Die Buchmacher - Archiv

Börsenblatt

328 Presseschau-Absätze - Seite 11 von 33

Die Buchmacher vom 03.04.2006 - Börsenblatt

Die Hängepartie beim Verbandsblatt ist vorüber: Im August wechselt der Feuilletonchef der Rheinischen Post, Torsten Casimir, als Chefredakteur zum Börsenblatt. Ende 2005 war Hendrik Markgraf (früher bei der FAZ im Feuilleton) zum Fachblatt der Hotelbranche gewechselt. ("Beim Börsenblatt online selbst dürfte es einem Profi wie Casimir die Fußnägel kräuseln", vermutet der Medienjournalist Peter Turi in seinem neuen Weblog turi-2)

Weltbild und Hugendubel knüpfen das Netz ihrer vier Filialketten immer dichter, hat Eckart Baier beobachtet. Vor allem der Aufbau einer Vollsortimentskette (Weltbild!) sei ein kluger Schachzug gewesen. Um die Marktmacht der München-Augsburg-Koalition zu demonstrieren, zeigt das Börsenblatt eine Deutschland-Karte mit allen Filalen, die der Leser schon aus dem buchreport-Filialatlas kennt (das weiß Wikipedia über Me-too-Produkte). Der Stuttgarter Verleger Wulf D. von Lucius wiederholt im BöBla-Interview seine Befürchtungen vor einer "Enteignung der Wissenschafts- und Lehrbuchverlage" durch das reformierte Urheberrecht. Schon in der FAZ vom 24. März hatte Lucius gewarnt: "Eine Bibliothek könnte sich also von irgendwoher die Kopie eines Lehrbuches besorgen und in ihr Netz stellen. Für Fachverlage wie den meinen, der nur Monographien für die Forschung und Lehrbücher für Studenten macht, heißt das: Es würde eine nahezu kostenlose Selbstbedienung des Wissenschaftssystems genehmigt." Die Kerr-Preis-Gewinnerin Meike Feßmann beschwört in ihrer Dankesrede die Literatur als "einzigen Ort, wo das Intime öffentlich zur Sprache kommen kann, ohne zerstört zu werden." BöBla-Vizechefin Sybille Fuhrmann (die Zeitschrift stiftet den Kritiker-Preis) knüpft in ihrer Laudatio daran an und würdigt die "Orientierungsfunktion" der Literaturkritik "in einer Oberflächen- und Unterhaltungskultur" - sie erinnere an das intime Verhältnis von Autor und Leser bei der Lektüre von Büchern. (Bei Wallstein ist die Zusammenfassung einer aufschlussreichen Podiumsdiskussion über den Zustand der Literaturkritik auf der Leipziger Buchmesse 2004 erschienen).

Weitere Artikel: Andreas Trojan stellt den A1-Verleger Albert Völkmann vor. Klaus G. Saur schreibt einen Nachruf auf den früheren Springer-Verlagsdirektor Heinz Sarkowski. Guido Knopp kündigt seine Memoiren für 2013 an und verrät, dass er mit niemandem tauschen möchte.

Die Buchmacher vom 28.03.2006 - Börsenblatt

Gigantische Überproduktion, Konzentration im Buchhandel, schmale Finanzdecken: Welche Perspektiven sich in diesem Dickicht für kleinere Verlage ergeben, fragt das Börsenblatt drei unabhängige Verleger. Die Antworten von Bettina Preiß (VDG Verlag), Michael Zöllner (Tropen) und Manfred Metzner (Das Wunderhorn) sind zwar nicht neu, aber teilweise amüsant. Auf die Frage nach der Konkurrenz durch den Internet-Buchhandel und den Konsequenzen aus den verschiedenen Digitalisierungsbestrebungen versichert Metzner: "Ich gehe davon aus, dass unsere Leser (...) das Netz zwar nutzen, sich aber nicht vom Netz abhängig machen wollen. Wir müssen dafür sorgen, dass das Buch und das Umfeld, wie wir es schätzen, im Mittelpunkt bleiben." Darauf die Weimarer Verlegerin Preiß: "Der letzte deutsche Kaiser hat gesagt: Ich setze auf das Pferd, das Auto hat keine Zukunft."

Ähnlich traditionsbewusst zeigt sich Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder, der über die "geheiligte Ware Buch" (Brecht) philosophiert (der Beitrag basiert auf Honnefelders Eröffnungsrede zur Leipziger Buchmesse). In der Konkurrenz zu anderen Medien, erklärt der frühere DuMont-Verleger mit pathetischem Unterton, behaupte sich das Buch "als Schlüsselmedium des kulturellen Austauschs" - "als ein Text, der sich nicht löschen lässt, der nicht abstürzt und den man nicht wie ein beliebiges Modul verschieben kann".

Auf der Leipziger Buchmesse haben sich die Börsenblatt-Reporter unter anderem an die Fersen von gestressten Autoren, Lektoren und von Messechef Oliver Zille geheftet. Das schönste Zitat stammt aber vom Schriftsteller Alban Nicolai Herbst (mehr im Perlentaucher-Archiv), der in seinem Internet-Blog resümiert: "Sowas ist halt typisch Betrieb: Wie mach ich etwas über ein Thema der Zeit, aber so, dass sich niemand auf die Füße getreten fühlen kann? Sentimentalgeschwängerter Inzest pur, Heuchel-Schunkeln."

Weitere Artikel: Für den Deutschen Jugendliteraturpreis sind diesmal nur 27 statt 30 Titel nominiert worden - "ein Armutszeugnis", findet das Börsenblatt in seinem wöchentlichen Rundruf. Nils Kahlefendt porträtiert das Berliner Verlegerpaar Gudrun Fröba und Rainer Nitsche (Transit Verlag). Volker Schwarz würdigt in einem Nachruf den früheren Suhrkamp-Geschäftsführer Heribert Marre. Andreas Trojan befragt Bernd Zanetti, Leiter der Akademie des Deutschen Buchhandels, nach dem wachsenden Interesse der Branche an Weiterbildung. Hanser-Verleger Michael Krüger feiert den letztjährigen Sieger des Deutschen Buchpreis, Arno Geiger (ebenfalls Hanser).

Die Buchmacher vom 20.03.2006 - Börsenblatt

Die Neuen Medien waren Thema in Gottfried Honnefelders Grußwort zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse. "Electronic Publishing bestimmt mittlerweile das verlegerische Handeln in hohem Maße", sagte der Börsenvereinsvorsteher. Er stellte in Aussicht, dass auch der Börsenverein in diesem Jahr einen weiteren Schritt in die digitale Zukunft macht: mit der Volltextsuche Online. (Skeptiker sehen die VTO in 2006 noch nicht auf den Weg gebracht). Hier Honnefelders Rede im Wortlaut.

Wie jedes Jahr haben sich lit.Cologne und Leipziger Buchmesse zeitlich überschnitten. Ist es dadurch leichter für die Verlage, Autoren für ein Gastspiel zu gewinnen? fragte das Börsenblatt in seinem aktuellen Rundruf.

Zur nicht ganz neuen Debatte "Anspruchsvolle Literaturkritik vs. Hobbyrezension" tritt Literaturen-Chefredakteurin Sigrid Löffler im Börsenblatt gegen Amazon-Kritiker Thorsten Wiedau an. "Literaturkritik kann durch nichts ersetzt werden", beharrt Löffler. In der Belletristik im engeren und im strengeren Sinn sowie im Bereich des Qualitäts-Sachbuchs habe die Stimme der Literaturkritik Gewicht und ihr Urteil Glaubwürdigkeit. Ihre Zielgruppe sei der anspruchsvolle, der wählerische Konsument, der im unübersichtlichen Buchmarktgeschehen nach Orientierung verlange. Dagegen hält Wiedau: "Man kann mit Fug und Recht darüber streiten, ob das, was in den Feuilletons als Top-Titel eingeschätzt wird, tatsächlich die literarischen Trends im Lesepublikum abbildet." Professionell verfasste Kritiken seien entweder für viele Zeitungsleser unverständlich oder sie lösten gelangweilte Reaktionen aus, meint der Hobbyrezensent.

Heyne hat ein Gegenmittel zu den Massenabmahnungen bei nicht autorisierten Biografien ersonnen. Der Verlag bringt eine Rio Reiser-Biografie zunächst als E-Book heraus - und erst, wenn keine Klagen kommen, als gedrucktes Buch. "Das gibt zwar keine Gewähr, dass gegen das gedruckte Pendant nicht vorgegangen wird, stellt den Anwalt aber im Falle eines späteren Vorgehens als Beutelschneider bloß", erläutert das Börsenblatt.

Fremdsprachige Bücher sind gefragt. Trotzdem ist der Hamburger Buchimporteur JU Books (18 Mitarbeiter) pleite. "Kurz vor dem Durchbruch kamen Liquiditätsschwierigkeiten"; erzählte Geschäftsführer Josef Unruhe dem Börsenblatt. Die Barsortimente, die ihr Angebot an fremdsprachiger Literatur kontinuierlich ausbauen und die ausländischen Verlage, die ihre Titel verstärkt selbst in Deutschland vertreiben, sind für Unruhe nicht Schuld an der Misere des eigenen Unternehmens. Er hatte JU Books nach seinem Ausscheiden beim Konkurrenten Petersen Buchimport in 2003 gegründet.

Personalien: Literaturkritiker Volker Hage ist neuer Sprecher der Jury für den Deutschen Buchpreis. Ex-Europa-Verleger Vito von Eichborn wird Herausgeber der Edition Books on Demand.

Meldungen: Der sorbische Autor Jurij Brezan verstarb im Alter von 89 Jahren - er war u.a. Vizepräsident des Schriftstellerverbands in der DDR. Der Süddeutsche Verlag ist für seine Editionen zu Literatur, Film und Musik mit dem Marken Award 2006 der Zeitschrift Absatzwirtschaft ausgezeichnet worden. Die Kulturfinanzierung durch die öffentliche Hand sank zwischen 2001 und 2004 von 8,4 Milliarden Euro auf 7,88 Milliarden Euro.

Die Buchmacher vom 14.03.2006 - Börsenblatt

Bertelsmann ist in den Blickpunkt der Banken gerückt. Das Börsenblatt bezieht sich auf einen Spiegel-Artikel, in dem die Investmentbanker von Goldman Sachs die einzelnen Bertelsmann-Geschäftsbereiche schätzen. Am meisten wert ist demnach die TV- und Radio-Sparte mit 9 Milliarden Euro, die Buchsparte Random House und die Zeitschriftensparte Gruner + Jahr werden mit jeweils 1,9 Milliarden Euro veranschlagt. Am wenigsten trauen die Banker dem Buchclub und Online-Geschäft (gebündelt in der Direct Group) zu: "schlappe" 500 Millionen Euro. Interessant sind die Berechnungen im Hinblick auf den von der Groupe Bruxelles Lambert (sie hält rund 25 Prozent Anteile an Bertelsmann) geplanten Börsengang. Will die Familie Mohn den Börsengang verhindern und ihr Rückkaufrecht für die GBL-Anteile nutzen, dann muss sie fünf Miliarden Euro auf den Tisch legen.

Der Thalia-Expansionskurs fordert weitere Opfer. In Darmstadt schließt - nicht als Folge, sondern vor der Einrichtung einer 2.800 Quadratmeter großen Thalia-Filiale - die Traditionsbuchhandlung K.H. Schlapp. Geschäftsführer Eckart Schlapp wechselt nicht wie Ex-Börsenvereinsvorsteher Schormann zu Thalia, sondern schmiedet mit dem Konkurrenten Buch Habel (2.300 Quadratmeter Fläche) eine Allianz. In Soest kapituliert die Buchhandlung Walter Weihs vor Thalia und Buch & Kunst. Nur im eh schon mit Buchhandlungen dicht besiedelten Regensburg (13 meist inhabergeführte Buchläden, dazu die Filialisten Pustet, Hugendubel, Lehmanns, Schweitzer, Weltbild plus und Jokers) will sich keiner von Thalia (kommt im April) einschüchtern lassen. Hier stellt Börsenblatt Online ein Forum zum Thema.

Die Internationale Abteilung der Frankfurter Buchmesse (mehr) möchte ein Buchinformationszentrum (BIZ, nicht zu verwechseln mit Berufsinformationszentrum) in der arabischen Welt einrichten. "Wir lassen derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellen", erklärt Abteilungsleiterin Claudia Kaiser im Börsenblatt-Interview. Das Projekt passe gut zur Strategie des Auswärtigen Amts, das 50 Prozent der Kosten von Buchinformationszentren trägt, ist sich Kaiser sicher. Wann und wo ein neues BIZ eröffnet werden könnte, steht noch nicht fest.

Dem Europa Verlag steht das Wasser bis zum Hals: Das Hamburger Unternehmen (nicht betroffen ist der Europa Verlag Wien) hat Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. "Die Verlagsgeschäfte werden fortgeführt; offen ist, ob das Frühjahrsprogramm wie geplant in Druck geht", berichtet das Börsenblatt. Eine Alternative zur Abwicklung des Unternehmens könnte die vom Verleger Arne Teutsch und der Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse Leipzig gegründete Auffanggesellschaft sein. Schon Teutschs Übernahme des Verlags in 2004 stand unter keinem guten Stern: Damals war Europa bereits in den Miesen.

Beim Betreten einer Weltbild plus-Filiale mag einen das Gefühl beschleichen, in einen Gemischtwarenladen geraten zu sein. Künftig bietet Weltbild auch noch Handys und die dazugehörigen Mobilfunkverträge an. Eine Kooperation mit dem Telekommunikationsriesen T-Mobile macht's möglich. T-Mobile will von allen Weltbild-Vertriebskanälen (das sind 300 Weltbild plus-Filialen und ein umsatzstarkes Versandgeschäft) profitieren, hat das Börsenblatt erfahren.

Sehen Schulbuchverlage nach der Rechtschreibreform-Reform Handlungsbedarf? wollte das Börsenblatt diese Woche in seinem Rundruf wissen. Das neue Regelwerk hat der Rechtschreibrat auf seinen Internetseiten unter der Rubrik "Aktuelles" verpackt.

Personalien: Michael Lemling, bislang Leiter der Buchhandlung Carolus in Frankfurt, übernimmt in geschäftsführender Eigenschaft die Buchhandlung Lehmkuhl in München. Seit 2005 gehört Lehmkuhl den C.H. Beck-Verlegern Wolfgang und Hans-Dieter Beck.

Die Buchmacher vom 06.03.2006 - Börsenblatt

Die Rechtschreibreform steht vor dem Abschluss und die gebeutelten Schulbuchverlage werden drei Kreuze machen, wenn die Reform der Reform, wie vorgesehen, am 1. August diesen Jahres in Kraft tritt. Immerhin ein Trost nach dem langen Hin und Her: "Der Umfang der Änderungen ist so gering, dass keine neuen Schulbücher gedruckt werden müssen", verspricht die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave. Mehr zum Thema.

Dan Browns Bestseller "Sakrileg" ist ein Plagiat, behauptet das Autoren-Team Michael Baigent und Richard Leigh. Da sie im "Sakrileg" Grundzüge ihres 24 Jahre alten Sachbuchs "Der heilige Gral und seine Erben" entdeckt haben, verklagen Baigent & Leigh den Verlag Random House (Random House hat das englischsprachige Original, "The Da Vinci Code", herausgebracht) auf Schadenersatz in Höhe von mindestens 15 Millionen Euro. "Von einer Verurteilung wäre nicht nur der Weiterverkauf des Buchs, sondern auch der für Mai geplante Kinostart betroffen", kommentiert das Börsenblatt.

Amazon
hat nach dem Vorwurf des Rockbuch Verlags, die Manipulation von Kundenrezensionen zuzulassen (siehe "Buchmacher"-Archiv von letzter Woche), eingelenkt und die Negativkritiken von seinen Webseiten entfernt. Das Problem ist damit nicht aus der Welt: Da eine eindeutige Identifizierung der Rezensions-Verfasser nicht möglich ist, bleibt Rockbuch nur, Anzeige gegen Unbekannt zu stellen. Vermutlich mit wenig Erfolg. Rockbuch-Verlegerin Heide Buhmann spricht im Börsenblatt verärgert von einer "Grauzone unter dem Dach von Amazon".

Gestern hat die nach Frankfurt international wichtigste Lizenzmesse, die Londoner Buchmesse, ihre Pforten geöffnet. Das Börsenblatt fragte deutsche Verleger im aktuellen Rundruf nach ihren Erwartungen an den Branchentreff.

Die Ausschreibungs-Praxis der Hamburger Schulbuch-Aufträge stößt Sortimenterin Bea Holtmann übel auf. Sie sieht kleine Buchhandlungen ausgebootet, fürchtet gar deren Geschäftsaufgaben und damit das Verschwinden von Stadtteil- und Lesekultur.

Nach einjähriger Suche ist endlich eine Personalie geklärt: Tilo Eckardt tritt als neuer Programmleiter das Erbe des verstorbenen Verlegers Karl Blessing an. Blessing sei nicht zu ersetzen, sagt Eckardt voller Respekt im Börsenblatt-Interview. Er wolle jetzt Blessings immer noch lebendigen Geist stärken, die Verlagsphilosophie erhalten und den Verlag deutlich von Heyne abgrenzen. Der 37-jährige Eckardt hat zuletzt das Heyne-Lektorat im Bereich Belletristik Hardcover geleitet. Und: Christina Weiss, ehemals Bundesbeauftrage für Kultur und Medien, tritt in den Vorstand der Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung ein.

Meldungen: Der französische Buchmarkt verzeichnete in 2005 ein Minus von 0,5 Prozent, die größte Verlagsgruppe des Landes, Hachette Livre, hat im selben Zeitraum ein Plus von 3,5 Prozent erwirtschaftet. Die dänische Lyrikerin Inger Christensen erhält den mit 50.000 Euro dotierten Siegfried-Unseld-Preis. Der Frankfurter Suhrkamp Verlag hat eine Repräsentanz im Westen Berlins eröffnet. Das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher zieht von Berlin nach Tutzing an den Starnberger See. Der MairDuMont Verlag lässt die erfolgreiche Individual-Reiseführerreihe Lonely Planet ins Deutsche übersetzen. Die Niederlande siegen beim Wettbewerb um die Schönsten Bücher aus aller Welt. Mehr.

Die Buchmacher vom 28.02.2006 - Börsenblatt

Die Digitalisierung von Büchern hat längst in Bibliotheken Einzug gehalten - in welchem Umfang, das verdeutlicht seit kurzem das Zentrale Verzeichnis Digitalisierter Drucke. "Künftig kann auf einer Online-Plattform in den digitalen Schatzkammern von 37 Bibliotheken recherchiert werden. 53.000 Bücher und Artikel sind bereits eingebunden", berichtet das Börsenblatt. Das ist jedoch erst der Anfang. Bei den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Portalbetreibern stehen 106 Digitalisierungsprojekte, darunter das Hochschulbibliothekszentrum Köln, auf der Agenda.

Heute beginnt das Warming up zur Leipziger Buchmesse. Unter dem Motto "Leipzig schmeckt" lesen Leipziger Promis bis zum Messe-Eröffnungstag (16. März) jeden Mittag in der Moritzbastei, ein Löffelgericht gibt's dazu gratis. Messedirektor Oliver Zille zieht vorab schon eine positive Bilanz: Sowohl bei den Einzelausstellern als auch bei den Flächenzahlen kann er für seine Messe einen Zuwachs von acht Prozent verbuchen. Zudem weiß sich Leipzig "immer besser in Szene zu setzen", findet das Börsenblatt. Seit Jahren engagiere sich die Leipziger Buchmesse für den schriftstellerischen Nachwuchs. Und auch der Schwerpunkt Hörbuch verliert nicht an Zugkraft: Mit zweistelligen Zuwächsen zieht diese Warengruppe automatisch die Aufmerksamkeit auf sich.

Rockbuch mahnt Amazon ab. Der auf deutschsprachige Musikliteratur spezialisierte Verlag fühlt sich von den zahlreichen Leser-Rezensionen auf den Seiten des Onlinehändlers angegriffen. Nahezu jedes "Rockbuch" sei mit "kaum zu überbietenden Negativbewertungen abqualifiziert" worden, beschwert sich Verleger Hanspeter Haeseler. Er vermutet dahinter die Strategie eines Dritten, der dem Verlag schaden will. Haeseler fordert von Amazon eine transparentere Rezensions-Praxis. Amazon verspricht eine Prüfung des Falls und bei erhärtetem Verdacht die Einleitung entsprechender Maßnahmen.

Jokers (Weltbild-Gruppe) steht unter besonderer Beobachtung des Preisbindungstreuhänders der Verlage, Dieter Wallenfels. Ein Testkauf hatte ergeben, dass Jokers verlagsneue Bücher als reduzierte Mängelexemplare anbietet. Während Wallenfels mit gerichtlichen Schritten droht, verwahrt sich Jokers-Geschäftsführer Wolfram Nickrandt gegen einen "Generalverdacht". Jokers habe kein Interesse, sich über das geltende Preisbindungsrecht hinwegzusetzen, sagte Nickrandt dem Börsenblatt und kündigte schärfere interne Kontrollen seiner Lager an.

Die Zahl der Buchübersetzungen ist in den letzten Jahren gesunken. Lag die Anzahl der übersetzten Titel im Jahr 2000 noch bei 7.600, wurden in 2004 nur noch 5.400 fremdsprachige Bücher ins Deutsche übertragen, teilt das Börsenblatt mit. Campus-Verleger Thomas Carl Schwoerer fürchtet im Hinblick auf die aktuellen Gerichtsurteile (zugunsten der Übersetzer und zu Lasten der Verlage und Autoren, siehe Archiv), dass diese Abwärtsentwicklung an Dynamik gewinnt.

Weiteres: Rainer Moritz macht sich in seiner Glosse Gedanken über die Freiheit von Romanfiguren. Das Heinrich Heine-Geburtshaus in Düsseldorf wurde nach einem 900.000 Euro teuren Umbau (ermöglicht von Stadt und Land) als Literaturzentrum mit Buchhandlung und Cafe wiedereröffnet. Rund 100 deutschsprachige Krimiautorinnen des Vereins "Sisters of Crime" stemmen vom 23. bis 26. März in Köln ein Festival - auf dem Programm steht u.a. eine Lesung mit Anne Chaplet, Susanne Mischke und Sabine Deitmer. Die Messe Frankfurt expandiert und davon kann auch die Buchmesse profitieren - im Frühsommer beginnt der Bau einer 20.000 Quadratmeter großen neuen Halle. Wann der Neubau erstmals zur Verfügung steht, ist noch offen.

Die Buchmacher vom 13.02.2006 - Börsenblatt

Wo geht die Frühjahrsreise hin? bat das Börsenblatt um eine erste Einschätzung von Verlegern und Vertriebsleitern. Erfreulich: Mehrheitlich waren die Befragten zuversichtlich mit Blick auf die Vorbestellzahlen für die Frühjahrssaison. Mehr noch, von einer Hand voll Verlagen wurde das Bestellverhalten der Sortimenter als "außergewöhnlich gut", "phantastisch in Bezug auf den Top-Titel" oder "sehr zufriedenstellend" beurteilt. Deutlich negativ schlage sich beim Einkaufsverhalten nieder, wenn Buchhändler von Filialisierung bedroht seien, bemerkte ein Verleger und gab zu bedenken, dass Kaufzurückhaltung in einem solchen Fall keinen Sinn mache. Wichtiger wäre es, dem betroffenen Sortiment ein unverwechselbares, eindeutiges Profil zu geben.

In seinem Wochen-Schwerpunkt untersucht das Börsenblatt Chancen und Risiken der Nebenmärkte. Immerhin neun Prozent des Umsatzes haben die Verlage in 2004 über Tankstellen, Discounter & Co. erwirtschaftet (Quelle: "Buch und Buchhandel in Zahlen"), Tendenz steigend. Erfolg versprechend machen sich unter anderem preisgünstige Taschenbuch-Bestseller und qualitativ hochwertige MA-Ware in diesem Vertriebskanal. "Das Buch als ganz normale Handelsware nach dem Motto 'Was nicht läuft, fliegt raus' und nicht als Kulturgut müssen die Verlage, die sich mit Nebenmärkten beschäftigen, aber erst noch verinnerlichen", glaubt das Börsenblatt. Denn, anders als in einer Buchhandlung, wird unverkaufte Ware auf dem Nebenmarkt schon nach wenigen Tagen weggeräumt und wandert - bei vollen Rückgaberecht - zurück an den "Hersteller".

Das Börsenblatt regt sich gemeinsam mit dem französischen Verlegerverband SNE über Googles "Rechteblindheit" auf. Hunderte von (nicht nur) französischen Titeln, die noch urheberrechtlich geschützt seien, ließen sich in der Volltextsuche von Google Book Search recherchieren, schreibt das Magazin. Die französischen Verleger wollten nun - wie zuvor ihre US-Kollegen - gegen den "Suchmachinen-Giganten" vorgehen. SNE-Präsident Serge Eyrolles lässt dem Vernehmen nach alle Verstöße dokumentieren und droht mit einer Klage. Auch deutsche Titel, die noch nicht rechtefrei sind, lagen schon auf dem Google-Scanner. Mehr in unserem "Virtualienmarkt".

Leipzig übertrifft sich - in Zahlen - erneut selbst. Mit mehr als 1.800 Veranstaltungen (im vergangenen Jahr: 1.500) an 250 Spielstätten und rund 1.300 Mitwirkenden (in 2005: 1.000) gewinnt das Lesefestival "Leipzig liest" als Begleitprogramm der Leipziger Buchmesse an Strahlkraft. Die rege Teilnahme am Lesefest gehe mit dem deutlichen Zuwachs an Einzelausstellern einher, erläuterte Buchmesse-Direktor Oliver Zille dem Börsenblatt. Die Chance des Publikums wolle sich keiner entgehen lassen.

Die sieben Juroren für den Preis der Leipziger Buchmesse sind um ihr Lesepensum der vergangenen Wochen nicht zu beneiden: Aus rund 700 Titeln von 144 Verlagen haben sie eine Vorauswahl von 15 Titeln in drei Kategorien (Belletristik, Sachbuch und Übersetzung) getroffen. Dass auf der Nominiertenliste Frühjahrstitel dominierten, sei kein Zufall, sagte der Jury-Vorsitzende Martin Lüdke im Börsenblatt-Interview. In der deutschen Gegenwartsliteratur lasse sich derzeit eine Zäsur erkennen, so Lüdke weiter. Der Generationswechsel sei vollzogen und die junge Generation verdiene Unterstützung. Der Preis wird am 16. März vergeben und ist mit 45.000 Euro dotiert.

Meldungen: Die Domain Literaturportal.de ist nach langen Verhandlungen in den Besitz des Deutschen Literaturarchivs Marbach übergegangen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Prestel und dtv bringen gemeinsam eine achtbändige "Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland" auf den Markt. Der Stuttgarter Kinderbuchverlag Nelson, Imprint des Rackjobbers Librofino, will künftig auch Titel für Erwachsene produzieren.

Die Buchmacher vom 07.02.2006 - Börsenblatt

Das Börsenblatt macht (mal wieder) die Digitalisierung von Büchern zum Thema. Der Börsenverein sieht, dass die Konkurrenz sich bereits aufgestellt hat und drückt bei der brancheneigenen "Volltextsuche Online", seit neuestem kurz VTO, aufs Tempo. Am 1. Oktober soll die VTO "in Echtbetrieb" gehen (hier die Projektskizze zur Einsicht). Mehrere europäische Nationalbibliotheken arbeiten auf die von der EU-Kommission unterstützte Digitale Europäische Bibliothek hin. Auch die Deutsche Bibliothek ist mit Arbeitsgruppen vertreten, kann allerdings derzeit kein Projekt - wie etwa das französische Programm Gallica - realisieren. Der Bibliothek fehle es an finanziellen Mitteln, um die eigenen Bestände komplett einzuscannen, hat das Börsenblatt erfahren.

Dass Content verstärkt übers Internet vertrieben wird, weiß auch der stationäre Buchhandel. Aber: Will und kann er in das Geschäft einsteigen? Vier Fünftel der vom Börsenblatt befragten Sortimenter sehen sich selbst kein Stück vom "digitalen Kuchen" abschneiden.

Der Schriftsteller Alban Nikolai Herbst hat bei eBay eine Rolle in einem Roman versteigert. Der Höchstbietende soll mitbestimmen dürfen, wie die Figur, die auch nach ihm benannt sein kann, gestaltet ist. Ein PR-Gag oder ein geschickter Schachzug im Konflikt Kunstfreiheit vs. Persönlichkeitsfreiheit? fragt sich das Börsenblatt. Zur Erinnerung: Herbsts Roman "Meere" (Marebuch) durfte im Oktober 2003, nachdem eine Person ihre Persönlichkeitsrechte verletzt gesehen und erfolgreich geklagt hatte, nicht mehr vertrieben werden.

Die Journalistin Meike Fessmann (SZ, Tagesspiegel, Rundfunk) wird auf der Leipziger Buchmesse mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. Die vom Börsenblatt gestiftete Anerkennung geht an eine Kritikerin, die "Werke von etablierten Autoren der Gegenwart wie die der jungen Generation beleuchtet". Einfach mache es sich Fessmann nicht, befand die Jury. Ihr Urteil sei ebenso kenntnisreich wie eigensinnig und entschieden.

Meldungen: Filialist Thalia hat die wissenschaftliche Versandbuchhandlung Dr. Claus Steiner AG aufgekauft. Die Universität Tel Aviv verleiht Marcel Reich-Ranicki die Ehrendoktorwürde und richtet einen Marcel Reich-Ranicki-Lehrstuhl für deutsche Literatur ein. Der Leipziger Buchpreis geht an den ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch. Die Random House Verlagsgruppe führt ihre drei Labels Gütersloher Verlagshaus, Kösel Verlag und Gerth Medien zu einem neuen Bereich "Lebenshilfe und Religion" zusammen.

Die Buchmacher vom 30.01.2006 - Börsenblatt

Der wachsende Handel mit Gebrauchtbüchern versetzt die Branche in Alarmbereitschaft. Bei Amazon, als Beispiel, werden bereits weltweit und über alle Produktgruppen hinweg 30 Prozent aller Bestellungen über das so genannte Marketplace-Programm abgewickelt. Campus-Verleger Thomas Schwoerer ärgert sich im Börsenblatt-Interview darüber, dass beim Second-Hand-Handel die Autoren und Verlage leer ausgehen und sieht sogar die Buchpreisbindung in Gefahr. Der Verleger-Ausschuss im Börsenverein wolle Amazon zum Meinungsaustausch bitten, berichtet Schwoerer. Seine frommen Wünsche sind: die Entwicklung eines Modells, das Verlagen beim Gebrauchtbuch-Verkauf einen "angemessenen Anteil" der Vermittlungsgebühr sichert und eine Einflussnahme auf die Preisgestaltung.

"Dringenden Korrekturbedarf" meldet der Börsenverein zum Regierungsentwurf zur Urheberrechtsreform an. Auf Kritik des Branchenverbands stößt vor allem die vorgesehene Fassung für § 52b. Danach können Bibliotheken ihren Nutzern beliebig viele Kopien eines digitalisierten oder elektronischen Werks zur Verfügung stellen - egal, wie viele Exemplare sie im Bestand haben. Der für die Verlage Partei ergreifende Börsenverein sieht darin einen Verstoß gegen die im Grundgesetz verankerte Eigentumsgarantie. Auch die vorgesehene Neuregelung von Geräte- und Betreiberabgaben (§ 54 ff.) ist dem Verband ein Dorn im Auge. Sie sei von einem "fairen Kompromiss" weit entfernt, zitiert das Börsenblatt.

Indien ist im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast, aber es fehlt hierzulande noch an überlieferter Literatur. Meint der National Book Trust of India und verspricht Verlagen, die bis zur Buchmesse das Werk eines zeitgenössischen indischen Autors übersetzen lassen und veröffentlichen, Bares. Besonders gefördert werden Übersetzungen, die nicht aus dem Englischen herrühren. In Indien werde nur zu einem sehr kleinen Teil Englisch gesprochen und geschrieben, erläutert Nuzhat Hassan, Direktorin des National Book Trust. Die anderen Sprachen brächten Farbe ins Spiel. Wie reichhaltig die indische Kultur insgesamt sei, das zeige erst die Gesamtschau.

Das Bundesverfassungsgericht holt sich vom Börsenverein, vom deutschen PEN-Zentrum und Verband deutscher Schriftsteller Stellungnahmen zum Fall "Esra" (zur Erinnerung: Zwei Bekannte hatten sich in dem von Maxim Biller verfassten Roman wiedererkannt, ihre Persönlichkeitsrechte verletzt gesehen und sich durch die Instanzen geklagt). Börsenvereins-Anwältin Anne-Katrin Leenen beruft sich im Börsenblatt-Gespräch auf die Eigenschaft des Romans als Kunstwerk und das Grundrecht der Kunstfreiheit, das von den bisherigen Gerichtsinstanzen nicht hinreichend berücksichtigt worden sei. Mehr.

In gleicher Angelegenheit ist Literaturkritiker Uwe Wittstock (Die Welt) fest davon überzeugt, dass Leser Romane von Zeitungsartikeln, Fakten von Fiktion unterscheiden können. Er plädiert auf der Meinungsseite für die Literaturfreiheit.

Personalien: Johannes Thiele, seit 2005 Programmleiter des Europa Verlags in Hamburg, hat den stillgelegten Europa Verlag Wien gekauft, den er mit einem "kleinen, feinen Programm wiederbeleben" will.

Meldungen: Der Sammelauftrag der Deutschen Bibliothek Frankfurt / Main und Leipzig - bald "Deutsche Nationalbibliothek"? - wird künftig um digitale Publikationen erweitert.

Die Buchmacher vom 23.01.2006 - Börsenblatt

Neben dem Internet entwickelt sich das Handy zur Plattform für Buchinhalte, prognostiziert das Börsenblatt. Vorreiter sind die Anbieter von Wörterbüchern und Reiseinformationen. Die einfachste und logische Digitalisierung von Buchinhalten fürs Handy findet über eine internettaugliche Aufbereitung als Zwischenformat statt. Als nächste Stufe kommt dann die mobile Anwendung. Medienberater Klaus Eck sieht darin eine Chance für Verlage: Wenn die Leser eingebunden werden, haben die Buchmacher über Blogs und Podcasts Gelegenheit, mit geringen Kosten ihre Kunden direkt anzusprechen.

Der interimistische Vorsteher des Börsenvereins, Gottfried Honnefelder, krempelt die Ärmel hoch. Die Verbandsarbeit müsse ganz grundsätzlich beschleunigt, Entscheidungen mutiger und schneller gefällt werden, sagte Honnefelder dem Börsenblatt.

Kopierschutz - nein, danke. Für die im Rundruf des Börsenblatts befragten Hörbuch-Verlage ist Kopierschutz für Downloads Makulatur. Welchen Schutz die Hörbuch-Produzenten dagegen für sinnvoll erachten, hier.

Vom Konsum- bis zum Geschäftsklima-Index: Alle wichtigen Barometer zeigen nach oben. "Die Stimmung ist schon fast zu gut", meint Boris Langendorf, der die wirtschaftliche Entwicklung für den Buchhandel beobachtet. Das allzu gute Klima sei zwar kein Grund zur Beunruhigung, formuliert es Langendorf, aber zur Wachsamkeit.

Personalien: Hans-Robert Cram, bisher Hauptgesellschafter und Beiratsmitglied des Wissenschaftsverlags de Gruyter, hat die drei Kunstbuchverlage Dietrich Reimer, Gebr. Mann sowie den Deutschen Verlag für Kunstwissenschaft übernommen. Hans-Jürgen Junker und Jochen Laabs sind seit Anfang des Jahres Geschäftsführer des Weltbild Plus Medienvertriebs, die bisherigen Geschäftsführer, Carel Halff und Maximilian Hugendubel, werden das Unternehmen in einem neu geschaffenen Beirat weiterhin begleiten. Carsten Polzin verantwortet seit 1. Januar den Programmbereich Piper Fantasy. Hanser-Verleger Michael Krüger wird von der Uni Bielefeld mit dem Titel Ehrendoktor der Philosophie geehrt, zudem erhält Krüger den mit 12.000 Euro dotierten Mörike-Preis. Stefan Aufenanger wude zum Wissenschaftlichen Direktor der Stiftung Lesen in Mainz ernannt.

Meldungen: Drogerie-Discounter Rossmann will den Verkauf von Büchern ausbauen. Und: Die Türkei hat das Verfahren gegen den Schriftsteller Orhan Pamuk eingestellt.