
Im
Magazin der New York Times
erklärt David Rieff, wie die Banlieues den
französischen Wahlkampf bestimmen und warum
Nicolas Sarkozy für Intellektuelle wie
Pascal Bruckner der Mann der Stunde ist: "Er entlarvt Frankreichs Sonderrolle als 'Narzissmus des Scheiterns'." Seine größte Schwäche sei seine Hitzköpfigkeit, meint Bruckner. "Das ist diese Supercop-Seite an ihm, seine Neigung zum Konflikt, die ihn daran hindert, die Ruhe zu bewahren. Er hat so viel Energie, dass es manchmal scheint, er würde
gleich explodieren. Wissen Sie, wenn er spricht, bewegen sich sogar seine Beine."
Wie finden die USA zu ihrem Groove zurück als "Leuchtfeuer des Fortschritts und der Hoffnung"?
Thomas L.
Friedman fordert einen "
grünen New Deal": "Wer meint, wir werden mit unseren Umweltproblemen fertig, ohne dass es weht tut, ist ein Dummkopf oder Schwindler ... Der Klimawandel und der Krieg ums Öl werden unser Leben und das unserer Kinder so beeinträchtigen, wie einst der
Kommunismus. Ein neuer Präsident hätte den Menschen klar zu machen, dass 'grün' keinen Rückschritt bedeutet, sondern eine Fülle neuer Möglichkeiten durch eine komplette neue Industrie. Es geht darum, die besten Köpfe aus den Finanzmärkten abzuziehen und auf Innovationen anzusetzen, die den Amerikanischen Traum bewahren helfen und die Träume von Millliarden anderer Menschen ermöglichen, ohne den Planeten zu ruinieren."
Und: Im
Interview mit Deborah Solomon verrät der Autor
Mohsin Hamid (
"The Reluctant Fundamentalist"), wieviel
Camus in seinem Bestseller steckt.
Einer Warnung gleicht, was Joel Agee in der
Book Review über
Elfriede Jelineks Roman
"Gier" zu sagen hat. Von Unterhaltung oder Spannung keine Spur,
meint er. Nichts läge Jelinek ferner, als eine Geschichte zu erzählen: "Ihr Metier ist die soziale Zergliederung. Nicht am lebenden Objekt, denn keine ihrer Figuren ist genug bei Bewusstsein, sich selbst oder den Leser zu überraschen ... Stattdessen findet man die
rein rhetorische Existenz einer Sprache im Dienst von Spott und Missbilligung." Ergiebiger findet Agee das Buch als "ironische Umkehrung" eines pitoresken Österreich: "Ein künstlicher See, in dessen algenverseuchtem Wasser
weder Enten noch Kinder schwimmen und wo zwei Männer passenderweise eine Mädchenleiche finden."
Weitere Artikel: Lucy Ellmann
hält Henning Mankells neuen Roman "Depths" für reine Papierverschwendung. Dave Itzkoff stellt japanische, russische und serbische
Science-Fiction vor (
hier). Und Ken Kalfus
sieht in
Vladimir Sorokins Roman
"Ljod. Das Eis" (
Auszug) keine Satire, sondern eine schwer verdauliche antihumanistische Vision ohne historische Bezüge.