
Seit der erfolgreichen Verfilmung von
"The Talented Mr. Ripley" (mehr
hier) erfreut sich das zwischen "ernsthafter Literatur,
Pulp Fiction, Comic und psychatrischer Fallstudie" pendelnde Werk von
Patricia Highsmith (mehr
hier) später Aufmerksamkeit. Zwei neue Bücher beleuchten das Leben der exzentrischen Autorin, mit unterschiedlichem Fokus, wie Elise Harris in ihrer Doppelbesprechung
feststellt.
Andrew Wilson zeichne sich in seiner Biografie "Beautiful Shadow" vor allem durch die Distanz zu seinem Subjekt aus, die es ihm ermögliche, "Highsmith's
bizarre persönliche Vorlieben zu dokumentieren ohne dabei aber ihre intellektuellen und emotionalen Einsichten unter den Tisch fallen zu lassen." Von
Marijane Meakers "Highsmith", dem Report ihrer dreijährigen Beziehung mit der Schriftstellerin in den Jahren 1959 bis 1961 dagegen hat die Rezensentin zudem gelernt, dass Highsmith "Frauen in
sexueller Hinsicht bevorzugte, für alles andere nahm sie lieber Männer."
Anlässlich des bevorstehenden hundertsten Geburtstags von
Evelyn Waugh (eine gutgemachte Führung durch Leben und Werk
hier) sieht sich Jim Holt veranlasst, ein paar Klischees richtig zu stellen. Vor allem, seit aus seinem beliebtesten, aber auch meistgehassten Roman
"Brideshead Revisited" eine Fernsehserie (mehr
hier) wurde, gilt Waugh vielen als snobistischer, nostalgischer, romantisch-katholischer
Liebhaber englischen Landlebens. Dabei sah Waugh das moderne Leben als "wild, amoralisch und chaotisch an. Seine perfekt modulierte Sprache erlaubt es ihm aber, diese zornige Vision in eine
raffinierte Farce umzuwandeln."
Aus den weiteren Besprechungen:
Ganz aus dem Häuschen ist Norman Rush über
David Quammens "Monsters of God", der kunstvolle wie konzentrierte Bericht über die bedrohliche Lage der
Großraubtiere der Erde sowie die Versuche zu ihrer Rettung. Michael Janeway hat zwei neue politische Bücher
besprochen und kann keinem etwas abgewinnen. Die Abrechnung des früheren Clinton-Beraters
Dick Morris mit seinem Dienstherrn erscheint ihm zu
rachetrunken, um ernst genommen zu werden, während
Joe Conasons Angriff auf die Republikaner zu faktenlastig und zu gesetzt daherkommt, um im
"Schrei oder Stirb"-Geschäft der politischen Auseinandersetzungen Gehör zu finden. Obwohl Margot Livesey einige Schwierigkeiten mit Margaret Leroys Roman "Postcards from Berlin" (
erstes Kapitel) hat, war sie doch
gespannt darauf, wie er ausgeht. Kein Wunder, bei dem Titel!