Peter Beinart

Die amerikanischen Juden und Israel

Was falsch läuft
Cover: Die amerikanischen Juden und Israel
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406645471
Gebunden, 320 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Israel ist die einzige etablierte Demokratie im Nahen Osten, doch die fortdauernde Besetzung und illegale Besiedlung der 1967 eroberten Gebiete hinterlassen ihre Spuren. Peter Beinart zeigt in diesem Buch, warum sich immer weniger junge amerikanische Juden mit Israel identifizieren. In Israel unterhöhlt die Besatzungspolitik die Demokratie. In den USA entfremdet die kritiklose Unterstützung der israelischen Politik durch Lobby-Organisationen wie AIPAC viele junge liberale Juden dem Zionismus. Schon in der nächsten Generation könnten die amerikanischen jüdischen Organisationen von Ultraorthodoxen dominiert werden. Beides zusammen könnte das Ende bedeuten für den Traum liberaler Zionisten, zu deren profiliertesten Vertretern Peter Beinart gehört: den Traum von einem Staat, der das jüdische Volk schützt und gleichzeitig demokratisch ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2013

Man kann ihn ja nicht mehr hören, diesen Jammerton, den auch Heiko Flottau zu Beginn seiner Besprechung von Peter Beinarts Buch über "Die amerikanischen Juden und Israel" anschlägt: Ein Deutscher dürfte so etwas nie sagen! Aber zum Glück ist Beinart ein amerikanischer Jude und Flottau auf der sicheren Seite. Beinart schildert in seinem Buch, wie sich die großen jüdischen Organisationen in den USA wie die Anti Defamation League oder das American Jewish Committee von liberalen Unterstützern eines progressiven zionistischen Projekts in ihr Gegenteil gewandelt haben. Und Flottau ebenfalls sehr beeindruckt hat Beinarts Schilderung, wie Präsident Barack Obama resigniert hat, nachdem er von den amerikanischen Juden quasi im Stich gelassen und von Premierminister Benjamin Netanjahu "gedemütigt" wurde.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.05.2013

Peter Beinarts Buch über die gegenwärtige Krise des Zionismus in den USA hat Detlev Claussen merklich beeindruckt. Er attestiert dem Autor nicht nur profunde Kenntnisse der Soziologie des amerikanischen Judentums, sondern auch eine differenzierte Argumentation. Überzeugend legt Beinart für ihn dar, wie der jüdische Lobbyismus in den USA zunehmend von rechtskonservativen jüdischen Organisationen dominiert wird und sich die traditionell einflussreichen linksliberalen Juden auf dem Rückzug befinden. Besonders lobt Claussen die glänzende Analyse des Verhältnisses von Barack Obama und Benjamin Netanjahu, die allein schon den Kauf des Buchs wert sei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2013

Im Grunde scheint Rolf Steininger fast alles, was der Autor, der New Yorker Journalist und Politikwissenschaftler Peter Beinart, in seinem Buch zur israelischen Siedlungspolitik schreibt, bekannt. Wenn Beinart seine Ängste um ein demokratisches Israel mit beißender Kritik an der Führung der amerikanischen Juden verbindet, entdeckt Steininger faszinierende Analysen, etwa die von Obamas Befriedungsversuchen. Ob der Rezensent Beinarts Lösungsvorschlag zur Rettung des Zionismus, die Aufteilung Israels in eine undemokratische und eine demokratische Zone, sinnvoll findet oder, wie viele von Beinarts Kritikern, mangelhaft, erfahren wir leider nicht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2013

Dass die deutsche Übersetzung von Peter Beinarts Studie über "Die amerikanischen Juden und Israel" mit einem Jahr Verspätung erscheint, hat dem Buch nicht geschadet, findet Jörg Lau, im Gegenteil: während es im vergangenen Jahr in den USA kontroverse Diskussionen auslöste, können sich nun die deutschen Leser von der Richtigkeit von Beinarts Thesen überzeugen. Zentral geht es um Obama und Netanjahu und ihre respektiven Vorstellungen vom Wohl Israels, fasst der Rezensent zusammen: im Gegensatz zum israelischen Ministerpräsidenten hält der amerikanische Präsident (und mit ihm der Autor) die Gründung eines palästinensischen Staates für unabdingbar. Diese Fronten haben sich seit dem Erscheinen des Buches nur weiter verfestigt, was ihm jedoch nichts von seiner Wichtigkeit und Dringlichkeit nimmt, wie Lau versichert.