Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 13 von 33

Die Buchmacher vom 31.10.2005 - Börsenblatt

Der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehene Deutsche Buchpreis hat nicht nur dem Gewinner, Arno Geiger, ein finanzielles Polster (25.000 Euro Preisgeld) verschafft, auch sein Verlag profitiert von der Auszeichnung. Innerhalb von wenigen Tagen habe sich "Es geht uns gut" 40.000 Mal verkauft, meldet Hanser. Rückenwind gab's auch für die Lizenzgeschäfte. Durch den Preis sei ein ganz anderer Zug in den Gesprächen, erzählte eine Verlagsmitarbeiterin dem Börsenblatt.

Joachim Unseld will sich den Branchenusancen entziehen. Nachdem der Verleger der FVA in den vergangenen Jahren oft mit einem Ein-Buch-Frühlingsprogramm ins Rennen gegangen ist, wird selbst dieses eine Buch in 2006 komplett gestrichen. Er sei zum Glück nicht gezwungen, ständig ein Programm vorzulegen, um die Maschinerie des Verlags zu füttern, rechtfertigt Unseld den Schmalspur-Kurs im Börsenblatt-Interview. Die Hektik des Branchenbetriebs wolle er nicht mitmachen und seine Vertreter im Frühjahr nochmal mit den Herbsttiteln auf Reise schicken. Bleibt zu hoffen, dass die Buchhändler ihnen ein zweites Mal ein offenes Ohr schenken.

Der Hauptabsatzweg des florierenden Branchenablegers Hörbuch ist weiterhin das Sortiment. Knapp 65 Prozent der Hörbücher werden über die Buchläden vertrieben, ein Viertel übers Internet. "Trotz der Downloadangebote werden wir den Handel immer brauchen", erklärt Marc Sieper von Lübbe Audio stellvertretend für den Arbeitskreis Hörbuch im Börsenverein. Durch die Internetportale würden vor allem neue Käufergruppen erschlossen, ist Sieper überzeugt.

Messe-Rückschau: "Was hat die Messe gebracht?" fragte das Börsenblatt diesmal die Buchmacher. Während sich der eine über die "ungeheure Banalisierung des Buchs" ärgerte, fand der andere die Messe "großartig" und wieder ein anderer freute sich schlicht über "das beste Essen", welches es beim Verlagempfang der Titanic gab. Mehr.

Einen prima Einstand hatte die erste Antiquariatsmesse im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. "Die Aussteller erwirtschafteten gute Umsätze. Selbst Objekte mit fünfstelligen Europreisen wurden verkauft", fasst Manfred Gast, Vorsitzender der AG Antiquariat, im Börsenblatt zusammen. Auf ihren Büchern sitzen geblieben sind wohl nur die fünf Aussteller auf England und den USA - wegen des deutlichen höheren Preisniveaus. Verwirrt seien die Kunden manchmal darüber gewesen, dass sie, anders als beim Rest der Buchmesse, die ganze Zeit über hätten kaufen können, sagt Organisator Detlef Thursch. Die Antiquariatsmesse könnte 2006 noch wachsen, hat jedoch selbst das Ziel "klein, aber fein" zu bleiben.

Gut ins Messegeschehen integriert hat sich auch die zweite Neuerung, die Spielwarenmesse. "Was die Sortimenter begeisterte, war die große Gewinnspanne von durchschnittlich 100 Prozent", erläutert das Börsenblatt. Die Spielwarenmesse will im Gegensatz zur Antiquariatsmesse im nächsten Jahr mit deutlich mehr Firmen vertreten sein - und hätte auch gern mehr Ausstellungsfläche an prominenter Stelle, so Projektmagerin Susanne Gutermuth gegenüber dem Börsenblatt.

Meldungen: Die Deutsche Schillergesellschaft hat die für November geplante Schlüsselübergabe für das Literaturmuseum der Moderne auf der Marbacher Schillerhöhe auf Januar 2006 verschoben. Mehr. Random House erscheint ab Juni 2006 mit einem neuen Taschenbuchverlag am Markt; unter dem Namen Pantheon wollen die Münchener anspruchsvolle Sach-Taschenbücher herausbringen.

Die Buchmacher vom 24.10.2005 - Börsenblatt

Seinen Rücktritt zum Jahresende hatte Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann kurz vor der Buchmesse bekannt gegeben, um dort eine Personaldebatte - wie letztes Jahr um den Buchmessedirektor - zu vermeiden. Im Börsenblatt-Interview betonte der höchste Repräsentant des deutschen Buchhandels, sich der Brisanz seines Vorhabens, die eigene Buchhandlung zu schließen und sich von Branchenprimus Thalia anstellen zu lassen, bewusst gewesen zu sein. Mit einer "solchen Wucht an Kritik" habe er allerdings nicht gerechnet. "Die Reaktion zeigt, wie schwierig die Zeiten sind und wie groß die Ängste", sagte Schormann. Bis zur Wahl seines Nachfolgers im Mai 2006 führt der stellvertretende Verbandsvorsteher, Gottfried Honnefelder, die Geschäfte weiter.

Normalerweise knallen nach der Bekanntgabe des Literaturnobelpreisträgers in dessen Verlag die Sektkorken, dann wird nachgedruckt. Auch der Rowohlt Verlag, welcher den diesjährigen Nobelpreisträger, den englischen Dramatiker Harold Pinter (zu seiner Homepage), in deutscher Sprache verlegt, hat seinem Autor einen Auflagenschub von 100.000 Exemplaren verpasst. Das Sortiment ist freilich inzwischen mit den vier lieferbaren Pinter-Titeln eingedeckt, jedoch verhalten optimistisch, was eine lang anhaltende Resonanz betrifft (hier die Ergebnisse eines Börsenblatt-Rundrufs). In den Amazon-Verkaufscharts sind die Bücher des Literaturnobelpreisträgers 2005 bereits jenseits der "Top 100".

Der österreichische Autor Arno Geiger wurde vergangene Woche für seinen Familienroman "Es geht uns gut" (Hanser) mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Dass er den "besten deutschen Roman des Jahres" geschrieben haben soll, ruft auch ein mulmiges Gefühl in Geiger hervor: "Das ist für jeden Text zuviel." Ein guter Roman muss nicht makellos oder perfekt sein, aber eine neue Erkenntnis bieten, findet der frisch gekürte Preisträger und ist auch für "die Konkurrenz" voll des Lobes. "Die Vermessung der Welt", den ebenfalls nominierten Text von Daniel Kehlmann (bei Rowohlt), lobt er für seine "sehr eigene, selbstbewusste Sprache" und Friederike Mayröckers "Und ich schüttelte einen Liebling" (Suhrkamp) sei ohnehin wunderbar.

Welchen Stellenwert das Bücherlesen bei den Deutschen einnimmt, hat das Börsenblatt anhand der Studie Massenkommunikation 2005 von ARD und ZDF ermittelt. Zwar ist die tägliche Lesezeit - trotz Neuer Medien - innerhalb der letzten fünf Jahre gestiegen, Grund zum Jubeln gibt es für die Buchbranche jedoch nicht: Von insgesamt zehn Stunden Medienkonsum pro Tag, fallen fürs Lesen nur 25 Minuten ab. Im Internet gesurft wird 44 Minuten (zum Vergleich: 13 Minuten im Jahr 2000). Am liebsten sitzen die Deutschen nach wie vor vorm Fernseher - durchschnittlich drei Stunden und 40 Minuten. Mehr zur Analyse.

Am Eröffnungstag der Buchmesse ist der neu gegründete Beirat der Frankfurter Buchmesse zusammengetreten. Das international besetzte Gremium soll wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Messe geben, erklärte der ebenso neue Buchmessedirektor Juergen Boos dem Börsenblatt. Dem Beirat gehören unter anderem Egon Ammann (Schweiz), Maximilian Hugendubel (Deutschland), Peter Olson (Random House, USA) und Jesus Badenes (Planeta, Spanien) an.

Personalien: Maria Koettnitz, Leiterin der Zweigstelle des Reclam Verlags in Leipzig, wechselt im Januar als Verlagsleiterin Allgemeines Sachbuch zu Econ.

Weitere Meldungen: In 2006 soll das Kinderbuchprogramm Nilpferd des österreichischen NP Buchverlags beim zu NP gehörenden literarischen Residenz Verlag angesiedelt werden; von Programmleiterin Natalie Tornai, die das künstlerische Kinder- und Bilderbuchprogramm ab 2001 aufgebaut hat, trennt sich der Verlag wegen inhaltlicher Differenzen. Per Gerichtsbeschluss wurde Hans Magnus Enzensberger zur weiteren Herausgabe der Reihe "Andere Bibliothek" bei Eichborn verpflichtet (Enzensberger wollte lieber eine ähnliche Reihe für die FAZ etablieren); ab Frühjahr 2006 bis zum Vertragsende Enzensbergers im Dezember 2007 ist jetzt wieder ein lückenloses Erscheinen der Bände gesichert. Der Hörbuchverlag Steinbach sprechende Bücher und der Herder Verlag wollen zur Leipziger Buchmesse mit einem gemeinsamen Programm in den Handel gehen. Das Verlagsranking des Marktforschungsinstituts Innofact führen wiederholt Brockhaus und Rowohlt an: Die meisten Befragten kannten den Brockhaus Verlag zumindest dem Namen nach, die Frage nach einem deutschen Verlagsnamen wurde von der Mehrheit spontan mit Rowohlt beantwortet.

Die Buchmacher vom 17.10.2005 - Börsenblatt

Der Entschluss des Börsenvereinsvorstehers, seine unabhängige Buchhandlung in Thalia "aufgehen zu lassen", ist das "Thema der Woche". Auf der Leserbriefseite des Börsenblatts wird der Entscheidung zwar von einer Seite aus Respekt gezollt, demgegenüber steht jedoch ein Vielfaches an erbosten Briefen mit Rücktrittsforderungen. Eine Umfrage des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein hat ein ähnliches Stimmungsbild ergeben: "klar erkennbare Kritik" und "deutlicher Missmut", nicht nur bei den kleineren und mittleren Sortimenten, auch bei größeren Branchenteilnehmern. Der Vorsitzende des Ausschusses, Rudolf Braun-Elwert, schlägt im Gespräch mit dem Börsenblatt eine Neuwahl des Vorstehers im kommenden Jahr vor - so früh wie möglich.

Der Wettbewerb im Buchhandel verschärft sich: Mit der Eröffnung neuer Filialen machen sich die Ketten Thalia, Hugendubel und Weltbild plus inzwischen auch in mittelgroßen Städten Konkurrenz, liest das Börsenblatt aus einer neuen Börsenvereinsstatistik ab. Erfreulicherweise ist die Zahl der Unternehmen, die den Geschäftsbetrieb einstellen - sei es durch Insolvenz oder durch Fusion - in diesem Jahr leicht rückläufig. Gespannt beobachtet das Magazin das Wachstum durch Zukauf bei Verlagen. Bisher falle es in 2005 verhaltener aus als in 2004. Mitte September habe jedoch die Verlagsgruppe Random House in einem spektakulären Deal die zur FAZ-Gruppe gehörenden Verlage DVA, Kösel und Manesse gekauft. Bisher hat das Kartellamt noch kein grünes Licht gegeben.

Der irische Autor John Banville wurde für seinen Roman "The Sea" mit dem Booker Prize - er gilt als britisches Gegenstück zum amerikanischen Pulitzer Preis - geehrt. Im Herbst 2006 soll das prämierte Buch in deutscher Übersetzung bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen. Mehr zu Banville im Perlentaucher-Archiv.

Buchmessen-Gastland Korea: Verleger Günter Peperkorn - ein Standbein seiner Edition Peperkorn ist koreanische Literatur - hält letztere für manchmal schwer verständlich, immer schwer zu übersetzen und meistens schwer verkäuflich. Ein Grund für schleppenden Absatz liegt, so Peperkorn, in der Verwirrung, die die koreanischen Autorennamen stiften. Schade findet er, dass die ostasiatische Reihenfolge (Nachname, Vorname) nicht konsequent eingehalten wird. Erschwerend genug sei die Romanisierung der koreanischen Schriftzeichen: Da es dazu verschiedene Methoden und keine Absprachen gibt, erscheinen die Bücher ein und desselben koreanischen Schriftstellers bei deutschen Verlagen in ganz unterschiedlichen Schreibweisen.

Personalien: Marcel Hartges, Leiter des Rowohlt Taschenbuch Verlags, tritt am 1. April 2006 die Nachfolge von Gottfried Honnefelder als Geschäftsführer des DuMont Verlags an.

Meldungen: Die EU-Kommission anwortet mit "i2010: Digitale Bibliotheken" auf Googles "Print Library" und regt in einem Kommissionspapier die Überarbeitung des Urheberrechtsrahmens an. Zwei Bücher sind zum Thema "Lektorat" neu auf dem Markt: Ute Schneiders "Der unsichtbare Zweite" (Wallstein) und Klaus Siblewskis "Die diskreten Kritiker" (Rimbaud).

Die Buchmacher vom 11.10.2005 - Börsenblatt

Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann schließt das Hauptgeschäft seiner Ferber'schen Universitätsbuchhandlung in Gießen. Eine Kapitulation vor Großbuchhändler Thalia, der ab November ebenfalls in der hessischen Unistadt vertreten sein wird. Die Geschäftsaufgabe begründet Schormann im Börsenblatt mit der ungeklärten Nachfolge für die Ferber'sche, der Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern (20 von 34 hätten die Chance, bei Thalia zu arbeiten) und der ähnlich großen Fläche der beiden Buchhandlungen, die das Geschäft auf alle Fälle schwieriger machen würde. Auch der Warenbestand der Ferber'schen und Schormann selbst als Mann für PR, Marketing und Veranstaltungen kommen beim Branchenprimus unter.

Börsenblatt online meldet übrigens heute, dass Thalia weiter Umsatzgewinne erzielt (in Deutschland flächenbereinigt um 3,4 Prozent). Zur positiven Entwicklung hätten die per Juli 2004 übernommenen Buchhandlungen von Bouvier / Gonski ebenso beigetragen wie die Buchhandlungen der Kober-Löffler-Gruppe, an der die größte deutsche Buchhandelskette seit 30. September 2004 mehrheitlich beteiligt sei. Mehr.

Zu Google und dessen im Entstehen begriffener Volltextsuche steigt jetzt Konkurrent Yahoo mit einem Digitalisierungsprojekt in den Ring. Die von Yahoo mitbegründete Open Content Alliance plant, zunächst Bibliotheks- und Archivbestände gemeinfreier Werke einzuscannen und allgemein sowie kostenfrei im Internet zugänglich zu machen. Die Allianz hat Großes und Aufwändiges vor: Von urheberrechtlich geschützten Texten wolle sie sich die ausdrückliche Genehmigung der Rechteinhaber einholen, berichtet das Börsenblatt. Somit würden Autorenklagen - wie Google sie jetzt schon am Hals hat - vermieden.

Sollte die Frankfurter Buchmesse eine Buchmesse bleiben - oder ist die Öffnung für die 343 Spielwarenhändler, die in diesem Jahr erstmals ausstellen, begrüßenswert? wollte das Börsenblatt letzte Woche von Sortimentern wissen. Fazit des Rundrufs: Die Kooperation zwischen den Frankfurtern und der Nürnberger Spielwarenmesse findet überwiegend Anklang.

Das Börsenblatt ärgert sich über den Schweizer Buchpreis-Überwacher Rudolf Strahm. In einem Porträt des Magazins Comedia soll Strahm die deutschen Verlage angegriffen und unterstellt haben, sie rechneten beim Export den deutschen Mehrwertsteuersatz nicht heraus ("Schon längst hätte jemand gegen sie klagen müssen"). "Ein Pauschalurteil", kommentiert das Börsenblatt und "kein Zeichen nachbarschaftlicher Kommunikation".

Meldungen: Necla Kelek bekommt für ihr Buch "Die fremde Braut" (Kiepenheuer & Witsch) den Geschwister-Scholl-Preis verliehen.

Die Buchmacher vom 04.10.2005 - Börsenblatt

Der Start einer unabhängigen digitalen Plattform für Buchinhalte rückt näher. Projekt-Initiator Matthias Ulmer freut sich im Börsenblatt über eine "sehr optimistisch stimmende Resonanz" der Buchmacher. Mittlerweile sähen neben Fachbuchverlagen auch Belletristik- und Sachbuchverlage in dem geplanten Portal eine Chance, letzere vor allem für das Backlist-Marketing. Zeitdruck machen indirekt die Verlage, die die Kosten für den Aufbau verlagseigener Server rechtzeitig in die Budgets für 2006 einplanen müssen. Die Projekt-Gruppe steht noch vor technischen Problemen sowie der Aufgabe, Kooperationsmodelle mit Google (bastelt an einer eigenen Buch-Volltextsuche) weiter auszuloten.

Eine logistische Herausforderung hatte die Verlagsauslieferung KNO zum Erstverkaufstag (1. Oktober) des neuen "Harry Potter"-Bandes zu meistern: Zu keinem Tag hat das Unternehmen gleichzeitig mehr Exemplare eines Titels - zwei Millionen - mit einem ausgefeilteren Sicherheitskonzept in den Handel gebracht. Wie über den Büchern mit Argusaugen gewacht wurde, erzählte KNO-Chef Oliver Voerster dem Börsenblatt. Der "Null Fehler-Strategie" zum Trotz ging übrigens laut der lokalen Tageszeitung Ruhr Nachrichten einen Tag vor dem offiziellen Erscheinungsdatum in einem Supermarkt in Lünen "versehentlich" ein neuer Potter durch die Kasse.

Hat das Politikbuch vorerst ausgedient? wollte das Börsenblatt in seinem Sortimenter-Rundruf wissen. Tatsächlich - die Buchhändler standen letzte Woche einer überwiegend an politischer Information gesättigten Kundschaft gegenüber.

Fotografin Alice Springs, besser bekannt als Fotografen-Ehefrau June Newton, hält das Erbe ihres Mannes Helmut zusammen. Gegen die Verwendung von sechs ursprünglich für die Zeitschrift Playboy geschossenen Fotos im gleichnamigen Fotoband (bei Schirmer Mosel) hat "die Newton" eine einstweilige Verfügung erwirkt. Die Buchhändler dürfen den Band erst weiter verkaufen, nachdem sie die drei Seiten mit den Playboy-Fotos rausgerissen haben. Der Verlag hält für die abgespeckte Buchfassung Sticker mit der Aufschrift "Von der Witwe durch Gerichtsbeschluss gesäuberte Fassung" bereit - fürs Börsenblatt der "Aufreger der Woche".

Das Fremde als Bereicherung - der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Johano Strasser, setzt sich für das "Writers in Exile"-Programm ein und erklärt auf der Meinungsseite, warum die Aufnahme verfolgter Autoren für Deutschland auf jeden Fall ein Gewinn ist.

Personalien: Der Karstadt-Vorstandsvorsitzende, Thomas Middelhoff, hat den Club Bertelsmann-Sanierer und France Loisirs-Chef Marc Oliver Sommer abgeworben: Ab 2006 wird Sommer als Vorstand für den Karstadt-Versandhandel (Quelle, Neckermann) zuständig sein. Beim Bertelsmann Buchclub führt Fernando Carro ab kommendem Jahr die Geschäfte weiter, beim französischen Club France Loisirs rückt Jörg Hagen nach.

Meldungen: Die Kinderbuchreihe "SZ-Junge Bibliothek" (Süddeutscher Verlag, hier die Titel) hat das Pendant "Geolino" (Gruner + Jahr, Bertelsmann) überholt: In den ersten fünf Wochen verkaufte sich die SZ-Reihe mehr als 400.000 Mal, "Geolino" in zwölf Wochen mehr als 380.000 Mal. Der ungarische Publizist und Verleger Tamas Miklos wird mit dem mit 25.000 Euro dotierten DekaBank-Preis des Literaturhauses Frankfurt ausgezeichnet. Und: Ganz oben auf die SWR-Bestenliste für den Monat Oktober haben es vier der sechs finalen Anwärter auf den Deutschen Buchpreis gebracht.

Die Buchmacher vom 26.09.2005 - Börsenblatt

Um satte 57,6 Prozent gewachsen sind die Umsätze der zehn größten deutschen Buchhandelsunternehmen in der Zeit von 2000 bis 2004. Das Umsatzplus kommt den Filialisten nach Berechnungen des Branchenbeobachters Boris Langendorf jedoch teuer zu stehen: Die Verkaufsflächen und die damit verbundenen Kosten nahmen im selben Zeitraum um 73,4 Prozent zu, die Mitarbeiterzahlen (und damit vermutlich die Personalkosten) stiegen um 68,5 Prozent.

Die weltgrößte Branchentreff, die Frankfurter Buchmesse, wird heuer noch größer. Mit über 7.000 angemeldeten Ausstellern (mehr als 3.000 deutsche, rund 800 britische und 700 US-amerikanische Vertreter machen den größten Batzen aus) und zwei Prozent mehr angemieteter Fläche feiert der neue Buchmessedirektor, Juergen Boos, einen Rekord. Die Zahlen seien ein Beleg dafür, dass das Internet das persönliche Treffen nicht ersetze, sagte Boos stolz bei der letzten Pressekonferenz. Premiere haben 2005 die Pressemesse, die Frankfurter Antiquariatsmesse und die Gemeinschaftsmesse Spiele & Spielen in Kooperation mit der Nürnberger Spielwarenmesse. Mehr auf den Internetseiten der Buchmesse.

Hämische Kommentare musste sich die deutsche Autorenschaft nach der Bekanntgabe der "Shortlist" für den Deutschen Buchpreis gefallen lassen. Dass drei der nominierten Autoren (Friederike Mayröcker, Daniel Kehlmann und Arno Geiger) in Wien leben, ließ zum Beispiel die Wiener Tageszeitung Die Presse fragen, ob die Österreicher die besseren Literaten seien. Zufällig saß in der Nominierungsjury für den mit 25.000 Euro dotierten Preis (je 2.500 Euro erhalten die Zweit- bis Sechstplatzierten) mit Armin Thurnher auch ein Wiener Kritiker.

Der bayerische Entwurf zur Änderung des Buchpreisbindungsgesetzes, welcher einen einheitlichen Rabatt auf Schulbuch-Sammelbestellungen vorsieht, wird von einer breiten Mehrheit der Länder getragen und soll, laut Börsenvereins-Justiziar Christian Sprang, schon im nächsten Schuljahr greifen. Durch die Bundesratsinitiative ergebe sich die Möglichkeit, gleich an weiteren Stellen des Gesetzes nachzubessern, bemerkt das Börsenblatt. Beispielsweise eine genauere Definition von Mängelexemplaren sowie die Aufhebung der Preisbindung bei Räumungsverkauf könnten in Angriff genommen werden.

Nachsitzen in verschiedenen Disziplinen verordnet Christian Belz, Leiter des Instituts für Marketing und Handel in St. Gallen, der deutschen Buchbranche. Konzentration, Internationalisierung, Preisverfall und multiple Distributionskanäle treten zwar im Buchhandel im Vergleich zu anderen Branchen mit deutlicher Verzögerung auf, doch würde die Branche davon überrollt, glaubt Belz. Schwächen sieht der Wirtschaftsfachmann vor allem im Vertrieb.

Nicht nur das Börsenblatt (siehe Archiv), auch die von ihm befragten Hörbuchverlags-Mitarbeiter stehen der geplanten Ravensburger Hörbuchmesse kritisch gegenüber.

Personalien: Börsenblatt-Chefredakteur Hendrik Margraf wechselt in gleicher Position zur Allgemeinen Hotel- und Gaststättenzeitung und zum Hotelier, die kommissarische Leitung des Börsenblatts übernimmt Sybille Fuhrmann.

Meldungen: Der Autor und Illustrator F. K. Waechter ist seinem Krebsleiden erlegen. 25.000 Besucher erreichte das internationale literaturfestival berlin dieses Jahr. Ein zentrales Webportal für Bibliotheks-, Buch- und Informationswissenschaften (ViFa BBI) soll verstreute Fachinformationen der Nachbardisziplinen bündeln und unter einer Suchoberfläche zusammenführen. Der Absatz von Zeitschriften und Zeitungen ist im ersten Halbjahr 2005 um 5,08 Prozent auf rund 1,35 Milliarden Exemplare zurückgegangen. Die als Auffanggesellschaft des insolventen Kölner MA-Spezialisten Zanolli gegründete Vertriebs GmbH macht nach eigenen Angaben gute Geschäfte - im August und September habe sie das Vierfache des Geplanten umgesetzt.

Die Buchmacher vom 12.09.2005 - Börsenblatt

Eben nominiert, schon gekauft? Ob sich die Longlist für den Deutschen Buchpreis (siehe auch Archiv) verkaufsfördernd auswirkt, wollte das Börsenblatt diese Woche in seinem Rundruf von Sortimentern wissen. Die Reaktionen waren verhaltend begeistert.

Enttäuschend war die Longlist für Joachim Bartholomae vom Verlag MännerschwarmSkript, fänden sich doch darauf im Großen und Ganzen die üblichen Verdächtigen, Autoren und renommierte Verlage, mit denen man eigentlich nichts falsch machen könne. Bartholomae wünscht sich auf der Meinungsseite des Börsenblatts beim nächsten Mal eine Jury, die Texte ohne Ansehen der Person und des herausgebenden Verlags prüft. "Ich möchte wetten, dass dabei anderes herauskäume, als dieses Mal. Dem neugierigen Leser würde damit ein echter Dienst erwiesen und den Trüffelschweinen wären die Augen verbunden, damit sie wirklich ihrer Nase folgen."

Weiteres: Der Bertelsmann Club hat eine umfassende Umstrukturierung angekündigt. Die Buchgemeinschaft soll in vier eigenständige GmbHs aufgeteilt werden, die Abteilungen Programm und Marketing sollen von Rheda-Wiedenbrück nach Berlin verlegt werden. Zwar boomt das Hörbuch, doch ist dieser Branchen-Ableger immer noch vergleichsweise klein. Skeptisch sieht das Börsenblatt deshalb die für 2006 geplante Einrichtung eines weiteren Hörbuchmesse-Standorts in Ravensburg. Das Magazin fragt sich, ob die Branche - außer in Frankfurt, Leipzig und Köln - noch "auf einer weiteren Hochzeit tanzen" will.

Meldungen: Tue Gutes und rede darüber: Bestsellerautor John Grisham will Medienberichten zufolge fünf Millionen Dollar für die Hurrikan-Opfer gespendet haben. Der Onlinekatalog der Deutschen Bibliothek wird mit dem negativ ins Gerede gekommenen Endkundenportal des Verzeichnis lieferbarer Bücher, buchhandel.de, verlinkt, was die direkte Abfrage der Lieferbarkeit der gesuchten Titel ermöglicht. Neu gegründet wurde in Kiel der Antje Sommerfeld Verlag, welcher seine programmatischen Fühler Richtung Cartoons und Hörbücher aus der Populärwissenschaft ausstreckt; dem Verlag angegliedert ist ein so genanntes Institut für Schönes Schreiben. Die Big Player unter den US-Buchhandelsketten haben ihre Umsätze in den ersten sechs Monaten dieses Jahres laut Fachzeitschrift Publishers Weekly deutlich gesteigert.

Die Buchmacher vom 05.09.2005 - Börsenblatt

Das Börsenblatt ist wütend und fragt: Wie soll sich eine Kultur des Paid-Content im Internet entwickeln, wenn exklusive Kurzgeschichten für 49 Cent (bei Amazon, siehe Archiv) oder gleich kostenlos (für registrierte User: bei Weltbild.de) angeboten werden? Etwas Gutes haben die Aktionen aber, gesteht das Börsenblat: Sie gäben Aufschluss darüber, wie groß die Akzeptanz für digitale Literatur im Netz inzwischen sei.

Deutsche Publikumsverlage wollen zunächst nicht auf das Pferd mit dem "digitalen Content" setzen, nur Skepsis gegenüber dieser Geschäftsidee hörte das Börsenblatt bei seiner Umfrage unter Verlagsmitarbeitern heraus.

Orhan Pamuk, der im Oktober den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (mehr) erhalten soll, droht in seiner Heimat Türkei eine Haftstrafe. Zur Last gelegt werden dem Schriftsteller Äußerungen, mit denen er - im Schweizer Tages-Anzeiger - auf den Völkermord an den Armeniern und Kurden Bezug genommen hat. Börsenvereins-Vorsteher Dieter Schormann fordert die Einstellung des Verfahrens gegen Pamuk. Die Freiheit des Wortes gehöre zu den Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft, so Schormann.

Bodo Kirchhoff, Jurymitglied des Deutschen Buchpreises, ist nach dem viermonatigen Lesemarathon - 150 Romane, darunter nicht wenige mit 500 Seiten - für die Longlist-Auswahl (siehe Archiv) geschafft. Das Bücherpensum und das in jeder Hinsicht Neue an der angestrebten Auszeichnung für den "besten deutschsprachigen Roman des Jahres" hätten es der Jury maximal schwer gemacht, schreibt Kirchhoff im Börsenblatt. Es gebe zweifellos vergnüglichere Arbeiten, aber im Hinblick auf die deutschsprachige Literatur im Moment keine wichtigere. Zeit zum Vergnügen haben Kirchhoff und die anderen Juroren erst nach dem 19. September: Bis dahin müssen sie aus den 20 Titeln der Longlist eine Shortlist mit sechs Titeln machen.

Meldungen: Franz Kafka hat eine eigene Internetseite bekommen. Und: die neue SWR-Bestenliste.

Die Buchmacher vom 29.08.2005 - Börsenblatt

Furchtbar aufgeregt hat sich das Börsenblatt über die Deutsche Vermögensberatung: Sie habe ein in Buchform erschienenes Gespräch mit ihrem Chef, Reinfried Pohl, auf unlauterem Wege in die Bestsellerliste von Media Control gehievt, so der Vorwurf. Absatz fördernd hätte sich eine Gutschein-Aktion zum 30-jährigen Firmenjubiläum ausgewirkt (die Verteilung von 32.000 Gutscheinen über je fünf Bücher), glaubt das Branchenmagazin. Nachdem das Computerwarnsystem von Media Control ein auffälliges Kaufverhalten bei besagtem Titel ("Ich habe Finanzgeschichte geschrieben", Hoffmann & Campe) angezeigt hätte, seien dann die "Verkäufe", bei denen eine Gutschein-Einlösung zu vermuten gewesen sei (fünf Exemplare auf einmal), abgezogen worden. (Und trotzdem: Der Titel hält sich seit Ende Mai in den Verkaufs-Charts. Auch bei den "Wirtschaftsbestsellern" des Buchreports ist er diese Woche wiederholt auf Platz 1).

Musik-CDs und kleine Geschenkartikel haben den Büchern beim Weltjugendtag den Rang abgelaufen. Im 1.000 Quadratmeter großen, von drei Buchhandlungen betriebenen Bücherzelt, welches während der Großveranstaltung auf dem Kölner Neumarkt aufgebaut war, wurden vor allem Bibeln in allen Sprachen, Gebete und spirituelle Literatur verkauft, erfuhr das Börsenblatt. Die Nachfrage nach Büchern sei aber unterm Strich eher verhalten ausgefallen. Ob's daran lag, dass das Bücherzelt nicht mehr von der Papst-Empfehlung am Weltjugendtags-Sonntag profitieren konnte? Benedikt XVI. hatte den Gläubigen in seiner Predigt das gerade neu erschienene Kompendium "Katechismus der Katholischen Kirche" (Pattloch) ans Herz gelegt.

Die vom Börsenverein als Antwort auf Google Print und Amazons "SItB" (siehe Archiv) entwickelte Branchenplattform für digitale Inhalte nimmt Gestalt an. "Statt die Digitalisierung ihrer Bestände außer Haus zu geben, würden Verlage, die sich an der Branchenlösung beteiligen, die Daten auf ihrem eigenen Server (oder bei einem Dienstleister) vorrätig halten", erklärt das Börsenblatt das Prinzip. "Eine zentrale Schnittstelle soll Standards für den Datenaustausch entwickeln und entsprechende Rahmenverträge mit anderen Interessenten aushandeln." Damit erreichten Verlage eine bessere Verhandlungsbasis gegenüber Google & Co., mehr Transparenz sowie die Hoheit über das digitale Terrain.

Amazon verlegt Bücher: Vor zehn Tagen hat der amerikanische Onlinehändler sein Angebot um "Amazon Shorts" erweitert. Die Leser können für 49 Cent die Kurzgeschichte eines bekannten Autors aus dem Netz herunterladen. Rund 60 Autoren sind bereits im Pool, darunter Danielle Steel und Gloria Vanderbilt.

Der US-amerikanische Buchmarkt ist auf dem Weg aus der Krise. Schlecht sieht es weiterhin für das "Mass Market Paperback" (Taschenbücher in gewöhnlicher Ausstattung) aus. Hardcover und Paperbacks konnten laut Fachblatt Publishers Weekly Umsatzzuwächse verbuchen. Große Gewinner der ersten Jahreshälfte waren Kinderbücher und E-Books, die im Sog der allgemeinen Download-Welle offenbar wieder gefragter sind - in der Kategorie "elektronische Bücher" war ein fettes Umsatzplus von 36,1 Prozent zu verzeichnen.

Der neue Houellebecq ist in Deutschland früher als in Frankreich herausgekommen. Der deutsche Lektor von "Die Möglichkeit einer Insel" (DuMont) freut sich über den "enthusiastischen Grundtenor der Medienberichterstattung" hierzulande, beim Verlag wird bereits die zweite Auflage geplant. Die französische Originalausgabe, die kommenden Donnerstag erscheint, startet nicht mit Vorschusslorbeeren der Kritik (mehr hier).

Meldungen: Filialist Buchdepot ist nach Bücherknüller der nächste Discount, der Insolvenz anmelden musste; auch ihm werden Verflechtungen mit dem Pleite gegangenen MA-Riesen Zanolli nachgesagt. Auf die Gefährdung schriftlicher Kulturgüter durch Brände und Alterungsschäden will die "Aktion Lesezeichen" mit Veranstaltungen bundesweit am 2. September aufmerksam machen. Für die Behandlung der nach dem Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek beschädigten 22.000 Bände wird weiter nach geeigneten Technologien gesucht, nach der Restaurierung sollen die Bücher digitalisiert werden. Die Liste der 20 Roman-Anwärter für den in diesem Jahr erstmalig ausgelobten Deutschen Buchpreis steht seit gestern fest. Buddenbrookhaus.de, das wissenschaftliche Angebot des Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrums, soll erweitert werden, so dass den Benutzern bibliografische Angaben zu rund 2.200 Dokumenten in einer Datenbank zur Verfügung stehen.

Die Buchmacher vom 22.08.2005 - Börsenblatt

Manipuliert Weltbild den Wettbewerb? Das zumindest behaupten Sortimenter, die tagelang auf Nachschub der Comic-Bibliothek gewartet haben, die die Bild-Zeitung in Kooperation mit Weltbild herausgibt. Zum Hintergrund: Bei einer Bestellmenge unter 100 Exemplaren kann das Sortiment die Comics nicht bei Weltbild direkt, sondern nur (zu ungünstigeren Konditionen) über die Barsortimente ordern. Diese aber wurden in der viel beworbenen Anfangsphase der Comic-Edition schlecht beliefert. Weltbild habe damit wohl einen "Wettbewerbsvorteil der eigenen Vertriebskanäle" im Sinn gehabt, ärgern sich die Buchhändler. Der Verlag verteidigt sich mit dem Hinweis auf nur zögerlich eingegangene Bestellungen des Sortimentsbuchhandels.

Glück für die Hörbuch-Verlage, die im Börsenverein Mitglied sind: Sie werden, wenn sie Musik nutzen, künftig von der GEMA begünstigt. Über einen speziellen "Hörbuchtarif", den der Branchenverband der Treuhänderin vorgeschlagen hat, müsse zwar noch verhandelt werden, berichtet das Börsenblatt, zunächst aber kämen die Vereinsmitglieder in den Genuss eines Gesamtvertragsrabatts von 20 Prozent auf den angewandten Tonträgertarif.

Gute Wachstumschancen gibt Branchenbeobachter Boris Langendorf dem stationären Buchhandel. Ein kleines Umsatzpolster der ersten sieben Monate, der Trumpf des deutschen "Harry Potter" im Herbst und eine erwartete Konsumfreude nach der Bundestagswahl lassen hoffen, so Langendorf. Es sei aus heutiger Sicht nicht nur möglich, schreibt er im Börsenblatt, sondern sogar wahrscheinlich, dass das Sortiment das Jahr 2005 erstmals nach vier Minusjahren wieder mit einem Umsatzplus abschließe.

Die Frankfurter Buchmesse (dieses Jahr vom 19. bis zum 23. Oktober) erweitert ihr Angebot für die rund 200.000 erwarteten Fachbesucher. 73 Aussteller wollen sich bei der ersten Antiquariatsmesse präsentieren, 1.500 Anmeldungen liegen bereits für die PresseMesse, eine neue Plattform für Zeitungs- und Zeitschriftenverlage vor. Ausländische Buchmärkte sollen bei so genannten "Professional breakfasts" vorgestellt werden. Im Zuge der neuen Zusammenarbeit mit der Spielwarenmesse Nürnberg präsentieren Spielwarenhersteller in der Gemeinschaftsausstellung "Spiele & Spielen" ihre Produkte. Mehr auf den Internetseiten des Branchentreffs.

Schon fünf Wochen nach der Frankfurter Buchmesse soll die Branche nach Berlin pilgern. Bei der ersten "Buch!Berlin"-Publikumsmesse (vom 25. bis 27. November, mehr) erhalten deutsche wie internationale Verlage die Gelegenheit, ihre Programme einem breiten Publikum zu zeigen und direkt vom Stand aus zu verkaufen. Die Messe sei als Fest des Buchs konzipiert, sie solle die Marke Buch stärken und das Buchgeschäft beleben, zitiert das Börsenblatt Mitinitiator Jörg Sundermeier, Chef des Verbrecher Verlags.

Eine Schädigung des Weihnachtsgeschäfts fürchtet das Berliner Sortiment durch den Direktverkauf auf der "Buch!Berlin". Braucht die Hauptstadt diese Buchverkaufsmesse überhaupt, fragte das Börsenblatt bei Verlagsmitarbeitern nach.

Der Lyriker und Übersetzer Joachim Sartorius hält am 23. Oktober im Rahmen der Friedenspreis-Verleihung die Laudatio auf Preisträger Orhan Pamuk.

Personalien: Alexander Skipis, Abteilungsleiter in der Hessischen Staatskanzlei von Ministerpräsident Roland Koch, wird zum 1. November neuer Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Johannes Thiele ist ab sofort neuer Programmleiter des Europa Verlags.

Meldungen: Knapp 20 Schriftsteller - darunter Günter Grass, Peter Rühmkorf, Juli Zeh und Feridun Zaimoglu - haben eine Solidaritätsaktion für die rot-grüne Bundesregierung gestartet. Das Hörbuch von Richard Powers' "Der Klang der Zeit" (bei Universal) erhält für die Leistung des Sprechers und die Auswahl der Musik den Preis der Deutschen Schallplattenkritik 03/2005.