Magazinrundschau - Archiv

The New York Review of Books

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Magazinrundschau vom 28.07.2015 - New York Review of Books

"Irgendetwas übersehen wir", insistiert als Anonymous der frühere Politiker eines Nato-Landes mit Blick auf den Islamischen Staat. In seinen Augen reichen alle bisherige Muster nicht aus, um den Aufstieg des Terrortruppe zu erklären: Zarkawi war kein Charismatiker, sondern ein halber Analphabet; seine Trainingscamps wurden zerstört; der IS hat nicht mehr Geld und Waffen bekommen als etwa die syrische Befreiungsarmee; die Videos sind nicht toll, sondern bescheuert; die Ideologie ist abstoßend, aber nicht einzigartig; die ausländischen Kämpfer kommen nicht nur aus Tunesien, Frankreich und Großbritannien, sondern auch aus Katar und Ägypten. Und so weiter: "Um ein Beispiel zu nennen: vor fünf Jahren forderten nicht einmal die härtesten salafistischen Theoretiker die Wiedereinführung der Sklaverei, der IS hat sie faktisch verhängt. Nichts seit dem Sieg der Vandalen über das römische Nordafrika erschien je so plötzlich, so unerklärlich und nahezu unumkehrbar wie der Aufstieg des IS. Keiner unserer Analysten, Soldaten, Diplomaten, Nachrichtendienstler, Politiker oder Journalisten hat eine hinreichende Erklärung, was auf diesen Aufstieg hätte hindeuten können."

Außerdem online: Amartya Sen erzählt von seinem Streit mit der indischen Regierung um die Neugründung der uralten Nalanda Universität im bitterarmen Bundesstaat Bihar.

Magazinrundschau vom 04.08.2015 - New York Review of Books

Die New York Review of Books bringt einen nachgelassenen Text des jüngst verstorbenen Fliegers und Romanciers James Salter über eine Biografie der Flugpioniere Wright. Fasziniert zeichnet er nach, wie die Brüder Wilbur und Orville in Tausenden von Stunden ihre Maschinen und Flugkünste perfektionierten. Zum Beispiel an jenem eisig kalten Septembertag 1903: "Der erste Versuch zu fliegen, mit Wilbur am Steuer, endete abrupt. Er behandelte das Flugzeug falsch und es hüpfte fast sofort zurück auf die Erde. Es dauerte fast drei Tage, bevor sie ein Bettlaken aus ihrer Hütte hängten, um der nahen Rettungsstation ein SOS für einen neuen Versuch zu signalisieren. Diesmal war Orville dran, und in einem eisigen Wind, stärker als sie ihn sich gewünscht hätten, startete er. Mit einer Geschwindigkeit, kaum größer als die eines Fußgängers, hob er ab und flog - während die Maschine den Propeller drehte - ungleichmäßig 36 Meter weit. Später an dem Tag, bei einem vierten Versuch, flug Wilbur etwas mehr als 259 Meter. Wie war es, das erste Flugzeug zu fliegen? Es gibt eine interaktive Simulation bei firstflight.open.ac.uk, wo man es fliegen - oder es versuchen - kann."

Außerdem: Sue Halpern ist völlig fasziniert von Elon Musk, Mitbegründer des milliardenschwerden Online-Bezahlsystems Paypal, der Elektroautofirma Tesla Motors und der Raumfahrtfirma Space X, dem Ashlee Vance gerade eine Biografie gewidmet hat. Alice Gregory schließlich liest William Finnegans "Barbarian Days", ein autobiografischer Band, in dem der Reporter Finnegan erzählt, wie sehr Surfen seinen Blick geprägt hat (lesenswert auch das Interview mit Finnegan in Guernica).

Magazinrundschau vom 23.06.2015 - New York Review of Books

Malise Ruthven hat viel gelernt bei der Lektüre von Abdel Bari Atwans Buch "Islamic State: The Digital Caliphate". Zum Beispiel, mit welcher Brutalität, aber auch welcher strategischen Finesse die Dschihadisten um Abu Bakr al-Baghdadi ihren digitalen und realen Krieg planen. Auch wenn man angesichts der Berichte von abgetrennten Köpfen und Händen von Finesse eigentlich nicht sprechen mag - es hat alles seinen Zweck: "Der Isis-Terror ist weit entfernt von einer undisziplinierten Orgie des Sadismus, er ist vielmehr eine systematische angewendete Politik, die ausführlich in der Dschihadisten-Literatur beschrieben wird, vor allem in dem online-Traktat "Die Verwaltung der Brutalität" des Al-Qaida-Ideologen Abu Bakr Naji. Dieser Aufsatz, 2004 gepostet und unter Dschihadiste viel zitiert, ist ebenso eine Erklärung für die Gewalt wie auch ein Blueprint für das Kalifat. Es bezieht sich stark auf die Schriften Taqi al-Din ibn Taymiyyahs (1263-1328), eines mittelalterlichen Theologen, der die arabische Wahabiten-Bewegung inspiriert hat und von den Islamisten verehrt wird, weil er die Herrschenden für die Ausübung der wahren Religion verantwortlich macht. Naji, der 2008 bei einem Drohnenanschlag der USA in Waziristan getötet wurde, hält Gewalt in einem bestimmten Stadium bei der Errichtung des Kalifats für notwendig."

Weitere Artikel: Andrew Delbanco liest eine Reihe von Büchern, die sich mit der Ungleichheit im amerikanischen Bildungssystem auseinandersetzen. Und Marina Warner liest die Märchen der Gebrüder Grimm.

Magazinrundschau vom 30.06.2015 - New York Review of Books

Wer wissen will, wie Boko Haram entstanden ist, die islamistische Terrorgruppe, die Nordnigeria tyrannisiert, dem empfiehlt Joshua Hammer ein Buch des Lagos-Korrespondenten der Agence France Presse, Mike Smith: "Boko Haram: Inside Nigeria"s Unholy War". Ob der neue Präsident Nigerias, Muhammadu Buhari, Boko Haram besiegen kann und das Land in eine bessere Zukunft führen kann? Hammer, der selbst seit vielen Jahren Afrika-Korrespondent ist, bleibt skeptisch. Denn die Probleme Nigerias, als zehntgrößter Erdölproduzent der Welt eigentlich stinkreich, sind gewaltig: "In den ersten vierzig Jahren [seit der Unabhängigkeit 1960] saugte eine Serie von Militärdiktaturen Milliarden Dollar aus den Ölverkäufen ab und schuf so eine Kultur der Korruption, die die Gesellschaft durchdrang. Die Zivilisten, die Nigeria seit 1999 regieren, erwiesen sich als genauso unehrlich. ... Letztes Jahr beschuldigte Lamido Sanusi, damals Chef der nigerianischen Zentralbank, Nigerias National Petroleum Corporation - die Agentur, die das Öl des Landes kauft, verkauft, reguliert und produziert - in einem Jahr, zwischen 2012 und 2013, Erlöse aus dem Öl in Höhe von 18,5 Milliarden Dollar abgezweigt zu haben. "Es ist ein einziger Betrug", sagte Sanusi (mehr im Guardian). Wochen später wurde Sanusi gefeuert, was eine Welle von Protesten in Nigeria auslöste. Nach Schätzungen sollen die Führer des Landes seit der Unabhängigkeit 400 Milliarden Dollar gestohlen haben."

Außerdem: Richard J. Evans stellt Neuerscheinungen zu den Konzentrationslagern der Nazis vor.

Magazinrundschau vom 09.06.2015 - New York Review of Books

Michael Massing setzt seinen Report über den digitalen Journalismus in den USA fort und betrachtet die mit Buzzfeed beginnende zweite Generation der Medien-Startups. Er begutachtet die schon wieder überholten Trends von gerade eben (den Datenjournalismus von Nate Silvers FiveThirtyEight und Ezra Kleins Wonkblog), beerdigt recht herzlos "Totgeburten" wie Bürgerjournalismus und Longform-Projekte (The Atavist oder der schon abgeschaltete Byliner) und sucht ein Publikum für verdienstvolle, aber thematisch begrenzte Spartenseiten (Racket, The Intercept). Am Ende fragt er sich, warum ausgerechnet digitaler Journalismus zu einer Insider-Veranstaltung wurde: "Es ist eine Ironie, dass ein Medien mit so viel demokratisierendem Potenzial so zentralistisch wurde. BuzzFeed, The Huffington Post, The Daily Beast, Gawker, Quartz, Business Insider, The Intercept, Talking Points Memo und ProPublica sitzen alle in Laufweite voneinander entfernt in Lower Manhattan: Sie bilden den journalistischen Gegenpart zum Silicon Valley und reproduzieren die auf sich selbst fixierte New Yorker Medienelite. "Mit digitaler Technologie müssen die Leute eigentlich nicht mehr in Midtown oder Lower Manhattan leben, in der Gegend mit den höchsten Mieten in den USA", sagt Joshua Benton, der Direktor des Nieman Journalism Lab. "Man kann überall arbeiten. Doch die digitale Technologie hat die Kräfte mehr als jemals zuvor in New York konzentriert"."

Als das Beste, was die Politische Ökonomie und britischer Reformismus zu bieten haben, lobt Thomas Piketty Anthony Atkinsons Buch "Inequality: What Can Be Done?", das unter anderem eine ordentliche Steuerprogression bei Immobilien fordert: "Personen, deren Immobilienbesitz 100.000 Pfund Wert ist, zahlen darauf im Durchschnitt eine Steuer von 1.000 Pfund, während diejenigen, deren Besitz 1.000.000 Pfund beträgt, ungefähr 2.000 bis 2.500 Pfund zahlen."

Weiteres: William Dalrymple besucht im New Yorker Metropolitan Museum of Art eine Ausstellung über die Renaissance-Kunst der indischen Dekkan-Sultanate. Michael Tomasky macht seinen Frieden mit Hillary Clinton als der einzigen ernstzunehmenden Präsidentschaftskandiatin der Demokraten.

Magazinrundschau vom 19.05.2015 - New York Review of Books

In einer auf drei Teile angelegten Artikel-Serie bilanziert Michael Massing, wieviel Innovation die ersten zehn Jahre rein digitaler Medien tatsächlich gebracht haben. Recht unwirsch räumt er die erste Generation ab: Nirgendwo Recherche! Die Huffington Post sieht er als Opfer eines klick-hungrigen Newsrooms und einer esoterischen Chefin; bei Slate und Salon vermisst er internationale Intellektualität; die Instant-Analysen generalistischer Blogger haben sich überlebt. Bleibt Politico, aber auch nur mit Abstrichen: "Mit seinem Blick auf die Details der Washingtoner Politik und dem Ehrgeiz, immer erster zu sein, zielt die fundierte Recherche bei Politico selten auf systemische Probleme, etwas die Übernahme der Think Tanks durch Konzerne, den Einfluss von AIPAC und anderen Lobbies auf die Nahost-Politik oder den Feldzug konservativer Gruppen gegen eine Atomvereinbarung mit dem Iran. Mit regelmäßigen Postings, Updates, Links und Zusammenschlüssen scheint das Internet ideal, um solche Themen zu erforschen und die verborgenen Quellen der Macht in Washington offenzulegen. Um diesen Weg zu beschreiten, müsste über den Gebrauch des Netzes radikal neu nachgedacht werden."

Weiteres: Elizabeth Drew beschreibt dann genau, mit welchen Unsummen Konzerne und Tycoons im amerikanischen Wahlkampf mitmischen, allen voran der erzkonservative Casino-Betreiber Sheldon Adelson. Daniel Mendelsohn blickt mit Spike Jonzes "Her" und Alex Garlands "Ex Machina" auf die Geschichte der Humanoidenfantasien zurück, die bekanntlich in Homers "Iliad" ihren Anfang nahmen, in der Werkstatt des Hephaistos.

Magazinrundschau vom 02.06.2015 - New York Review of Books

In der New York Review of Books berichtet Nicolas Pelham ausführlich und sehr eigen über die Lage im Irak. So schreibt er etwa, dass der IS die Antikenmuseen keineswegs blindwütig zerstöre, sondern kalkuliert plündere, um die Kunstwerke teuer auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Und Bagdads schiitischer Premier Haider al-Abadi, der vielen als zögerlicher Zivilist gilt, kommt bei ihm erstaunlich positiv weg, gerade wegen seiner Skepsis gegenüber den schiitischen Milizen, die zwar den IS in die Defensive gedrängt hätten, aber selbst auch nicht geheuer seien: "In einem Land, das der Milizen und ihrer Kämpfen müde ist, scheint al-Abadis mangelnde Kriegserfahrung geradezu erfrischend. Er repräsentiert die zivile Seite des Iraks, die den Jahrzehnten innerer und äußerer Kriege zum Trotz irgendwie überdauert hat. Innerhalb der Hauptstadt behauptet sich eine seltene Normalität. Unter den Amerikanern steigerten sich die Selbstmordanschläge - meist von Sunniten - auf bis zu siebzehn am Tag; inzwischen sind sie - wie der Premierminister stolz vermerkt - auf einen in der Woche gefallen, und das meist in einem Vorort. Auch wenn es in Bagdad fast ebenso viele Checkpoints wie Ampeln gibt, hörte ich Gewehfeuer nur einmal, als ich an einer Militäreinheit vorbei kam, die ihre Waffen ausprobierte, bevor sie an die Front aufbrach. Private Sicherheitsfirmen verdienen immer noch gutes Geld, indem sie mit den Ängsten von Besuchern spielen, aber ein westlicher Diplomat in der Grünen Zone erzählte mir, dass sie in diesem Jahr noch keinen einzigen Mörser gehört hätten."

Magazinrundschau vom 12.05.2015 - New York Review of Books

Jed S. Rakoff fragt, warum die amerikanische Richterschaft die Masseninhaftierung junger schwarzer Männer eigentlich immer noch mitträgt: "Mehr als 2,2 Millionen Menschen sind derzeit in amerikanischen Gefängnissen inhaftiert. Das sind 500 Prozent mehr als vor vierzig Jahren. Obwohl die Vereinigten Staaten nur fünf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, stellen sie fast 25 Prozent aller Gefangenen weltweit. Die Inhaftierungsrate in den USA ist ungefähr 1,5 mal höher als die des zweitplatzierten Ruandas und des drittplatzierten Russlands; und mehr als 6 Mal höher als im Nachbarland Kanada. Weitere 4,75 Millionen Amerikaner sind außerdem nur auf Bewährung oder unter Auflagen frei. Mehr und mehr Menschen werden wegen gewaltfreier Vergehen inhaftiert, wie etwa Drogenbesitz. Und obwohl die Kriminalitätsrate in den letzten 25 Jahren kontinuierlich gesunken ist, hat die Anzahl der inhaftierten Personen stetig zugenommen."

Weiteres: Für die entscheidenden Fragen bei den nächsten Wahlen hält Elizabeth Drew nicht unbedingt, wer gewinnen wird, sondern wer noch wählen darf und wer wieviel Geld in die Kampagnen spülen darf. William Dalrymple reist zu den Stätten altinidscher Hoochkultur. Martin Filler huldigt Frei Ottos Dachkonstruktionen.

Magazinrundschau vom 21.04.2015 - New York Review of Books

Tim Judah berichtet, wie sich die Ukraine auf einen langen Konflikt vorbereitet. In Kiew ist die Stimmung düster, im Osten den Landes nutzen beide Seiten den Waffenstillstand, um sich für die nächsten Kämpfe zu rüsten. Und was machen die Oligarchen in London? "Donezk ist die Heimatstadt und das geschäftliche Kernland von Rinat Achmetow, dem reichsten Oligarchen der Ukraine. Letzten Sommer drohten die Rebellen, seinen Besitz zu beschlagnahmen, die Kohleminen und die Stahlwerke, taten am Ende aber nichts dergleichen. Achmetow beschäftigt ungefähr 300.000 Menschen. Als der Krieg ausbrach, behaupteten einige, dass der Oligarch, der dem geschassten Präsidenten Viktor Janukowitsch nahestand, die Separatisten unterstützt habe, um seine Interessen zu wahren. Dafür gab es nie Beweise. Doch während das Management seiner Firmen Donezk verlassen hat, werden alle Arbeiter, die sich weiterhin im Rebellengebiet befinden, weiterbezahlt, auch wenn die meisten Minen oder Fabriken nicht weiterlaufen. Achmetow hilft auch, Zehntausende von Menschen durch humanitäre Lieferungen zu ernähren. Wenn er das nicht täte, müssten sich die Rebellen und Russland um die Leute kümmern."

Weiteres: Thomas Powers bewundert in einer Ausstellung in New Yorker Metropolitan Museum die Kunst der Prärie-Indianer, wie zum Beispiel Howling Wolfs Erinnerung an das Sand Creek Massacre. Freeman Dyson liest eine neue Einstein-Biografie von Steven Gimble. Und Annie Sparrow geht Hinweisen nach, dass das Assads Regime seine Chlorbestände für Kampfeinsätze benutzt, anstatt damit Trinkwasser zu reinigen.

Magazinrundschau vom 07.04.2015 - New York Review of Books

Für die aktuelle Review bespricht Janet Malcolm Thomas Kunkels Biografie über den Schriftsteller und Journalisten Joseph Mitchell. Mitchell wurde bekannt durch seine Porträts von Einwohnern New Yorks, die er u. a. für den New Yorker verfasste. Aber sind die Stücke auch echt? Oder ließ der Autor seiner Fantasie allzu großen Raum, als dass die Texte noch als journalistisch durchgehen könnten? Laut Malcolm bleibt Kunkel unentschieden zwischen seiner Sympathie für den Autor und den entlarvenden Fakten: "Kunkel kommt zu einem Bild von Mitchells journalistischer Praxis, mit dem er nichts anzufangen weiß. Einerseits gefällt sie ihm nicht, so verwendet er Begriffe wie "Ermessensspielraum", "dubiose Technik" oder "strapazierte journalistische Regeln", um sie zu beschreiben. Andererseits verehrt er Mitchells Arbeit und möchte sie nicht kritisieren. So entsteht eine Atmosphäre der Verlegenheit, immer wenn der Autor Mitchells radikale Abkehr vom Faktischen enthüllt." Für die Rezensentin indes scheint der Fall klar: "Mitchell hat den Leser betrogen. Er vermischte Fakten und Fiktion zu einem giftigen Trunk. Zu dumm, dass er tot ist und nicht mehr verantwortlich gemacht werden kann. Oder vielleicht ist es auch gut, dass er tot ist und in der Hölle schmort für seine Sünde gegen den Geist des Faktischen." Oder doch nicht ganz: "Jeder Journalist kennt das Problem mit der Authentizität, aber nur wenige gehen so weit wie Mitchell. Allerdings nicht aus Tugendhaftigkeit, sondern weil ihnen das Talent fehlt. Die Vorstellung, dass Reporter immer der Verführung zur Erfindung von Fakten widerstehen, ist ein Witz. Reporter erfinden nicht, weil sie schlicht nicht imstande sind dazu. Deshalb sind sie ja Journalisten geworden und keine Schriftsteller."

"Die Stabilität der inneren Organe ist die Voraussetzung für ein freies Leben", schrieb in den 1850ern der französische Physiologe Claude Bernard. Wie wahr das ist, lernt Oliver Sacks während der Behandlung seines Leberkrebses.