Magazinrundschau - Archiv

London Review of Books

571 Presseschau-Absätze - Seite 57 von 58

Magazinrundschau vom 05.08.2002 - London Review of Books

Lorin Stein bespricht Stephen L. Carters "The Emperors of Ocean Parc", einen "Murder-Mystery"-Roman, in dem die "bad guys" nicht wie üblich "OK" sagen, sondern "very well", ein "Flugzeug-Buch", wie Stein erklärt, kein "Strand-Buch" eben: "it's trash, but it's Business Class trash, relentlessly high-toned, tastefully furnished and driven by a Rube Goldberg-like love of complication, minus the suspense." Und Stein ist cleverer als all die anderen Rezensenten ("from Grisham to K. Anthony Appiah in the 'New York Review of Books'"), hat er doch, als einziger scheinbar, "die Albernheit des Plots" durchschaut, anstatt das Buch, das in den "well-to-do black neighbourhoods" von Washington spielt, (aus Verlegenheit, wie Stein vermutet) als ein bahnbrechendes Stück Sozialrealismus zu preisen. Was es ganz und gar nicht ist. Die meiste Zeit, so Stein, haben die Leute nämlich gar keine Farbe, "because there are no real people here."

Hilary Mantel beugt sich tief über das Manuskript von "The Bondwoman's Narrative", dem um 1850 entstandenen wohl ersten Roman einer farbigen Frau, der Sklavin Hannah Crafts: "This is what history feels like, under the hand, under the microscope: the manuscript's cloth binding is broken, but all its numbered pages are intact. The paper is machine made, of linen and cotton fibres, not wood pulp, and has blue guidelines to write on; the pen that touched this paper was a goose quill, and the pigment was acidic iron-gall ink ? The handwriting is serviceable rather than elegant. The manuscript has been corrected in various ways ? If the correction was longer, a paragraph perhaps, the writer attached a slip of paper to cover the unwanted text. These correction slips were cut, experts suggest, with sewing scissors, and the paste wafers that made them adhere to the page have been pressed down with a thimble." Was auf eine der eigentlichen Beschäftigungen der "Haussklavin" Crafts hinweist: das Stopfen und Nähen nämlich.

Leider nur im Print zu lesen ist der Inselblick von David Midgley auf Martin Walsers "Tod eines Kritikers".

Magazinrundschau vom 22.07.2002 - London Review of Books

Dies ist wahrlich ein Buch, das internationale Karriere macht. Jeremy Harding bespricht bespricht das Buch "Jihad", in dem der französische Forscher Gilles Kepel mit vielen Details die These aufstellt, dass sich die islamistischen Ideologien im Niedergang befindet. "Überzeugend"und von "unfehlbarer Logik" ist dieses Buch für Harding, der am Ende seines sehr ausführlichen Artikels eine Frage an den Westen stellt: "Kepel ist vorsichtig genug, nicht zu behaupten, dass der islamistische Terror einfach so verschwinden wird. In der Zwischenzeit stellt sich die Frage, ob Krieg gegen Komplizenregimes wie die Taliban oder Diktaturen wie den Irak den übriggeblibenen Islamismus aufhalten kann, oder ob es für die nicht-islamische Welt- angesichts der von Kepel ausführlich dargestellten Wechselbeziehung von moralischem und materiellem Elend und dem Wunsch nach einem Gottesstaat - nicht phantasievollere Wege gibt, um dieses Elend zu bekämpfen - denn nur wenige 'heilige Krieger' der letzten dreißig Jahre waren so reich wie Osama bin Laden.". Mehr zu Kepels Buch finden Sie hier und hier. Und hier ein englischsprachiger Auszug.

Weiteres: Die Schriftstellerin Jenny Diski bespricht ein weiteres Buch, das internationale Karriere gemacht hat - Catherine Millets "Das sexuelle Leben der Catherine M." (mehr hier).

Magazinrundschau vom 08.07.2002 - London Review of Books

Der Schriftsteller John Lanchester hat ein WM-Tagebuch verfasst: Mit der Nase am Fernseher philosophiert über die Frisuren der Spieler ("Six people on the field are completely bald"), das Finale ("the most attractive team in the competition against the most boring") und die augenscheinliche Namensknappheit in Brasilien: "Ronaldo was once himself known as Ronaldinho, because there was already another Ronaldo in the side, as well as a Ronaldao. When the current Ronaldinho came along, this could have meant that Brazil were fielding Ronaldao, Ronaldo, Ronaldinho, and Ronaldinhozinho: big Ronald, normal-sized Ronald, little Ronald, and even littler Ronald. Instead the former Ronaldo dropped out, the new Ronaldo became Ronaldinho Gaucho (after his place of origin), and the former Ronaldinho was promoted to Ronaldo."

In drei Büchern zum Thema Genmanipulation in der Landwirtschaft lesend, überlegt James Meek in einem Beitrag, wie die populäre Opposition gegen genmanipuliertes Getreide begündet ist, und stellt fest, dass es wenig mit dem Grad der Verständlichkeit der Biotechnik zu tun hat und viel mit Emotionen, "with hostility to unaccountable corporations having control over farming, an accurate hunch that scientists do not entirely know what they are doing, and an attachment to an idea of 'nature'". Wie harmlos Gene an sich eigentlich sind, erklärt Meek vorsichtshalber trotzdem: "We are pouring alien DNA down our gullets all the time: it does not affect us. When we eat raw tuna, we are ingesting trillions of copies of the full tuna gene set, and we don't turn into tuna." Beruhigend, ehrlich. Schade nur, dass es die Genmodifikation ausgerechnet darauf anlegt, so ein Thunfischgen sagen wir einem Weizenkeim einzupflanzen.

Im Heft besprochen werden außerdem Bücher von Anthony Burgess, J.M. Coetzee, Fay Weldon, und zwei französische Studien zum stets aktuellen Thema Depression und Gesellschaft.

Magazinrundschau vom 01.07.2002 - London Review of Books

Gilberto Perez erklärt, wie es angeht, dass ein unter einem repressiven Regime stehendes Land wie der Iran so gute Filme macht. Eine Antwort, schreibt Perez, ist, dass die islamische Regierung das habgierige Hollywood ferngehalten und so eigenen Talenten die Möglichkeit zur Entwicklung gegeben hat. Hamid Dabashis Buch "Close-Up: Iranian Cinema, Past, Present and Future", das Perez vorstellt, bietet noch andere Erklärungen, indem es die Geschichte des iranischen Kinos im Kontext der Begegnung mit der Moderne sieht. Moderne persische Dichtung spielt eine große Rolle oder das Thema der Frau: "We learn, for example, that the release in 1936 of the first Iranian talkie, 'The Lor Girl', coincided with the banning by Reza Shah of the chador worn by women under Islamic injunction: 'The unveiling of women thus became a major feature of the newly imported art." Wer weiterführenden Internetadressen sucht, wird bei "Iranian Movies", bei der wunderbaren Adresse "Iranian.com" und der Homepage von Mohsen Makhmalbaf fündig.

Im LRB-Essay feiert Colin Burrow die elisabethanischen Übertragungen der Odyssee und der Ilias von George Chapman. Was Chapman zwischen 1598 und 1616 zustande brachte, schreibt er, "testifies to a lifetime's battle with thoughts and afterthoughts, a continual argument between the translator's own preoccupations and his sense of what is distinctive to Homer. Chapman's project took 18 years to complete, a period in which he grew bored, ran short of time, changed his mind, changed his patron, had moments of inspiration and phases of weariness. We know this because he tells his readers that it is happening. Time features almost as another character in his translation." Bestimmt, so Burrow, gibt es genauere Übersetzungen zu Homer, "but there are none so honest about the fact that sometimes translations take fire and sometimes they misfire".

Außerdem erzählt Andrew O'Hagan, wie er Fußball für sein Leben hassen lernte, und in der Printausgabe findet sich eine Besprechung der Grass-Novelle "Im Krebsgang".
Stichwörter: Ilias, Iranisches Kino

Magazinrundschau vom 10.06.2002 - London Review of Books

Was nicht alles in "Spider-Man" steckt! Jonathan Lethem etwa spürt dem Gerücht nach, die Figur sei keine Erfindung der Weißen, sondern gehe zurück auf den afrikanischen Mythos vom Spinnen-Dämon des Dschungels. Im Kino mit einem begeisterten Kinder-Publikum, dass überwiegend aus Schwarzen besteht, geht Lethem ein Licht auf: "That they knew that 'Spider-Man' was for them - the film has no black faces - probably speaks to many things. At least one of these is a key element of the Spider-Man myth: no matter how blandly mainstream and popular this character becomes, and no matter how whitewashed of ethnicity the name 'Parker' has always been, Parker-Spider-Man is always an Other ... it's the pre-existing backdrop of Superman and Batman's deep whiteness that establishes Spider-Man's metaphoric blackness. Clark Kent and Bruce Wayne live in palaces of privilege and operate from fantasy cities, Metropolis and Gotham, while working-class Spider-Man is a bridge-and-tunnel person, from Queens, in the real New York."

Zwei aktuelle Studien über die Zukunft des Nationalstaats vergleicht David Runciman in einem ellenlangen Beitrag. Sowohl Philip Bobbitts ("The Shield of Achilles: War, Peace and the Course of History") als auch Mark Leonard ("Reordering the World: The Long-Term Implications of 11 September"), schreibt er zusammenfassend (und irgendwie beruhigt), seien überzeugt, dass es keine Alternative gebe zum Staat als Grundeinheit politischen Verstehens und Handelns und dass es künftig darum gehen werde, welche Staatsform den Bedingungen des globalen Kapitalismus im 21. Jahrhundert am besten gewachsen sei. Was beide hingegen gerne loswürden, seien internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen, die auf einer längst überholten Staatskonzeption basierten, "since both agree that such an enterprise founders on the impossibility of reconciling the idea of international co-operation with the principles of national sovereignty."

Colm Toibin schließlich hat zwei Bücher gelesen, die uns die zweifellos tragische Figur der Jackie Kennedy näher bringen. Barbara Leamings "Mrs Kennedy: The Missing History of the Kennedy Years" offenbart beides: Jackies Diskretion und JFKs Vorlieben für Wasserspiele und flotte Dreier: "Jackie made sure that she was absent from the White House two or three days a week, usually at the house they rented in Virginia, to give JFK space and privacy. 'In Jackie's absence,' Leaming writes, 'the President, whether at lunchtime or after his last appointment in the evening, could often be found in the pool - a favourite locale for sex because of his bad back - or upstairs in the family quarters with one or more women.'"

Magazinrundschau vom 21.05.2002 - London Review of Books

Die London Review bringt einen langen Text von Slavoj Zizek. Er analysiert die veränderten Bedingungen, unter denen heute Krieg geführt wird, am Beispiel der Antiterror-Mission und des Nahost-Konflikts und hinterfragt das Vorgehen der USA, "(to) create the climate for what amounts to a state of emergency, with the occasion it supplies for a potential suspension of rule of law, and the state's assertion of its sovereignty without 'excessive' legal constraints". Wie die Grenzen zwischen Krieg und Frieden beziehungsweise einer "Notfall-Situation" neuerdings verwischt werden, Zizek, büßt auch der "Feind" zunehmend seine Konturen ein: "it is no longer the Evil Empire, i.e. another territorial entity, but an illegal, secret, almost virtual worldwide network in which lawlessness (criminality) coincides with 'fundamentalist' ethico-religious fanaticism". Weil aber diese Größe keinen positiven rechtlichen Status besitzt, bedeutet diese Neukonfigurierung das Ende internationalen Rechts. Der Feind wird zum "Homo sacer", wie ihn Giorgio Agamben in seinem gleichnamigen Buch wiederbelebt, zum schutzlosen Verfluchten.

Ferner: Jenny Diski bespricht Prosa von Philip Larkin, und Inga Clendinnen vergleicht Raul Hilbergs scharfsinnige wie akkurate Analyse der "Quellen der Holocaust-Forschung" mit Jan T. Gross' Buch "Nachbarn" über das Jedwabne-Massaker und stellt fest, wie sehr der Hilberg-Stil abfärbt: "moral energy, commitment to accuracy, and the maintenance of a continuing open dialogue between historian, sources and reader" bestimmten das Buch. Keine Spur von der Kritik, die Gross bei uns einstecken musste.

Magazinrundschau vom 13.05.2002 - London Review of Books

In der London Review sucht der israelische Schriftsteller Yitzhak Laor (mehr hier) verzweifelt nach Erklärungen für Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern und riskiert einen kritischen Blick in die Seele seiner Landsleute: "Israelis look to punish anyone who undermines our image of ourselves as victims. Nobody is allowed to take this image from us, especially not in the context of the war with the Palestinians, who are waging a war on 'our home' - that is, their 'non-home'. When a Cabinet minister from a former socialist republic compared Yasir Arafat to Hitler, he was applauded. Why? Because this is the way the world should see us, rising from the ashes. This is why we love Claude Lanzmann's 'Shoah' (and even more his disgusting film about the IDF) and 'Schindler's List'. Tell us more about ourselves as victims, and how we must be forgiven for every atrocity we commit. As my friend Tanya Reinhart has written, 'it seems that what we have internalised' of the memory of the Holocaust 'is that any evil whose extent is smaller is acceptable'." (Der Text ist übrigens auch auf der Adresse von Gush Shalom zu finden.)

Außerdem bespricht Michael Wood Mario Vargas Llosas historischen Roman "Das Fest des Ziegenbocks" über den dominikanischen Diktator Rafael Leonidas Trujillo, der LRB-Essay sympathisiert mit einer Untersuchung über Outlaws und Wegelagerer im alten England, Jerry Coyne zeigt Respekt gegenüber dem (freilich gescheiterten) Versuch des Philosophen und Wissenschaftshistorikers Michael Ruse, Darwinismus und Christentum unter einen Hut zu bringen.

Und Jenny Turner ist bemüht, für den "proletarischen Postmodernisten" Stewart Home und seinen neuen Roman "69 Things to Do with a Dead Princess" (einen von sehr, sehr vielen) um Aufmerksamkeit zu werben, indem sie erklärt, Homes Bücher kämen daher wie "schnell geschnittener Trash", aber mit einer Botschaft.

Magazinrundschau vom 22.04.2002 - London Review of Books

Über Copyright-Fragen und die Sorgen der Unterhaltungsindustrie im Zeitalter der Internet-Piraterie macht John Lanchester sich Gedanken. Die Lösung, meint er, sei einfach: "When the cassette recorder was invented, the music industry announced a moral panic over the fact that people could simply steal music from the radio, or copy it from each other. Some people did, too, but not nearly as many as the people who simply bought the stuff. That's because tapes were relatively cheap, and it was more of a shag to steal, copy or bootleg them than it was to buy them. It was the same with videos. The entertainment business needs to make it easier, and more convenient, to pay for this stuff than it is to steal it. Until they do that, the illegal exchange of copyrighted material over the Internet will continue to be pervasive, out of control and oh so criminal."

Rita Giacaman schickt einen Lagebericht aus Ramallah. "On 4 April, the Ministry of Education issued an appeal to the world community, indicating that the previous day more than thirty Israeli tanks forced an entry into the Ministry headquarters in Ramallah ... the Ministry's computer Net servers were stolen, along with many floppy disks, CDs, files, dossiers and all sorts of other documents ... All records were taken or destroyed, even records of official transcripts that have been laboriously collected over years, making it impossible now to issue or certify student documents and transcripts." Die Zerstörung, Verwüstung und Plünderung von Rundfunkstationen, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, so Giacaman, habe nichts mehr zu tun mit einem Sicherheitsbedürfnis Israels, sondern ziele geradewegs auf die Annihilation alles Palästinischen.

Richard Poirier sucht nach Hinweisen auf das schriftstellerische Genie in Henry James' Kindheitserinnerungen, Jenny Diski stellt eine Biografie über die Witwe und Nachlassverwalterin George Orwells vor, und Steven Shapin stellt die Autobiografie des Atomwissenschaftlers, "nuclear-maniacs" und Erzfeindes Robert Oppenheimers, Edward Teller (mehr hier) vor. .

Magazinrundschau vom 02.04.2002 - London Review of Books

In einem Essay versucht Charles Nicholl eine Annäherung an eine "real global icon", das berühmteste Gemälder der Welt: Leonardo da Vincis Mona Lisa. Nicholl weiß nicht nur, dass das Bild zu Leonardos Zeit für nur 550 Lire gehandelt wurde, in Donald Sassoons kultureller und historischer Geschichte des Bildes ("Mona Lisa. The History of the World's Most Famous Painting"), findet er auch einen entscheidenden, wenn auch eher profanen Grund für die Berühmtheit der lächelnden Dame: "the fact that the painting came to France with Leonardo in 1516, rather than staying in Italy, and that it ended up in the Louvre as a result. Why did gorgeous Leonardo ladies like Cecilia Gallerani and Ginevra de' Benci (both seemingly sexier than the sallow, broad-browed Gioconda) not catch the collective imagination as she did? One answer is that during the 19th century - the key period in her route to celebrity, according to Sassoon - the Gioconda was drawing the crowds in Paris, while Cecilia and Ginevra were languishing in private collections in Krakow and Liechtenstein."

Weiteres: R.W. Johnson stellt Joseph Persicos Band über "Roosevelt's Secret War" vor, Andy Beckett bespricht ein Buch, das erklärt, wie die Antiglobalisierungsbewegung unsere sozialen Demokratien herausfordert ("The Protest Ethic" von John Lloyd), und Terry Castle bewegt sich auf den Spuren ihres Großonkels über die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs.

Magazinrundschau vom 18.03.2002 - London Review of Books

Der Historiker Perry Anderson schreibt eine kleine Geschichte der politischen Kultur Italiens (beileibe keine rühmliche) und glaubt, einen Schlüssel zu ihrem genetischen Code entdeckt zu haben. "Critical to it is a notion that has no corresponding term in other European languages: spregiudicato. Literally, this just means 'unprejudiced' - a term of praise in Italy, as it is elsewhere ... In the course of the 19th century, however, the word came to acquire a second meaning: 'lack of scruples, want of restraint, effrontery'. Today - this is the crucial point - the two meanings have virtually fused ... The connotation of spregiudicato is now generally laudatory, even when its referent is the second rather than the first. The tacit, everyday force of the term becomes: 'aren't scruples merely prejudices?' ... Understood in this sense, spregiudicatezza appears a common denominator of the most variegated figures and forces of the Italian scene. It does not abolish the political differences between them, as if they were indistinguishable in cynicism, but rather bathes them in a general ether."

Das Buch "Bias: A CBS Insider Exposes how the Media Distort the News" ist das J'accuse des CBS-Mitarbeiters Bernard Goldberg gegen eine vermeintlich linkslastige US-Presse und in den Staaten ein Bestseller. Zu Unrecht, behauptet Thomas Frank vom Chicagoer Baffler-Magazine in der LRB. "The book is a laundry list of petty, unconnected objections to what Goldberg has seen on TV over the years ... written in the fulminating language of right-wing populism." Mit anderen Worten: Der Mann sieht Gespenster, wenn er meint, die Linke kontrolliere Amerikas Nachrichtenredaktionen.

Außerdem: Jeremy Harding porträtiert den späten Jonas Savimbi, Führer der Unita-Rebellen in Angola. Und Besprechungen widmen sich zwei Büchern über Salz, Bernard Wassersteins "Divided Jerusalem: The Struggle for the Holy City" sowie Romanen von Alain Robbe-Grillet ("La Reprise") und Bernhard Schlink ("Flights of Love").