Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 14 von 33

Die Buchmacher vom 16.08.2005 - Börsenblatt

Springer kauft - vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts - Deutschlands größten Fernsehkonzern, ProSieben Sat 1. Über den Haufen geworfen ist somit das vor zweieinhalb Jahren angekündigte neue Konzept des Springer Verlags, sich auf das Kerngeschäft mit Zeitungen zu konzentrieren. "Damit einher ging der Verkauf der Buchverlagsgruppe Ullstein Heyne List an die Bertelsmann-Tochter Random House", erinnert das Börsenblatt, für das der TV-Coup der "Aufreger der Woche" ist. Scheint so, als wolle Springer nun den Konkurrenzkampf mit Bertelsmann aufnehmen. Auch ins Buchgeschäft ist der Konzern mit den in Kooperation mit Weltbild herausgegebenen Billigbuch-Editionen wieder eingestiegen.

Nachdem auch andere Zeitungen das lukrative Geschäft mit preisgünstigen Buchreihen für sich entdeckt haben, brüten deren Marketingabteilungen fieberhaft Projekte aus. Kaum eine Woche, in der nicht Einzelheiten über neue Bucheditionen bekannt gegeben werden - diesmal ist es die Welt am Sonntag, die ankündigt, 2006 mit Hellmuth Karasek als Herausgeber ins Rennen zu gehen. Ob die vielen billigen Sonder-Bibliotheken für das Sortiment noch attraktiv sind, hat das Börsenblatt in seinem Rundruf gefragt.

Dunkle Wolken hängen über der britischen Buchbranche. Nach einem Bericht des Magazins The Bookseller machen mehrere kleinere Buchhandlungen die Verlage dafür verantwortlich, dass sie ihre Geschäfte schließen mussten. Auf Kosten des unabhängigen Buchhandels würden Amazon & Co. unterstützt, zitiert das Börsenblatt. Die Verlage hätten nicht bedacht, dass der Markt insgesamt nicht mehr wachse.

Dan Brown kann sich erst mal entspannt zurücklehnen. Lewis Purdues Plagiatsvorwürfe gegen den amerikanischen Bestseller-Autor ("Sakrileg", Illuminati") und die damit verbundene Schadenersatzklage in Höhe von 150 Millionen Dollar wurden von einem New Yorker Gericht für nichtig erklärt bzw. abgeschmettert. "Die Richter stellten nur oberflächliche Ähnlichkeiten mit Purdues Krimi 'The Da Vinci Legacy' fest. Der Kläger will Berufung einlegen", informiert das Börsenblatt.

Und: Google stoppt vorerst das Einscannen von Büchern.

Personalien: Arne Teutsch, unter anderem Mitgesellschafter des Buchverlags für die Frau und des Leipziger Kinderbuchverlags, hat Vito von Eichborns Anteile am Europa Verlag (49 Prozent) gekauft. Von Eichborn freut sich darauf, wieder ausschließlich Bücher zu machen. Zwar hätten Buchprojekte bei Europa Priorität, erzählte er dem Börsenblatt, wenn er aber auf Dinge stoße, die dort nicht ins Programm passten, versuche er, sie anderswo unterzubringen. Hans-Georg Knopp ist neuer Generalsekretär des Goethe-Instituts. Susanne Gumbmann, seit 1999 Chefin des Literaturhauses Frankfurt, verlässt das Haus Ende Februar 2006.

Meldungen: Weltbildplus, das Jointventure der Verlagsgruppe Weltbild und der Heinrich Hugendubel GmbH, hat das im Jahr 1999 selbst gesteckte Ziel, 280 Buchhandlungen zu eröffnen, übertroffen: Im September wird die Kette 285 Filialen betreiben. Der Christoph Merian Verlag steigt in Zusammenarbeit mit dem Radiosender DRS in den Hörbuchsektor ein; der Programmschwerpunkt liegt auf Literatur zeitgenössischer Schweizer Autoren. Elf Monate nach dem Brand der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek hat der Wiederaufbau des historischen Teils begonnen; nach Angaben der Stiftung Weimarer Klassik soll das zwölf Millionen Euro teure Bauvorhaben in 2007 abgeschlossen sein.

Die Buchmacher vom 08.08.2005 - Börsenblatt

In Großbritannien sehnt sich manch ein Buchhändler nach der "good old Buchpreisbindung" zurück. Nachlässe von bis zu 70 Prozent auf den empfohlenen Preis zum Verkaufsstart des neuen Harry Potter-Bands haben die Preiskämpfe auf der Insel neue Dimensionen annehmen lassen. Die Labour-Abgeordnete Lynn Jones findet, dass Autoren und Verlage ihren Vertriebspartnern "exzessive Nachlässe" zum "Schutz des Buchhandels" untersagen müssten und hat damit im Parlament eine Debatte angestoßen: Preisvorgaben wären nämlich ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Dass die britische Regierung vor zehn Jahren die Preisbindung auf Bücher abgeschafft hat, ist für das Börsenblatt der "Aufreger der Woche".

Wer darf wie nach Büchern recherchieren? fragt sich die Branche. Mit Vorwürfen konfrontiert wird die Börsenvereins-Tochter MVB GmbH als Betreiber des Verzeichnis lieferbarer Bücher. Sie hatte die Suchfunktionen beim kostenlosen VlB-Endkundenportal Buchhandel.de eingeschränkt. In den Genuss der vollen Recherchemöglichkeiten sollten nur noch die Abnehmer des VlB-Abonnements kommen, also die zahlenden Buchmacher und -händler - weniger die Käufer. Insbesondere für kleinere und wissenschaftliche Verlage sei das VlB das wichtigste Marketing-Instrument im Internet, erklärt das Börsenblatt das Dilemma. Um die Wogen vorerst zu glätten, hat die MVB bis zu einer Lösung des Problems alle Daten wieder frei zugänglich gemacht.

Wenn die Vertriebler von Weltbild einen neuen Coup planen, reagieren die Buchhändler mitunter misstrauisch bis kritisch. Auch das Konzept, monatlich zwei Originalausgaben nicht nur über den Weltbild-Katalog und eigene Filialen, sondern zudem über das allgemeine Sortiment zu vertreiben, stieß nicht sofort auf Gegenliebe. Dennoch laufe das Projekt gut an, hat das Börsenblatt von Weltbild erfahren. Ob sich die Augsburger als weiteren Schritt auch die Taschenbuchrechte der Premieren sicherten, lasse sich nicht generell sagen.

Ein aktuelles Urteil verpflichtet Sortimenter, Mängelexemplare auf tatsächliche Mängel hin zu prüfen. Das Börsenblatt wollte in seinem Rundruf wissen, ob sich daraufhin das Angebot ändern wird.

Meldungen: Branchen-Primus Thalia (132 Sortimentsbuchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz) hat seinen Umsatz in den ersten Monaten seines Geschäftsjahrs 2004/2005 (Oktober bis Juni) um 21,4 Prozent auf 347 Millionen Euro gesteigert. Die Antiquariate konnten im vergangenen Jahr ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nur minimal, um 0,5 Prozent, erhöhen (Studie: Institut für Handelsforschung). Am 10. September startet die Süddeutsche Zeitung die 50-bändige Kinderbuch-Edition "Junge Bibliothek", in der Aufmachung und im Preis angelehnt an die SZ-Bibliothek (hier alle Titel). Das Deutsche Literaturarchiv (mehr) stellt Anfang 2006 unter literaturtermin.de einen Literaturkalender ins Internet. Nur knapp einem Insolvenzverfahren entronnen ist der Dresdener Gebrauchtbuchhändler Elbe-Team, der kommentarlos Mietrückstände von 70.000 Euro angehäuft hatte - mit einem Vergleich wurde das Verfahren eingestellt.

Die Buchmacher vom 11.07.2005 - Börsenblatt

Eifrig mischt Online-Händler Amazon weiter die Märkte auf und bastelt an seinen Verleih-Modellen: Für den Einstiegstarif von 9,99 Euro monatlich gibt es jetzt nacheinander drei - und nicht wie zunächst gemeldet sechs - DVDs zur Ansicht. Bezahlt der Kunde mehr, bekommt er entsprechend mehr DVDs - auch gleichzeitig. Das Unternehmen verzichte auf Versandkosten, Fristsetzung und Säumnisgebühren, erläutert das Börsenblatt. Ob "die Amazonen" demnächst obendrein Bücher und Hörbücher verleihen wollen, hat das Branchenmagazin nicht erfahren. Es sei nichts Konkretes geplant, der Online-Riese gucke sich aber neue Entwicklungen auf dem Markt genau an.

Deutsche Sachbücher können durchaus auf dem US-Markt bestehen, sie dürfen aber "nicht zu deutsch" sein. Zu den beliebtesten Non-Fiction-Kategorien in den USA zählen Bücher von Prominenten (und über sie) sowie politische Bücher, berichtet das Börsenblatt in seinem "Thema der Woche". Nicht nur bei belletristischen Titeln, auch im Sachbuch, sei es sehr wichtig, dass das Buch eine klar erkennbare Story, ausgeprägte Charaktere und einen deutlichen Titel habe, erklärt eine amerikanische Lektorin. Eine Literaturagentin sagt, dass deutsche Biografien, Memoiren und Reisebücher dem amerikanischen Sachbuch-Stil heute viel näher kämen als früher. Beispiele: Wolfgang Büschers "Berlin - Moskau" (Rowohlt) und Peter Richters "Blühende Landschaften" (Goldmann).

Am 17. August, fünf Tage nach dem 50. Todestag von Thomas Mann, geht das mit Schiller wieder aktivierte "Literarische Quartett" - Reich-Ranicki, Karasek, Radisch und Gast Robert Gernhardt - in Travemünde (bei Lübeck) auf Sendung. Chef-Kritiker Marcel Reich-Ranicki deutete schon an, dass weitere Specials folgen könnten. In der FAZ wies er auf die anstehenden "runden Todestage" von Heinrich Heine und Bertolt Brecht hin, die ihn und doch wohl auch einige andere sehr interessierten.

Fürs nächste Frühjahr hat sich Die Zeit ein weiteres Buchprojekt ausgedacht: eine Vorlese-Bibliothek für Kinder von fünf bis zehn Jahren. "Dafür hat Zeit-Redakteurin Susanne Gaschke 'besondere Schätze der Kinderliteratur' ausgewählt, die in Deutschland vergessen oder nicht mehr erhältlich sind", schreibt das Börsenblatt. Der Reinerlös aller aus der Edition verkauften Bücher fließe an die Stiftung Lesen.

Die gesprochene Sprache soll künftig wieder stärker als Richtschnur für die geschriebene Sprache gelten. Das hat der Rat für deutsche Rechtschreibung bei seiner letzten Sitzung festgelegt. "Abschließend behandelt worden sind darin Fragen zur Zusammen- und Getrenntschreibung", weiß das Börsenblatt. In vielen Fällen, etwa bei Partizipien wie "angsterfüllt", habe der Rat zugunsten der Zusammenschreibung entschieden. Erst nach zwei weiteren Sitzungen im Herbst soll sich die Kultusministerkonferenz mit den Änderungsempfehlungen befassen.

Die Schulbuchverlage ärgern sich über den CDU-Wahlsieg in NRW. Da Schulbücher nicht "über Nacht" entstünden, hätten die Verlage die Unterrichtsmaterialien für das von Rot-Grün geplante Fach "Naturwissenschaft" längst vorbereitet, so das Börsenblatt. Nun will die neue CDU-Ministerin, Barbara Sommer, das Fach stoppen. Gelänge ihr dies, müssten Klett & Co. einen Schaden von sechs Millionen Euro für sich verbuchen.

Personalien: Frank Sambeth stieg am 1. Juli in die Geschäftsleitung der Verlagsgruppe Random House auf.

Meldungen: Lyrikline.org, ein Projekt der Literaturwerkstatt Berlin, ist mit dem Grimme-Online-Award 2005 ausgezeichnet worden - derzeit sind auf der Plattform 3.000 Gedichte von 300 Dichtern zu hören und 33 Sprachen vertreten. AME, bisher Vertriebler für Steinbach sprechende Bücher, startet ein eigenes Hörbuch-Programm. Der neue Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller, Imre Török, strebt auch für Sach- und Kinderbuchautoren feste Vergütungsregeln an. 2004 ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im Buchhandel erstmals seit 2001 wieder leicht gestiegen (873 Verträge gegenüber 804 Verträgen in 2003). Auch die Umsätze der Druckereien lagen letztes Jahr, laut Bundesverband Druck und Medien, mit einem Plus von 0,7 Prozent zum ersten Mal seit drei Jahren wieder über dem Vorjahresniveau.

Die Buchmacher vom 05.07.2005 - Börsenblatt

Macht das Hörbuch dem Buch Konkurrenz? Eine aktuelle Untersuchung des Börsenvereins zeigt: Nein, Hörbücher können die Leselust wecken. "Ein Drittel der Befragten mochte Lesen und Hören nicht in unmittelbaren Zusammenhang stellen. Knapp 30 Prozent der Befragten haben über das Hörbuch zum Buch gefunden", zitiert das Börsenblatt aus den Umfrageergebnissen. Besonders bei jungen Menschen hätte das Hörerlebnis die Lust aufs Bücher lesen verstärkt.

Mit Diogenes und Holzbrinck steigen die letzten großen Belletristikverlage ins Geschäft mit Hörbüchern ein - für das Börsenblatt das "Thema der Woche". Man verhandele um die Hörbuch-Rechte ebenso wie die übrigen Marktteilnehmer, hat das Branchenmagazin vom Argon-Verlagsleiter (zu Holzbrinck gehörig), Holger Kuntze, erfahren. Auch bei Lizenzen aus Holzbrinck-Verlagen erhalte das beste Angebot den Zuschlag. Zumindest die ersten Programme der Diogenes- sowie Holzbrinck-Hörbuchlabels setzen auf konzerneigene Inhalte. Diogenes plant 20 Hör-Novitäten pro Jahr, Holzbrinck 70.

Schlechte Nachricht für die Verlage: Sie könnten bald durch eine Umverteilung der VG Wort-Tantiemen (mehr zur VG Wort) belastet werden. Dafür mache sich das Deutsche Patent- und Markenamt, das die Aufsicht über alle Verwertungsgesellschaften hat, stark, berichtet das Börsenblatt. Die Behörde berufe sich dabei auf § 63a des Urheberrechtsgesetzes. Eigentlich hätte die Regelung zusammen mit dem Zweiten Korb des UrhG geändert werden sollen, doch der liege bis zur Wahl auf Eis. Dass das Patentamt versucht, auf eigene Faust Fakten zu schaffen, will der Börsenverein "mit gerichtlicher Hilfe" verhindern.

Als wäre "Harry Potter V" nicht gewesen, stürzt sich die britische Buchbranche auch beim sechsten Band wieder in einen Preiswettbewerb. Teilweise liege der Preis bei Vorbestellung bei der Hälfte des empfohlenen Verkaufspreises von 16,99 Pfund, schreibt das Börsenblatt und hat in der Fachzeitschrift The Bookseller nachgelesen, dass es am Erstverkaufstag des letzten "Potters" elf Millionen Pfund Nachlass gegeben hätte. Insgesamt sei aber an jenem Tag mit 1,7 Millionen Exemplaren ein Umsatz von 17,5 Millionen Pfund erzielt worden.

Der Wahl-Münchener Thomas Lang (mehr) hat für die Erzählung "Am Seil", eine "Vater-Sohn-Geschichte", den mit 22.500 Euro dotierten Bachmann-Preis 2005 erhalten.

Fest steht die Eröffnung des Zanolli-Insolvenzverfahrens (Archiv) am 1. August. Bis dahin hofft die Kanzlei des Insolvenzverwalters auf Käufer für das Unternehmen bzw. für einzelne Teile. Die Mitarbeiter müssten in dieser Woche die ausstehenden Löhne nachgezahlt bekommen, 70 Angestellten ist aber bereits betriebsbedingt zum 30. Juni gekündigt worden. "Um den Wert der Firma besser einschätzen zu können, wurde eine körperliche Inventur durchgeführt, das heißt jedes der rund zehn Millionen Bücher aus dem Lager in die Hand genommen und erfasst", erläutert das Börsenblatt.

Bertelsmann Club-Mitglieder werden mit einer neuen "Qualitäts- und Preisgarantie" geködert: Sie können künftig Bücher umtauschen, die ihnen nicht gefallen haben. Außerdem sollen die Angehörigen des Clubs eine 100-Euro-Prämie erhalten, für den Fall, dass ein Titel woanders billiger angeboten wird.

Im Streit um Maxim Billers Roman "Esra" - er soll, so die Klage, Persönlichkeitsrechte verletzen (siehe Archiv) - will der Kiepenheuer & Witsch Verlag möglicherweise vor die höchste Instanz, das Bundesverfassungsgericht, ziehen. Ob sich deutsche Autoren von dem kürzlich gefällten Urteil des Bundesgerichtshofs, einem Verbot des Romans, einschüchtern lassen, hier.

In einem weiteren Rechtsstreit scheint schon jetzt Bewegung zu kommen, die nächste Instanz angerufen zu werden. Als wahrscheinlich gilt, dass die Anhörung von Subito, Dokumentlieferdienst der Bibliotheken, letzte Woche vor dem Landgericht München nur formellen Charakter hatte (der Börsenverein hält den elektronischen Dokumentenversand von Subito für rechtswidrig). "Gut möglich ist, dass die Bayern den Fall zur Vorlage an den Europäischen Gerichtshof weiterleiten", spekuliert das Börsenblatt.

Meldungen: Beim Bibliotheksindex der Bertelsmann-Stiftung und des Deutschen Bibliotheksverbands (verglichen wurden mehr als 200 öffentliche Büchereien) kam in der Kategorie Großstädte die Stadtbibliothek Würzburg auf den ersten Platz, bei den Fachhochschul- und Uni-Bibliotheken lag u.a. die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen vorn. Das Calwer Hermann-Hesse-Stipendium, eines der höchstdotierten Stipendien in Deutschland, geht in diesem und im nächsten Jahr an Hartmut Lange, Gerd Loschütz, Ursula Krechel (alle Berlin) und Angela Krauß (Leipzig). Zum 50. Todestag von Thomas Mann (mehr) am 12. August hat der S. Fischer Verlag ein Online-Portal eingerichtet - es verknüpft biografische Informationen mit Tonaufnahmen, Forschungsergebnissen und Publikationen. Suhrkamp will den neuen Allende-Titel "Zorro" über den in der Verlagsbranche weniger üblichen Weg der Fernsehwerbung zur Prime Time vermarkten.

Die Buchmacher vom 27.06.2005 - Börsenblatt

Die Weichen für eine Reform des Börsenvereins wurden bei den Buchhändlertagen vorletzte Woche in Berlin gestellt, den 40 Vorschlägen mit breiter Mehrheit zugestimmt. Die Ziele kurz zusammengefasst: mehr Transparenz und eine effizientere Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt. Einzig der geplanten Abschaffung der Abgeordnetenversammlung wollten die Vereinsmitglieder nicht ohne Einschränkung zustimmen. Der Vorstand des Branchenverbands will deshalb bei der jetzt anstehenden Ausarbeitung der satzungsändernden Vorschläge ein Sparten übergreifendes Gremium a la Abgeordnetenversammlung berücksichtigen.

Konkreter wurde bei den Buchhändlertagen das Modell einer dezentralen Volltextdatenbank der Verlage, die Antwort auf "Google Print" und "Search Inside the Book" (Amazon). Man müsse neben den Risiken auch die Chancen Auge behalten, ermunterten sich die Verleger gegenseitig. Im November soll, so der Wille der Arbeitsgemeinschaft Volltextsuche im Börsenverein, eine Machbarkeitsstudie vorliegen, die auch die Kostenstruktur aufzeigt.

Keine "überhitzte Stimmung" aber eine "sichbare Aufhellung" hat Branchenbeobachter Boris Langendorf dem "Geschäftsklimaindex des Sortiments" in den ersten Juni-Tagen entnommen. In drei von vier Kriterien - Brachensituation, eigene Lage, Umsatzerwartung - hat sich der Barometerstand verbessert, bemerkt Langendorf im Börsenblatt und bringt das Votum mit der Neuwahl-Ankündigung in Zusammenhang.

Wer aus Euro-Ländern importierte Bücher in der Schweiz kauft, muss generell ein paar Franken mehr berappen. "Bislang liegen die Buchpreise bei den Eidgenossen fünf bis 18 Prozent über dem Wert, den eine exakte Umrechnung der Währung ergeben würde", stellt das Börsenblatt fest. Begründet werde diese Differenz mit höheren Miet-, Lohn-, Lebenshaltungs- und Logistikkosten in der Schweiz. Bei der Ausarbeitung eines nationalen Gesetzes zur Buchpreisbindung soll es nach Auffassung des Präsidenten der Wirtschaftskommission des Ständerats auch zu einem Paragrafen zur Korrektur der Preisaufschläge kommen.

Rotes Licht gab's vom Bundesgerichtshof für Maxim Billers Roman "Esra" (Kiepenheuer & Witsch). Damit bekamen die Klägerinnen, Billers ehemalige Lebensgefährtin und deren Mutter, Recht: Sie hatten sich in den Romanfiguren wiederkannt und dies als eine Verletzung ihres Persönlichkeitsrsechts empfunden. Das BGH-Verbot ist für das Börsenblatt der "Aufreger der Woche". Auch wenn "Esra" ein Sonderfall sei, liefe die literarische Phantasie an einer immer kürzeren Leine.

Anders als im stationären Buchhandel brummt auf den Teleshopping-Kanälen das Geschäft. Sollte Buchvertrieb auch übers Fernsehen stattfinden? hat das Börsenblatt mehrere Verleger gefragt.

Besteller-Autoren bekommen bei Literaturkritikern oft keine Chance. Ungerechtfertigt, urteilt Rainer Moritz, Chef des Literaturhauses Hamburg.

Personalien: Rolf Pitsch, Direktor des Borromäusvereins, wurde als Nachfolger von Georg Ruppelt zum neuen Chef der "Stiftung Lesen" gewählt, der neue stellvertretende Vorsitzende ist Jörg Pfuhl, Geschäftsführer von Random House.

Meldungen: Seit kurzem ist das ebook-Ticket von Kreutzfeldt Electronic Publishing im Umlauf, eine Guthabenkarte, mit der Kunden im stationären Sortiment E-Books kaufen und am heimischen PC einlösen können. Die Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels wird dieses Jahr wieder live von den Öffentlich-Rechtlichen übertragen - die Absage der ARD hatte letztes Jahr heftige Proteste in der Branche hervorgerufen.Der Friedenspreisträger 2005 ist Orhan Pamuk. Heinrich Breloer ("Die Manns") möchte Thomas Manns "Buddenbrooks" neu verfilmen. Durs Grünbein erhält den mit 12.500 Euro dotierten Friedrich-Hölderlin-Literaturpreis der Stadt Bad Homburg, der 5.000-Euro-Förderpreis geht an den österreichischen Romancier Arno Geiger.

Die Buchmacher vom 20.06.2005 - Börsenblatt

Welche Folgen hat der Zanolli-Crash? wollte das Börsenblatt von Verlegern und Buchhändlern wissen.

Um die Kultur in deutschen Tageszeitungen ist es besser bestellt als angenommen. Zu diesem Schluss kommt die Hochschule für Musik und Theater Hannover. Das Feuilleton sei keineswegs dem quotenträchtigen Lifestyle oder einer Boulevardisierung erlegen, melden die Wissenschaftler nach Auswertung von 20 Jahren FAZ, SZ, Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse Hannover. Die Zahl der Feuilletonbeiträge habe zwischen 1983 und 2003 zugenommen, ebenso der Artikelumfang. Schwerpunkt-Thema seien nach wie vor die Künste.

Hugendubel will der Konkurrenz zuvorkommen und lässt am Ersterscheinungstag von "Harry Potter VI" (siehe auch Kommentar im Buchreport) alle Filialen in Berlin und einen Großteil der Filialen in München bereits um sieben Uhr früh öffnen. Auch in anderen Großstädten sollen die Hugendubel-Buchhandlungen eher als gewohnt aufmachen - "um den erwarteten Andrang besser zu kanalisieren", lautet die Begründung im Börsenblatt. 150 Prozent mehr Internet-Vormerkungen melden die Münchener im Vergleich zu "Harry Potter V" in 2003. Könnte an einem größeren Interesse am aktuellen Buch liegen, kann aber auch von einem veränderten Buchkaufverhalten herrühren.

Das Börsenblatt weiß in Bezug auf die neuen Vergütungsregeln (siehe auch Buchreport) harte Zahlen. Demnach haben sich die deutschen Belletristik-Verlage und der VS in Verdi darauf geeinigt, dass die Autoren belletristischer Werke bei Hardcovern zehn Prozent des Nettoverkaufspreises erhalten, bei Taschenbüchern (bis zu 20.000 Exemplaren) fünf Prozent.

Die Koreaner setzen Maßstäbe. Ihren Gastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse lassen sie sich 14 Millionen Euro kosten. "Das ist mehr als je zuvor ausgegeben wurde", erläutert das Börsenblatt. Rund 72 Verlage wollten sich beim weltgrößten Branchentreff im Herbst präsentieren. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Mehr als 200 Veranstaltungen sind in Planung, seit März finden Lesereisen koreanischer Autoren statt. Mit rund 50.0000 Neuerscheinungen steht Korea an siebter Stelle in der Welt.

Mit Nachahmen hat Japan seine Wirtschaftsmacht aufgebaut. Daran sollten sich die Buchmacher ein Beispiel nehmen, findet Verleger Vito von Eichborn.

Meldungen: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will den Satz zur Künstlersozialkasse für Verwerter von 5,8 auf 5,5 Prozent senken. 70 Prozent der über 60-Jährigen haben nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung eine besonders hohe Affinität zu kleineren Fachgeschäften, ein Trend, von dem kleine und mittlere Buchhandlungen profitieren können. Hörbuchverleger Harald Rieck hat die Jury des ersten, mit 3.000 Euro dotierten, AKEP-Awards von seiner Plattform Soforthoeren.de überzeugt, den 1.000-Euro-Sonderpreis für Ausbildungsinitiativen erhielt das Fraunhofer Institut. Auf Anregung der Robert Bosch Stiftung startet der Unionsverlag eine Türkische Bibliothek in 20 Bänden. Die vom Rat für deutsche Rechtschreibung beschlossenen Änderungen für die Getrennt- und Zusammenschreibung sind noch nicht verbindlich, sondern fallen zunächst unter eine so genannte Toleranzklausel.

Die Buchmacher vom 13.06.2005 - Börsenblatt

Nur die katalanisch schreibenden Autoren sollen die katalanische Kultur beim Ehrengast-Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2006 präsentieren. Dafür haben sich Nationalisten und Linksparteien im katalanischen Parlament entschieden - für das Börsenblatt der "Aufreger der Woche". Konservative Politiker und die spanische Presse seien entsetzt gewesen, schreibt das Branchenmagazin. Bekannte spanisch schreibende Katalanen wie Eduardo Mendoza, Juan Goytisolo und Juan Marse wären demnach beim weltgrößten Branchentreff im kommenden Jahr nicht vertreten.

Die Brandkatastrophe in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek vergangenen Herbst hat Schäden hinterlassen, für deren Beseitigung es bisher keine Routineverfahren gibt. Eine 100-köpfige Expertenkommission suche deshalb nach neuen, schonenden Technologien, mit denen die circa 40.000 schadhaften Bücher restauriert werden können, weiß das Börsenblatt und nennt Ascheablagerungen zwischen den Seiten, geplatzte Pergamentrücken, verbrannte Ledereinbände und Buchdeckel, stellvertretend für die vielfältigen Folgen des Feuers, für die es innovativer Verfahren bedarf. Mehr.

Wie reagieren Verlage auf die vorgezogenen Bundestagswahlen? wollte das Börsenblatt wissen. Hier die Ergebnisse eines Rundrufs.

Nicht nur die französischen Sortimenter ärgern sich über die niedrigpreisige Kunstbuchedition von Le Monde und dem Taschen Verlag (Grund: Die Reihe soll nur an Kiosken angeboten werden), auch von in der französischen Verlegerschaft macht sich Unmut breit. Eine solche Aktion könne nur dazu beitragen, das Ansehen des Buches im öffentlichen Bewusstsein zu entwerten, zitiert das Börsenblatt Frankreichs Verlegerverband SNE.

Frank Günther wird der erste sein, der als Einzelner das Gesamtwerk William Shakespeares übersetzt hat. Für das Frühjahr 2009 ist das Erscheinen des letzten, des 39., Bands der Shakespeare-GA bei Ars vivendi geplant. Die Schlegel-Tieck-Übersetzung liege während seiner Arbeit in Reichweite, bekennt Günther im Börsenblatt-Interview. Man brauche diese Übersetzung, um sich davon abzusetzen aber es gebe auch berühmte Prägungen, die mittlerweile zum traditionellen Sprachschatz gehörten und die man nicht anders übersetzen könne. Die Unschuld des Anfangs sei vorbei, so der Übersetzer, heute arbeite er befangener, mit einer Übergewissenhaftigkeit - und daher weniger spontan und langsamer. Als berufliches Vorbild nennt Günther übrigens Erika Fuchs, die gerade verstorbene Donald-Duck-Übersetzerin.

Befragt nach den Einsparpotenzialen des Börsenvereins hat dessen Schatzmeister, Martin Ludwig, gleich mehrere Vorschläge in petto. Diese sollen nichts mit einer Beitragserhöhung für die immer weniger werdenden Mitglieder zu tun haben. "Es gibt so gut wie nie Budget oder einen Etat, der ausgereizt ist", plauderte der Finanzexperte aus. Eine Möglichkeit, an Geld zu kommen, sei der Verkauf der Beteiligung am Buchhändlerhaus. Den Landesverbänden räumte der Schatzmeister hingegen eine wichtige Funktion ein, sei doch deren räumliche Nähe zu den Mitgliedern zum Teil von elementarer Bedeutung. Allerdings müsste diskutiert werden, ob auf Dauer elf Landesvertretungen gebraucht würden.

Personalien: Mona Horncastle hat in München den Horncastle Verlag mit Kunstführern für Kinder gegründet.

Meldungen: 20 Prozent aller gebrauchten Bücher werden, laut einer Studie des ZVAB, in Deutschland über das Internet verkauft. Zwei Drittel der 50 Top-Fachverlage verzeichneten in 2004 höhere Umsätze, während die Umsätze der gesamten Branche durchschnittlich um 0,9 Prozent gesunken sind, meldet das Magazin w&v.

Die Buchmacher vom 06.06.2005 - Börsenblatt

Hans Magnus Enzensberger und Kompagnon Franz Greno haben dem Börsenblatt zu ihrem Projekt "Frankfurter Allgemeine Bücherei" (Start: November 2005) in aller Ausführlichkeit Auskunft gegeben und machen damit den Spekulationen ein Ende. Die FAZ wolle gemeinsam mit dem Deutschen Taschenbuchverlag auf die Billig-Bibliotheken der Zeitungen reagieren und genau das Gegenteil machen, erläuterte Enzensberger. "Wir leisten uns Dinge, die sonst nicht möglich sind. Vor hohen Buchpreisen haben wir keine Angst." Greno wies auf die Besonderheiten der nummerierten Vorzugsausgabe für FAZ-Abonnenten hin: nachtblauer Einband aus Bamberger Seide, goldener Kopfsprengschnitt und transparenter Astralschuber.

Eine Abmahnung vom Börsenverein flatterte dieser Tage der Universitätsbibliothek Frankfurt ins Haus. Anstoß hatten Drei-Euro-Gutscheine von Buch.de auf der Rückseite der Ausleihfrist-Zettel gegeben - auch unter der Auflage eines Mindestbestellwerts von 20 Euro ("zur Refinanzierung", so Onlinebuchhändler Buch.de zur Verteidigung) ein Verstoß gegen die Buchpreisbindung.

Ein Blick auf andere europäische Länder zeigt, dass die Preisbindung eine durchaus wacklige Angelegenheit ist. Während die so genannte Wettbewerbskommission in der deutschsprachigen Schweiz Vorstöße, die Buchpreise per Gesetz zu regulieren, bisher immer erfolgreich abgewehrt hat, wurde in Norwegen die bestehende Preisbindung "gelockert". Nach Börsenblatt-Informationen dürfen dort jetzt auf gebundene Titel Preisnachlässe bis zu 12,5 Prozent gewährt werden. Schul- und Fachbücher sind nicht mehr preisgebunden, Belletristik nur im Erscheinungsjahr und in den vier Monaten danach.

Dass Bücher "niemals ganz perfekt" sind, glaubt Dietrich Voorgang, Lektor im Claudius Verlag, und springt für seinen Berufsstand in die Bresche.

Aldi macht in Hörbücher. Seit 1. Juni bietet Aldi-Nord eine acht Titel umfassende Kinder- und Jugendhörbuchreihe, für die die Terzio-Tochter Quartino die Lizenzen gegeben hat, an, Aldi-Süd folgt mit dem gleichen Angebot ab dem 13. Juni. Pate stand der Bayerische Rundfunk.

Die Warschauer Buchmesse konnte in diesem Jahr einen kräftigen Ausstellerzuwachs verzeichnen. Auch 51 deutsche Verlage nahmen zwecks Kontaktaufbau und -pflege teil. Wie wichtig der osteuropäische Buchmarkt für die deutschen Verleger ist, hier.

Personalien: Susanne Krebs wechselt zum 1. Juli als Programmleiterin Taschen- und Jugendbuch zur Verlagsgruppe Random House.

Meldungen: Der Lardon Media Verlag hat mit der Londoner Octopus Group (Hachette) das Label Die Süßigkeiten des Lebens entwickelt, in wenigen Wochen erscheinen die ersten 24 Titel. Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki feierte am 2. Juni seinen 85. Geburtstag (mehr zu Reich-Ranicki im Perlentaucher-Archiv).

Die Buchmacher vom 24.05.2005 - Börsenblatt

Mit einer Start-Auflage von zwei Millionen Exemplaren kalkuliert Carlsen für den sechsten Harry Potter-Band, für dessen deutsche Fassung der 1. Oktober als Erstverkaufstag anvisiert ist. Wieder mal will der Verlag den Buchhändlern das sonst übliche Remissionsrecht nicht einräumen. Man werde dafür sorgen, dass Nachbestellungen jederzeit ausgeliefert werden könnten, es bestehe also kein Grund zur Über-Bevorratung, so Carlsen-Chef Klaus Kämpfe-Burghardt im Börsenblatt.

Vorgeblich entspannt Eichborn auf die Ankündigung der FAZ, künftig Hans Magnus Enzenberger die "Frankfurter Allgemeine Bücherei" herausgeben zu lassen. Für "Die Andere Bibliothek" lägen bis September 2006 Verträge mit von Enzensberger akquirierten Autoren auf dem Tisch, erklärte eine Eichborn-Sprecherin dem Börsenblatt. Über eine vorzeitige Beendigung der "Bibliothek" sei noch keine Einigung mit Enzensberger erzielt worden. Allerdings: Der Eichborn Verlag will sich das Projekt der FAZ genau ansehen und es im Sinne des Wettbewerbsrechts prüfen, falls es Ähnlichkeiten mit der "Anderen Bibliothek" aufweisen sollte.

Immer mehr Buchverlage steigen in das Geschäft mit Hörbüchern ein und verschärfen so den Wettbewerb um die übrig bleibenden Lizenzen. Reine Hörbuch-Verlage geben sich im Börsenblatt angesichts dieses Trends jedoch gelassen.

Die Deutsche Bibliothek soll künftig Deutsche Nationalbibliothek heißen. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Bundeskabinett unter Federführung von Kulturstaatsministerin Christina Weiss beschlossen hat. "Die Namensänderung bringt die Funktion der Deutschen Bibliothek besser zum Ausdruck", kommentierte Generaldirektorin Elisabeth Niggemann den Vorstoß im Börsenblatt. Der neue Name sei eingängiger und vor allem in der internationalen Zusammenarbeit kommunizierbar. Nach parlamentarischen Beratungen muss noch der Bundestag der Neufassung des "Gesetzes über die Deutsche Nationalbibliothek" zustimmen.

Michael Zöllner, Leiter des Tropen Verlags, erklärt auf der Meinungsseite, warum das Umfeld eines Verlags eine Rolle spielt und sich ein Standortwechsel lohnen kann.

Die offizielle Ehrung und Preisübergabe wird zwar erst am 13. September über die Bühne gehen, auf die diesjährigen Preisträger hat sich die Jury des Internationalen Buchpreises Corine bereits festgelegt.

Meldungen: Das Geschäftsklima im Buchhandel ist immer noch besser als das im übrigen Einzelhandel, lässt sich am aktuellen Buchhandels-Barometer des Langendorfs Dienstes ablesen. Katharina Hacker löst Peter Weber als neue Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim ab, meldet der Online-Dienst des Börsenblatts.

Die Buchmacher vom 09.05.2005 - Börsenblatt

Einschaltquoten wie zu besten Zeiten konnte das ZDF nach der Schiller-Sondersendung des "Literarischen Quartetts" feiern: 1,19 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 5,8 Prozent) lockte die wiedervereinigte Talk-Runde nebst Special Guest vor die Fernsehschirme. "Ein schöner Erfolg", freute sich der zuständige Redakteur, Werner von Bergen. Nicht verraten wollte er dem Börsenblatt, ob sich die Viererrunde - Reich-Ranicki, Karasek, Radisch, Heidenreich - zu gegebenem Anlass noch einmal vor der Kamera treffen soll und will.

Wie der Einsatz von Musik auf Hörbüchern fair abgerechnet werden kann, hat der Börsenverein der Gema vorgeschlagen. "Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass die Musiknutzung von Hörbüchern nicht mit der auf Musiktonträgern gleichgesetzt wird, sondern eine ähnliche Funktion wie bei Spielfilmen auf DVD hat", erklärt das Börsenblatt. Außerdem fordert der Branchenverband von der Gema statt der bisherigen pauschalen eine sekundengenaue Abrechnung der Musikstücke.

Nicht nur die 40 Empfehlungen zur Reform des Börsenvereins (siehe Perlentaucher-Archiv) sorgten bei der - womöglich letzten - Abgeordnetenversammlung (hier die Rede des Vorstehers) und den anschließenden Sitzungen in Frankfurt für Gesprächsstoff. Auch auf der Dauer-Baustelle "Preisbindung" wurde wieder Dreck aufgeworfen. Die Unklarheiten bezüglich der Preisgebundenheit von E-Books müssen ebenso noch beseitigt werden wie Klärungsbedarf bei den frei kalkulierbaren Hörbüchern besteht. Fazit der Debatte im Sortimenter-Aussschuss des Börsenvereins: "Eigentlich gehören alle in Buchhandlungen üblichen Produkte in die Preisbindung."

Wie man erfolgreich einem Verlag auf die Beine hilft, will Christian Strasser, seit Oktober 2004 Eigentümer des Pendo Verlags, der Branche zeigen. Das Programm, so Strasser im Börsenbatt, stehe auf drei Säulen: Belletristik, Sachbuch und Lebenswissen. Publiziert würden nur Bücher, mit denen er sich selbst 100-prozentig identifizieren könne. Ziel des Verlegers ist die Platzierung zweier Titel pro Saison auf der Bestsellerliste. Das erste Geschäftsjahr hofft Strasser mit einem Umsatz von zwei Millionen Euro abzuschließen, das zweite Jahr mit einer Million Euro mehr.

Meldungen: Die Krimibestenliste für den Monat Mai führt Fred Vargas mit ihrem Roman "Der vierzehnte Stein" (Aufbau) an. 130 französische Verlager sprechen derzeit mit Google über eine Beteiligung an der Volltextsuche "Google Print" - das Projekt hat die französische Regierung bereits zu einer Gegeninitiative veranlasst. Die Gesamtauflage der Fachzeitschriften ist in 2004 mit 451 Millionen Exemplaren erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Nur etwa 0,3 Bilderbücher werden in Deutschland jährlich pro Kind unter sechs Jahren verkauft, warnt die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (mehr). Mit Readme.cc ist ein neues Internetportal, das die Grundlage für eine virtuelle Bibliothek und ein Austauschforum über Bücher schafft, im Netz.