John Seabrook
porträtiert Will Wright, den Erfinder eines der - auch bei Frauen - erfolgreichsten, gewaltfreien Computerspiels der Welt:
Sims. Beiläufig erzählt er dabei auch die
Geschichte der Computerspielszene. Wright hat sich ein neues Projekt ausgedacht, das möglicherweise ähnlichen Erfolg wie Sims haben kann:
Spore. Es geht darum, eine Spezies
- vom Einzeller bis zum hochentwickelten Raumfahrer - durchzuspielen. Was Wright an der Entwicklung dieses Spiels wirklich interessiert habe, sei die Geschichte der
Astrobiologie gewesen. "Diesmal hat Wright auch Waffen und Eroberungen eingebaut. Die Gewalt ist nicht unbegründet - in manchen Fällen muss man töten, um zu überleben -, aber sie wird auch nicht beschönigt. Und man tötet in Spore nicht nur andere Kreaturen, man muss sie
auch essen."
Hierzulande überschlagen sich die Kritiken ja geradezu über den Film des britischen Komikers
Sacha Baron Cohen, der als seine eigene Erfindung
"Borat" - ein angeblich kasachischer TV-Journalist - durch Amerika zieht und Leute zu unglaublichen Aussagen und Handlungen treibt. Anthony Lane
bleibt in seiner Besprechung eher gelassen und sachlich ("einer der wenigen britischen Juden, der sich erfolgreich an das
Genre Schock-Comedy wagt"), bescheinigt Cohens Film aber immerhin, ein "Meisterstück der Schmuggelei" zu sein; für
"Volver" von
Pedro Almodovar empfiehlt Lane, man solle "
auf das Küssen hören".
Weiteres: Peter Schjeldahl
führt durch eine Ausstellung des amerikanischen Minimalisten
Brice Marden im
MoMA. John Lahr
stellt die Theaterstücke "Butley" von Simon Gray und "Vigils" von Noah Haidle vor. Nicht wirklich begeistert
zeigt sich Joan Acocella von
Twyla Tharps Choreografie
"The Times They Are A-Changin" zu Musik von
Bob Dylan.
Besprochen werden außerdem
Bücher, darunter eine
Studie über die Bekämpfung der
Cholera "
The Ghost Map: The Story of London?s Most Terrifying Epidemic - and How It Changed Science, Cities, and the Modern World" (Riverhead), eine kommentierte
Neuausgabe von "
Onkel Toms Hütte" (Norton) und eine
Studie über den Völkermord an den
Armeniern "
A Shameful Act: The Armenian Genocide and the Question of Turkish Responsibility" (Metropolitan) von Taner Akcam. Die
Kurzbesprechungen widmen sich unter anderem einem Buch über das Leben von
neun Ungarn - Fotografen, Wissenschaftler, Regisseure und Schriftsteller -, die vor Hitler nach Amerika flohen ("The Great Escape"). Zu
lesen ist schließlich die
Erzählung "Paper Losses" von Lorrie Moore.
Nur im
Print: Das Porträt eines nicht näher bezeichneten kleinen Mädchens, das sich mit dem literarischen Paris angelegt hat, ein Bericht über den Kampf um ein
amerikanisches Dictionnaire, das Porträt eines "Weisen" der HipHop-Szene und Lyrik.