Stichwort

Beirut

187 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 13
9punkt 07.10.2020 […] August hat Teile von Beirut, darunter auch viele historische Gebäude, zerstört oder stark beschädigt. Im Interview mit der NZZ erzählt die Architektin Danièle Chikhani, wie private Initiativen beim Wiederaufbau helfen. Der Staat scheint nicht viel zu tun. Chikhani hat eher Angst, dass er die Fehler beim Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg wiederholen könnte: "Die Innenstadt von Beirut war einmal eine reizvolle […] reizvolle Gegend, die jedoch infolge ihrer Nähe zur grünen Linie, die Beirut in zwei Hälften teilte, völlig zerstört wurde. In den neunziger Jahren gründete der damalige Präsident Rafik Hariri die Solidère, eine Gesellschaft, die den gesamten Wiederaufbau übernahm. Dabei bereicherten sich gewisse Bauherren, und die Innenstadt wurde mit seelenlosen Gebäuden im Disneyland-Stil zubetoniert. Wenn Sie jetzt […] jetzt nachts durchs Zentrum gehen, werden Sie feststellen, dass die Straßen völlig leer sind. Die meisten Beiruter versuchen diese Gegend zu meiden. Grünflächen sind für normale Menschen nicht zugänglich. Der Raum ist uns, den Bürgern, gestohlen worden. Stattdessen ging alles in die Hände von ein paar reichen Leuten über." […]
Efeu 14.08.2020 […] vs sah. Aber: Wem einmal die Augen geöffnet wurden, der sieht nicht mehr nur das, was er sehen soll." Sonja Zekri unterhält sich für die SZ per Videoanruf mit einigen Künstlern im halb zerstörten Beirut. Verzweifelt sind sie und fast schon jenseits der Hoffnung, es könnte mal besser werden: "Zaatari ist einer der Gründer der Arab Image Foundation, eines Archivs für arabische Fotografie: 'Unsere Sammlung […] Galerie in Hamra, kam ums Leben, ebenso der Architekt Jean-Marc Bonfils, der das Gebäude entworfen hatte, in dem die Galerie Tanit untergebracht war, die ebenfalls beschädigt wurde, so wie auch das Beirut Art Center." Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Down to Earth" im Martin-Gropius-Bau in Berlin (Tsp) […]
Magazinrundschau 06.08.2020 […] ist Rachel Lance' kenntnisreiche Einschätzung der katastrophalen Explosion im Hafen von Beirut, in deren Zuge sie auch auf das Desaster im Hafen von Halifax im Jahr 1917 zu sprechen kommt, die bislang größte von Menschen verursachte, aber nicht-nukleare Explosion der Geschichte - ein trauriger Rekord, den Beirut gebrochen haben könnte. Seinerzeit rammte ein mit Munition beladenes, in Flammen stehendes […] stehendes Schiff den Hafen und forderte schlagartig tausende von Todesopfern. Damals ging eine Schockwelle durch die Stadt, wohingegen in Beirut - anders als eilige Twitter-Kommentatoren angesichts des weißen Kegels, der sich zunächst um die Beiruter Explosion legte, vermeldeten - lediglich eine Druckwelle zu beobachten war. Fast könnte man sagen: zum Glück, denn "der Hauptunterschied zwischen beiden besteht […] Sturz aus dem Himmel mit tödlicher Geschwindigkeit. Hochgradig explosive Stoffe ergeben Schockwellen, weniger explosive Stoffe - wie Ammoniumnitrat - Druckwellen." Anhand der zahlreichen Videos aus Beirut lässt sich die Geschwindigkeit der Druckwelle messen - die Schwelle zur Schallgeschwindigkeit wurde dabei nicht überschritten: "Die Verwüstung vollzog sich zunächst mit lediglich 312 Metern pro Sekunde […]
Efeu 07.08.2020 […] online Druck auf die Galerie ausgeübt, den Künstler zu canceln. Recherchieren, lesen, Vorwürfe sorgfältig prüfen - soviel Rückgrat wünscht man sich auch von anderen Akteuren des Kunstbetriebs." In Beirut war kulturell möglich, was nirgendwo sonst im Nahen Osten möglich war, seufzt Lena Bopp in der FAZ: "Es gab Galerien und Ateliers und seit wenigen Jahren sogar ein richtiges Museum. Das Sursock Museum […] Zu sehen waren zwanzig Werke aus dem Musée Picasso in Paris. Es war eine außergewöhnliche Leihgabe, um, wie der Pariser Direktor damals sagte, in den libanesischen Krisenzeiten etwas Schönheit nach Beirut zu bringen. Die Schau stand in keinem Verhältnis zu dem Ansturm, den sie auslöste. Zwei Räume, winzig. Aber die Menschen waren hungrig nach Kunst und die Schau eine große Ehre für das Land, initiiert […]
9punkt 06.08.2020 […] "Dass das Ganze wohl kein Anschlag war, macht es für die Libanesen nicht weniger politisch", schreibt Karim El-Gawhary zur ungeheuren Explosion in Beirut, die auf schlampige Lagerung eines höchst gefährlichen Stoffs zurückzuführen ist. "Für sie ist es ein weiterer Beweis dafür, dass sie inzwischen in einem völlig gescheiterten Staat leben. Die einstige Schweiz des Nahen Ostens, als die sich der Libanon […] meistern. Sie arbeiten immer noch in den überkommenen konfessionellen Schemata und versuchen, sich durch den üblichen Kuhhandel untereinander durch die Krise zu schmuggeln." Hier Julia Neumann Bericht aus Beirut. Und Stefan Schaafs Erläuterungen zum Ammoniumnitrat. Die Krisen im Libanon sind "hausgemacht", schreibt auch Andrea Nüsse im Tagesspiegel: "Die Resilienz der Bewohner des Libanon hat ihnen weltweit […]