Magazinrundschau - Archiv

London Review of Books

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Magazinrundschau vom 18.09.2007 - London Review of Books

Der in Los Angeles lehrende marxistische Historiker Perry Anderson staunt über das in den letzten Jahren wachsende, sich bis zur Selbstgerechtigkeit steigernde Selbstbewusstsein der Europäer. Er sieht dazu gar keinen Anlass und macht entschlossen die Gegenrechnung auf: "Das Paradox besteht darin, dass Europa, als es weniger eine Einheit war, in vieler Hinsicht unabhängiger war. Die Politiker, die in der Frühphase der Integration regierten, waren alle in einer Welt vor der globalen Hegemonie der Vereinigten Staaten groß geworden, als die wichtigsten europäischen Staaten selbst imperiale Mächte waren, mit einer selbstbestimmten Außenpolitik... Bis in die 70er lebte dieser Geist sogar bei Giscard und Schmidt noch in Teilen fort, wie Carter feststellen musste. Mit der neoliberalen Wende der 80er und dem Aufstieg der Nachkriegsgeneration in die Machtpositionen, war kaum noch etwas davon zu spüren. Die neuen ökonomischen Doktrinen zogen den Staat als Agenten politischen Handelns in Zweifel und die neuen Führer hatten nie etwas anderes gekannt als die 'Pax Americana'. Die traditionellen Quellen der Autonomie waren verschwunden."

Weitere Artikel: Der Übersetzungsexperte Tim Parks bespricht den nun in englischer Sprache erschienenen Roman "That Awful Mess on the Via Merulana" von Carlo Emilio Gadda, Hal Foster hat neue Bücher über den Star-Architekten Renzo Piano gelesen, Hilary Mantel schreibt über zwei Studien zum Umgang mit Aids in Afrika. Michael Woods hat Filme von Bergman und Antonioni wiedergesehen und findet, dass die Kino-Ära, für die die beiden standen, schon vor langer Zeit zuende ging. Elisabeth Ladenson denkt über Marie Darrieussecqs Roman "Tom est mort" und die Fallstricke der "Autofiktion" (also der Vermischung von Fiktionalem und Autobiografischem) nach.

Magazinrundschau vom 04.09.2007 - London Review of Books

Der Autor Benjamin Kunkel schreibt über Leben und Werk des früh verstorbenen chilenisches Schriftstellers Roberto Bolano ("Die wilden Detektive"): "Er ist die Sorte Schriftsteller, für die das, was Nietzsche über die Musik sagte, sich für die Literatur von selbst zu verstehen scheint: ohne sie wäre das Leben ein Fehler. Es gilt aber auch - und Bolano demonstriert es wieder und wieder -, dass Bolano und seine Erzähler ohne Literatur sind, auf die verzweifelte Weise, auf die eine gläubige Person sich ohne Gott wiederfinden kann. Zum Teil liegt das daran, dass diese Geschichten und Romane, die fast ausschließlich von Dichtern geschrieben sind und handeln, mit einer wichtigen Ausnahme keine Beispiele der Dichtungen enhalten (...) Diese Bücher sind geprägt und getragen von einer Verehrung für die Literatur - und bieten doch kaum das, was wir für literarisches Schreiben halten. Bolanos Fiktionen tun so, als ob - aber nur als ob - die Literatur das wäre, worüber er schreibt, aber nicht das, was er tut."

Weitere Artikel: Ed Harriman rekonstruiert, wohin all die US-Gelder für den Irak-Aufbau fließen - in den tatsächlichen Aufbau, stellt sich heraus, nur zum geringeren Teil. Daniel Soar informiert über technische Hindernisse für die geheimdienstliche Überwachung der Telekommunikation. Fintan O'Toole berichtet, dass jüngst ein Spieler der gälischen Fußball-Liga wüst beschimpft wurde - und erklärt die komplizierten Familien-Hintergründe der Geschichte, die tief in die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten führen. Peter Campbell bespricht eine Ausstellung mit italienischen Renaissance- und Barock-Werken in der Londoner Royal Collection.

Magazinrundschau vom 31.07.2007 - London Review of Books

James Meek bespricht ein Buch des Journalisten Jeremy Scahill über die rechtslastige amerikanische Söldnerarmee "Blackwater", die der schwerreiche Erik Prince 1998 gründete, weil ihm das amerikanische Militär zu lasch war. Sympathien für Prince entwickeln weder der Autor noch sein Rezensent: "Der Gründer und Eigner von Blackwater, der 38-jährige Erbe Erik Prince ist vor dem Gesetz kein Verbrecher. Es macht ihn nicht zum Verbrecher, dass er eine Privaterziehung genossen hat, ein tiefgläubiger römischer Katholik, ein früheres Mitglied der Spezialeinheit der US Navy und der Vater von sechs Kindern ist. Es macht ihn nicht zum Verbrecher, dass er erklärt hat: 'Das Ziel unserer Unternehmung ist, für die nationale Sicherheit das zu erreichen, was FedEx für die Post gelungen ist.' Es macht ihn nicht zum Verbrecher, dass er Teil der rechten republikanischen DeVos-Prince-Dynastie Michigans ist, die radikale evangelikale Christen finanziert, die gegen Homosexualität, Abtreibung und Stammzellforschung kämpfen."

Weitere Artikel: Michael Dobson, Professor für Shakespeare-Studien am Birkbeck College, ist sehr angetan von Nigel Cliffs Darstellung der "Astor Place Riots" - jener Ausschreitungen im New York des Jahres 1849, die sich an der Frage entzündeten, ob der Amerikaner Edwin Forrest oder der Brite William Charles Macready der bessere Macbeth-Darsteller war. John Foot erzählt die Geschichte der Entführung des mit Verfolgtenstatus in Italien lebenden ägyptischen Dissidenten Abu Omar, mutmaßlich durch italienische Geheimdienste. Nach massiven politischen Widerständen ist der Prozess verschoben worden - womöglich, befürchtet Foot, auf den St. Nimmerleinstag. Peter Campbell hat sich in der Tate Britain eine kleine Retrospektive mit Werken der Künstlerin Prunella Clough angesehen. Thomas Jones informiert über Leben, Werk und Methoden des US-Vizepräsidenten Dick Cheney, gestützt auf eine Serie in der Washington Post (hier alle vier Post-Artikel in der Übersicht).

Magazinrundschau vom 03.07.2007 - London Review of Books

Chaohua Wang erinnert an das Ereignis, an das in China niemand erinnern darf: den Mord an den Tienanmen-Demonstranten. Wang erzählt eine bezeichnende Anekdote: "Am 4. Juni diesen Jahres trug sich etwas Seltsames zu. In Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sezuan, einer Stadt mit elf Millionen Einwohnern, konnte man in einer Abendzeitung die folgende Kleinanzeige lesen: 'Ein Salut auf die tapferen Mütter der Opfer des 4. Juni'. Einige Leser entdeckten die Anzeige, scannten sie und stellten sie ins Internet, wo sie sich rasch verbreitete. Die Behörden stellten sofort Nachforschungen an. Innerhalb weniger Tage waren drei Redakteure der Zeitung gefeuert. Wie war es gelungen, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen? Die in den achtziger Jahren geborene junge Frau, die für die Kleinanzeigen zuständig war, hatte denjenigen, der die Anzeige in Auftrag gegeben hatte, angerufen und gefragt, worauf sie sich beziehe. Als man ihr sagte, es gehe um ein Minenunglück, hatte sie sie freigegeben. Sie hatte nie etwas von den Ereignissen des Jahres 1989 gehört. So frisst die Zensur ihre eigenen Kinder."

Weitere Artikel: Alastair Crooke sichtet neue Literatur zum Thema Palästina. Der selbst eminente und bald neunzigjährige Literaturwissenschaftler Frank Kermode hat sich durch einen Band mit Briefen des eminenten Forschers und Dichters A.E. Houseman gelesen, die offenkundig nicht zum Spannendsten der Briefliteratur gehören. Außerdem schlägt das Buch, wie Kermode klagt, von alleine zu, wenn man es loslässt. In den "Short Cuts" bespricht der Filmkritiker J. Hoberman Daniel Leabs Geschichte der Entstehung des Films "Animal Farm" nach dem Buch von George Orwell. In der Kunst-Kolumne informiert Peter Campbell über die Ausstellung "How We Are: Photographing Britain" in der Tate Britain.

Magazinrundschau vom 19.06.2007 - London Review of Books

Mit Interesse hat Neal Ascherson Frederick Taylors Geschichte der Berliner Mauer gelesen. Zwar vermisst er an vielen Stellen den Mut des Autors zum eigenen Urteil, viele der Schilderungen findet er jedoch sehr interessant. "Taylor ist am besten als Geschichtenerzähler. Faszinierende Lektüre ist zum Beispiel seine Schilderung des Prozesses, in dem sich die 1961 zunächst spontan und aus Idealismus entstandenen Fluchthelfergruppen nach und nach in alle möglichen moralischen und praktischen Dilemmata verwickelten. Sollten sie Waffen tragen und zurückschießen, wenn auf sie gefeuert wurde? Das war es, was sie zunächst taten, allerdings verloren sie viele westliche Sympathien, als die ersten DDR-Grenzsoldaten dabei umkamen. Sollten sie die teuren Fluchttunnel durch Deals mit amerikanischen Fernsehsendern oder dem rechten Presseimperium Axel Springers finanzieren? Auch das taten sie schließlich, aber diese Bündnisse gefährdeten mehr als einmal nicht nur ihre Sicherheit, sondern beschädigten auch ihr Bild in der Öffentlichkeit."

Weitere Artikel: Etwas seltsam findet Thomas Jones die Konstruktion, die Dave Eggers zum Autor der Autobiografie Valentino Achak Dengs macht, der aus dem Sudan floh und lange Jahre in Flüchtlingslagern zubrachte - sehr lesenswert scheint ihm das Buch dennoch. Fasziniert zeigt sich Hilary Mantel von Linda Colleys Biografie von Elizabeth Marsh, einer großen Weltreisenden des 18. Jahrunderts. Nach Ansicht von Hugh Miles ist eine Wiederaufnahme des Prozesses gegen den angeblichen Lockerbie-Attentäter Abdelbaset Ali al-Megrahi möglich - nötig wäre sie, wie er findet, angesichts des sehr mageren Beweismaterials in jedem Fall. Daniel Soar glaubt, dass man aus dem von Wladimir Putin mitverfassten Buch über "Judo: Geschichte, Theorie, Praxis" viel über die Mentalität des russischen Präsidenten lernen kann. In "At the Movies" schreibt Michael Wood diesmal über eine DVD, nämlich die Criterion-Ausgabe von Jean-Pierre Melvilles "Army in Shadows".

Magazinrundschau vom 05.06.2007 - London Review of Books

Recht scharf geht Thomas Laqueur mit den Erinnerungen des Historikers Fritz Stern - "Five Germanys I Have Known" - ins Gericht. Praktisch jedes hohe Tier, dem Stern je begegnet ist, wird aufgezählt, stöhnt er. Und all die Vorlesungen, die referiert werden! Verdächtig findet er, dass Stern in Deutschland sehr viel mehr Anerkennung findet als andere jüdische Historiker, die sich auf mindestens ebenso hohem Niveau mit der deutschen Vergangenheit auseinandergesetzt haben: "Eine der faszinierendsten Fragen, die sich bei Lektüre dieses Buches stellen, ist die nach den Gründen für die Akzeptanz, die Stern in Deutschland erfuhr." Laqueur vermutet: "Deutschland brauchte die zurückgekehrten jüdischen Flüchtlinge seiner moralischen Legitimität wegen, aber nicht jeder passte. Stern war perfekt. George Mosse - homosexuell, schüchtern, seiner neuen Heimat in Israel und England verpflichtet - kam nicht in Frage. Ebenso wenig der Kommunist Eric Hobsbawm, einer der größten Historiker des 20. Jahrhunderts, der - obgleich Österreicher - in Berlin lebte, als er ausgewiesen wurde."

Weitere Artikel: Peter Campbell befasst sich in der "At the National Gallery"-Kolumne mit der Darstellung von Händen in der Porträtmalerei. Mark Greif bespricht zwei neue Bücher zu Walt Disney und eines, das sich mit den Zeichentrick-Gewerkschaften befasst. Bee Wilson rezensiert eine Lola-Montez-Biografie. Kein gutes Haar lässt Geoffrey Wheatcroft an des designierten britischen Premierminister Gordon Browns Buch "Courage: Eight Portraits".

Magazinrundschau vom 08.05.2007 - London Review of Books

Die Philosophin Judith Butler ("Das Unbehagen der Geschlechter") bespricht einen Band mit den "Jewish Writings" der Philosophin Hannah Arendt. Ausführlich referiert Butler viele der Positionen Hannah Arendts, zu den aktuell diskutierten Themen Nationalstaat und Souveränität hat sie aber noch einige Fragen: "Arendts Widerstand gegen die Enteignungen, die eine jede Minderheit treffen, bedeutet eine Abweichung vom jüdischen Denken über Gerechtigkeit. Ihre Position besteht nicht in der Universalisierung des Jüdischen, sondern widersetzt sich dem mit Staatenlosigkeit verbundenen Leiden ganz unabhängig von der staatlichen Zugehörigkeit. Dass die 'Nation' die Grenze ihrer Konzeption der enteigneten Minderheit darstellt, ist klar - und sie lässt eine Reihe wichtiger Fragen unbeantwortet: Gibt es ein 'Außerhalb' zu jeder föderalen Politik? Muss eine Föderation im Kontext internationaler Beziehungen ihre 'Souveränität' behaupten? Können internationale Beziehungen auf der Basis föderativer Politik organisiert werden und, wenn ja: Können internationale Föderationen ihre Gesetze ohne Rückgriff auf Souveränität durchsetzen?"

Weitere Artikel: Michael Dobson hat die Shakespeare-Ausgabe der Royal Shakespeare Society genau unter die Lupe genommen. Thomas Jones befasst sich mit Darren Wershler-Henry Darstellung der Geschichte der Schreibmaschine, die unter dem Titel "The Iron Whim: A Fragmented History of Typewriting" erschienen ist.

Magazinrundschau vom 24.04.2007 - London Review of Books

"Der Penis ist im Roman der Gegenwart von einer nicht zu übersehenden, ja von riesiger Bedeutung", beginnt der Autor Colm Toibin die Rezension des jüngsten Romans "On Chesil Beach" seines Kollegen Ian McEwan. Der Penis spielt darin insofern eine wichtige Rolle - in der Rezension wird das näher ausgeführt -, als das Buch im wesentlichen in der ersten Nacht der Hochzeitsreise eines jungen Paars spielt. Und auch wenn Toibin seine Besprechung "Die Zerteilung des Körpers" überschreibt - sehr spektakulär geht es nicht zu: "Der Stil des Buches mag unaufwendig scheinen: es gibt keine Satz-Kadenzen, die Effekt machen wollen, es gibt keine elaborierten Sätze oder Pyrotechnik irgendwelcher Art. Schließlich sind wir in England, wo die Wörter das bedeuten, was sie sagen. (...) Das große Geschick, mit dem dieser Ton aufrechterhalten wird, bleibt die meiste Zeit unsichtbar. Der Roman ist eine reine Komödie, erzählt allerdings aus der Perspektive der zwei Protagonisten, die das alles für überhaupt nicht witzig halten; trotzdem halten wir die beiden keinen Moment für langweilig."

Weitere Artikel: Michael Wood hat Zack Snyders Sparta-Fantasie "300" gesehen und stellt fest: "Der Autor der graphic novel und die Macher des Films sind keine Faschisten; sie sind nur verliebt in eine faschistische Fantasie, oder vielleicht nur in die Bildmöglichkeiten, die sie ihnen bietet." John Sturrock schreibt über die wenig rühmlichen Seeabenteuer britischer Soldaten im Irak (und/oder Iran). Jeremy Harding kommentiert die Lage vor den französischen Präsidentschaftswahlen. Colin Kidd informiert über die Gegenwart schottisch-britischer Beziehungen.

Magazinrundschau vom 03.04.2007 - London Review of Books

Ruth Bernard Yeazell bespricht Hermione Lees Edith-Wharton-Biografie - und bewundert die Romanautorin als erstaunliches Produkt ihrer eigenen Selbsterfindung: "Wenn es in diesem Porträt der Künstlerin Legendenbildung gibt, dann ist die Legende eine ihrer vielen Schöpfungen. Obwohl die erfoglreiche Romanautorin den amerikanischen Glauben an die ständige Selbstverbesserung stets verachtete, war Edith Wharton, wie Hermione Lees Biografie deutlich macht, ihr Leben lang mit der Herstellung ihrer selbst beschäftigt. Mit staunenswerter Energie hat sie sich in eine Innenarchitektin, eine Schriftstellerin, eine Organisatorin karitativer Veranstaltungen, eine Kriegskorrespondentin, eine Französin ehrenhalber, eine Gärtnerin verwandelt. (...) Dem beträchtlichen Komfort zum Trotz, in den sie hineingeboren wurde - oder gerade deswegen - ist viel Wahres an dem Scherz einer Freundin, dass sowohl Teddy Roosevelt als auch Edith Wharton sich zurecht als 'Selfmademan' bezeichnen durften."

Weitere Artikel: Der Autor Colm Toibin schreibt über Samuel Becketts irische Schauspieler. Außerdem erläutert Donald MacKenzie die Regeln des modernen Ablasshandels mit Schadstoffemissionen. Peter Campbell bespricht eine Ausstellung im British Museum mit Aquarellen, die John White im 16. Jahrhundert von Amerika malte.

Magazinrundschau vom 20.03.2007 - London Review of Books

John Lanchester hat eine ganze Reihe Bücher zum Klimawandel gelesen - und stellt sie auch vor. Zunächst geht es ihm aber um grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik: "In der Praxis ist die Frage des Klimawandels immer heftig umstritten gewesen, und zwar in einem Ausmaß, das strukturelle Probleme auf drei Ebenen sichtbar werden lässt: der Vermittlung von Politik und Wissenschaft; der Information in den Medien über die Wissenschaft; und im allgemeineren Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Nun könnte man sagen, es sei egal, wie wir in die gegenwärtige Lage geraten sind; ich bin da aber nicht sicher. Eine Maxime des problemlösenden Handelns lautet: Wenn du es nicht kaputtmachen kannst, ist es auch nicht in Ordnung. Mit anderen Worten: Wenn du nicht weißt, wie etwas kaputt gegangen ist, kannst du nicht sicher sein, dass es jetzt wirklich wieder funktioniert. Da eine systematische Auseinandersetzung mit dem Klimawandel ein neues Verhältnis von wissenschaftlichen Voraussagen und Öffentlichkeit implizieren würde, sollten wir uns vielleicht doch darüber klar zu werden versuchen, wie wir in die gegenwärtige Lage geraten sind."

Michael Wood bietet zwei Lesarten zu Florian Henckel von Donnersmarcks Film "Das Leben der anderen" an - und präferiert die, in der Ulrich Mühe nicht als Held erscheint, sondern als jemand, der das Leben der Anderen leben muss, weil er kein eigenes hat.

Weitere Artikel: Ross McKibbin zieht eine Bilanz von zehn Jahren Labour-Regierung unter Tony Blair - und glaubt nicht, dass Blairs designierter Nachfolger bei Labour, Gordon Brown, das "Projekt" Labour wird retten können. Mark Greif bespricht ein Buch von Richard Witt über die Band "Velvet Underground".