
"Die Zeitung, die Großbritannien regiert",
überschreibt Lauren Collins ihr Porträt der
britischen Boulevardzeitung Daily Mail. Viereinhalb Millionen Leser hat die Printausgabe (vier Mal so viel wie der
Guardian), und ihre Webseite ist mit 52 Millionen
unique visitors die meistbesuchte Zeitungswebseite der Welt. "Die Mail ist wie
Fox in dem Sinne, dass sie zu verheirateten, autofahrenden, hausbesitzenden, konservativ wählenden Vorstadtbewohnern spricht und für sie spricht. Aber anders als
Fox hängt sie nicht sklavisch einer politischen Partei an. Ein Redakteur beschrieb mir die Ideologie der Zeitung so: '
Britannien geht vor die Hunde'. Man kann der Mail auch nicht so leicht widerstehen. Letztes Jahr ließen ihre Anwälte eine proxy-Seite schließen, die es Linken erlaubte, die
Mail Online zu besuchen ohne ihren Traffic zu steigern. Die
Mail präsentiert sich als Bewahrerin traditioneller britischer Werte, als
Organ einer übergangenen Mehrheit, deren Ansichten der großstädtischen Elite ungelegen kommen. Für ihre Gegner ist sie die
Hate Mail, die die niedersten, voyeuristischen Instinkte einer Inselnation anstachelt, oder die
Daily Fail, in der die Paranoia gegenüber allem, von
Einwanderung bis Hautzustand, geschürt wird."
Weiteres: Joan Acocella
bespricht das Buch
"When God talks back" der psycholgischen Anthropologin
Tanya Luhrmann, die in einer
evangelikalen Gemeinde herauszufinden versuchte, wie der Glaube dieser größten amerikanischen Religionsbewegung funktioniert. David Denby
sah im Kino
Gary Ross' Romanverfilmung
"The Hunger Games" und den Dokumentarfilm
"Bully" über Mobbing und Schikane unter Kindern von
Lee Hirsch und
Cynthia Lowen.