Stichwort

Auschwitz

173 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 12
9punkt 04.07.2019 […] Heritage" eine Ausstellung über Auschwitz statt, die, so Stein weiter, zwar geradezu vorbildlich auch bisher Unbekanntes zum Völkermord zusammentrage, dann aber - sehr amerikanisch - in einer Lektion in "allgemeiner Menschenliebe" ende und Auschwitz zur "Metapher für das Böse" schlechthin werden lasse. Und: "Auschwitz wird hier implizit zu einem Maßstab gemacht. Aber wenn Auschwitz die Messlatte ist, können […] en Mullahs in Teheran - mit hoch erhobenem Haupte darunter durchmarschieren. Gemessen an Auschwitz ist alles nicht so schlimm. Auch nicht, wenn ein durchgeknallter Antisemit in einer Synagoge in Pittsburgh elf Juden erschießt; auch nicht, wenn die Hamas mit Raketen auf israelische Schulkinder zielt. Auschwitz wird so zu einem Vorwand, um jede Schweinerei schon im Vorhinein zu entschuldigen. Und damit […]
Efeu 01.12.2018 […] Reichwein ab, was den Versuch der FAZ betrifft, eine neue Auschwitz-Debatte um Martin Walser loszutreten (mehr dazu hier und hier). Die Reihung Golgatha, Verdun, Auschwitz und Hué in dem im Original 1968 erschienenen, im neuen Band "Spätdienst" wieder ans Tageslicht gekommenen Walser-Gedicht verortet er vor dem zeithistorischen Hintergrund: "Auschwitz- und Völkermord-Vergleiche waren im Protestmilieu gegen […] gegen den 'faschistisch-imperialistischen' Vietnamkrieg damals an der Tagesordnung. Gerade diejenigen, die sich wie Walser intensiv mit den Nazi-Verbrechen auseinandersetzten ('Unser Auschwitz' heißt sein Aufsatz zu den Prozessen von 1965), hatten dieses Anliegen. Sie deuteten das Schweigen der Bundesregierung zum Vietnamkrieg als Zeichen einer mangelnden Aufrichtigkeit der deutschen Vergangenheitsb […]
Efeu 30.11.2018 […] Christian Metz' in der FAZ geäußerte Kritik an einem Gedicht Martin Walsers, in dem dieser laut Metz Auschwitz verharmlose (unser Resümee), basiert auf einer Fehllektüre, hält Iris Radisch ihrem Kollegen in der Zeit vor, wo das im neuen Band "Spätdienst" wiederaufgetauchte Gedicht ursprünglich 1968 erschienen war. Walser kritisiere in dem Gedicht "eine ins metaphysische Fatum verliebte Publizistik […] Die Ironiesignale sind klar gesetzt: Das Feuilleton agiert 'holzschnitthaft', es 'feiert feierlich' mal dieses, mal jenes Menschheitsverbrechen, wie die Feiertage gerade fallen, Golgatha, Verdun, Auschwitz, Hué. Das ist unmissverständlich: blanker Hohn. Dahinter steckt: eine Kritik der Instrumentalisierung von Menschheitsverbrechen zu feuilletonistischen Zwecken." Katharina Lipowsky ist für die taz […]
9punkt 30.10.2017 […] Forsa-Umfrage, dass nur noch jeder vierte Deutsche etwas mit dem Begriff Auschwitz verbindet. Im Tagesspiegel warnt der Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees Christoph Heubner davor, den Rechten das Reden über Auschwitz zu überlassen: "Was verliert unsere Gesellschaft, wenn das Wissen um Auschwitz aus dem Blick gerät und nur noch als brüllende Metapher und Drohung […] lange sich vielerorts Gedankenlose, Rechtspopulisten und Rechtsextreme das Wort Auschwitz höhnisch und gewaltbereit auf der Zunge zergehen lassen; so lange hat jeder Bildungspolitiker und Geschichtsdidaktiker die Pflicht, darüber nachzudenken, wie, wann und wo das Wissen um die Ursachen und die Geschehnisse von Auschwitz ergänzt werden sollte." […]
9punkt 01.02.2017 […] polnischem Gebiet. Insgesamt umfasst seine Sammlung Informationen zu rund 235.000 SS-Leuten, von denen 9686 in einer Verbindung zu Auschwitz standen. Die meisten davon, eben 8502, waren auch tatsächlich in Auschwitz-Stammlager, Birkenau oder Monowitz eingesetzt." […] In Polen wird eine Datenbank mit allen Tätern aus Auschwitz online gestellt - 8.502 Personen. Erstellt hat sie der Historiker Aleksander Lasik, berichtet Sven Felix Kellerhoff in der Welt: "Im Laufe der Zeit weitete er sein zunächst auf Zetteln, seit 1988 elektronisch geführtes Verzeichnis auf das Personal anderer Konzentrationslager aus, meist, aber nicht immer auf von der Wehrmacht besetztem polnischem […]
Efeu 09.03.2016 […] Filmstill aus "Son of Saul". Bereits in Cannes wurde László Nemes' Auschwitz-Drama "Son of Saul" heftig diskutiert. Bei der Oscarverleihung wurde er als "bester fremdsprachiger Film" ausgezeichnet. Kommenden Donnerstag läuft der Film nun in Deutschland an. Insbesondere sein ästhetisches Konzept beschäftigt die Kritik: Nemes filmt unter großzügigem Einsatz von Unschärfebereichen und im gedrängten […] Ton keinerlei Hemmungen auf. Und zeigt damit, dass er das Bilderverbot nicht wirklich verstanden hat. Denn keine Bilder, das hieß doch, so lange es galt: die existentielle Leere auszuhalten, die Auschwitz ist. Eben kein Ort für Geschichten, wie das Kino sie erzählt oder der Roman. In 'Son of Saul' müssen wir, was wir nicht sehen, hören. Schreie, Röcheln, Trommeln, Treten gegen die Wände. Ohrenbetäubend […]