
Die
New York Times gibt dem Nachwuchs eine Chance und bespricht vier
Debüts im großen Stil. Jay McInerney ist
begeistert von
Mark Haddons "kräftigem, lustigem und originellem" Erstling "The Curious Incident of the Dog in the Night-Time" (
erstes Kapitel). Der autistische Gelehrte Christopher entdeckt den
Nachbarpudel tot auf eine Mistgabel gespießt und macht sich daran, das Geheimnis zu lüften. "Haddon schafft es", lobt der Rezensent, "uns tief in
Christophers Kopf hineinzubringen und es uns in dessen begrenzter, streng logischer Denkweise bequem zu machen. So weit, dass wir anfangen, den gesunden Menschenverstand und die
erratischen Gefühle der Leute um ihn herum in Frage zu stellen." Christopher ist zwar ein "ungelöstes Geheimnis", schreibt McInerney, "aber er ist sicher einer der merkwürdigsten und
überzeugendsten Charaktere in der jüngeren Literatur."
Ebenso
angetan ist Benjamin Anastas von
Ellen Ullmans "spannendem und intellektuell furchtlosem" ersten Roman "The Bug" (
erstes Kapitel), den sie als Wiederbelebung des
Frankenstein-Motivs versteht, bloß dass diesmal
Computerviren den Part der intelligenten künstlichen Kreatur übernehmen. Der Lobreigen für die Newcomer geht weiter mit Sara Mosles
verzückter Rezension von
Maile Meloys (eine Lesung
zum Anhören) "spektakulärer" Erzählung "Liars and Saints" (
erstes Kapitel), der
Odyssee einer französisch-kanadisch-amerikanischen Familie über den ganzen Erdball und
vier Generationen hinweg. Unmöglich ist es für Francine Prose,
Joan London nicht für deren "offenkundiges Talent" und ihren Erstling
"Gilgamesh" zu
bewundern. In dem "paradoxerweise schlank gehaltenen und
dicht gepackten" Roman reist die Heldin von
Australien nach Armenien, um den Vater ihres Kindes zu suchen.
Laura Miller
singt eine Hymne auf die
Fallstudie, "diesem unbekannten Genre im Grenzland zwischen
Kunst und Wissenschaft". Als Meister nennt sie den Neurologen
Oliver Sacks (mehr
hier) oder
Sigmund Freud, der die Abgründe hinter den respektablen
bürgerlichen Kulissen seines Wiens so scharf und plastisch beschreibt und sie damit als das präsentiert, was sie sind: der Stoff für "
großen Klatsch und
große Literatur".
Zwei weitere, beachtenswerte Besprechungen: Owen Gingerich
empfiehlt James Gleicks Biografie von
"Isaac Newton" als die nun "erste Wahl für den interessierten Laien". Gleick schaffe es als Erster, mit der außerordentlichen
Breite und Komplexität von Newtons Leben und Interessen fertig zu werden. Stacy Schiff
gratuliert Hilary Spurling zu ihrem
Porträt von
Sonia Brownell, die vor allem deshalb bekannt ist, weil sie 14 Wochen mit dem schon todkranken
George Orwell verheiratet war. Schiff gefällt Spurlings
"große Sensibilität" sowie die "vorbildhafte Recherche".