Perlentaucher-Autor

Sebastian Markt

Sebastian Markt, geboren 1979, hat Geschichte und Philosophie in Wien und Berlin studiert. Er arbeitet für Festivals Programmkinos und schreibt über Film.

6 Artikel

Urszene einer Begegnung

Im Kino vom 27.10.2016 27.10.2016. Leichten Schrittes zwischen Gegenständen großer Schwere bewegt sich Ruth Beckermanns "Die Geträumten", ein wunderbarer Film über Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Mit "Die Zeit der Frauen" gelingt es Leena Yadav, die visuellen Attraktionen des Sexfilms mit entzückender Selbstverständlichkeit in den Dienst der Aufklärung zu stellen.

Militanz und Romantik

Im Kino vom 28.07.2016 28.07.2016. Miguel Gomes verbindet in "1001 Nacht" Geschichten aus der portugiesischen Krisengegenwart mit Ausbrüchen ins Fantastische. In David Yates' "The Legend of Tarzan" fliegen einem leider nur gelegentlich digitale Weltpartikel um die Ohren.

Donut mit rosaroter Glasur

Im Kino vom 06.07.2016 06.07.2016. Sean Bakers "Tangerine" präsentiert queere Lebensentwürfe, denen die Tatsache, dass sie nicht ganz aufgehen, nichts von ihrer Strahlkraft nimmt. Jon M. Chu erkundet in "Jem and the Holograms" eine im Guten wie im grandios Schrottigen reizgesättigte Welt, durch die sich vier junge Frauen schlagen.

Realitätsfiktionen

Im Kino vom 08.06.2016 08.06.2016. Zwei Filme des Festivals "Unknown Pleasures #8": Frederic Wisemans "In Jackson Heights" ist keine bebilderte Sozialtheorie, sondern ein Nachdenken über Gesellschaft mit filmischen Mitteln. Patrick Wang gelingt mit seinem Indiedrama "The Grief of Others" ein großer Wurf.

Desperate Lebendigkeit

Im Kino vom 04.05.2016 04.05.2016. Eine Ästhetik der Zugedröhntheit auf den Straßen Manhattans entwirft "Heaven Knows What", der neue Film der Brüder Ben und Joshua Safdie. Der einstige Tarantino-Protégé Eli Roth fügt seinem unterschätzten Werk mit "Knock Knock" einen hintersinnigen Thriller hinzu.

Moment der Störung

Im Kino vom 14.04.2016 14.04.2016. Etwas Unerhörtes artikuliert sich in Nicolette Krebitz' fragil widerspenstigem "Wild", der vom Leben in der Stadt, von Begehren und einem Wolf erzählt. Nabil Ayouchs "Much Loved" beschreibt den Alltag dreier Sexarbeiterinnen in Marrakesch.