
Nick Paumgarten
porträtiert John Mackey, Gründer und Chef von
Whole Foods, der größten
Biomarkt-Kette der Welt. Mackey selbst sieht sich als "Vater" dieses Unternehmens, seine 54.000 (!) Angestellten halten ihn dagegen eher für den "
verrückten Onkel", und nicht wenige Konsumenten argwöhnen, gerade Größe und Erfolg der Kette seien der Beweis, dass Whole Foods "auf
die dunkle Seite übergelaufen" sei. "Je nach dem, an welcher Stelle in der Palette der Feinschmeckerkultur man steht, wird man Whole Foods für einen redlichen Lebensmittelhändler oder einen zynischen Betrüger halten, für einen Anstoß zur Selbstverbesserung oder ein Tor zur Dekadenz, für einen Segen oder tödlich fürs Viertel, für eine nützliche gesellschaftliche Kraft oder einen Ort, an dem man Tussen aufgabelt ... Whole Foods deckt zwar nur ein Prozent des amerikanischen Lebensmittelhandels ab, hat aber die Produktions-, Kauf- und Essgewohnheiten in Amerika zweifellos verändert. Sein Name, berechtigt oder nicht, ist die Kurzform einer
Ernährungsrevolution." (
Aktualisierung vom 31.12.2009:
Gawker meldet gerade, dass Mackey offenbar auf Druck der Gewerkschaft als
chairman von Whole Foods
zurückgetreten ist, der Firma aber als
CEO erhalten bleibt.)
Alex Ross
bespricht das Theaterstück "One Evening", das
Schuberts "Winterreise" mit
Samuel Becketts besonderer Bewunderung für diesen Liederzyklus kurzschließt. "Nichts für Schubert-Puristen ... Letzten Endes lag der Fokus von 'One Evening' weniger auf Schubert als auf Beckett, und die Inszenierung funktionierte am besten als eine
schräge Dramatisierung jener Anlässe, bei denen der Schriftsteller die 'Winterreise' isoliert [in sein Werk] übernahm."
Außerdem: Anthony Lane
bespricht die Biografie "High Society: The Life of
Grace Kelly" von Donald Spoto. David Denby
sah im Kino
James Camerons Science-Fiction-Spektakel
"Avatar" und
Guy Ritchies Krimi
"Sherlock Holmes". Zu lesen ist außerdem die
Erzählung "Baptizing the Gun" von
Uwem Akpan und Lyrik von
Donald Hall und
Rachel Hadas.