Auch
Privatpersonen, die regelmäßig neue Bücher im Internet anbieten, müssen sich an das
Preisbindungsgesetz halten. Diese kürzlich vom
Oberlandesgericht Frankfurt getroffene Entscheidung wird unter anderem den
Buchhandel über Ebay verändern. Börsenvereinsvorsteher
Dieter Schormann begrüßte das Urteil, sprach gegenüber dem
Börsenblatt von einem "guten und wichtigen Tag für den deutschen Buchhandel". Jetzt sei klargestellt, dass das Internet beim Verkauf von Büchern
kein rechtsfreier Raum sei. Rechtsanwalt
Christian Russ glaubt, dass neue Bücher nun vorsichtiger über Internet-Marktplätze angeboten werden.
Ein weiteres Urteil mit weitreichenden Folgen für die Buchbranche fällte das
Landgericht Hannover: Das
Land Niedersachsen darf
keine Rabatte bei Schulbuchsammelbestellungen fordern.
Thomas Wrensch, Vorsitzender des LV Niedersachsen des Börsenvereins, will bei Buchhandlungen, die gegen das Verbot der Nachlassgewährung verstoßen,
Regressansprüche geltend machen. Er vermutet, dass das Land durch weitere gerichtliche Instanzen gehen wird.
Nordkorea beteiligt sich möglicherweise - trotz problematischer politischer Situation - am
Gastlandauftritt Korea 2005 der Frankfurter Buchmesse. Buchmessedirektor
Volker Neumann und sein Stellvertreter
Holger Ehling stellten die Weichen für eine Teilnahme; bei einem Besuch in Pjöngjang führten sie Gespräche mit Regierungsvertretern und Verlagen. Neumann geht davon aus, dass eine
Beteiligung Nordkoreas dem Gastlandauftritt "insgesamt mehr Aufmerksamkeit sichert". Von südkoreanischer Seite habe es bereits grünes Licht gegeben, weiß das
Börsenblatt. Mit einer Entscheidung ist im Juli zu rechnen.
Dass die Deutschen immer älter werden, ist schlecht für die Sozialkassen - aber gut für Verlage und Buchhandel. "Die Älteren sind seine Kunden der Zukunft", schreibt
Boris Langendorf, der die wirtschaftliche Entwickung für den Buchhandel beobachtet, im
Börsenblatt.
Senioren seien
buchaffin und noch dazu
kaufkräftig wie nie, erklärt der Wirtschaftsexperte. Langendorf glaubt, dass die ältere Generation für
anspruchsvolle Literatur aus kleineren Verlagen und den
Einkauf in individuellen Buchhandlungen einstehen wird.
Träger des
Friedenspreises 2004 wird der 1950 in Budapest geborene Erzähler und Romancier
Peter Esterhazy sein. Der Stiftungsrat würdigt den Preisträger als eine der weithin vernehmbaren Stimmen der Nachgeborenen, die die Zerstörung des Menschen durch Terror und Gewalt und seine Wiederauferstehung in Trauer und Ironie gestalte. Zuletzt war Esterhazy mit seinem autobiografischen
Familienroman "Harmonia Caelestis" in den Fokus der Öffentlichkeit geraten - kurz vor Beendigung des Werks hatte der Autor erfahren, dass sein Vater 23 Jahre lang für die ungarische Geheimpolizei aktiv war (mehr im
Perlentaucher-Archiv). Die Preisverleihung findet am 10. Oktober in der Frankfurter Paulskirche statt.
Jürgen Habermas (
mehr) erhält im November den
Kyoto-Preis, neben dem Nobelpreis eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Kultur. Weitere
Personalien aus der Buchbranche.
Meldungen: Der
Europa Verlag Zürich legt im Herbst, 52 Jahre nach dem Tod seines Verlegers
Emil Oprecht, wieder ein Programm vor: Sonderausgaben von Werken
Thomas Manns,
Albert Einsteins u.a.. Der
Börsenverein klagt gegen den Dokumentlieferdienst für Bibliotheken,
Subito, als Interessenvertreter der
wissenschaftlichen Verlage - deren Geschäft leidet unter dem E-Mail-Versand von Aufsätzen zu sehr günstigen Konditionen, wie ihn Subito praktiziert. Der Anteil von Büchern und kartografischen Erzeugnissen am
Gesamtumsatz der Druckunternehmen wird nach Angaben des
Bundesverbands Druck und Medien immer geringer - in 2003 betrug er 6,9 Prozent (1995: 7,7 Prozent).