
In
Nigeria gilt der Feminismus noch immer weithin als
westlicher Angriff auf die afrikanische Kultur. In einem furchtbar hölzern geschriebenen, aber durchaus interessanten Text
diskutiert Yemisi Akinbobola die Frage, wie männliche Widerstände gegen die Selbstermächtigung von Frauen ausgetrickst werden können. Sie rät zum
neoliberalen Feminismus: "Der neoliberale Feminismus zielt nicht auf den Wandel von Kultur oder Gesellschaft, sondern auf einen der individuellen Lebensumstände, auf eine unternehmerisch ermächtigende Weise. Dies kann durchaus sinnvoll sein in einem Land wie Nigeria, wo die Beschäftigung niedrig und Armut groß ist und Unternehmertum de facto einen Ausweg darstellt. Alles, was die
Selfmade-Mentalität befördert, was Frauen ermächtigt, rauszugehen und für sich Gelegenheiten zu schaffen, sollte vielleicht als Möglichkeit betrachtet werden,
die Ungläubigen zu bekehren. Der neoliberale Feminismus stellt nicht den Status quo in Frage; er fordert das Individuum auf,
sich selbst zu helfen. Und wenn er in einen Kontext allgemeinen Empowerments gestellt wird, nicht nur der Frauen, dann wird es für Männer schwierig zu rechtfertigen, warum sie Frauen weiterhin Hindernisse in den Weg legen. Das Geschäft wird zu einem Argument, dem sie sich nicht entgegenstellen können. In Nigeria die Aussicht auf ökonomischen Erfolg zu verstellen, ist ein Luxus, den sich die wenigsten leisten können."
Donald Trump hat die Realität in einen Zirkus verwandelt, in
Karneval und Spektakel, getreu dem Motto seines Wahlkampfmanagers Roger Stone: "Politik ist Show-Business für Hässliche." Bei einer Lüge ertappt zu werden, stört ihn nicht. Anna-Karin Selberg
erinnert das an
Hanna Arendts Begriff von der
modernen politischen Lüge, die nicht darin besteht, dass sie Realität leugnet, sondern sie transformiert. Wie Arendt in den "Ursprüngen und Elementen totaler Herrschaft" schrieb, ist es ein Merkmal des Totalitarismus, die Lüge in eine
organisierte fiktive Welt zu verwandeln, eine alternative Realität: "Die Gefahr der modernen Lüge besteht nicht darin, dass sie historische Fakten verzerrt, sondern dass sie das gesamte
faktische Gewebe auflöst und damit eine Geschichte der politischen Anfänge ersetzt durch eine alternative Geschichte, die diese zerstört. Das historische Gewebe, das 'spontan' zwischen Menschen entsteht, wird ersetzt durch eine organisierte, fiktive Realität: 'Der Unterschied zwischen der traditionellen und der modernen Lüge besteht im Unterschied zwischen dem Verbergen und dem
Zerstören von Realität.'"