
Aloma Rodrigeuz
bricht in einem aus
Letras Libres übernommen Artikel eine Lanze für die Kritikerinnen des
feministischen Mainstreams, vorneweg natürlich
Camille Paglia, die nicht müde wird, Feministinnen ihre Ignoranz gegenüber
Ästhetik und Psychologie vorzuwerfen. Sie empfiehlt aber auch
Jessa Crispin, die in ihrem Buch "Why I Am Not a Feminist: A Feminist Manifesto" gegen einen unpolitischen Feminismus argumentiert, der sich auf
einzelne Fälle von Misogynie kapriziert oder den Opferstatus von Frauen reproduziert. Besonders fatal findet Crispin das Argument des
Mainsplaining: "In einem Essay ihres Buchs
'Men Explain Things to Me' lieferte
Rebecca Solnit ein unschlagbares Argument, mit dem eine Frau jede Diskussion gewinnen kann: Wer Dir widerspricht, tut es aus Frauenfeindlichkeit. Das ist natürlich verlockend, wer kann einem Argument widerstehen, das einem
immer Recht gibt? Es beengt jedoch den Diskurs und fördert die die Segregation, den in der Konsequenz dürften nur Frauen miteinander reden. Darum kann es dem Feminismus gehen, wenn wir Simone de Beauvoir und Mary Beard glauben. Dem Feminismus geht es darum, dass das, was Frauen zu sagen haben, auch von Männern gehört wird und ihre Äußerungen die gleiche Aufmerksamkeit erfahren. Das kritisiert Crispin auch in ihrem Manifest, aber sie geht noch weiter. Um zu zeigen, wie gefährlich es ist,
eine Gruppe namens Frauen zu etablieren, vergleicht sie das mit dem Nationalismus und seiner Betonung von Gruppenidentität und gemeinsamer Werte, die von anderen abgelehnt würden... Wenn Menschen von Empowerment sprechen sieht Crispin darin oftmals nur
Narzissmus, der darauf zielt, die eigne Gruppe ausschließlich mit positiven Eigenschaften zu belegen und die negativen über die andere Gruppe zu verhängen.' Mit solchen Projektionen', schreibt sie, 'verleugnen wir nicht nur all die Facetten, die die Menschlichkeit bei Männern ausmachen, wir verleugnen auch unsere eigene Menschlichkeit.' Wir sind keine vollständigen Menschen, wenn wir nur das Gute in uns Frauen sehen."
Weiteres: Gegen
Russlands Geschichtspolitik, die den Blick auf den Stalinismus immer stärker verenge,
hofft Daria Khlevnyuk auf Dezentralisierung und Pluralisierung. Außerdem
übernimmt Eurozine von
Osteuropa den Bericht von Memorial zum
Hungerstreik von Oleg Senzow und zur Lage der ukrainischen Häftlinge in Russland.