
In seinem Buch
"Flat Earth News" (zu deutsch etwa: "Nachrichten von der Weltscheibe") stellt der Journalist und Reporter Nick Davies dem
britischen Journalismus ein verheerendes Zeugnis aus. Leider,
meint John Lanchester in seiner Rezension, hat er nur allzu recht: ""Der Stand der Dinge ist heute, dass 'der Kern des aktuellen Journalismus' darin besteht, 'weitgehend unüberprüftes
Second-Hand-Material rasch umzuverpacken, viel davon einzig dazu bestimmt, den politischen oder kommerziellen Interessen derjenigen, die dieses Material liefern, zu dienen'... 'Flat Earth News' erklärt genau, wie der Druck aussieht, der Tag für Tag auf die Praxis des Journalismus ausgeübt wird. Geschichten müssen
billig sein, das heißt 'schnell zu recherchieren' und 'gefahrlos zu publizieren'; sie müssen 'gesicherte Tatsachen auswählen', vorzugsweise aus offiziellen Quellen; sie müssen 'den elektrischen Zaun meiden', d.h. sie dürfen sich gar nicht erst auf potenzielle Quellen von Ärger wie das
Verleumdungsrecht und die Israel-Lobby einlassen; sie müssen auf 'allgemein akzeptierten Ideen' beruhen und dürfen keinen von der Mehrheit gehegten Ansichten widersprechen; sie müssen komplizierte oder voraussetzungsreiche Themen meiden und immer 'beide Seiten einer Sache darstellen'."
Weitere Artikel: Andrew O'Hagan
erzählt in allen Details, die er herausfinden konnte, die Geschichten von Anthony Wakefield und John Spahr, eines britischen und eines amerikanischen
Opfers des Irakkriegs, die beide am 2. Mai 2005 ums Leben kamen. Als Korrespondent in Israel hat Yonatan Mendel
erlebt, wie die
israelischen Journalisten immer dann, wenn es um den Konflikt mit den Arabern geht, ihre Unparteilichkeit verlieren. Jeremy Harding
denkt über "atrocity museums" nach, Museen also, die
Gräuel ausstellen. Peter Campbell hat die große
Peter-Doig-
Retrospektive in der Tate Britain
besucht.