
In einem
Brief aus Libyen stellt Jon Lee Anderson den antiislamischen General
Khalifa Haftar vor, der aus Virginia nach Tripolis zurückkehrte, um mit seiner "Libyschen Nationalarmee" die "Libysche Morgenröte", die Armee der islamischen Extremisten, zu bekämpfen. Haftar hatte ursprünglich geholfen, Gaddafi an die Macht zu bringen, sich dann gegen ihn gewendet, für die CIA gearbeitet und war schließlich nach Amerika in Pension gegangen, bis "das Volk" ihn um Rückkehr gebeten habe. Der Rest der Welt steht dem Schlamassel ratlos gegenüber, bekennt
Benjamin Rhodes, ein Sicherheitsberater der amerikanischen Regierung: ""
Die UN bekommt ein Mandat, geht dorthin und findet niemanden, mit dem sie zusammenarbeiten kann - die Ministerien sind Potemkinsche Dörfer. Der
IMF geht dorthin, erklärt was falsch läuft und tut dann nicht mehr viel. Die
Weltbank tut auch kaum was. Viele Menschen kamen nach Libyen auf der Suche nach
Aufträgen, aber niemand bekam Geld und so verschwanden sie wieder. Die
Nato versuchte ein nationales Verteidigungssystem aufzubauen, aber die Libyer machten nicht mit. Die
Franzosen wollten 3000 Polizisten trainieren. Statt dessen trainierten sie 30. Dann wurden einige Kadetten zum Training nach
Jordanien geschickt, aber die Jordanier schmissen sie wieder raus, nachdem sie aus Ärger über einen verspäteten Flug eine Sportanlage niedergebrannt hatten." Im November, erklärte er, wurden 300 libysche Soldaten, die in
Britannien trainiert wurden, ausgewiesen, nachdem ein halbes Dutzend von ihnen in einem englischen Dorf
Amok gelaufen war, mehrere Frauen angegriffen und einen Mann vergewaltigt hatte. "Die Libyer haben jeden geschlagen", sagt Rhodes, "egal ob man Gandhi oder Stalin war. Es spielte überhaupt keine Rolle, wie sehr wir uns angestrengt haben, sie haben
uns alle geschlagen.""
Außerdem: Vor 90 Jahren wurde der
New Yorker gegründet. Anlass für eine
Jubiläumsausgabe, in der Mitarbeiter
verschiedene Dekaden der Blattarbeit memorieren. Hilton Als etwa
erinnert an die Veröffentlichung von
James Baldwins Essay
"Letter from a Region in My Mind" 1962, ein Meilenstein für das Magazin, das bis dahin fast ausschließlich den Interessen einer
weißen,
linken Leserschaft gewidmet war. Ian Parker
porträtiert Apples Designguru
Jonathan Ive und sein Faible für
weiche Formen.
Zadie Smith porträtiert die Komiker Key and Peele. Mary Norris, seit über zwanzig Jahren
Korrektorin beim
New Yorker,
erzählt von ihrer Arbeit. Und
Haruki Murakami steuert eine Short Story bei über einen Barbesitzer mit dem schönen Namen Kino.