
Kein Wunder, dass
junge Männer nur noch aus Syrien rauswollen, um nicht für einen
Stellvertreterkrieg rekrutiert zu werden, der nur den Interessen anderer Mächte dient. Charles Glass ist seit einem Monat wieder im Land und
erhebt schwere Vorwürfe auch gegen den Westen: "... Die
CIA trainierte Rebellen in Jordanien und Türkei, Saudi-Arabien und Katar lieferten Waffen, die
Türkei öffnete ihr Grenzen für
Dschihadisten aus aller Welt, um Syrien zu verwüsten. Doch westliche Voraussagen über ein schnelles Ende des Regimes erwiesen sich bald als falsch. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien, Katar, Türkei und Israel hielten daran fest, dass Assads strategische Allianz mit dem Iran all
ihren Interessen schadete. Diese Mächte glauben, dass der
Iran in seinem Expansionsdrang die Schiiten in Bahrain, Jemen und Libanon zum eigenen Vorteil benutzt, wie auch die alawitische Minderheit in Syrien, die seit langem mit den Schiiten verbunden ist. Diesen '
schiitischen Halbmond' wollten sie
auf Syriens Schlachtfeldern untergehen lassen. Doch anstatt Irans Einfluss in Syrien zu begrenzen, haben sie ihn vervielfacht. Das syrische Militär, das einst eine unabhängig säkulare Streitmacht war, das im Iran und bei der Hisbollah auf Männer und Waffen rekrutierte, ist jetzt in seinem Überlebenskampf vom Iran strategisch abhängig, und wenn es ihn gewinnt, wird der Iran in einer stärkeren Position sein als jemals zuvor."
In den USA werden
Primo Levis Werke neu herausgeben.
Tim Parks schreibt sehr bewegend über Levis Kampf, mit seinem Schreiben über Auschwitz nicht nur wahrgenommen, sondern auch literarisch anerkannt zu werden. Denn für Aufbauendes gab Levi wenig her, schreibt Parks: "In ihrer Einleitung zu dieser dreibändigen Ausgabe bemerkt
Toni Morrison, dass der 'Triumph der
menschlichen Identität über die Pathologie der menschlichen Zerstörung durch jede Zeile in Levis Schreiben leuchtet'. Das sind erbauliche Worte, aber sie sind nicht wahr. Levi erzählt uns vielmehr, wie die menschliche Identität durch das unsagbar Böse
korrumpiert und zerschmettert wurde; sein Werk ist so mächtig, weil es dieser Realität Rechnung trägt. 'Die Personen auf diesen Seiten sind keine Menschen', schreibt er; im Lager war alle, ob Folterer oder Gefolterter, 'paradoxerweise vereint in einer gemeinsamen
inneren Trostlosigkeit'."
Außerdem ist ein
bemerkenswertes Gespräch zwischen Präsident
Barack Obama und der Autorin
Marilynne Robinson zu lesen, in dem Obama Robinson davon abzubringen versucht den christlichen Einfluss auf die amerikanische Demokratie nur positiv zu sehen.