Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

855 Presseschau-Absätze - Seite 65 von 86

Magazinrundschau vom 06.02.2007 - New Yorker

Jonathan Rosen porträtiert den Naturforscher und Philosophen Alfred Russel Wallace, "den verkannten Doppelgänger Darwins", über den seit 2000 fünf Biografien erschienen sind. "Es war Staunen, das ihn in die Natur zog, und eine instinktive Missachtung von Autorität, die es ihm leicht machte, die religiösen Überzeugungen einer gesamten Kultur in Frage zu stellen. Das tat er, als er 1858 eine Abhandlung vorlegte, in der er eine Theorie der Evolution mittels natürlicher Auslese vertrat. Anders als Darwin, der eine ähnliche Schlussfolgerung zwanzig Jahre lang aus Angst für sich behalten hatte, war es Wallace vollkommen egal, was die Leute dachten. Diese totale Unabhängigkeit von der öffentlichen Meinung ist einer von mehreren Gründen, dass er fast völlig aus dem Bewusstsein verschwunden ist."

Weiteres: Zu lesen ist ein Interview mit Ann Goldstein, die Primo Levis Kurzgeschichte "A Tranquil Star" übersetzt hat und eine amerikanische Gesamtausgabe seiner Schriften vorbereitet. Peter Schjeldahl schreibt über eine große Tintoretto-Retrospektive im Prado in Madrid, die zweite seit 1937 überhaupt. Und Anthony Lane begeistert sich für den Film "Das Leben der Anderen" - "ein Regiedebüt, auf das wir mit Recht neidisch sein können" - und findet, "wenn es irgendeine Gerechtigkeit gibt", müsse er den Oscar als bester ausländischen Film bekommen.

Magazinrundschau vom 30.01.2007 - New Yorker

Jeffrey Toobin berichtet über das Google-Projekt einer digitalen Universalbibliothek, die damit verbundenen Ängste der Verlagsbranche und Urheberrechtsfragen. Derzeit werde diskutiert, ob Google den Verlegern, etwa nach dem Vorbild der Gema, für deren aufgerufene Titel etwas zahlt. "Doch von einer Einigung im Sinne beider Parteien würde die Öffentlichkeit nicht unbedingt profitieren. 'Es liegt klar in beiderseitigem Interesse, sich zu einigen', erklärt Lawrence Lessig, Professor an der Stanford Law School. 'In Zeiten des Internet können Unternehmen nicht jahrelang auf eine gesetzliche Lösung warten. Google will das Projekt vorantreiben und die Erlaubnis bekommen, auch weiterhin urheberrechtlich geschütztes Material aus allen Bibliotheken der Welt scannen zu können. Falls Google den Verlegern dafür etwas zahlt, könnte das ein juristischer Präzedenzfall dafür werden, dass niemand das Recht hat, Buchmaterial ohne ihr Einverständnis zu scannen. Das wäre ein Sieg für sie. Das Problem besteht darin, dass jede Lösung, die gut für Google und gut für die Verleger ausfällt, schlecht für alle anderen ist.'"

Weiteres: Zu lesen ist der Bericht des kürzlich verstorbenen Journalisten und Autors Ryszard Kapuscinski über seine erste Westreise im Jahr 1956, die ihn nach Indien führte. Außerdem die Erzählung "Good People" von David Foster Wallace.

Peter Schjeldahl bespricht ein Buch über eine Reise Gaugins zu van Gogh in Arles "The Yellow House: Van Gogh, Gauguin, and Nine Turbulent Weeks in Arles" (Little, Brown). Die Kurzbesprechung handelt in erstaunlicher Beiläufigkeit Norman Mailers Hitlerroman "The Castle in the Forest" ab. Alex Ross porträtiert den japanischen Komponisten Toru Takemitsu. Paul Goldberger empfiehlt für gegenwärtige Diskussionen über die Gestaltung des öffentlichen Raums eine Neubewertung und Rückbesinnung auf den amerikanischen Stadtplaner Robert Moses. Und Anthony Lane sah im Kino "The Situation" von Philip Haas, ein weiterer Spielfilm über die amerikanische Präsenz im Irak.

Nur im Print: eine Reportage über die wirtschaftlich angespannte Lage von Wyoming, ein Porträt des irakischen Staatspräsidenten Jalal Talabani und Lyrik.

Magazinrundschau vom 23.01.2007 - New Yorker

In einem klugen und gut recherchierten Essay beschäftigt sich Jerome Groopman mit der Frage, wie Ärzte denken und den daraus resultierenden "Fallgruben" der Diagnostik. Demnach seien Fehldiagnosen häufig das Resultat leicht erkennbarer und oft vermeidbarer "Denkfehler". "Normalerweise beginnen Ärzte ihre Patienten in dem Moment zu diagnostizieren, wenn sie ihnen begegnen. Noch bevor sie eine Untersuchung durchführen, interpretieren sie das Erscheinungsbild: Gesichtsfarbe, Neigungswinkel des Kopfes, Bewegungen von Augen und Mund, die Art, wie der Patient sich hinsetzt und wieder aufsteht, Atemgeräusche. Theorien, was ihm fehlt, entwickeln Ärzte noch immer, indem sie die Herztöne abhören und die Leber abtasten. Forschungen zeigen allerdings, dass die meisten Ärzte schon innerhalb weniger Minuten bereits zwei oder drei mögliche Diagnosen im Kopf haben und dazu neigen, ihre Vermutungen auf der Grundlage sehr weniger Informationen zu entwickeln. Um eine Diagnose zu stellen, verlassen sich die meisten Ärzte auf Verknüpfungen und Faustformeln - eine Methode, die in der Psychologie als 'Heuristik' bekannt ist."

Weiteres: David Sedaris erzählt von einem Ferienerlebnis in der Normandie mit einem seltsamen Vogelpaar. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Cell One" von Chimamanda Ngozi Adichie.

John Updike bespricht den neuen Roman von Jane Smiley, "Ten Days in the Hills" (Knopf). Peter Schjeldahl porträtiert seinen "Lieblingsaußenseiterkünstler", den schizophrenen mexikanischen Maler Martin Ramirez. Sasha Frere-Jones stellt das neue Album des brasilianischen Sängers, Liedermachers und Komponisten Caetano Veloso vor. Und David Denby sah im Kino das Drama "Breaking and Entering" von Anthony Minghella und die Actionkomödie "Smokin' Aces" von Joe Carnahan.

Nur im Print: ein Bericht über Putin und seine Kritiker, ein Porträt des Footballspielers Tiki Barber und Lyrik.

Magazinrundschau vom 16.01.2007 - New Yorker

In einem Porträt beschreibt Raffi Khatchadourian (mehr hier), wie aus dem inzwischen 29-Jährigen Südkalifornier Adam Gadahn ein prominentes Mitglied von Al-Qaida und einer der weltweit meistgesuchten Terroristen wurde. "Adam Gadahns nom de guerre ist Azzam al-Amriki - Azzam, der Amerikaner. Er kann in klassischem Arabisch fließend aus dem Koran zitieren, und sein Englisch hat seit den späten Neunzigern, als er sich dem Dschihad anschloss, einen vagen Mittlerer-Osten-Akzent bekommen. Gelegentlich spricht er etwas, das man Dschihadlisch nennen könnte: eine besondere Mischung aus amerikanischer Mundart und militanter islamistischer Theorie. Gadahn dürfte der erste Al-Qaida-Agent sein, der religiöse Drohungen mit einer Anspielung auf Monopoly verknüpft: 'Wenn du in der Schlacht gegen die Muslime als Ungläubiger stirbst, fahre direkt zur Hölle und gehe nicht über Los'."

Weiteres: Steven Shapin rezensiert eine Kulturgeschichte des Vegetarismus: "The Bloodless Revolution: A Cultural History of Vegetarianism from 1600 to Modern Times". Die Kurzbesprechungen widmen sich heute nur einem Buch, dem Roman "Paula Spencer" von Roddy Doyle. Und Anthony Lane sah im Kino "Miss Potter" von Chris Noonan, eine Verfilmung der Lebensgeschichte der englischen Kinderbuchautorin und -illustratorin Beatrix Potter, und den Dokumentarfilm "Abduction: The Megumi Yokota Story" von Chris Sheridan und Patty Kim, produziert übrigens von Jane Campion. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Heirs" von Amos Oz.

Nur im Print: ein Porträt des amerikanischen Physikers, Umweltaktivisten und Träger des Alternativen Nobelpreises Amory Lovins (hier die Hompage des von ihm und seiner Frau gegründeten Rocky Mountain Institute), eine Reportage über eine Spurensuche nach dem ausgestorbenen Dodo auf Mauritius, ein Bericht über die Farbindustrie und Lyrik.

Magazinrundschau vom 09.01.2007 - New Yorker

David Denbys Artikel über Hollywoods digitale Zukunft beginnt mit einem Selbstversuch. Er hat sich einen Video iPod auf den Bauch gelegt, um "Piraten der Karibik" zu sehen, "und da saß er nun, sich auf und ab bewegend mit jedem Atemzug. Ich stand auf der Black Pearl, na gut, stand auf ihrem Vorderdeck wie ein betrunkener Seemann, während sie durch die Wellen pflügte... Meine Ohren, von Kopfhörern gefüttert, lauschten Details wie dem Quietschen der Ankerkette oder Füßen, die über Stroh trampelten, aber tief unten duellierten sich Johnny Depp und Orlando Bloom wie zwei wütende Moskitos in einem Fass." Es ist der Auftakt zu einem langen Artikel über die irren Vorstellungen, die Hollywood von seinem Publikum hat

Weiteres: Neben allen anderem war Saddam Husseins Hinrichtung auch noch ein Paradebeispiel für das Desaster, das die Bushregierung im Irak veranstaltet hat, kommentiert Hendrik Hertzberg resigniert. In einem Brief aus Washington beschreibt Jeffrey Goldberg, wie unterschiedliche Auffassungen zur Außenpolitik die Demokraten spalten. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Bravado" von William Trevor.

Joan Acocella rezensiert den neuen Roman "House of Meetings" (Knopf) von Martin Amis. Pankaj Mishra bespricht das Gangsterepos "Sacred Games" von Vikram Chandra. Ted Friend stellt die letzte Staffel der TV-Serie "Rome" vor, die mit Caesars Tod beginnt. Und David Denby sah im Kino die "wunderbar unterhaltsame" Verfilmung eines Romans von Zoe Heller "Notes on a Scandal" von Richard Eyre und den neuen Film von Clint Eastwood "Letters from Iwo Jima", dessen Hauptfiguren leider bis zur Unglaubwürdigkeit "idealisiert" seien.

Magazinrundschau vom 01.02.2007 - New Yorker

Eine dicke Doppelausgabe mit reichlich Lesestoff. In einer autobiografischen Geschichte schreibt Julian Barnes über Gott, Familie, Glaube und was sich seine Mutter diesbezüglich von ihm gewünscht hätte. "Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn. Das sage ich immer, wenn die Frage gestellt wird. Ich habe einmal meinen Bruder gefragt, der in Oxford, Genf und an der Sorbonne Philosophie gelehrt hat, was er von dieser Aussage halte, ohne ihm zu verraten, dass sie von mir ist. Er antwortete mit einem einzigen Wort: 'Rührselig'."

Des Weiteren sind zu lesen Erzählungen von Marguerite Duras, Louise Erdrich, Ian McEwan und Paul Theroux sowie die Rede zum Nobelpreis "Der Koffer meines Vaters" von Orhan Pamuk (hier die deutsche Fassung). Und anlässlich des Tods von James Brown bringt der New Yorker noch einmal ein ausführliches Porträt des Sängers von Philip Gourevitch aus dem Jahr 2002.

Besprechungen: Ruth Franklin porträtiert Thomas Bernhard und stellt die ins Englische übersetzten Werke vor. Dan Halpern rezensiert amerikanische Neuübersetzungen von Boris Vian. Und die Kurzbesprechungen widmen sich unter anderem einer Biografie der Kunsthändlerin Edith Gregor Halpert, die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in New York die einflussreiche Downtown Gallery betrieb. Und David Denby sah im Kino die Filmadaption des Musicals "Dreamgirls" von Bill Condo mit Eddy Murphy, Jamie Foxx und Beyonce Knowles und den Thriller "The Good Sheperd" von Robert De Niro, "einen der beeindruckendsten Filme über Spionage überhaupt". Außerdem lassen David Denby und Anthony Lane das Filmjahr 2006 Revue passieren.

Magazinrundschau vom 12.12.2006 - New Yorker

Daniel Radosh erklärt, warum die Bibel Verleger so glücklich macht. "Die geläufige Beobachtung, dass die Bibel das meistverkaufte Buch aller Zeiten sei, überdeckt eine viel verblüffendere Tatsache: Die Bibel ist das meistverkaufte Buch des Jahres - und zwar in jedem Jahr. Zu ermitteln, wie viele Bibeln in den Vereinigten Staaten verkauft werden, ist so gut wie unmöglich, eine vorsichtige Schätzung geht allerdings davon aus, dass die Amerikaner 2005 rund 25 Millionen Bibeln erworben haben - also doppelt so viele Exemplare wie der neueste Harry Potter. Der Betrag, der jährlich für Bibeln ausgegeben wird, wird auf mehr als eine halbe Milliarde Dollar geschätzt."

Weitere Artikel: In einer ausführlichen Reportage geht Jerome Groopman der Frage nach, ob Todkranke noch in der Versuchsphase befindliche Medikamente bekommen sollten. Hendrik Hertzberg kommentiert den Irak-Report der amerikanischen Untersuchungsgruppe. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The First Sense" von Nadine Gordimer.

Wyatt Mason porträtiert den indischen Schriftsteller R. K. Narayan. Anthony Lane rezensiert den neuen Hannibal-Lecter-Roman "Hannibal Rising" von Thomas Harris. John Lahr stellt Inszenierungen der Theaterstücke "The Voysey Inheritance" und "Two Trains Running" vor. Und Anthony Lane sah im Kino "The Good German" von Steven Soderbergh mit George Clooney und Cate Blanchett und das "pathologische Kunstwerk" "Apocalypto" von Mel Gibson.

Nur im Print: ein Artikel über die Anthropologie des Aufruhrs und Lyrik.

Magazinrundschau vom 28.11.2006 - New Yorker

"Vollkommen übergeschnappt" überschreibt Ken Auletta sein Porträt des Moderators einer News-Show bei CNN, Lou Dobbs und seines "populistischen Kreuzzugs". In seiner täglichen Sendung "Lou Dobbs tonight" attackiert der 61-Jährige Moderator George W. Bush regelmäßig und gründlich von rechts. Sein Credo formulierte er Auletta gegenüber so: "Unsere Sendung unterscheidet sich absichtlich von allem, was man im Fernsehen so sehen kann. 'Fairen und ausgewogenen' Journalismus wird man darin nicht zu sehen kriegen. Auch keinen 'objektiven Journalismus'. Die Wahrheit ist eben nicht 'fair und ausgewogen'. Es gibt eine unparteiische, unabhängige Wahrheit, der es verdammt egal ist, was zwei Demokraten und zwei Republikaner über irgendwas denken oder dazu zu sagen haben."

Judith Thurman schreibt über die Ausstellung "Skin + Bones: Parallel Practices in Fashion and Architecture" im Los Angeles Museum of Contemporary Art, die Gemeinsamkeiten von Architektur und Mode untersucht. Sasha Frere-Jones porträtiert die Harfenistin Joanna Newsom. Alex Ross hörte neue Kompositionen von John Adams und György Kurtag. Und Anthony Lane sah im Kino "The Fountain" von Darren Aronofsky und "For Your Consideration" von Christopher Guest. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "A River in Egypt" von David Means.

Magazinrundschau vom 21.11.2006 - New Yorker

Unter der Überschrift "Der nächste Akt" widmet sich Seymour M. Hersh der spannenden Frage, ob die geschwächte Regierung Bush den Iran bombardieren wird oder nicht. Und wenn ja, wie wollen sie es begründen? Laut einem Bericht der CIA gibt es keinerlei Beweise für ein militärisches Nuklearprogramm des Iran. Die US-Regierung lehnt diese Studie ab. Hersh schreibt: "Die Analyse der CIA, die auch in anderen Nachrichtendiensten zu einer Stellungnahme zirkulierte, basiert auf technischen Daten von Überwachungssatelliten und anderem empirischen Material wie Radioaktivitätsmessungen von Wasserproben und der Emissionen von Fabriken und Kraftwerken. Zusätzliche Daten wurden, wie mir Geheimdienstquellen berichteten, von High-Tech-Geräten zur Ermittlung der Radioaktivität gesammelt, die amerikanische und israelische Geheimagenten im letzten Jahr in der Nähe verdächtiger Nuklearwaffeneinrichtungen im Iran installiert hatten. Es wurde keinerlei signifikante Erhöhung von Radioaktivität gefunden."

Weiteres: "Unvollkommen nicht im Sinne von 'ambitioniert, aber fehlerhaft', sondern unvollkommen im Sinne von 'Was hat er sich dabei gedacht?'" findet Louis Menand den neuen Roman von Thomas Pynchon "Against the Day". Peter Schjeldahl führt durch eine Ausstellung mit Arbeiten der Künstlerin Kiki Smith im Whitney Museum. Und David Denby sah im Kino "Bobby" von Emilio Estevez und "Fast Food Nation" von Richard Linklater, über die er meint, es sei ja schön, dass "die Liberalen mal ab und zu eine Wahl gewinnen, aber ich bin nicht sicher, ob man ihnen erlauben sollte, Filme zu machen"; etwas unglaubwürdig findet er die Verfilmung von Alan Bennets Theaterstücks "The History Boys" durch Nicholas Hytner. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The Confidence Decoy" von Ann Beattie.

Nur im Print: ein Porträt des amerikanischen Journalisten und Herausgebers eines bekannten politischen Newsletters I.F. Stone und Lyrik.

Magazinrundschau vom 07.11.2006 - New Yorker

John Cassidy kommentiert die Präsentation der Studie des britischen Wissenschaftlers Nicholas Stern zur Erderwärmung, die möglicherweise die amerikanische Einstellung gegenüber ökologischen Fragen verändern und eine politische Diskussion in Gang setzen könnte. "Die Bush-Regierung und ihre ideologischen und geschäftlichen Verbündeten haben die wissenschaftliche Tatsache der Erderwärmung heruntergespielt und dabei darüber geklagt, dass eine grundsätzliche Beschäftigung mit dem Klimawandel für die Wirtschaft eine zu große Belastung wäre. Stern weist diese Sichtweise zurück: 'Der Klimawandel birgt sehr ernste globale Probleme und erfordert dringend eine globale Reaktion.'"

Zum 70. Geburtstag porträtiert Alex Ross den Minimal-Music-Komponisten Steve Reich. "Reich hat die Musik verändert und zugleich auch das Verhältnis zwischen Musik und Gesellschaft." In einer Audiopräsentation untersucht Ross außerdem Reichs Einfluss auf Pop und HipHop.

Rebecca Mead stellt eine Studie über den Kult um die Schönheitschirurgie vor "Beauty Junkies: Inside Our $15 Billion Obsession with Cosmetic Surgery" Doubleday. Rachel Cohen bespricht eine Biografie über den Schriftsteller Leonard Woolf, Ehemann von Virginia Woolf ("Leonard Woolf", Free Press). David Denby sah im Kino "Fur", Steven Shainbergs "imaginäres Porträt" der Fotografin Diane Arbus mit Nicole Kidman in der Hauptrolle, und "A Good Year" von Ridley Scott, eine "Renovierungsphantasie", die in der Provence spielt und für die tatsächlich auch Peter Mayle ("Mein Jahr in der Provence") das Drehbuch schrieb. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Greensleeves" von Helen Simpson.