booker Prize" und den französischen "Prix Goncourt" angelehnt, erklärt der Buchreport.

Wie der zweitgrößte deutsche Verlag aus den Miesen herauskommen will, hier.

Personalien: Die kroatische Autorin Slavenka Drakulic erhält den "Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung" (mehr).

Meldungen: Nach dem Verlag Wiley VCH ist Online-Händler Amazon aus dem Börsenverein ausgetreten - der Branchenverband hat damit zwei seiner größten Beitragszahler verloren. Bodo Kirchhoffs Bücher-Talk "Parlando" (Hessischer Rundfunk) wird auf Grund der geringen Zuschauerquote eingestellt. Am 8. März erscheint die vierte (!) Papst-Autobiografie (bei Weltbild). Und: die Bestsellerlisten.