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Im Kino

Es schäumt im Reagenzglas

Die Filmkolumne. Von Lukas Foerster, Thomas Groh
04.10.2012. Joe jagt Joe in Rian Johnsons bemerkenswertem Science-Fiction-Zeitreise-Noir "Looper" und lernt dabei: die Vergangenheit ist ungeschrieben. Und schon seit letzter Woche transformiert Adam Sandler in Sean Anders' "Der Chaos-Dad" unseren Blick auf die Welt zugunsten der Dicken, Uncoolen und Großmutterverführer.


An wenigstens einer Stelle jubelt Drehbuchautor und Regisseur Rian Johnson dem Dialog des Films sehr direkt ans Publikum gerichtete Sätze unter: "Dieser ganze Zeitreisen-Scheiß brät Dir Dein Hirn wie ein Spiegelei", sagt Jeff Daniels mit einem graumelierten Bart, der ihn endgültig als Slavoj-Zizek-Double qualifiziert, und außerdem: "Dein ganzes Outfit kopiert Filme, die Filme kopieren. Mach doch mal was Neues." Als weitsichtiger Souverän des Films, den er als eine Art Mafiamob-Vorstand aus der Zukunft darstellt, der seine Gegenwart in der eigenen Vergangenheit verbringt, kann er sich solche Anweisungen, die in sich zugleich auch Handlungsanweisungen zum Umgang mit dem Film bergen, gut leisten. Zum einen sollte man über die paradoxalen Windungen dieses Zeitreisefilms nicht übertrieben lange nachdenken - wahrscheinlich kriegt man tatsächlich zumindest Kopfschmerzen, sehr sicher aber bringt man sich um jede Menge Spaß, wenn man an dem Kartenhaus, das jeden Zeitreisefilm als Gerüst stützt, zu sehr herumfingert. Zum anderen ist der Zeitreisefilm ein in der Filmgeschichte tatsächlich oft bestellter Acker - man schaue hier doch auf das Neue, das er diesem zuzufügen vermag.

So neu wie simpel ist bereits die Prämisse des Films, die das Spiegelei in der Schädelpfanne schon als Idee zum Brutzeln bringt: Was, wenn ein Killer sein zukünftiges Ich zur Strecke bringen muss? Sehr konkret wird dieses Gedankenexperiment aus der Fachschaftsfahrt im Philosophie-Erstsemester durch einen technologischen Clou: 100 Jahre nach der Blütezeit des Film Noir (der für Rian Johnson hier, noch mehr aber in seinem vielbeachteten Debütfilm "Brick", den zentralen Referenzpunkt bildet), in den 40er Jahren des 21. Jahrhunderts also sind Zeitreisen zwar noch nicht möglich, aber eine Gewissheit der Zukunft; denn die Gangstersyndikate dieser Zukunft pflegen zur Vergangenheit ein funktionales Verhältnis wie zu einer Mülldeponie - zwecks Entsorgung unliebsamer Personen. Todeskandidat samt Honorar landen als Paket geschnürt aus der Zukunft vor den Füßen des Auftragskillers, des so genannten "Loopers", der nur mehr schießen, das Honorar kassieren und die Leiche im Industrieofen verschwinden lassen muss. Abgeschlossen wird der "Loop" durch eine finale Hinrichtung: Der Killer kriegt unwissentlich sein zukünftiges Ich vor die Kimme platziert, erkennt dies erst nach der Ermordung am Honorar in Goldbarren und hat im Anschluss ruhige 30 Jahre, um seinen Reichtum zu verjubeln: Eine überschaubare Portion gesicherten Lebensglücks, als Angebot leicht begreiflich in einer desolat gewordenen Welt, in der die Wirtschaftskrise Dauerzustand geworden ist und extremer Reichtum fortlaufend auf extreme Armut prallt.

So trifft Joe (Joseph Gordon-Levitt) sein älteres Ich (Bruce Willis), beziehungsweise eben gerade nicht: Die ältere Variante verhindert ihre Selbsthinrichtung durch die jüngere, deren Leben sie damit im Rückblick drastisch auf den Kopf stellt. Fortan folgt beiden eine ganze Killerarmada - und beide einander.

Großen Reiz entwickelt dieser Sci-Noir nicht nur aus seinem World Building, das mit nur geringen Verschiebungen das (aus heutiger Perspektive) Futur 2 in die Gegenwart einer vergangenen Zukunft aus dem heute Gegebenen extrapoliert. Anders als das "Total Recall"-Remake, das den Zuschauer mit düster-futurologischem urban gloss regelrecht bombardiert, ist die Welt von "Looper" nur in einigen Teilaspekten von der unseren unterschieden. Insbesondere in der zweiten, über weite Strecken auf einer altmodischen Farm in Kansas spielenden Hälfte des Films wirkt "Looper" wie ein Blick durch eine filmhistorische Brille in unsere eigene Vergangenheit: Man muss sich stellenweise selbst daran erinnern, es mit einem Science-Fiction-Film zu tun zu haben, so wenig visuelle Indikatoren sind im Bild versammelt, so gedämpft ist das Erzähltempo.



Schön ist auch der Umgang mit dem Zeitreisestoff: Was einem aus der Zukunft entgegen tritt, ist hier nie bloß der manifeste Beweis dafür, dass man als gegenwärtige Vergangenheit des Künftigen immer schon als dessen Steigbügelhalter fixiert ist. Im Gegenteil, dass gerade Bruce Willis' Zeitreise-Hirn bald ebenfalls brutzelt, liegt daran, dass sich mit jeder durch seine Handlungen induzierten Aktivität seines jüngeren Selbst der eigene Erinnerungsschatz neu formt - was an biografisch selbst Erlebtem bislang verlässlich war, versinkt im Nebel des Ungefähren: Nicht die Zukunft, die Vergangenheit ist ungeschrieben.

Was originelle Kommunikationsformen zulässt: Zum Parler mit dem zukünftigen Ich verabredet sich das jüngere zur Not mit selbst in den Arm geritzten, heute blutigen, morgen vernarbten Botschaften. Und anders als Christopher Nolans kläglich aufgeblasener Traum-im-Traumfilm "Inception" hat Johnsons Film vergleichbare Aufplusterungen nicht nötig: Eine der spannendsten Szenen, eben das Treffen von Joe mit Joe, findet beim Schnitzelessen in einem Diner statt, für das sich die Regie enorm zurücknimmt und den Film ganz auf die Darsteller konzentriert.

Science-Fiction-Filme als Ideen-Filme: Eine zumindest in den Genreausprägungen im Kino längst ins Hintertreffen geratene Tradition, die "Looper" dankbar neu aufgreift, ohne sich an ausgestellter Arthouse-Anspruchshuberei zu infizieren. Nicht zuletzt sind Zeitreisenfilme mit ihren Neu-Verschaltungen von Ursache-Wirkungs-Folgenabschätzungen immer auch narratologische Reagenzgläser, in denen entweder überschaubare Experimente vonstatten gehen oder in denen es unabsehbar schäumt und zischt. Wenn "Looper" von den rein ballistischen Interessen am Katz-und-Maus-Spiel bald absieht und in einem Akt konzentrierter Entschleunigung einen großen Welterrettungsplot in fast kammerspielartige Rahmenbedingungen übersetzt, wenn die Versatzstücke des Zeitreisenfilms von "Terminator" bis "Zurück in die Zukunft" zwar kopiert, diese jedoch neu montiert und ihnen dabei an sich verblüffend simple, aber überraschende Aspekte abgewonnen werden, wenn im Minimalismus des Showdowns sich mit einem Mal die ganz große Oper Bahn schlägt und einen "sense of wonder" in den Film trägt, den andere Effektgewitter-Filme schon längst verloren haben, dann schäumt und zischt es in diesem Reagenzglas aufs wunderbarste.

Thomas Groh

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Am besten beginnt man mit einem (kleinen) Spoiler:

Am Anfang von "Der Chaos-Dad" wird Donny (Adam Sandler), einem inzwischen auf die Hunde gekommenen ehemaligen B-Promi, der in den achtziger Jahren berühmt geworden war, weil er als Schüler seine Lehrerin geschwängert hatte, eine Wette angeboten, die seine finanziellen Probleme lösen soll: Er solle doch, bei einem anstehenden Maratonlauf, auf Tubby Tuke setzen, einen comicartig grotesk dicken Sportler, der mit einer Quote von 8000 zu 1 an den Start gehen würde. Donny gibt seinen letzten Zwanziger, man lächelt vielleicht kurz über seine schon zum wiederholten Mal bewiesene Blödheit, dann passiert so viel, dass man diese Szene schnell vergisst. Wenn aber am Ende des Films, aus heiterem Himmel, der Marathonlauf wieder aufgegriffen wird und man dem Triumphzug des rundlichen Athleten beiwohnt, dann wundert man sich nicht mehr; im Gegenteil, es ist plötzlich zum normalsten der Welt geworden, dass Tubby die Langstreckenelite der Welt "zum Frühstück verspeist".

So ein Film ist das: Er transformiert den Blick auf die Welt, er nimmt eine Umwertung vor, zugunsten der Dicken, der Grotesken, der Ungehobelten, der Vergessenen, der Ungezügelten, der Uncoolen. Manchmal sogar: der Armen. Wer dagegen seine moralische Rechtschaffenheit vor sich her trägt, wer stets korrekt frisiert ist und dann gar noch eine schicke Uniform anhat, wer seinen eigenen Körper verleugnet, der ist verdächtig, dem wischt der Film früher oder später eine aus.

Es gehört zu den schönen Aspekten der Adam-Sandler-Filme - nicht aller, aber der meisten - dass sie auf eine sehr grundsätzliche Art für den Hedonismus Partei nehmen. Für den fröhlichen, unreflektierten, spontanen Hedonismus zumal, nicht für den generalstabsmäßig durchgeplanten Bachelorabend-Hedonismus, das Stahlbad des fun der gerade in ihren Exzessen systemstabilisierenden (wenn nicht gar proto-faschistischen) "Hangover"-Filme. Sandler selbst kann zum Beispiel problemlos Womanizer spielen - in seinem Meisterwerk "Leg Dich nicht mit Zohan an", oder jetzt in "Der Chaos-Dad" -, ohne, dass sich da auch nur irgendwelche Probleme moralischer oder psychologischer Art einstellen würden; es entspricht dann einfach nur seiner offenen Haltung zur Welt, dass er sich und den Frauen soviel Freude wie nur möglich schenkt. Und Vanilla Ice, der im echten Leben längst aus den Charts verschwundene Neunzigerjahrerapper, der in "Der Chaos-Dad" sich selber - als alter Kumpel Donnys aus den Jahren des gemeinsamen Ruhms - spielt, kann sich bei jeder Gelegenheit ins Delirium saufen, ohne dass man für einen Moment daran zweifelt, dass in ihm ein grundguter Kerl steckt.

Die ebenso grundsätzliche Familienideologie der Filme und die Lektionen, die die Figuren lernen müssen, um in deren Welt bestehen zu können, stehen dem allem nicht im Weg: Wenn man einen peinlichen Vater hat, dann darf man sich nicht für ihn schämen - sondern muss selber peinlich werden. Die zwei Welten, die in "Der Chaos-Dad" aufeinander prallen, wenn Donny Kontakt aufnimmt zu seinem verlorenen Sohn Todd (Andy Samberg), der sein Geld als Investmentbanker verdient und drauf und dran ist, old money in Gestalt der dezent verbiesterten Jamie (wie immer großartige: Leighton Meester, bekannt aus "Gossip Girl") zu heiraten, treffen sich nicht irgendwo in der Mitte und unter den Bedingungen des Establishments; nein, Donny zieht über kurz oder lang alle auf sein Niveau (hinauf, nicht herunter). Toll sind die Szenen mit Jamies Familie, weil in ihnen sichtbar wird, wie die Komödie durch die Überzeichnung, die Karrikatur hindurch wieder zur Wahrheit finden kann. Wenn sie nur weit genug geht und der bibeltreue Spießer nicht nur den Weg in den Stripclub findet, sondern sich dort auch noch von einer Prostituierten (mit Halskrause) oral befriedigen lässt.

Zuletzt hat Adam Sandler - in ökonomischer Hinsicht - zwei Rückschläge hinnehmen müssen. Die Crossdressing-Komödie "Jack & Jill", in der er sich ganz dem infantilen Spieltrieb hingab, erfüllte die Erwartungen nicht. Und "Der Chaos-Dad" war sogar ein veritabler Flop, zumindest an den amerikansichen Kinokassen. Zu weit scheint er sich in beiden Fällen von der jugendlichen Kernzielgruppe entfernt zu haben, zunächst in Richtung naiv-liebenswertes Kinderkino, jetzt in Richtung gross-out-Poesie. (Der Liebesentzug ist sicherlich nur ein vorübergehender - als nächstes kommt "Kindsköpfe 2", da werden die Kassen wieder klingeln.)



"Der Chaos-Dad", inszeniert vom relativen Newcomer Sean Anders, ist von Anfang bis Ende außer Rand und Band, die zahlreichen Fesseln der amerikanischen Selbstzensur (die Angst vor dem wertvolle Teenagerdollars kostenden R-Rating), die Sandlers Bewegungsspielraum in anderen Filmen doch ein wenig einengen, sind weitgehend gelöst. Ein Film, der in Körperflüssigkeiten regelrecht schwimmt, der groteske Körper (die überdimensionierte Stripperin) feiert, in dem sich Kleinladenbesitzer nicht über die Chaoten in ihrem Laden aufregen, sondern sich ihnen anschließen (das Gewehr im Anschlag, aber nur zwecks Abfeuerung von Freudenschüssen). Auch Vanilla Ice begnügt sich nicht mit einem kleinen Cameoauftritt, sondern bewegt sich völlig enthemmt, fontänenpissend, großmütterverführend durch den Film.

Sandler ist, daran führt kein Weg vorbei, der erfolgreichste Hollywood-Comedian der letzten beiden Jahrzehnte. Die Kritik scheint damit ein nicht geringes Problem zu haben; anders lässt es sich nicht erklären, dass seine Filme fast ausnahmslos in der Luft zerrissen werden und zwar ganz unabhängig davon, ob es sich um Meisterwerke des Grotesken handelt ("Der Chaos-Dad", "Zohan", "Big Daddy"), um solides, entspanntes Komödienhandwerk ("Kindsköpfe", "50 erste Dates"), oder um die erstaunlich wenigen bieder-versöhnlerischen Gurken, die derartige Attacken tatsächlich verdient haben ("Klick"). Vielleicht ist es die krude Körperlichkeit, vielleicht die komplette Abwesenheit von Zynismus und Distinktionsgehabe, vielleicht die eher episodenartig, improvisiert wirkende Form, der die kleinen Blödeleien nebenbei immer wichtiger sind als die großen Bögen der Charakterentwicklung, dieser heiligen Kuh der qualitätsbesoffenen Filmkritik: Irgendetwas an den Filmen scheint einen empfindlichen Punkt zu treffen. Und wenn sie sonst keine Qualitäten hätten: Schon diese Frontalangriffe auf eingefahrene Geschmacksurteile, dieses Moment der Irritation inmitten des Mainstreams macht die Sandler-Filme unendlich wertvoll.

Lukas Foerster

Looper - USA 2012 - Regie: Rian Johnson -Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Bruce Willis, Emily Blunt, Paul Dano, Piper Perabo, Garret Dillahunt, Jeff Daniels, Tracie Thoms, Noah Segan, David Jensen, Sylvia Jefferies - Länge: 118 min.

Der Chaos-Dad - USA 2012 - Originaltitel: That's my Boy -Regie: Sean Anders - Darsteller: Adam Sandler, Andy Samberg, Leighton Meester, James Caan, Vanilla Ice, Susan Sarandon, Milo Ventimiglia, Eva Amurri, Blake Clark, Meagen Fay - Länge: 115 min.

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