
In der neuen
Ausgabe des
New Yorker porträtiert Kelefa Sanneh die Musikerin Claire Boucher alias
Grimes: "In ihren eigenen Liedern macht sich Boucher das Vergnügen, die alte Story der Musikindustrie umzuschreiben, wonach
weibliche Performer im Rampenlicht stehen und der männliche Mastermind hinter dem Vorhang. "Es ist, als wäre ich Phil Spector, und dann aber auch Grimes, die Mädchenband", sagt sie. Sie hat in Montreal angefangen, als Teil der Experimental-Musikszene im Untergrund, aber jetzt ist sie selbst das Experiment, während sie versucht herauszufinden, was "
Popstar" im Jahr 2015 bedeutet und wie man einer werden kann."
Hier was zum Hören.
James Wood
erklärt die Kunst
Primo Levis, die
Fakten von Auschwitz in eine Geschichte zu verwandeln: "Die schrecklichen Tatsachen werden auch von anderen Autoren bezeugt. Levis Besonderheit hängt mit dieser Fähigkeit zusammen. Andere wurden poetisch (Paul Celan, Dan Pagis, Yehiel De-Nur), analytisch, philosophisch (Jean Améry, Germaine Tillion, Eugen Kogon, Viktor Frankl). Meist und verständlicherweise wurde Klage erhoben, oder es wurden Details bemüht und zu verstehen versucht … Aber "Ist das ein Mensch?" und "Die Atempause" sind so stark, weil sie
die Story nicht verachten. Sie entfalten ihr Material Stück für Stück. Es beginnt mit Levis Gefangennahme 1943 und endet mit der Befreiung durch die Russen Januar 1945. "Die Atempause" schildert Levis Odyssee in die Heimat, der Erzähler registriert jede Kleinigkeit, häufig im Präsenz. Das Ergebnis ist
eine Art Ethik, da Levi die immoralischen Neuigkeiten, auf die er trifft, feststellt. Das saugt den Leser trotz des grauenhaften Stoffes in den Text hinein."
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