Dem Journalisten, Tagesschausprecher und
Autor Constantin Schreiber, der immerhin arabisch spricht und es gewagt hatte, sich
kritisch über den Islam zu äußern, ist neulich bei einer Podiumsdiskussion an der Uni Jena eine
Torte ins Gesicht gedrückt worden. Giovanni Di Lorenzo führt dazu auf den Wirtschaftsseiten (warum eigentlich dort?) der
Zeit ein Gespräch mit Schreiber, der die Situation so erlebte: "Mir steckte der
Kuchen in den Ohren und in der Nase, er klebte auf der Lederjacke, der Hose. Ich pulte mir das aus dem Gesicht, damit ich was hören und wieder atmen konnte. Währenddessen kam ein Vertreter der Veranstaltung - einer Kooperation zwischen der örtlichen Thalia-Buchhandlung und der Uni Jena - nach vorn. Er ergriff ein Mikrofon und sagte - ich zitiere jetzt aus meinem Gedächtnis -, es sei wichtig, dass 'wir
die Meinung dieser Menschen nicht ausgrenzen'. Und der Moderator, der ja neben mir saß hat sich nicht geregt. Jemand aus dem Publikum schmiss mir eine Packung Taschentücher zu, Leute von der Uni haben die Tortenreste vom Boden gewischt. Dann drehte sich der Veranstaltungsvertreter um und sagte in Richtung Moderator in etwa: 'Zu den
Vorwürfen oder Anschuldigungen werden wir ja später noch kommen.'" Auch von einem Taxifahrer wurde Schreiber bedroht ("nun weiß ich, wo du wohnst").
Schreiber hat aus dem Vorfall eine Konsequenz gezogen: "Ich werde mich zu allem, was mit dem Islam auch nur im Entferntesten zu tun hat,
nicht mehr äußern. Ich werde keine Bücher dazu schreiben, ich lehne Talkshow-Anfragen ab, ich mache das nicht mehr. Da mögen jetzt manche feiern und vielleicht die Schampusflaschen aufmachen. Ob das ein Gewinn ist
für die Meinungsfreiheit und für den Journalismus, ist eine andere Frage."
Mehr im
Tagesspiegel.
Seit Deutschland "leider nicht mehr von
den Alliierten besetzt ist", müssen sich die Deutschen um alles kümmern, selbst um ihre eigene
Entnazifizierung,
stöhnt Maxim Biller, der in der
Zeit auf die
Aiwanger-Affäre zurückkommt: "So wie neulich Hubert Aiwanger, der mutmaßliche Hitlerdarsteller. Ob es wahr sei, lautete sinngemäß eine der 25 Fragen an ihn - nach dem Krieg waren es 131 -, dass er Hitlers Reden und dessen Bärtchen imitiert habe. Antwort, sinngemäß: Wenn ja, was ich nicht mehr genau sagen kann, würde ich darum bitten, heute nicht deshalb ständig genervt zu werden, weil es mir
natürlich sehr leid tut, wobei ich aber gar nicht so genau weiß, was. Herrlich, dieser postfaschistische Komödiantenstadl."
Am Samstag soll der "Marsch für das Leben" der
Abtreibungsgegner nach einer gewissen Schwächung in den Corona-Jahren wieder zu alter Stärke zurückfinden, berichtet eine Reportergruppe in der
FAZ. "Traditionell sind
CDU und CSU eng mit dem 'Marsch für das Leben' verbunden. Die den Unionsparteien nahestehenden 'Christdemokraten für das Leben' organisieren Busfahrten zur Demo, der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe stand schon am Rednerpult, die Kölner CDU bewirbt den diesjährigen Marsch online. Auch
die AfD versucht immer wieder, sich über den Marsch zu profilieren. (...) Der Marsch beschreibt sich selbst als '
überkonfessionell'. Tatsächlich aber gehören
die Kirchen zu den wichtigen Unterstützer*innen, besonders die katholische Kirche. Die Deutsche Bischofskonferenz ruft regelmäßig zur Teilnahme auf. Ihr Vorsitzender
Georg Bätzing schickte auch in diesem Jahr wieder ein Grußwort."
Die AfD-Politkerin
Alice Weidel lebt zwar in einer lesbischen Beziehung, legte aber neulich Wert auf die Feststellung, sie sei
nicht queer. Und auch Kira Kramer ist diese Unterscheidung in der
FAZ sehr wichtig: Weidel sei nicht die erste, "die mit ihrer Aussage eine Differenz aufreißt zwischen den Menschen, die
einfach bloß homosexuell leben, ohne sich als Teil einer Community zu begreifen, und jenen, die sich qua ihrer Sexualität dazu berufen fühlen, einen
politischen Kampf für sich und andere auszufechten. Das Aufkommen des Begriffes 'queer' zeugt von ebendieser Aufspaltung. Weidel liegt also völlig richtig, wenn sie sagt, sie sei nicht queer."