Angela Merkel rocks! Oder wenigstens die Koelbl-Fotostrecke, die George Packers
Porträt der "stillen Deutschen" im
neuen New Yorker einleitet. Wofür steht die "mächtigste Frau der Welt", fragt Packer und versucht sich zugleich an einem Bild der
Deutschen insgesamt zwischen
Antiamerikanismus und
Russland-Sympathie. Die breite Mitte, die Amerika durchaus Sympathie für seine Rolle im und nach dem Zweiten Weltkrieg entgegenbrachte, werde - nicht zuletzt wegen der NSA-Spionage - immer kleiner. Doch das sei nicht alles: "Hinter dem zunehmenden Antiamerikanismus und der deutschen Neigung zu Russland, scheint
etwas Grundsätzliches zu stehen … Während des Ersten Weltkriegs trat in Deutschland eine Traditionslinie in den Vordergrund, die autoritär war, konservativ und unpolitisch - näher am Geist Russlands als am oberflächlichen Materialismus des demokratischen Europas. Der Krieg stand für
Deutschlands alte Rebellion gegen den Westen. Das imperiale Deutschland weigerte sich mit gezogener Waffe, die universellen Prinzipien der Gleichheit und der Menschenrechte anzuerkennen … Die friedliche Wiedervereinigung und die Erstarkung durch die Eurokrise könnten Deutschland zu einer Identität zurückkehren lassen, die
älter ist als die Bundesrepublik mit ihrem unter amerikanischem Einfluss entstandenen Grundgesetz."
Jill Lepore macht auf einen ziemlichen Skandal
aufmerksam, der gar nicht neu ist: die
Papiere des Supreme Court sind nicht öffentlicher, sondern
privater Besitz: "Die Entscheidung, ob diese Dokumente veröffentlicht werden sollen, liegt allein bei den Richtern und ihren Erben. Sie können sie schreddern, sie können sie verbrennen, sie können sie als Platzdeckchen benutzen."
Weitere Artikel: Sasha Frere-Jones
widmet sich dem "
Sound of Sweden", der gerade die Welt der Popmusik dominiert. Nicholas Lehmann
liest neue Bücher über
Google und vergleicht sie mit älteren Büchern über
General Motors. Anthony Lane
sah im Kino
Morten Tyldums "The Imitation Game" über Alan Turing und
Jennifer Kents "The Babadook". Online lesen dürfen wir außerdem eine
Kurzgeschichte von
Etgar Keret und
ein Kapitel aus
Joseph Mitchells nie beendeter Autobiografie.