Spätaffäre - Archiv

Für die Augen

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Spätaffäre vom 06.06.2014 - Für die Augen

Die Vogue präsentiert ein liebevolles und äußerst interessantes Videogespräch mit dem 1981 geborenen amerikanischen Kriegsfotografen Peter van Agtmael über seine Arbeit, Kriege und die Sicht und Perspektive - nicht nur durch die Linse - auf diese, sowie über Social Media und das Amerika des 21.Jahrhunderts. Sukzessive unterhält sich Alessia Glaviano über Agtmaels zu diesem Zeitpunkt druckfrisches Buch "Disco Night Sept.11", eine Chronik der amerikanischen Kriegseinsätze zwischen 2006-2013. Hier geht"s zum Video.

Neu im Konzertplayer von Arte: Ein Mitschnitt von Nils Frahms Auftritt vom 2. Juni beim Festival Villette Sonique. Der Pianist Nils Frahm zählt zu den Grenzgängern zwischen moderner Klassiker und Indie-Electronica (hier zahlreiche Musikbeispiele). Aus dem Programmtext: "Nils Frahm setzt Effektpedale, einen Synthesizer und Klavier ein, um seine Loops und Klänge zu schaffen, in die er Pausen und Unerwartetes einmischt. Die Leidenschaft des Künstlers ist die Improvisation. Bei seinen Bühnenauftritten bezieht er jeweils den Raum und dessen eigenes Klangambiente in seine musikalische Darbietung mit ein. Daher ist keines seiner Konzerte mit einem vorherigen vergleichbar." Hier das Konzert in voller Länge (93 Minuten).

Spätaffäre vom 05.06.2014 - Für die Augen

Am 10. Juni 1944, vier Tage nach der Landung der Alliierten in der Normandie, verübte die SS in dem südwestfranzösischen Dorf Oradour-sur-Glane das schlimmste Massaker, das sie in Westeuropa zu verantworten hat. 642 Menschen wurden umgebracht, ganze Schulklassen darunter. Ute Caspar erinnert an dieses Ereignis, das das französische Deutschlandbild dauerhaft prägte und um das es in Frankreich bis heute erbitterte interne Debatten gibt. Die ARD-Dokumentation dauert 45 Minuten.

Wir leben in einer Welt des Eigentums und einer Welt, die Eigentum als Voraussetzung wirtschaftlichen Fortschritts ansieht, aber ist Eigentum im Bereich der Kultur nicht eher schädlich? Sollten Ideen und Werke nicht möglichst frei zirkulieren können? Wie lässt sich eine Ökonomie des Geistes denken? Das sind Fragen, die Lewis Hyde in seinem Text "Common as Air" und in diesem Vortrag erörtert. Wir stellen ihn als ein kleines Kontrastprogramm zu Jaron Laniers apokalyptischen Visionen zur "Gratiskultur" (mehr dazu hier) in die Spätaffäre.

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Spätaffäre vom 04.06.2014 - Für die Augen

Einen recht interessanten Blick wirft der ganz neue Film "Assignment China - Tiananmen Square" auf die Ereignisse in Peking im Jahr 1989 und auf das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens im Besonderen. Gedreht wurde er vom früheren CNN-Peking-Korrespondenten Mike Chinoy, der seine ehemaligen Korrespondentekollegen - darunter Nicholas Kristof von der New York Times - über ihre Erinnerungen an die Ereignisse sprechen lässt. Hinzukommt natürlich Dokumentarmaterial aus der Zeit, das zum Teil von den interviewten Journalisten gedreht wurde. Etwa 90 Minuten.



Zu Ehren des "Sprachzerklauberers" Karl Valentin, der heute vor 132 Jahren bei München geboren wurde, stellen wir hier ein sehenswertes Porträt aus dem HR vor. In Interviews, Filmausschnitten und Gesprächen mit Verehrern, Verwandten und Freunden ist in "Karl Valentin. Ein Hungerkünstler" neben dem einflussreichen Schauspieler, Komiker und Sänger ein anderer Valentin kennenzulernen: Der zurückgezogene, vom Leben gezeichnete und vorsichtige Mann (59 Minuten). Hier ist außerdem mit "Donner, Blitz und Sonnenschein" einer der wenigen noch erhaltenen abendfüllenden Spielfilme zu sehen (83 Minuten).

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Spätaffäre vom 03.06.2014 - Für die Augen

"American Empire", ein ausführliches Berliner Gespräch zwischen Tilo Jung von den Krautreportern und Glenn Greenwald. Unter anderem geht es dabei auch um leserfinanzierten Journalismus (siehe auch Thierry Chervels Stellungnahme "Warum ich die Krautreporter unterstütze").



Anlässlich des 120. Geburtstages von Louis-Ferdinand Céline am 27.Mai hier eine Arte-Produktion über den Autor der "Reise ans Ende der Nacht". Die Oszillation zwischen Mörder, Scheusal, Opfer und Genie betrachtend, arbeitet die Dokumentation das Leben und Werk Célines kritisch auf. "Procès Céline - Der Fall Céline": Diese Kollage aus Originalaufnahmen, Beiträgen und Gessprächen ist absolut sehenswert, um die Vielschichtigkeit des französischen Schriftstellers zu verstehen. Die Sendung zitiert auch aus den "Entretiens", die Pierre Dumayet mit Céline geführt hat. Sie sind bei Youtube hier zu sehen.


Spätaffäre vom 02.06.2014 - Für die Augen

Gummibälle als Aliens, durchs Weltall surfende Hippies und philosophierende Bomben - vor 40 Jahren brachte John Carpenter seine mit einfachsten Mitteln gedrehte Science-Fiction-Satire "Dark Star" ins Kino, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Dem Rolling Stone hat der Regisseur aus diesem Anlass ein großes Interview gegeben, dank CineNet kann man "Dark Star" in voller Länge auf Youtube sehen. (83 Minuten)



Hal Roach, Großmeister der Komödien! Mit Andreas Baums Dokumentarfilm "Hollywoods Spaßfabrik" würdigt Arte die Hollywood-Produzentenlegende, die in rund 50 Jahren über 6000 Filme auf den Weg brachte, darunter zahlreiche Klassiker mit Laurel & Hardy und Harald Lloyd. Hier kann man den Film online sehen (90 Minuten).

Spätaffäre vom 30.05.2014 - Für die Augen

In München ist gerade eine vielfach gelobte Inszenierung von Alois Zimmermanns grandioser Oper "Die Soldaten" zu sehen. Hier die Aufführung von den Salzburger Festspielen aus dem vorigen Jahr, inszeniert von Alvis Hermanis und dirigiert von Ingo Metzmacher. Es spielen die Wiener Philharmoniker.



Und hier der zweite Teil von Elmar Theveßens ZDF-Dokumentation "Verschwörung gegen die Freiheit", der sich u.a. mit der Rechtmäßigkeit einer flächendeckenden Überwachung durch deutsche oder ausländische Geheimdienste beschäftigt. Etwa 45 Minuten. (Den ersten Teil findet man hier.)

Spätaffäre vom 28.05.2014 - Für die Augen

Wenn man die grässliche Ergonomie der öffentlich-rechtlichen Mediatheken mal durchschaut, kann man durchaus fündig werden. Sehr empfehlenswert ist die zur Zeit auf ZDFinfo laufende Dokumentation "Die geheimen Staaten von Amerika" in drei Teilen à 45 Minuten. Es handelt sich um einen höchst spannenden Film, den Michael Kirk, Jim Gilmore und Mike Wiser für das öffentliche Fernsehen in den USA gemacht haben: Verblüffend offen erzählen dort alle Beteiligten von Glenn Greenwald bis hin zum Ex-NSA-Chef Michael Hayden ihre Version der Geschichte mit Episoden, die filmreif sind - etwa über den Besuch von Bushs Beratern beim schwerkranken Justizminister Ashcroft, der sich heroischer Weise keine Unterschrift für "The Program" abringen lässt. Wer diesen Film hier sieht, begreift das Ausmaß des Desasters! Sehr nützlich und flankierend Elmar Theveßens zur Zeit auf ZDF laufende, ebenfalls mehrteilige Dokumentation zum Thema. Der erste, 45-minütige Teil lief gestern.

(via) Die Veröffentlichung des ersten neuen Albums von Boards of Canada nach jahrelangem Schweigen der schottischen Elektro-Hexenmeister kam einer - wenn auch im Endergebnis sehr entspannten - Sensation gleich. Besprechungen gab es untere anderem in der taz und in der NZZ. Nun ist im Netz ein hübsch meditativer Film aufgetaucht, der das Album zum einen mit den offiziellen Videos, aber auch mit fan-gemachten Experimentalclips unterlegt: Am besten im Vollbild anschauen, Kopfhörer aufsetzen und sich in eine audiovisuelle Ambientwelt entführen lassen. Hier auf Vimeo oder im folgenden eingebettet. (64 Minuten)

Spätaffäre vom 27.05.2014 - Für die Augen

Einen prächtig berauschten Bilderbogen hat Peter Greenaway 1991 mit seinem Shakespeare-Theater-Metafilm "Prosperos Bücher" geschaffen - vielleicht nicht in jeder Hinsicht sofort verständlich, aber in seiner Opulenz doch ein ganz eigenes, visuell befriedigendes Erlebnis. Bei netzkino.de kann man sich den Film legal und in völler Länge ansehen. (122 Minuten)

Was ist Sklaverei, was ein Sklave? In seinem Handbuch zur bis heute anhaltenden Geschichte der Sklaverei hat sich Michael Zeuske detailliert mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Nun hat sich Alexander Kluge für dctp.tv ausführlich mit dem Historiker unterhalten. Das Gespräch kann man hier online sehen. (45 Minuten)

Am vergangenen Samstag wäre George Tabori hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erinnerten nicht nur die Feuilletons an den großen Theatermacher (hier etwa im Tagesspiegel), sondern auch das Fernsehen: 3sat bringt Norbert Busès Dokumentarfilm "Der Spielmacher" über Taboris ereignisreiches Leben. Hier kann man sich den Film ansehen (45 Minuten).

Spätaffäre vom 26.05.2014 - Für die Augen

Einen seltenen Blick hinter die Kulissen des internationalen Fußballs wirft die Reportage "Mata, Mata - Spiel des Lebens" von Jens Hoffmann und Cleonice Comino, die am Samstag im Ersten ausgestrahlt wurde. Der Film begleitet über zwei Jahre einige junge Fußballer aus Brasilien auf dem Weg in europäische Clubs. Auch der Bayern-Star Dante kommt zu Wort. "Dante und seine Familie sind sehr sympathisch, aber interessanter als diese bekannte Geschichte vom Jungen aus den Favelas, dessen Traum schon wahr geworden ist, sind die anderen Geschichten. Die von den jungen Männern, die sich gerade auf den Weg machen", schreibt Thomas Gehringer im Tagesspiegel, der dem Film zwar eine gewisse Werbeästhetik übelnimmt, ihn aber letztlich wegen der Porträts der jungen Spieler doch empfiehlt. In der Mediathek der ARD ist der Film zur Zeit zu sehen, er dauert anderthalb Stunden. Das Bild zeigt eine Szene aus dem Film.

Die Schwulenheiler
oder Wie Ärzte Homosexuelle umpolen wollen: Eine Reise in die homophoben Winkel der Republik von Christian Deker, Oda Lambrecht, Jennifer Stange - Der "Panorama"-Beitrag - ein Video aus der NDR-Mediathek - Christian Deker ist Journalist: "Ich bin schwul. Und ich habe ein schlimmes Gerücht gehört: In Deutschland soll es Ärzte geben, die Menschen wie mich umpolen wollen. Von schwul zu hetero. Eine ärztliche Leistung, um mir die Homosexualität auszutreiben? Kaum denkbar." ... und das im Jahr 2014. "Tatsächlich halten immer noch viele Menschen Schwule für krank. Deker besuchte Ärzte, die offenbar seine sexuelle Orientierung ändern wollten. Seine Recherche führte ihn in eine Welt, die er so nicht erwartet hätte. Zu Ärzten, die ihn offenbar umpolen wollten. Ihm seine Homosexualität austreiben wollten. Eine Dämonenaustreibung?" (30 Min)

Spätaffäre vom 23.05.2014 - Für die Augen

"The Invisible Men" befasst sich mit dem Nahost-Konflikt aus ungewöhnlicher, vor allem aber komplexer Perspektive: Im Mittelpunkt dieser Doku stehen drei homosexuelle Palästinenser, die wegen der in den palästinensischen Gebieten grassierenden Homophobie in Israel einen Schutzraum suchen, allerdings nicht immer finden. Die auf dieser Prämisse fußenden Vorwürfe, der Film betreibe sogenanntes "pinkwashing", hält Sigal Samuel von Daily Beast für unbegründet. Hier kann man sich den Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln ansehen. (68 Minuten)

Errol Morris ist bekannt für politische Dokumentationen mit suggestiven Bild- und Toncollagen, sein neuer Film "The Unknown Known" über Donald Rumsfeld kommt am 5. Juni in die Kinos. Vollkommen gegensätzlich nimmt sich sein Debütfilm "Gates of Heaven" aus dem Jahr 1978 aus. In der Doku über einen Haustierzoo in Kalifornien beobachtet er nur und lässt die Leute reden - mit erstaunlichem Erfolg. Der großartige fünfminütige Monolog einer älteren Anwohnerin in der Mitte des Films könnte direkt einem Stück von Tennessee Williams entstammen. (83 Minuten). Als Vorfilm empfiehlt sich Les Blanks' Kurzdoku "Werner Herzog Eats His Shoe" (die sich hier findet, 20 Minuten).