Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

854 Presseschau-Absätze - Seite 50 von 86

Magazinrundschau vom 26.06.2012 - New Yorker

Vorige Woche hat das Magazin der NY Times den Boss des mexikanischen Sinaloa-Kartells, Joaquin Guzman genannt El Chapo, als quais unangreifbar porträtiert. Heute berichtet William Finnegan im New Yorker, wie die Zetas ihm Guadalajara zu entreißen versuchen. Guzman hatte die Stadt auf die Produktion des üblen Crystal Meth umgestellt, das noch einmal deutlich mehr Profit abwirft als Kokain: "Sein Statthalter in Guadalajara, Ignacio (Nacho) Coronel Villareal, wurde bekannt als King of Crystal. Er lebte im wohlhabendsten Viertel der Stadt und betrieb sein Geschäft ganz unauffällig. Die Profite waren offenbar sagenhaft. Im Juli 2010 wurde Coronel bei einer Razzia der Armee in seinem Haus getötet. Spekulationen blühten. Lehnstuhlstrategen fragten sich, ob El Chapo seinen alten Freund Nacho hat hochgehen lassen, aus Sorge, dass sein Jalisco-Reich zu unabhängig und mächtig werden könnte. Coronel lebend fassen zu lassen, kam nicht in Frage. Der 'Gentleman Narco', wie ihn einige in Gadalajara nannten, wusste, wer sich in der Armee von ihm bezahlen ließ. Deswegen schickte die Armee hundert Soldaten, um das Haus anzugreifen, in dem er seit Jahren offen lebte. 'Damit änderte sich die Lage', sagte ein Buchhändler auf der Avenida Chapultepec. 'Das war das Ende des Friedens.'" (Hier Links zu Reportagen über die Tragödie Mexikos).

Louis Menand hat die neue Joyce-Biografie (Leseprobe) von Gordon Bowker gelesen - nicht sehr inspiriert, aber sie enthält ein paar Informationen, die Joyce-Biograf Robert Ellmann in seiner 1959 erschienenen Biografie weggelassen hatte: Etwa über den Tag, an dem Joyce sich zum zweiten Mal mit seiner Beatrice, dem Zimmermädchen Nora verabredete hatte. Beim ersten Mal hatte sie ihn versetzt, "aber diesmal trafen sie sich. Sie spazierten nach Ringsend, dem Südufer des Liffey, wo (und hier können wir die Dante-Analogie fallenlassen) sie ihre Hand in seine Hose schob und ihn masturbierte. Es war der 16. Juni 1904, der Tag, an dem Joyce 'Ulysses' spielen lässt. Das ist es, was die Leute feiern, wenn sie Bloomsday feiern."

Magazinrundschau vom 19.06.2012 - New Yorker

"Die olympischen Spiele und die wahre Bedeutung des Synchronschwimmens" - unter dieser vielversprechende Überschrift räsoniert Adam Gopnik über den regelmäßig wiederkehrenden Drang zu nationalistischer Begeisterung, selbst bei Sportarten, für die sich ansonsten kein Mensch interessiert - wie eben Synchronschwimmer oder Rhythmische Gymnastikerinnen. Gopnik schreibt nichts wirklich Neues, das aber sehr unterhaltsam und mit einer schönen Pointe: "Im Sport geht es insofern - und nur insofern - um die menschliche Natur, als er ein Beleg dafür ist, dass sich mit genügend Anstrengung alles meistern lässt. In diesem Licht betrachtet, ist der Drang, unser komplettes Maß an nationaler Hingabe Synchronschwimmern - oder Kugelstoßern und sogar Gehern und den Beach-Volleyball-Frauen in ihren Bikinis - zu widmen, durchaus logisch und auch großartig. Wir begrüßen die randständigen Meister unter uns mit offenen Armen, um eine Mannschaft zu bilden, genauso wie wir mit offenen Armen einst randständige Menschen begrüßt haben, um eine Nation zu bilden. Also führe uns, Julie Zetlin, zumindest für eine Woche oder zwei. Und vergiss dein Gymnasikband nicht."

Im Blog skizziert Wendell Steavenson die schwierige Lage des frisch gewählten ägyptischen Präsidenten Mohamed Morsi: "Morsi hat ein Mandat bekommen, aber es ist weit entfernt von überwältigend. Er wird eine Präsidentschaft ohne Verfassung oder Parlament übernehmen und seine Verwaltung wird mitten in einem Machtkampf mit dem Militär zu arbeiten beginnen. Es ist nicht mal klar, wie lange er regieren wird - bestimmte Generäle haben bereits gesagt, dass es nach Verabschiedung der Verfassung eine neue Präsidentschaftswahl geben muss. Aber inmitten dieser andauernden Unsicherheit muss man heute erst einmal zugestehen, dass eine freie und faire Wahl abgehalten wurde und dass Ägypten, zum ersten Mal in seiner siebentausendjährigen Geschichte, wie mir ein Demonstrant auf dem Tahrir-Platz versicherte, seinen eigenen Führer gewählt hat."

Weiteres: Ezra Klein analysiert ungeliebte Mandate und Meinungsumschwünge bei amerikanischen Politikern. Emily Nussbaum erkennt bei Aaron Sorkins neuer Serie "Newsroom" ziemlich vernichtend auf rein "künstliche Intelligenz".

Magazinrundschau vom 12.06.2012 - New Yorker

Als "Hasenfußrennen" beschreibt John Lanchester in seinem Kommentar zur Euro-Krise die Situation in Griechenland vor den Wahlen (Wer zuerst aus dem Auto springt, das auf den Abgrund zu rast, hat verloren). "Die Griechen weisen gern darauf hin, dass sie die Demokratie erfunden haben; sie haben auch die Tragödie erfunden, und danach sieht ihre Situation mehr und mehr aus, egal, wer die Wahlen gewinnt. Das Problem ist, dass sie in den letzten Jahren nicht viel anderes erfunden haben. Sollte Griechenland den Euro aufgeben, bestünde die große Hoffnung für einen Aufschwung darin, mehr zu verkaufen und zu exportieren - nur mehr wovon? Man sagt über Griechenland, es sei 'das reichste Land der Welt, das nichts erzeugt'. Ein Ausscheiden aus dem Euro ist deshalb keine Zauberlösung. Was das Drinbleiben betrifft ... würde das Quid pro quo mit Sicherheit externe Kontrolle durch fremde Banker und Bürokraten vorsehen. Dies würde die Souveränität so gewaltig ankratzen, dass es sich anfühlt, als hätte man einen Krieg verloren."

Weiteres: Ryan Lizza überlegt, was wäre, sollte Obama tatsächlich noch einmal wiedergewählt würde. Jill Lepore erzählt die Geschichte der Entstehung des Supreme Court und den Kampf um richterliche Unabhängigkeit. Und David Denby sah im Kino Ridley Scotts Science-Fiction-Film "Prometheus", dem er "erschöpften Respekt" zollt, und Todd Solondz sympathische Satire "Dark Horse" über einen infantilen Trottel.

Magazinrundschau vom 29.05.2012 - New Yorker

Diese Doppelnummer beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Science Fiction. In einem herrlichen autobiografischen Text beschreibt der Romancier Colson Whitehead seine "psychotronische Kindheit" im New Yorker der siebziger Jahre und wie er von B-Movies fürs Leben lernte. Während andere Kinder im Central Park spielten, lag er daheim auf dem Wohnzimmerteppich und guckte Horrorfilme: "Ich machte keinen Unterschied zwischen guten und schlechten Filmen. Für jeden Science Fiction-Klassiker - wie 'Der Tag, an dem die Erde stillstand' (ein Abgesandter der Vereinten Galaxen ermahnt die Menschen zu guter Staatsbürgerschaft) -, den ich an strahlenden Sommertagen auf irgendeinem UHF-Kanal entdeckte, gab es eine 'Insel der Ungeheuer' (vom Himmel gefallene Riesenhühner hacken eine kleine Insel kaputt), vor dem ich mich auf dem Teppich zusammenkringelte ... Ich legte mehr Wert auf die Zahl der Toten als auf Regie. Was ich über Kunst dabei lernte: Schon ihre reine Existenz war ein Qualitätsbeweis. Wenn es Poster gab und Fernsehwerbung und wenn die Bilder tatsächlich menschliche Wesen aufwiesen, die vor Kameras standen und Worte von sich gaben, erfüllte das die Definition eines Films, und das genügte mir."

Außerdem: Laura Miller untersucht, wie die ersten Aliens in der Literatur aussahen, und stellt dabei fest, dass sie vor dem 19. Jahrhundert im Grunde immer menschlich waren: wie etwa in Voltaires satirischer Erzählung "Micromégas", in der die Saturnianer, abgesehen von ihrer Größe, aussehen wie Erdlinge. Zu lesen ist weiter die Kurzgeschichte "Olds Rocket 88, 1950" von Großmeister William Gibson.

Weitere Artikel: Philip Gourevitch denkt über das syrische Dilemma nach und wie man mit Bashar al-Assad verfahren soll. Außerdem gibt es Besprechungen der TV-Serien "Doctor Who" und "Community".

Magazinrundschau vom 22.05.2012 - New Yorker

In einem gewaltigen, nämlich 23-seitigen Kraftakt widmet sich David Grann dem amerikanischen Guerillakämpfer William Alexander Morgan, der sich der kubanischen Revolution anschloss und 1961 in Havanna der Verschwörung angeklagt und erschossen wurde. Diese Geschichte von "Liebe, Revolution und Verrat", an der die Amerikaner die nach wie vor unentschiedene Frage interessiert, ob Morgan nun ein Patriot oder ein Verräter war, liest sich wie ein Krimi. Eingangs schildert Grann die Exekution und steckt die Eckpfeiler der Geschichte ab. "Nach der Revolution löste Morgans Rolle in Kuba noch stärkere Faszination aus, als die Insel in die größere Schlacht des Kalten Kriegs verwickelt wurde. Ein Amerikaner, der Morgan kannte, sagte, dieser habe als Castros 'Nacht-und-Nebel-Mann' gedient und die Times bezeichnete ihn als Castros 'ausgekochten, US-stämmigen Doppelagenten'. Jetzt wurde Morgan der Verschwörung gegen Castro angeklagt. Die kubanische Regierung behauptete, Morgan habe in Wirklichkeit für den amerikanischen Geheimdienst gearbeitet - und sei tatsächlich ein Dreifachagent. Morgan bestritt die Vorwürfe, doch sogar einige seiner Freunde fragten sich, wer er wirklich war und weshalb er nach Kuba gekommen war."

Weiteres: In einem kurzen Artikel kommentiert James Surowicki den Börsengang von Facebook als den "größten, den die Vereinigten Staaten je gesehen haben. Und zugleich voraussichtlich der größte, den sie je sehen werden." Und Woody Allen erzählt die heitere Geschichte der Begegnung mit einem Hollywoodproduzenten namens Nestor Grossnose, einem "fetten Langweiler", der den "Kniff beherrschte, noch das vielversprechendste Projekt in den Sand zu setzen". Wer könnte das denn sein?

Magazinrundschau vom 01.05.2012 - New Yorker

Sehr spannend und irgendwie auch lehrreich erzählt David Kushner die Geschichte von George Hotz, dem es 2007 als Siebzehnjähriger gelang, sein Iphone so zu programmieren, dass es in jedem beliebigen Wireless-Netzwerk funktionierte, und der damit zum berühmtesten Hacker der Welt wurde. Eingangs erklärt Kushner die Philosophie des Hackens: "Bei jedem Hack stellt sich einem die gleiche elementare Herausforderung: Wie kriegt man etwas auf eine Art und Weise zum Laufen, für die es nicht bestimmt war. In dieser Hinsicht ist Hacken ein Akt der Hypnose. Wie Hotz es beschreibt, besteht das Geheimnis darin herauszufinden, wie man mit dem Gerät spricht, und es dann davon zu überzeugen, den eigenen Wünschen zu gehorchen. Nach wochenlangen Forschungen zusammen mit anderen Hackern fand Hotz heraus, dass wenn er einen Chip in dem Gerät dazu bringen könnte zu glauben, dass er eliminiert sei, man mit dem Gerät reden konnte 'wie mit einem Baby, und es ist echt ziemlich leicht, ein Baby von etwas zu überzeugen'."

Weiteres: James Wood bespricht die historischen Romane "Bring Up the Bodies" und "Wolf Hall" von Hilary Mantel, die um Thomas Cromwell und die Tudors kreisen. Und Emily Nussbaum stellt die erfolgreiche Fantasy-Fernsehserie "Game of Thrones" vor. Aus dem letzten Heft online gestellt ist die Reportage von Ken Auletta über das nahtlose Zusammenspiel von Silicon Valley und Stanford, auch die "get rich u." genannt.

Magazinrundschau vom 24.04.2012 - New Yorker

Jeder Amerikaner kann sein eigener Polizist sein und es gibt im Land fast so viele Schusswaffen wie Einwohner - dies ist die Ausgangslage von Jill Lepores Essay über die amerikanischen Waffengesetze, die schon in der Verfassung festgeschrieben sind, und den zunehmenden Einsatz von Schusswaffen gerade bei jungen Leuten. Für ihre Recherche besuchte sie eine öffentlich zugängliche Waffenschule, Anfängerkurs inklusive Einweisung, Waffe und Munition zu 40 Dollar für 90 Minuten. "In der American Firearms School kann man eine Waffe leihen und oder die eigene mitbringen. So gesehen ist es wie auf der Eislaufbahn, mal abgesehen davon, dass Schlittschuhe leihen, wenn man nicht fahren kann, etwas anderes ist, als eine Waffe zu leihen, wenn man nicht schießen kann. Das Personal in der Schule geht keinerlei Risiken ein. In den zwölf Jahren ihres Bestehens hat es keinen einzigen Unfall gegeben. 'Sie können hier nichts tun, ohne dass wie Sie dabei beobachten', erklärte mir [der Ausbilder] Tom Dietzel. 'In einem Schwimmbad gibt's Rettungsschwimmer. Und dieser Ort hier ist weit gefährlicher als ein Schwimmbad.'"

Weiteres: In der aktuellen Ausgabe staunt Sasha-Frere Jones über die deutsche Gruppe Kraftwerk, die es jetzt sogar ins MoMA geschafft hat, ihr als "Retrospektive" bezeichneter Auftritt war binnen Minuten ausverkauft. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Hand in the Shoulder" von Ian McEwan.

Magazinrundschau vom 03.04.2012 - New Yorker

Evan Osnos beschreibt in einem Brief aus China die Verwandlung der ehemaligen Kolonie Macao, die inzwischen Sonderverwaltungszone Chinas und der einzige Ort ist, an dem seit 2002 in China Glücksspiel erlaubt ist. Seither konkurrieren vor allem US-Konsortien darum, dort ein zweites Las Vegas aus dem Boden zu stampfen. Das Zockgeschäft in Macao ist laut Osnos nicht ganz unkompliziert: "Um die praktischen Probleme zu lösen, die mit dem Betreiben eines Spielcasinos in Macao verknüpft sind, sind die Casinos auf Fremdunternehmen, die so genannten 'junkets' angewiesen. So ist Werbung für Glücksspiel im chinesischen Mutterland verboten, und chinesische Staatsbürger dürfen nicht mehr als dreitausend Dollar pro Besuch in Macao einführen. Aus Perspektive der Casinos am beunruhigendsten ist aber, dass es illegal ist, in der Volksrepublik Spielschulden einzutreiben. Junket-Betreiber sind da eine legale Ungehung, weil ihre Mitarbeiter reiche Kundschaft aus ganz China werben, ihnen Kredite einräumen und das komplizierte Geschäft des Geldeintreibens abwickeln ... Wenn ein korrupter Amtsträger oder Angestellter seine Gewinne geheim halten will, bietet ein junket die Möglichkeit, ihm auf der einen Seite der Grenze Geld zuzustecken und es auf der anderen zurückzubekommen."

Weiteres: Elizabeth Kolbert bespricht zwei Studien zur Frage, ob Fortpflanzung ethisch vertretbar ist: "Why have Children? The Ethical Debate" und "Better Never to Have Been". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The Porn Critic" von Jonathan Lethem.

Magazinrundschau vom 27.03.2012 - New Yorker

"Die Zeitung, die Großbritannien regiert", überschreibt Lauren Collins ihr Porträt der britischen Boulevardzeitung Daily Mail. Viereinhalb Millionen Leser hat die Printausgabe (vier Mal so viel wie der Guardian), und ihre Webseite ist mit 52 Millionen unique visitors die meistbesuchte Zeitungswebseite der Welt. "Die Mail ist wie Fox in dem Sinne, dass sie zu verheirateten, autofahrenden, hausbesitzenden, konservativ wählenden Vorstadtbewohnern spricht und für sie spricht. Aber anders als Fox hängt sie nicht sklavisch einer politischen Partei an. Ein Redakteur beschrieb mir die Ideologie der Zeitung so: 'Britannien geht vor die Hunde'. Man kann der Mail auch nicht so leicht widerstehen. Letztes Jahr ließen ihre Anwälte eine proxy-Seite schließen, die es Linken erlaubte, die Mail Online zu besuchen ohne ihren Traffic zu steigern. Die Mail präsentiert sich als Bewahrerin traditioneller britischer Werte, als Organ einer übergangenen Mehrheit, deren Ansichten der großstädtischen Elite ungelegen kommen. Für ihre Gegner ist sie die Hate Mail, die die niedersten, voyeuristischen Instinkte einer Inselnation anstachelt, oder die Daily Fail, in der die Paranoia gegenüber allem, von Einwanderung bis Hautzustand, geschürt wird."

Weiteres: Joan Acocella bespricht das Buch "When God talks back" der psycholgischen Anthropologin Tanya Luhrmann, die in einer evangelikalen Gemeinde herauszufinden versuchte, wie der Glaube dieser größten amerikanischen Religionsbewegung funktioniert. David Denby sah im Kino Gary Ross' Romanverfilmung "The Hunger Games" und den Dokumentarfilm "Bully" über Mobbing und Schikane unter Kindern von Lee Hirsch und Cynthia Lowen.

Magazinrundschau vom 20.03.2012 - New Yorker

Judith Thurman stimmt auf eine Retrospektive ein, die zwei bedeutende Modeschöpferinnen präsentiert und einander gegenüberstellt: "Elsa Schiaparelli and Miuccia Prada: Impossible Conversations" heißt die Schau, die im Mai im Costume Institute of the Metropolitan Museum of Art eröffnet. Die Kuratoren werden dabei Schiaparellis Couture und Pradas Pret-a-porter-Modelle sieben Kategorien zuordnen: "Hard Chic", "Ugly Chic", "Naif Chic", "The Classical Body", "The Surreal Body" und "Waist Up/Waist Down". "Pradas nützlicher Begriff 'ugly cool' wird dabei womöglich endlich das Problem lösen, ein englisches Äquivalent für den französischen Ausdruck 'jolie laide' zu finden. Weder der wörtlichen Übersetzung, hübsch/hässlich, noch der Lexikon-Definition, 'eine gutaussehende hässliche Frau', gelingt es, die Meisterleistung der Selbst-Verwandlung zu vermitteln, den er repräsentiert. Der Mut, der Wille und die Inbrunst einer 'jolie laide' lässt einen ihre Einfachheit vergessen. Maria Callas und Amy Winehouse verkörpern beide diesen Typ, und eine der unvergesslichsten 'jolie laides' in Frankreich war Schiaparellis Muse Maria Casares, die große spanische Schauspielerin, die die Rolle des Todes in Cocteaus 'Orphee' spielte."

Weiteres: Als vermutlich beste Inszenierung, die er je in seinem Leben von diesem Stück sehen werde, empfiehlt John Lahr Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" in der Regie von Mike Nichols und mit Philip Seymour Hoffman in der Hauptrolle.