
In seiner großen Reportage aus
Libyen zitiert Jon Lee Anderson den aufständischen Offizier
Mohamed El Lagi, der bitter daran erinnert, wie sich westliche Politiker von Gaddafi haben
demütigen lassen: "Als Tony Blair kam, zeigte Gaddafi ihm seine
Schuhsohle, das war ein Zeichen von Respektlosigkeit und wurde in ganz Libyen über YouTube verbreitet. Als Condi Rice kam, lehnte er es ab, ihr die
Hand zu schütteln, und später, während sie redeten, gab er ihr eine libysche Gitarre, als würde er sie auffordern zu singen. Sie hätte in dem Moment abreisen sollen, als er ihr nicht die Hand gab, aber sie tat es nicht. Die Interessen amerikanischer Firmen waren ihr wichtiger. All diese Gesten haben die Libyer sehr enttäuscht, weil sie bedeuteten, dass er
jeden kaufen kann."
Weitere Artikel: D.T. Max
porträtiert die eigenwillige
Helene Grimaud, die gar nicht dem Bild einer französisch-ätherischen Pianistin entspricht: "Wenn sie am Klavier sitzt, machen ihre kräftigen Schulter und muskulösen Unterarme doch Eindruck. Sie hebt mit flach gestreckten Händen zur Musik an, ihr Körper krümmt sich über den Tasten, wie
eine Schwimmerin, die zum Tauchen ansetzt." Angesichts neuer Bücher von
Alan Bennett,
Helen de Witt und
Nicholson Baker stellt Joan Acocella einen Hang zu rein
ironischen Sexpassagen fest und sehnt sich nach der knisternden Erotik einer Jane Austen. Anthony Lane
schmäht Lars von Triers' "Melancholia" als genauso langweilig wie
Brett Ratners "Tower Heist: "Beide zeigen einen Haufen
unsympathischer Menschen, die sich in einem begrenzten Raum unplausibel verhalten."