Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Film

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.05.2023 - Film

Szene aus İlker Çataks "Das Lehrerzimmer"


Am Ende kam es doch anders als erwartet: Nicht Edward Bergers "Im Westen nichts Neues" wurde beim Deutschen Filmpreis als bester Film des Jahres ausgezeichnet, sondern İlker Çataks "Das Lehrerzimmer" (unsere Kritik). Auch "beste Regie", "bestes Drehbuch" und "beste Hauptdarstellerin" gingen an diesen Film, dafür erhielt "Im Westen nichts Neues" insgesamt die meisten Auszeichnungen - hier die Ergebnisse des Abends im Überblick. Von einer erstaunlichen Dramaturgie der Preisverleihung spricht Andreas Busche im Tagesspiegel: Denn bis zu den Hauptkategorien deutete nichts auf dieses überraschende Ende hin, auch wenn die Gala "von Beginn an fokussierter als in den Vorjahren wirke, mit niedrigem Peinlichkeitsfaktor und einer schlagfertigen Gastgeberin. ... Umso erfreulicher ist es dann, dass am Ende ein verhältnismäßig kleiner Film wie 'Das Lehrerzimmer' von der Filmakademie gewürdigt wird - wo die Schwarmintelligenz der Akademiemitglieder sich gewöhnlich, gerade bei den Hauptpreisen, um einen Film sammelt." SZ-Kritiker David Steinitz hält die Preis-Entscheidungen für "salomonisch". Hanns-Georg Rodek von der Welt ist sich sicher: Dass ein Netflix-Film wie "Im Westen nichts Neues" am Ende doch nicht in den wichtigsten Kategorien punkten konnte, "ist die Quittung der Mitglieder der Filmakademien für ein Geschäftsmodell, das letztlich auf die Zerstörung des Ortes 'Kino' hinausläuft".

Thomas Abeltshauser unterhält sich für die taz mit Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro, der für Oliver Hermanus' "Living - Einmal wirklich leben" (ein Remake von Akira Kurosawas "Ikiru") das Drehbuch verfasst hat. Das hatte auch persönliche Gründe, sagt er, der als Fünfjähriger aus Japan nach Großbritannien kam: Kurosawas und Ozus Filme "waren das Fenster in meine Kindheit in Japan. 'Ikiru' hinterließ später auf mich als junger Mann einen besonderen Eindruck. Er zeigte mir, wie ich mein Leben als Erwachsener führen sollte, das mir so klein und unbedeutend erschien. 'Ikiru' tut nicht so, wie so viele andere Filme, dass man Spektakuläres schafft und dadurch berühmt wird. Es geht darum zu akzeptieren, wer man ist, und seinen Platz in der Welt zu finden."

Andreas Busche spricht im Tagesspiegel mit Rainer Rother über sechzig Jahre Deutsche Kinemathek. Diese verlässt im Frühjahr 2025 ihr Haus am Potsdamer Platz und wird fürs Erste in einem noch nicht benannten Zwischenquartier Unterkunft finden, erfahren wir. Eine langfristige Lösung auf dem noch unbebauten Gelände gegenüber dem Gropius-Bau ist angedacht. "Das Grundstück gehört schon seit einer Weile dem Bund, allerdings gibt es noch keinen Bebauungsplan. Hier hoffen wir auf Unterstützung durch die Stadt Berlin. Wir gehen mal vorsichtig von etwa zehn Jahren aus."

In der Welt porträtiert Gerd Midding die neue Präsidentin des nächste Woche beginnenden Festivals von Cannes - eine Deutsche! Man kann allerdings nicht sagen, dass es die französischen Medien der ehemaligen Warner-Managerin Iris Knobloch (übrigens Tochter von Charlotte Knobloch) leicht machen: "Die Weltoffenheit, zu der sie in ihrer Familie erzogen wurde, wird ihr von Teilen der in Frankreich chronisch patriotischen Filmbranche durchaus als Malum ausgelegt. Sie werfen ihr eine zu große Nähe zu den Hollywoodstudios vor. Ihr Motto 'Make money, have fun and do some good' klang vielen verdächtig. Dazu gesellte sich ein antideutscher Affekt. Wenn schon eine Präsidentin, dann doch besser eine einheimische!"

Weitere Artikel: Der Regisseur David Wnendt spricht auf ZeitOnline über die aktuelle Machtmissbrauchs-Debatte in der deutschen Filmbranche: "Ich könnte mir nicht erlauben, meinen Oberbeleuchter zu beleidigen. Dann dreht der nämlich seine Lampen aus, und ich stehe am nächsten Tag allein da." Dass mit Mariëtte Rissenbeek (Berlinale) und Diana Iljine (München) gleich zwei Filmfesival-Leiterinnen ihren Posten räumen, lässt Susanne Hermanski in der SZ über die Gründe spekulieren - es wird wohl (auch wenn Rissenbeek bloß altersbedingt in Rente geht) mit dem auch finanziellen Druck zu tun haben, der auf den Festivals lastet, glaubt sie. Die Presse empfiehlt Serien aus Israel.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.05.2023 - Film

Heute Abend wird der Deutsche Filmpreis verliehen - die Debatten in der deutschen Filmbranche laufen derweil heiß. In der FR kommt Daniel Kothenschulte erneut auf den Skandal zu sprechen, dass Christian Petzolds auf der Berlinale prämierter, von der Filmkritik und vom Publikum gefeierter "Roter Himmel" nicht einmal für eine Nominierung vorausgewählt wurde - wohl auch, weil Petzold kein Akademie-Mitglied ist. Ohnehin steht das Verfahren seit vielen Jahren in der Kritik, dass hier Branchenmitglieder Branchenmitgliedern aus Steuern finanzierte Preisgelder zuschanzen. Künftig soll das Verfahren wohl transparenter werden, aber für Kothenschulte führt kein Weg daran vorbei, dass "die Vergabe dieser wichtigen Fördermittel - immerhin 250.000 Euro nur für eine Nominierung zum Hauptpreis - wieder durch eine unabhängige Jury erfolgen muss." Auch "sollte die Zeit reif sein, es vergleichbaren Instituten in den USA, Frankreich oder Spanien gleichzutun: Oscars, Césars oder Goyas - all diese renommierten Preise werden von den nationalen Akademien als undotierte Ehrenpreise vergeben. Was hindert die Filmakademie daran, den Makel des Selbstbedienungsladens abzustreifen?"

Schier fassungslos ist derweil Hanns-Georg Rodek in der Welt: Die Deutsche Kinemathek in Berlin verliert in anderthalb Jahren ihren Standort am Potsdamer Platz, was seit zehn Jahren bekannt ist - doch wo die Reise 2025 hingeht, steht derzeit noch in den Sternen. "Es soll eine Vorauswahlliste mit vier Standorten geben, alle innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings, alles existierende Bauten, aber selbst wenn diesen Sommer eine Entscheidung fiele, müssten diese erst kinematheksgerecht umgebaut werden. Es wäre dann, sagt Kinematheksdirektor Rainer Rother, nur ein 'Zwischenquartier'", denn "die Kinemathek träumt von einem neuen Filmhaus, nur 300 Meter Luftlinie von dem alten, auf dem Parkplatz des Martin-Gropius-Baus, des Ausstellungs-Tempels. Die Idee entstand Ende der Zehnerjahre, und fünf Jahre später steht immer noch der Platanenwald auf dem Parkplatz, und - befürchten Skeptiker - wird auch in fünf Jahren noch dort stehen."

Derweil bedrängen die Filmproduzenten Claudia Roth, endlich die seit vielen Jahren ersehnte Reform der Filmförderung auf den Weg zu bringen, berichtet Helmut Hartung in der FAZ: "Die Förderung sei zu kleinteilig, aufgesplittert in sich teilweise widersprechende Instrumente und ineffektiv. Ingo Fliess, unabhängiger Filmproduzent und Vorstandsmitglied des Produzentenverbands, ergänzt, es gehe darum, mit der Novelle des Filmförderungsgesetzes eine regulatorische Innovation zu erreichen. Mit stärkeren Automatismen sollen Filme schneller, mit weniger Bürokratie und weniger Gremienvorbehalten finanziert werden. Die Filme könnten besser sein, wenn es in Deutschland eine schlankere und unkompliziertere Filmförderung gäbe. Um einen Arthouse-Kinofilm mit einem Budget von drei bis vier Millionen Euro zu finanzieren, benötige man zurzeit zwei Jahre oder länger. Dazu gehörten dann zehn bis 15 Finanzierungspartner."

Und dann war ja auch noch die Sache mit Til Schweiger. Im SZ-Gespräch räumt Constantin-Chef Martin Moszkowicz durchaus Versäumnisse ein und beteuert: "Wir haben mit der Aufarbeitung begonnen und eine externe Kanzlei mit der Aufklärung aller Vorkommnisse beauftragt." In der Branche geht derweil die nackte Angst um, schreibt Claudius Seidl in der FAZ. Er hat sich im Betrieb umgehört und schlimme Geschichten gehört: "Die Fernsehleute haben Angst vor der Willkür inkompetenter Vorgesetzter und vor dem nächsten Kostenkürzungskonzept der Intendanz. Die Kinoleute haben Angst vor beidem: dass die Fernsehleute sich einmischen. Und fast noch mehr davor, dass das Fernsehen kein Geld in Spielfilme mehr investiert. Regisseure haben Angst, das Budget zu sprengen, den Drehplan zu überziehen und vor lauter Druck schlampig zu inszenieren. Und alle anderen, die Autoren und Kameraleute, die Schauspieler und Maskenbildner, sind Freiberufler, die fürchten, keine Engagements mehr zu bekommen, wenn sie erst einmal als Petzen oder Querulanten verrufen sind. Das ganze System ist äußerst fragil."

Weitere Artikel: "Wir müssen erkennen, dass es keine Technologie ist, um die wir gebeten haben oder die wir brauchen", sagt der Drehbuchautor Anthony McCarten im TA-Gespräch mit Blick auf die Fortschritte, die Künstliche Intelligenz in den letzten Monaten gemacht hat: "Wir brauchen eine Regulierung, und zwar schnell." Bert Rebhandl (Standard), Annett Scheffel (SZ) und Julia Lorenz (Zeit) erzählen von ihren Begegnungen mit Ari Aster, dessen Groteske "Beau is Afraid" (unser Resümee) gerade in den Kinos gestartet ist.

Besprochen werden İlker Çataks "Das Lehrerzimmer" (Filmfilter, unsere Kritik), Léa Mysius' "The Five Devils" (Filmfilter, unsere Kritik) und Davis Guggenheims auf AppleTV+ gezeigter Dokumentarfilm über Michael J. Fox (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.05.2023 - Film

Ruhepause zwischen Peniswitzen: Joaquin Phoenix' in Ari Asters surrealer Groteske "Beau is Afraid"

Die Feuilletons stürzen sich auf "Beau is Afraid", den dritten Film von Ari Aster. Mit seinen intellektuellen Horrorfilmen "Hereditary" (unser Resümee) und "Midsommar" (unser Resümee) hat er sich als neue Stimme des US-Autorenfilms etabliert. Sein neuer Film verlässt das Genre, stürzt Joaquin Phoenix in einen dreistündigen, ziemlich überkandidelten Parforceritt und wirft den "Blick in den Kopf eines angstgestörten, mittelalten Amerikaners mit Mutter-Komplex und sexuellen Ladehemmungen", wie Andreas Busche im Tagesspiegel schreibt. Aster lässt "den Exzess von Beaus Wahnbildern auf immer absurdere Weise eskalieren. Und das, wohlgemerkt, trotz einer Eröffnungssequenz, die selbst schon an eine Zombie-Apokalypse erinnert."  Zumindest die erste Hälfte des Films sei denn auch "sehr gelungen und auf grausame Art komisch, mit seiner Kaskade an immer verrückteren Katastrophen", hält Philipp Stadelmaier in der SZ fest. Da in Hollywood drei Stunden Laufzeit heute eigentlich nur noch Superheldenfilmen gegönnt werden, "ist Asters origineller Autorenfilm-Exzess unbedingt zu würdigen. Doch irgendwann wird es monoton, die psychoanalytischen Motive, bis hin zur Begegnung mit einem väterlichen Riesenphallus auf dem Dachboden, wirken arg überstrapaziert."

So sieht es auch FR-Kritiker Daniel Kothenschulte, der einem Plot folgt, der sich immer mehr auf eine Weise verknotet, "als habe sich eine Gruppe von Surrealisten zusammengesetzt und mit dem Drehbuchpapier Cadavre Exquis gespielt". Und "eigentlich müsste man diesen außergewöhnlichen Film für seine Einfalls- und Detailfülle feiern, doch das übergeordnete Thema bremst seine Freiheit zugleich aus. Das Spiel mit den Freud'schen Klischees verliert bei aller Absurdität doch alles wirklich Spielerische." In diesem Film sieht man ja den Wald vor lauter Schwänzen kaum, findet tazlerin Arabella Wintermayr: "Peniswitze machen einen Großteil des Gag-Arsenals aus. Mal trägt ein Bordell den Namen 'Erectur Ejectus', mal zieren Phallusgraffiti den Hintergrund." Welt-Kritiker Jan Küvelver braucht nach diesem Film "zur Erholung bitte erst einmal einen Spider-Man".

Weitere Artikel: Valerie Dirk spricht für den Standard mit Isabelle Huppert über deren aktuellen Film "Die Gewerkschafterin" (unser Resümee). Der bulgarische Regisseur Teodor Uschew hat aus Solidarität mit der Ukraine eine russische Filmauszeichnung abgelehnt, meldet Barbara Oertel in der taz.

Besprochen werden Rainer Komers' Dokumentarfilm "Miyama Kyoto Prefecture" über das Landleben in Japan (Perlentaucher, FR), Jalmari Helanders finnischer Western "Sisu" (taz, Standard), die siebte Folge der letzten Staffel der Serie "Succession" (TA), Bill Holdermans "Book Club - Ein neues Kapitel" (FAZ), und Lee Unkrichs Luxusband im Taschen Verlag über Stanley Kubricks "The Shining" (SZ). Außerdem erklärt die SZ, welche Filme sich in dieser Woche lohnen und welche nicht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.05.2023 - Film

"Wie wurde aus einem mittelmäßig talentierten Schauspieler einer der einflussreichsten Menschen im Filmgeschäft", fragt sich Florian Schoop in der NZZ mit Blick auf die Karriere von Til Schweiger. Swantje Karich ärgert sich in der Welt, dass alle Christian Petzolds "Roter Himmel" feiern, bei dessen Kinovorführung sie allerdings im Saal laut lachen musste. Katrin Nussmayer gibt in der Presse einen Überblick darüber, welche Filme und Serien derzeit vom Streik der Drehbuchautoren in den USA betroffen sind. David Auer erklärt, wer eigentlich James Gunn ist, dessen dritter "Guardians of the Galaxy"-Film gerade im Kino läuft und der künftig das filmische DC-Comicuniversum lenken wird. Besprochen wird die Netflix-Comedy-Show "Something Special" (Tsp).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.05.2023 - Film

Frédéric Jaeger von critic.de sah beim Machinima-Schwerpunkt der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen viele anregende Filmarbeiten, die zwar in Game-Engines entstanden sind, aber das GamePlay der ihnen zugrunde liegenden Spiele nicht nachvollziehen, sondern die Umgebung kreativ nutzen. Den Machern geht es dabei auch darum, "zu offenbaren, welche Gedankenwelten und Ideologien durch die Spiele hindurchwirken." Das Kollektiv Total Refusal etwa interessiert sich in "Hardly Working" für "die NPC, die non-playable characters, also Figuren, die man nicht spielen kann, sondern die im Hintergrund die virtuelle Welt bevölkern. Das Proletariat des Games. Begleitet von einem pseudo-philosophischen Off-Kommentar, werden die Absurditäten und Lässlichkeiten in der Konstruktion dieser Hintergrundfiguren in den Blick genommen: Wie ein Zimmermann Nägel einschlägt in einen Steg am Ufer, tagein, tagaus, ohne dass er jemals Fortschritte macht. Wie eine Frau einen Weg kehrt, der immer staubig bleibt … Im Kinosaal in Oberhausen hatte eine Frau im Publikum jedenfalls einen Lachanfall." Hier ein Ausschnitt:



Weitere Artikel: Katrin Bettina Müller empfiehlt in der taz die Retrospektive Antonio Pietrangeli im Berliner Kino Arsenal. Auf NZZ-Kritiker Andreas Scheiner wirkt die Aufregung um Til Schweiger "medial etwas überdreht". Besprochen werden eine Kino-Wiederaufführung von Loriots Cartoons (NZZ) und Kristin Derflers RTL-Serie "Die zwei Seiten des Abgrunds" mit Anne Ratte-Polle (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.05.2023 - Film

Am Freitag nichts Neues: Bei der für Ende der Woche anberaumten Verleihung des Deutschen Filmpreises wird Edward Bergers zwölffach nominierter Oscar-Erfolgsfilm "Im Westen nichts Neues" natürlich erneut in allen wichtigen Kategorien abräumen, schreibt Peter Körte in der FAS. Ein Grund zum Jubeln ist das nicht: "Wünscht sich die Akademie so den künstlerisch wertvollen und auch noch erfolgreichen Vorzeigefilm? ... Die Nominierungen verstärken in jedem Fall die Zweifel daran, dass es eine gute Idee war, der Zunft einer privatwirtschaftlichen Branche fast drei Millionen Euro aus öffentlichem Geld in die Hand zu geben, damit sie es nach eigenem Gutdünken verteilt. Auch deshalb, weil es sich um Prämien handelt, die ausdrücklich einer künstlerischen Leistung gelten sollen. Dass die Mitglieder der Filmakademie, unter denen Schauspielerinnen und Schauspieler die größte Gruppe bilden, praktisch noch nie etwas Gewagtes oder Avanciertes ausgezeichnet haben, ist keine neue Erkenntnis. Wo so viele abstimmen, geht der Trend zum Mittelmaß."

Selbst mit einem "Code of Conduct", wie ihn die Constantin-Film pflegt, ist es für Betroffene von Machtmissbrauch bei Dreharbeiten oft nur schwer möglich, sich zu Wort zu melden ohne schwere Nachteile in Kauf zu nehmen, schreibt Julia Encke in der FAS mit Blick auf die Til-Schweiger-Recherchen des Spiegel samt dessen Aufgriff in den Medien. Dies zeige vor allem auch der lange Weg der Recherchen selbst: Angeblich sollten deren Ergebnisse zunächst in der SZ erscheinen. Gemeinsam mit zwei Kollegen von dort habe die Autorin der Constantin einen Fragekatalog vorgelegt. "Als die Chefredaktion der SZ nach den Antworten der Filmfirma plötzlich erklärte, die Recherche könne in der Form nicht erscheinen, waren vor allem auch die Filmschaffenden, die sich bereit erklärt hatten, Auskunft zu geben, aufgebracht. Dass die SZ und die Constantin nach Angaben von Horizont eine exklusive Partnerschaft verbindet, die vorsieht, dass Redakteure und Autoren der SZ die Produzenten und Drehbuchautoren von Constantin bei TV- und Filmprojekten exklusiv beraten und Recherchen aus der SZ dabei in die neuen Projekte einfließen könnten, stärkte das Vertrauen nicht. Genauso wenig wie die Tatsache, dass, nach Informationen, die der FAS vorliegen, die SZ den externen Anwalt Martin Schippan mit der juristischen Prüfung der Recherche betraute, dessen Kanzlei nach Auskunft des juristischen Fachblatts Juve auch die Constantin Film zu ihren 'Kernmandanten' zählen soll."

Außerdem: Die Zahl lesbischer Filmfiguren steigt zwar, stellt Luka Lara Steffen in der Jungle World fest, doch "widerfährt den Queers ein Schicksal überproportional häufig: Sie sterben." Kirk Douglas wird beim Festival in Cannes eine Goldene Ehrenpalme erhalten, meldet Fritz Göttler in der SZ. Besprochen werden Offer Avnons Dokumentarfilm "Der Rhein fließt ins Mittelmeer" (online nachgereicht von der FAZ) und die Serie "Zwei Seiten des Abgrunds" (taz, Tsp).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.05.2023 - Film

Im FAZ-Gespräch räumt Constantin-Chef Martin Moszkowicz ein, von dem Machtmissbrauch, der nach Spiegel-Recherchen Til Schweiger angelastet wird (unser Resümee), zumindest in Teilen gewusst zu haben und beteuert den Vorbildcharakter, den die Constantin mit einem selbstauferlegten "Code of Conduct" für die Branche eigentlich hat, auch wenn sich in diesem Fall blöderweise offenbar nicht dran gehalten wurde. "Wir haben als Arbeitgeber gegenüber allen Mitarbeitern eine Fürsorgepflicht, auch gegenüber Til Schweiger. Alkoholkonsum während der Arbeitszeit, am Arbeitsplatz, bei Dreharbeiten ist bei uns ausgeschlossen. ...  Vor den Dreharbeiten am 21. Juli 2022 ist Til Schweiger - augenscheinlich stark alkoholisiert - von einem Mitarbeiter der Constantin Film daran gehindert worden, mit der Arbeit am Drehort zu beginnen. In der anschließenden Auseinandersetzung kam es zu einer Tätlichkeit. Die Dreharbeiten an dem Tag wurden abgebrochen."

Schweiger ist mit seinen Erfolgsfilmen der Goldesel der Branche und genau darin liegt das Problem, schreibt Tobias Kniebe in der SZ: So einen hat man gern als Geschäftspartner an der Seite und schaut dann auch vielleicht auch gerne mal weg. "So kann es passieren, dass der 'Code of Conduct' einer Produktionsfirma auf einmal das Papier nicht mehr wert ist, auf dem er geschrieben steht, und höchste Verantwortliche sich lieber taub und blind stellen, als sich dem für alle Beteiligten offensichtlichen Fehlverhalten eines Goldesels entgegenzustellen. Wenn der Bundesverband Regie Schweiger jetzt zur Seite springt und klagt, Regisseurinnen und Regisseure stünden durch viel zu knappe Drehpläne allesamt zu sehr unter Druck, ist das im Prinzip zwar richtig, ignoriert aber, dass gerade ein Goldesel wie Schweiger die Macht hat, zu seinen eigenen Bedingungen zu arbeiten." Für Hanns-Georg von der Welt steht Schweigers Verhalten am Set in einer langen, unseligen Tradition von Filmemachern, die am Set zu Tyrannen werden: "Viele Regisseure leiden an Hybris, einer massiven Überschätzung ihres Egos und ihrer Wichtigkeit. Das war nicht immer so. In der Goldenen Ära Hollywoods waren Regisseure Angestellte eines Studios, Handwerker, die ohne großen Schaden ausgewechselt werden konnten."

Außerdem: Bert Rebhandl erzählt in der FAZ von seiner Begegnung mit dem Regisseur İlker Çatak, dessen "Das Lehrerzimmer" gerade im Kino gestartet ist (besprochen in der Welt und bei uns). Jacqueline Krause-Blouin spricht für ZeitOnline mit dem Comedian Adam Conover, der fest dazu entschlossen ist, mit dem Drehbuchstreik in den USA Hollywood lahmzulegen, wenn sich an den Arbeitsbedingungen für Autoren nicht bald etwas verbessert. Lucas Barwenczik resümiert für den Filmdienst die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Im Tagesspiegel legt Fabian Tietke dem Berliner Publikum die Retrospektive Antonio Pietrangeli im Kino Arsenal ans Herz. Anlässlich des Kinostarts von Brendan Cronenbergs "Infinity Pool" führt Benjamin Moldenhauer in Filmfilter anhand ausgewähler Beispiele durch die Geschichte des Body Horror und zeigt dabei, "was im Subgenre drin steckt und raus will".

Besprochen werden Angela Schanelecs "Music" (Filmdienst, mehr dazu hier), Ann Orens "Piaffe" (ZeitOnline), Offer Avnons Dokumentarfilm "Der Rhein fließt ins Mittelmeer" (Filmdienst), Maha Hajs "Mediterranean Fever" (Tsp), James Gunns dritter "Guardians of the Galaxy"-Blockbuster (Filmdienst) und die Paramount-Serie "Eine verhängnisvolle Affäre" (Zeit).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.05.2023 - Film

Abbas Rezaies Dokumentarfilm "Etilaat Roz"

Jörg Seewald berichtet in der FAZ von der Eröffnung des Dok.Festes München, wo Abbas Rezaies Dokumentarfilm "Etilaat Roz" über den Niedergang der gleichnamigen afghanischen Zeitung unter den Taliban gezeigt wurde. "'Wir müssen am Leben bleiben', beschwört Zaki Daryabi seine Redakteure, die mit dem Zwiespalt leben müssen, dass sie von Lesern mit Informationen versorgt werden. Die letzte gedruckte Ausgabe erscheint am 15. August 2021. Danach greift der Fatalismus um sich: 'Wenn der Betrieb weiter stillsteht, haben wir schon verloren. Aus uns werden bedürftige Immigranten.' Unter Tränen sagt Daryabi: 'Wir wollen Teil des Wertesystems sein. Ich kann weder meiner Mutter gerecht werden noch meinen Kollegen.' Am Ende verlässt auch der Herausgeber seine 100 Quadratmeter Kabul und flieht in einem alten rostigen Toyota Corolla. Heute seien sie über die ganze Welt verteilt und versuchten trotzdem, über die Realität in Afghanistan zu berichten, sagt Sakina Amiri, die jetzt in Spanien lebt. In München steht sie auf der Bühne, berichtet leise und stockend von der Not in ihrem Land."

Inmitten einer komplexen Kettenreaktion: Leonie Benech in "Das Lahrerzimmer"

Eine Lehrerin will mit idealistischen Absichten pädagogisch alles anders machen - und eckt damit bei den Kollegen an und verstrickt sich in einen Skandal, an dessen Ende sie als die Böse dasteht: Ilker Çataks "Das Lehrerzimmer" erzielt "vom ersten Moment an mit seinen filmischen Mitteln die Suspense eines Thrillers", schreibt Andreas Busche im Tagesspiegel. In diesem Film "fungiert das Klassenzimmer weniger als realitätsgetreues Modell der Gesellschaft. Es ist vielmehr ein Laboratorium, in dem die kulturellen Debatten unserer Zeit mutwillig erhitzt werden. Sein Film zeigt dabei überaus pointiert, wie wenig in unserer hochsensibilisierten Zeit schon reichen kann, um einen Dialog zu verunmöglichen." Perlentaucherin Carolin Weidner ist ebenfalls sehr angetan: "So minimalistisch die Anordnung (eine namenlose Schule irgendwo in Deutschland) und simpel die Ausgangssituation (Diebstähle, begangen von Unbekannt) - die losgetretene Kettenreaktion, welche sukzessive die ganze Institution umfasst, ist ziemlich komplex. Sie birgt eine nahezu mathematische Schönheit, in der verschiedene Variablen durchgespielt werden, obschon gleichzeitig alles auseinanderzufliegen droht, außer Kontrolle gerät." Auch Marie-Sofia Trautman von der taz ist beeindruckt. Die FR spricht mit der Hauptdarstellerin Leonie Benesch.

Carolin Ströbele unterhält sich für ZeitOnline mit den Nachwuchsfilmemacherinnen Eileen Byrne und Pauline Roenneberg, die gemeinsam mit anderen den Appell "Angst essen Kino auf" (unser Resümee) aufgesetzt haben über die prekäre Lage junger Filmschaffender in Deutschland. Das Klaus-Lemke-Prinzip - ohne Förderung drauflos filmen und einfach machen - kommt für diese Generation nicht infrage, sagt Byrne: "Wir bekommen natürlich öfter den Rat von Regisseuren, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren ihre ersten Filme gedreht haben: 'Geht einfach raus und dreht mit der Fotokamera. Dafür braucht ihr kein Geld.' Wir arbeiten aber heute unter ganz anderen Bedingungen. Man kann keinen Film mehr machen ohne eine Versicherung, es gibt einen Mindestlohn, der eingehalten werden muss - zum Glück. Ganz ohne Geld geht es heutzutage also nicht mehr. Und dazu kommt, dass wir Mieten zu bezahlen haben, die enorm gestiegen sind, und wir in einer Zeit der Inflation leben. Es geht ja gar nicht darum, dass wir als Regisseurinnen reich werden wollen."

Außerdem: "Ausbeutung und Willkür sind ein systemisches Problem in der Filmwirtschaft", schreibt Daniel Kothenschulte in der FR mit Blick auf die Enthüllungen des Spiegels über angeblich desolate Zustände bei Til Schweigers Dreharbeiten: "Es wäre wünschenswert, wenn nun mehr darüber bekannt würde." In der SZ gratuliert Alexander Menden Michael Palin zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden Michael Showalters RomCom "Spoiler Alarm" (Tsp, Perlentaucher), Ulrich Seidls "Sparta" (Standard), James Gunns neuer "Guardians of the Galaxy"-Blockbuster (NZZ), eine BBC-Doku über Karl Lagerfeld (NZZ), die Netflix-Serie "Queen Charlotte - Eine Bridgerton-Geschichte" (FAZ) und die letzte Staffel der Serie "Der Pass" (Welt).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.05.2023 - Film

Was zwischen den Bildern geschah: "Music" von Angela Schanelec

Für ihren neuen Film "Music" erhielt Angela Schanelec auf der Berlinale zwar den Silbernen Bären für das beste Drehbuch, aber von der Jury des BKM gab's trotzdem keine Verleihförderung, die das Haus "für die Verbreitung deutscher Filme mit hoher künstlerischer Qualität" spendiert. Dass Schanelecs Film eine solche demnach wohl nicht aufweise und die Jury ihre Entscheidung auch nicht öffentlich macht, nimmt Dunja Bialas auf Artechock ziemlich fassungslos zur Kenntnis: "Mit der Absage an die kulturelle Verleihförderung erstickt die BKM ein Projekt, das sie selbst gefördert hat und das mit einem wichtigen internationalen Preis ausgezeichnet wurde - und cancelt damit eine der renommiertesten deutschen Film-Autorinnen, die mit Ausstellungen im MoMA und Retrospektiven in Frankreich im Ausland mehr gilt als im eigenen Land." Der in der Gegenwart spielende Film ist an den Ödipus-Mythos nach Sophokles angelehnt und folgt der elliptischen Erzählweise, für die die Regisseurin bekannt ist, so "dass wir Zuschauer auf eigene Rechnung füllen müssen, was an Bedeutung offen bleibt", erklärt Peter Körte online nachgereicht in der FAS: "Die Bereitschaft dazu war schon immer die beste Haltung bei einem Schanelec-Film. ... Es geht um die Auslassungen, um das, was zwischen den Bildern geschieht. Worauf ein Bild verweist, was es präfiguriert, ohne dass man das sehen müsste - daraus entsteht die eigentümliche visuelle Kraft. Und die emotionale Wirkung, denn Schauspieler sind bei Schanelec in ihrer Mimik und Körpersprache nie auf eine Weise lesbar, die eindeutig wäre. Es bleiben, wie bei Menschen, denen man im Alltag begegnet und die man nicht kennt, Unschärfe und Ungewissheit." Weitere Besprechungen im Tagesspiegel, der FR, der Zeit, der SZ und hier die Berlinale-Kritik von Patrick Holzapfel im Perlentaucher.

Die Til-Schweiger-Enthüllungen des Spiegel (hier unser Resümee) nimmt Claudius Seidl im FAZ-Kommentar nur achselzuckend zur Kenntnis: An Sets herrsche nun einmal ein rüder Umgangston, sollte Schweiger ein Alkoholproblem haben, sollte man eher Mitleid mit ihm haben und wenn sich im überarbeiteten Team Unfälle häufen, sei dies eher dem Produktionsleiter anzulasten, der den Dreh nicht abbricht. In der Branche hört Seidl vor allem davon, "dass die Schweiger-Geschichte eher davon ablenkt, wie viel Angst, welcher Druck und was für ein Zynismus bei deutschen Dreharbeiten im Spiel sind - und zwar nicht nur dann, wenn Männer inszenieren. Es ist das System, das böse ist: Es wird mit zu wenig Geld nach zu strikten Fernsehformvorgaben viel zu viel gedreht. Es sind nicht die feministischen Appelle der Kulturstaatsministerin, die dieses System zum Einsturz bringen könnten. Man könnte sich auch hier an Hollywood orientieren. Und sich auf einen langen Streik einrichten."

Außerdem: Fabian Tietke resümiert für die taz die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Udo Rotenberg (critic.de) und Claus Löser (BLZ) empfehlen die Retrospektive Antontio Pietrangeli im Berliner Kino Arsenal. Besprochen werden Ann Orens "Piaffe" (taz), Chie Hayakawas "Plan 75" (NZZ), Rian Johnsons Krimiserie "Poker Face" (Freitag), die DVD-Ausgabe von Alberto Rodriguez' "Prison 77" ("führt eindrucksvoll vor, wie man politisch engagiertes Kino souverän in eine Genre-Geschichte verpackt", schreibt Ekkehard Knörer in der taz), James Gunns dritter "Guardians of the Galaxy"-Blockbuster (Welt), die sechste Folge der letzten Staffel von "Succession" (TA) und die dritte Staffel von "Der Pass" (Tsp). Außerdem verrät uns die SZ, welche Filme sich in dieser Woche lohnen und welche nicht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.05.2023 - Film

Hollywoods Drehbuchautoren streiken mal wieder. Wer sich an den letzten großen Streik (2007) erinnert, weiß: Die können hartnäckig sein. 100 Tage dauerte der Arbeitskampf damals und legte zig Serienproduktionen lahm und sorgte für erhebliche Verzögerungen im Kino-Produktionsplan. Die Gewerkschaft der Autoren "kritisiert, das Aufkommen von Streamingdiensten und die damit verbundene Explosion von Produktionen hätten die Arbeitsumstände der Autoren erodieren lassen", berichtet Corina Gall in der NZZ: "Früher wurden Autoren in der Regel für eine ganze Staffel einer Serie angestellt, die mehr als zwanzig Episoden umfasste. Die Produzenten entlöhnten die Autoren für das Skript, aber zahlten auch einen zusätzlichen Lohn, wenn die Serie erneut ausgestrahlt wurde. Heute ist das anders. Die Produzenten geben pro Staffel weniger Folgen in Auftrag. Die Praxis der zusätzlichen Zahlungen haben sie mehrheitlich eingestellt. Dies, obwohl Serien jahrelang auf den Streamingplattformen bleiben. Autoren profitieren bei den teilweise großen Erfolgen der Serien nicht mit."

Außerdem geht es um Künstliche Intelligenz, schreibt Susanz Vahabzadeh in der SZ: "Die Autoren verlangen strenge Regeln, die Gewerkschaft soll verhindern, dass ganze Serien-Folgen oder Filme von einem Programm generiert und dann von einem Autor nur noch ein bisschen poliert werden. Was passiert, fragt einer der Gewerkschaftsvertreter in der New York Times, wenn jemand alle Drehbücher von Nora Ephron, die beispielsweise 'Harry und Sally' geschrieben hat und 'Schlaflos in Seattle', in eine künstliche Intelligenz füttert und sie ihren Stil imitieren lässt und das Publikum mit der recycelten Ephron zufrieden ist? Bis zu den nächsten Tarifverhandlungen 2026 ist das bestimmt schon geschehen. Dieser große Autorenstreik von Hollywood wäre dann der letzte seiner Art."

Außerdem: Unter den Überlebenden und Hinterbliebenen der Grenfell-Tower-Katastrophe regt sich enormer Unmut darüber, dass die BBC den Fall in Form einer Doku-Serie aufbereiten will, berichtet Marion Löhndorf in der NZZ: Einerseits wird Heischen mit Sensationen vorgeworfen, andererseits, dass den Leuten ihre Geschichte geraubt werde, andere kritisieren wiederum, dass sie nicht angehört wurden. Martina Knoben (SZ) und Chris Schinke (taz) geben Tipps zum heute beginnenden Dok.Fest München. Michael Ranze (FAZ) und Magnus Klaue (Welt) resümieren die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, wo sich ein Schwerpunkt mit in Games-Umgebungen produzierten Kurzfilmen befasste. Besprochen werden die DVD-Ausgabe von Giuseppe Tornatores Porträtfilm "Ennio" über Ennio Morricone (Intellectures), Lee Cronins Splattersause "Evil Dead Rise" (Presse), James Gunns "Guardians of the Galaxy Vol. 3" (Tsp) und die Serie "White House Plumbers" über den Watergate-Skandal (ZeitOnline).