Bertelsmann ist in den Blickpunkt der
Banken gerückt. Das
Börsenblatt bezieht sich auf einen
Spiegel-Artikel, in dem die Investmentbanker von
Goldman Sachs die einzelnen Bertelsmann-Geschäftsbereiche schätzen. Am meisten wert ist demnach die TV- und Radio-Sparte mit 9 Milliarden Euro, die Buchsparte
Random House und die Zeitschriftensparte
Gruner + Jahr werden mit jeweils 1,9 Milliarden Euro veranschlagt. Am wenigsten trauen die Banker dem Buchclub und Online-Geschäft (gebündelt in der
Direct Group) zu: "schlappe" 500 Millionen Euro. Interessant sind die Berechnungen im Hinblick auf den von der
Groupe Bruxelles Lambert (sie hält rund 25 Prozent Anteile an Bertelsmann) geplanten
Börsengang. Will die
Familie Mohn den Börsengang verhindern und ihr Rückkaufrecht für die GBL-Anteile nutzen, dann muss sie
fünf Miliarden Euro auf den Tisch legen.
Der
Thalia-Expansionskurs fordert weitere
Opfer. In Darmstadt schließt - nicht als Folge, sondern vor der Einrichtung einer 2.800 Quadratmeter großen Thalia-Filiale - die
Traditionsbuchhandlung K.H. Schlapp. Geschäftsführer
Eckart Schlapp wechselt nicht wie Ex-Börsenvereinsvorsteher
Schormann zu Thalia, sondern schmiedet mit dem Konkurrenten
Buch Habel (2.300 Quadratmeter Fläche) eine Allianz. In Soest kapituliert die
Buchhandlung Walter Weihs vor Thalia und
Buch & Kunst. Nur im eh schon mit Buchhandlungen dicht besiedelten Regensburg (13 meist inhabergeführte Buchläden, dazu die Filialisten
Pustet,
Hugendubel,
Lehmanns,
Schweitzer,
Weltbild plus und
Jokers) will sich keiner von Thalia (kommt im April) einschüchtern lassen.
Hier stellt
Börsenblatt Online ein Forum zum Thema.
Die
Internationale Abteilung der
Frankfurter Buchmesse (
mehr) möchte ein
Buchinformationszentrum (
BIZ, nicht zu verwechseln mit Berufsinformationszentrum) in der
arabischen Welt einrichten. "Wir lassen derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellen", erklärt Abteilungsleiterin
Claudia Kaiser im
Börsenblatt-Interview. Das Projekt passe gut zur Strategie des
Auswärtigen Amts, das 50 Prozent der Kosten von Buchinformationszentren trägt, ist sich Kaiser sicher. Wann und wo ein neues BIZ eröffnet werden könnte, steht noch nicht fest.
Dem
Europa Verlag steht das Wasser bis zum Hals: Das Hamburger Unternehmen (nicht betroffen ist der
Europa Verlag Wien) hat Antrag auf Eröffnung eines
vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. "Die Verlagsgeschäfte werden fortgeführt; offen ist, ob das Frühjahrsprogramm wie geplant in Druck geht", berichtet das
Börsenblatt. Eine Alternative zur Abwicklung des Unternehmens könnte die vom Verleger
Arne Teutsch und der
Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse Leipzig gegründete
Auffanggesellschaft sein. Schon Teutschs Übernahme des Verlags in 2004 stand unter keinem guten Stern: Damals war Europa bereits in den Miesen.
Beim Betreten einer
Weltbild plus-Filiale mag einen das Gefühl beschleichen, in einen Gemischtwarenladen geraten zu sein. Künftig bietet Weltbild auch noch
Handys und die dazugehörigen Mobilfunkverträge an. Eine Kooperation mit dem Telekommunikationsriesen T-Mobile macht's möglich. T-Mobile will von allen Weltbild-Vertriebskanälen (das sind 300 Weltbild plus-Filialen und ein umsatzstarkes Versandgeschäft) profitieren, hat das
Börsenblatt erfahren.
Sehen
Schulbuchverlage nach der Rechtschreibreform-Reform
Handlungsbedarf? wollte das
Börsenblatt diese Woche in seinem
Rundruf wissen. Das
neue Regelwerk hat der
Rechtschreibrat auf seinen
Internetseiten unter der Rubrik "Aktuelles" verpackt.
Personalien:
Michael Lemling, bislang Leiter der Buchhandlung Carolus in Frankfurt, übernimmt in geschäftsführender Eigenschaft die
Buchhandlung Lehmkuhl in München. Seit 2005 gehört Lehmkuhl den
C.H. Beck-Verlegern
Wolfgang und
Hans-Dieter Beck.