Stichwort

Philip Roth

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Magazinrundschau 17.09.2019 […] Film "Die Prager Orgie" der tschechischen Regisseurin Irena Pavlásková (Trailer) nach dem Roman von Philip Roth, der darin seine Tschechoslowakei-Besuche in den kommunistischen 70er Jahren verarbeitete. Pavlásková, die sich vor seinem Tod mit Roth traf, erzählt im Interview mit Tomáš Maca: "Philip Roth hat die Situation in unserem Land sehr feinfühlig wahrgenommen. Er sah, wie die tschechoslowakische […] (einschließlich der regimekritischen) und Diplomaten." Die unverbindlichen erotischen Beziehungen jener Zeit sieht Plavásková nachträglich als Ausdruck der Frustration angesichts der Totalität. Philip Roth betreffend, ging sie in den Archiven der Staatssicherheit nachschauen, ob über ihn eine Akte geführt wurde. "Tatsächlich hatten sie einige Leute auf ihn angesetzt, die in dieser schauerlichen Amtssprache […] Ausfälle und Partys zur Mitarbeit und zum Aushorchen von Roth zwang. Mir fiel auf, dass der StB ihre Materialien gleich Anfang Dezember 1989 vernichtet hat. Ich muss allerdings betonen, dass ich mit Philip Roth nicht darüber gesprochen habe, wer ihn zu der Figur der provokativen Olga inspiriert hat." […]
Efeu 24.05.2018 […] Große Trauer um den Schriftsteller Philip Roth. Er war zwar nie Bestandteil der literarischen Avantgarde, erklärt Paul Ingendaay in der FAZ, doch "deren Errungenschaften zelebrierte er mit beträchtlichem Raffinement vor allergrößtem Publikum. Spiegelungen, Doppelgänger, Wiedergänger, ein ständiges Oszillieren zwischen Wirklichkeit und Fiktion, zwischen dem auktorialen Ich und der literarischen Figur […] und stellt die Frage nach der Wahrheit der Literatur." Zudem war er der beste Fitnesstrainer, den sich ein Leser wünschen konnte, versichert Arno Widmann in der Berliner Zeitung: "Niemand liest Philip Roth und fährt danach Fahrstuhl. Nein, man springt die Treppe hoch oder runter. Das war Roths Begabung. Er ließ einen so sehr das Ich seiner Helden spüren, dass man danach verlangte, das eigene zu spüren […]
Efeu 23.05.2018 […] Philip Roth, der Titan der amerikanischen Literatur, ist tot. Gestern starb er, dem die Schwedische Akademie hartnäckig den Nobelpreis verweigert hatte, im Alter von 85 Jahren in New York. In der New York Times schreibt Charles McGrath einen ersten Nachruf: "Philip Roth war der letzte der großen weißen Männer: das Triumvirat der Schriftsteller - Saul Bellow und John Updike waren die beiden anderen […] ions are newspaper cliches. Jewish literature. Black literature. Everyone who opens a book enters the story without noticing these labels. ... I'm an American." Und an Katie Roiphes Hommage auf Philip Roth, dem das stets keusche Amerika hinreißende Momente onanistischer Überschwänglichkeit verdanke. Und Schade: Martin Walsers spätes, in der letzten Welt am Sonntag veröffentlichtes Eingeständnis, […]