Peter Pomerantsev

Nichts ist wahr und alles ist möglich

Abenteuer in Putins Russland
Cover: Nichts ist wahr und alles ist möglich
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2015
ISBN 9783421046994
Gebunden, 304 Seiten, 21,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Timmermann und Ulrike Wasel. In einer Mischung aus Reportage und Erinnerung schildert der britische Fernsehproduzent und Autor Peter Pomerantsev seine Erfahrungen aus neun Jahren Leben und Arbeiten in Moskau. Putins Russland erscheint als Realityshow, die völlig der Regie des Kremls gehorcht. Die Medien verbreiten glitzernden Unsinn oder Unwahrheiten im Dienste der Staatspropaganda, die Politik gründet auf Lügen, und das Justizsystem beugt sich den Vorgaben der Herrschenden. Pomerantsev zeichnet sein brennend scharfes Porträt Russlands nach dem Ende der Sowjetzeit mithilfe eindringlicher Anekdoten und Geschichten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015

Rezensentin Renate Nimtz-Köster freut sich, dass Peter Pomerantsevs Buch über Putins Russland endlich auch auf Deutsch erhältlich ist. Informativer als viele Deutungen von Kreml-Experten findet sie die Reportagen und Analysen des britischen Fernsehproduzenten und -journalisten, der jahrelang als Experte für das staatliche Moskauer Fernsehzentrum Ostankino und später bei TNT arbeitete und nun plastisch, eindrucksvoll und "respektlos" aus dem modernen Russland berichtet. Gebannt liest die Kritikerin, wie in Ostankino-Sendungen etwa Neonazis, die schwule Teenager bedrohen, als Helden gefeiert werden , weibliche "Golddigger" sich in Reality-Shows Forbes-Millionäre angeln wollen oder bezahlte Komparsinnen von Ostankino als angebliche Augenzeugen ukrainischer Bedrohung eingesetzt wurden.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 17.10.2015

Wie es in der Mediendiktatur Russlands zugeht, erfährt Sonja Margolina en detail vom ehemaligen Realityshow-Produzenten Peter Pomerantsev. Nicht nur das russische Fernsehen kann ihr der Autor frei von Projektionen und Schuldgefühlen erklären, wie Margolia versichert, auch das System Putin versteht die Rezensentin nach der Lektüre besser. Pomerantsevs punktuelle Einblicke scheinen Margolina mehr zu bieten als manche soziologische Analyse. Witzig und sprachlich präzise findet sie den Autor auch. Und auch wenn das Buch nichts über die Entstehung des postsowjetischen Autoritarismus verrät, was Zensur und Korruption dazu beitragen, kann der Autor vermitteln, meint die Rezensentin.
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