
Marina Warner
stellt zwei Publikationen vor, die sich mit der Darstellung von
Seeungeheuern auf historischen Landkarten beschäftigen (
"Sea Monsters on Medieval and Renaissance Maps" von Chet Van Duzer und
"Sea Monsters: A Voyage Around the World's Most Beguiling Map" von Joseph Nigg), außerdem den
Katalog zu einer Ausstellung über Hexen und andere böse Wesen. "Kartografen des Mittelalters und der frühen Neuzeit berufen sich auf
Augenzeugen der Gattung, die auch heute noch über Sichtungen des Ungeheuers von Loch Ness berichtet. Es sind frühe Reisende wie Marco Polo, Seefahrer, Pilger, Kuriositätensammler und jene Scharlatane, die bei ihren Darbietungen in Amsterdam, Venedig und London Wunder und Missgeburten zur Schaus stellten.
Petrarca ist eine dieser
überraschenden Instanzen; er wird von dem Entdecker Sebastian Cabot als Quelle für den
Schiffshalter genannt, ein Ungeheuer, das zwar klein ist, sich aber an ein Schiff heftet, es trotz Wind und Strömung zum Stillstand bringt und in die Tiefe zieht. Auf Illustrationen ähnelt es einer
gigantischen Assel."
Leider löst die neue Edition der Briefe
Leonard Bernsteins das, was Robert Gottlieb das "
Lenny problem" nennt, ganz und gar nicht. Das Problem
definiert er aber schon mal ganz schön: "Ist er
echt oder
spielt er nur? Lieben wir ihn oder wollen wir ihn in den Hintern treten? Und reagieren jene, die ihn zum ersten Mal ohne Vorprägungen und Erwartungen erleben, genauso auf ihn wie wir, die ihn in allen seinen Verkleidungen live erlebten?" Aus den Briefen geht für Gottlieb noch mal neu hervor, was wir schon wussten: "Er ist ein
Performer. Und seine Briefe sind Performances."
Außerdem: Die
Autorin Lorrie Moore bespricht Abdellatif Kechiches Film "Blau ist eine warme Farbe" ("La Vie d'Adèle"), der in Cannes letztes Jahr wegen seiner lesbischen Liesbesszenen Riesenaufsehen erregt: "Sie sind zu lang, emotional belanglos, schauspielerisch unvorteilhaft und
trübe anzusehen, wie die meisten langen Sexszenen."
Joyce Carol Oates hat sich dagegen ziemlich gut mit der Autobiografie des Boxers
Mike Tyson amüsiert, der ein überraschend gesundes Verhältnis zu seiner Karriere zu haben scheint.