
In einer
Reportage gibt Carey Baraka uns einen kleinen Einblick in das Leben der
jungen Reichen und Schönen Kenias. Ihre Eltern sind wohlhabend genug, sie auf amerikanische oder europäische Universitäten zu schicken. Einige kehren danach zurück, wissen dort aber oft nicht so recht, was mit sich anfangen, wie ein mitfühlender Baraka schreibt: "So viele von ihnen hatten davon geträumt, ihre Communities mitzugestalten oder Künstler zu sein. Sie hatten für ihre College-Zeitschriften geschrieben, Galerieausstellungen organisiert, Theaterstücke aufgeführt - aber jetzt, zurück in Kenia, sehen sie sich außerstande,
die Menschen zu werden,
die sie sein wollten. Sie spüren den Druck des Abschlusses, einen Druck, der, wie Audrey und Bilha mir erzählten, bedeutet, dass sie einen
hochrangigen Job finden mussten, der dem hochrangigen Abschluss entspricht. Manchmal reicht das immer noch nicht aus. Sie sehen sich ehemalige Klassenkameraden an, die in New York im Finanzwesen oder in Unternehmensberatungen arbeiten, und haben das Gefühl, dass sie zurückgelassen wurden und den Rückstand nie aufholen werden." Andere bleiben gleich fort, wie Nyangie, die in den USA im Finanzwesen arbeitet: "Ich fragte Nyangie, ob sie in Erwägung ziehen würde,
zurück nach Kenia zu gehen. 'Nur wenn ich viel Geld verdienen würde', sagte sie. Auf jeden Fall wollte ihre Mutter nicht, dass sie zurückzieht. Sie wollte, dass Nyangie und ihre älteren Brüder sich irgendwo anders ein Leben aufbauen. Für Nyangie wurde dies dadurch erleichtert, dass sie die Art und Weise hasste, wie Kenia regiert wurde. Aber sie
hasst die USA noch mehr, sagte sie. Ich fragte mich, wie wahr das ist. Sie hat sich entschieden, dort zu bleiben, und es kommt mir so vor, als ob sie versuchen würde, beides zu haben. Sie hasse die Waffen, betont sie, und den
Raubtierkapitalismus. 'Wenigstens respektiert der Kapitalismus in Kenia die Heiligkeit des Dezembers. Nach dem Jamhuri-Tag geht nichts mehr', sagt sie in Anspielung auf Kenias Unabhängigkeitstag, den 12. Dezember. 'Wenn man es bis zum Jamhuri-Tag nicht geschafft hat, war es unwichtig.' (Als ich sie einige Monate später zu ihrem erklärten Hass auf die USA befragte, sagte sie: 'Solange ich noch jung bin, bin ich bereit, mit dem Raubtierkapitalismus zurechtzukommen, wenn ich dadurch
die Zukunft erreiche,
die ich mir wünsche, aber die Rückkehr ist definitiv das Endziel.'"